Basisdaten Preußische Provinz Provinz Sachsen Regierungsbezirk Merseburg Verwaltungssitz Sangerhausen Einwohner 74.295 (1939) Gemeinden 70 (1939) Lage des Kreises Sangerhausen 250px Der Landkreis Sangerhausen, ursprünglich Kreis Sangerhausen, war ein Landkreis, der von 1816 bis 1952 in der preußischen Provinz Sachsen und im Land Sachsen-Anhalt der SBZ bzw. DDR bestand. Der Kreissitz war in Sangerhausen. Das ehemalige Kreisgebiet liegt heute im Landkreis Mansfeld-Südharz im Land Sachsen-Anhalt sowie im Kyffhäuserkreis und im Landkreis Nordhausen in Thüringen.

Geschichte Im Rahmen der Preußischen Reformen nach dem Wiener Kongress wurde zum 1. Oktober 1816 der Kreis Sangerhausen im Regierungsbezirk Merseburg in der Provinz Sachsen eingerichtet. Er setzte sich zusammen aus dem Amt Artern, dem Amt Heringen, dem Amt Kelbra und dem Amt Sangerhausen sowie der Grafschaft Stolberg.Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Merseburg 1816, S. 338

Am 1. Oktober 1945 wurde im Freistaat Thüringen die Exklave Amt Allstedt in den nunmehr als Landkreis Sangerhausen bezeichneten Kreis eingegliedert. Sie bestand aus der Stadt Allstedt und den Gemeinden Einsdorf, Einzingen, Heygendorf, Kalbsrieth, Landgrafroda, Mittelhausen, Mönchpfiffel, Niederröblingen, Winkel und Wolferstedt.

Am 1. Juli 1950 kam es in der DDR zu einer Gebietsreform, in deren Rahmen die Abgrenzung des Landkreises geändert wurde: Die Gemeinden Großleinungen, Horla, Morungen, Rotha und Wippra wechselten aus dem aufgelösten Mansfelder Gebirgskreis in den Landkreis Sangerhausen. Die Gemeinde Straßberg wechselte aus dem Landkreis Sangerhausen in den Landkreis Quedlinburg. Die Gemeinde Landgrafroda wechselte aus dem Landkreis Sangerhausen in den Landkreis Querfurt.

Bei der Gebietsreform von 1952 wurde das Land Sachsen-Anhalt aufgelöst und der Raum Sangerhausen grundlegend neu geordnet: Die Stadt Artern sowie die Gemeinden Gehofen, Heygendorf, Kalbsrieth, Mönchpfiffel, Nikolausrieth, Ritteburg, Schönfeld und Voigtstedt wechselten aus dem Landkreis Sangerhausen in den Kreis Artern. Die Stadt Heringen sowie die Gemeinden Auleben, Bielen, Görsbach, Hain b. Kleinfurra, Hamma, Herrmannsacker, Rodishain, Steinbrücken, Stempeda, Sundhausen, Uthleben und Windehausen wechselten aus dem Landkreis Sangerhausen in den Kreis Nordhausen. Die Gemeinde Bornstedt wechselte aus dem Landkreis Sangerhausen in den Kreis Eisleben. Die Gemeinde Wippra wechselte aus dem Landkreis Sangerhausen in den Kreis Hettstedt. Alle übrigen Gemeinden bildeten zusammen mit der Gemeinde Bösenrode aus dem Landkreis Nordhausen den Kreis Sangerhausen. Die Kreise Artern, Eisleben, Hettstedt und Sangerhausen wurden dem neuen Bezirk Halle zugeordnet; der Kreis Nordhausen kam zum Bezirk Erfurt.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1816 31.548 1843 53.719 1871 66.747 1890 70.916 1900 72.145 1910 73.116 1925 75.192 1933 75.120 1939 74.295 1946 109.540 Volkszählung 1946

Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnern (Stand 1939): GemeindeEinwohnerArtern6.366Heringen2.399Kelbra2.702Roßla2.679Sangerhausen12.502Stolberg (Harz)2.007

Landräte 1816–1842 Christian Ludwig Krug von Nidda 1842–1861 Hermann von Werthern 1862–1895 Ludwig von Doetinchem de Rande 1895–1918 Werner von Doetinchem de Rande 1921–1927 Gustav Voigt 1927–1933 Friedrich Seemann (SPD) 1933–1940 Hermann Riediger 1940–1945 Hans Müllenbrock

Städte und Gemeinden Stand 1945 Der Kreis Sangerhausen umfasste 1945 fünf Städte sowie 65 weitere Gemeinden: Artern, Stadt Auleben Bennungen Berga Beyernaumburg Bielen Blankenheim Bornstedt Breitenbach Breitenstein Breitungen Brücken Dietersdorf Dittichenrode Drebsdorf Edersleben Emseloh Gehofen Gonna Görsbach Grillenberg Hackpfüffel Hain Hainrode Hamma Hayn Heringen, Stadt Herrmannsacker Hohlstedt Holdenstedt Katharinenrieth Kelbra Kleinleinungen Lengefeld Liedersdorf Martinsrieth Nienstedt Nikolausrieth Oberröblingen Obersdorf Pölsfeld Questenberg Riestedt Riethnordhausen Ritteburg Rodishain Rosperwenda Roßla Rottleberode Sangerhausen Schmalzerode Schönfeld Schwenda Sittendorf Sotterhausen Steinbrücken Stempeda Stadt Stolberg Straßberg Sundhausen Thürungen Tilleda Uftrungen Uthleben Voigtstedt Wallhausen Wettelrode Wickerode Windehausen Wolfsberg

Zum Kreis gehörte außerdem ein Teil des gemeindefreien Gutsbezirks Pölsfeld.

Weblinks

Einzelnachweise

Sangerhausen Sangerhausen Sangerhausen Sangerhausen Kategorie:Aufgelöst 1952