Oberharz am Brocken ist eine kreisangehörige Stadt im Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt, die zum 1. Januar 2010 entstand. Sie wurde mit dem freiwilligen Zusammenschluss der Stadt Elbingerode (Harz) und der Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Brocken-Hochharz (außer Allrode) gebildet.StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010 Der Verwaltungssitz befindet sich im Ortsteil Stadt Elbingerode (Harz). Die Stadt mit den Ortsteilen Benneckenstein, Elbingerode, Elend, Hasselfelde, Königshütte, Rübeland, Sorge, Stiege, Tanne und Trautenstein ist seit 2015 ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Zusammenschluss Der Zusammenschluss erfolgte vor dem Hintergrund der Gemeindegebietsreform in Sachsen-Anhalt und der damit verbundenen Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Brocken-Hochharz zugunsten einer Einheitsgemeinde. Der Gebietsänderungsvertrag wurde am 25. Juni 2009 von Vertretern der Orte auf einem Boot auf der Rappbodetalsperre unterzeichnet.Oliver Stade: Bürgermeister aus Landkreis Harz unterzeichnen Gebietsvertrag In: Goslarsche Zeitung online (Vollständiger Text nur für Abonnenten abrufbar)

Namensstreit Die Namenswahl löste im Harz Kritik aus, etwa in WernigerodePressemitteilung der Stadt Wernigerode (PDF-Datei), da sich das Gebiet der neuen Stadt weder im Oberharz noch unmittelbar am Brocken befindet. Insbesondere die Samtgemeinde Oberharz in Niedersachsen erhob Protest und reichte am 31. August 2009 Klage und Antrag auf Eilrechtsschutz beim Verwaltungsgericht Magdeburg ein, vorrangig, um den Namen Samtgemeinde Oberharz zu schützen.Beschluss der Samtgemeinde Oberharz Dabei scheiterte die Samtgemeinde. Eine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Magdeburg wurde im November 2009 zurückgewiesen. Im April 2010 gab die Samtgemeinde Oberharz bekannt, dass sie nunmehr eine erneute Klage im Hauptverfahren einreichen werde. Das Verwaltungsgericht Magdeburg wies im Juli 2011 die Klage der Samtgemeinde Oberharz wegen einer Namensverletzung erneut zurück. Ein vorangegangener Antrag der Samtgemeinde auf Erlass einer einstweiligen Anordnung wurde vom Verwaltungsgericht abgelehnt. Die dagegen eingelegte Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt blieb ohne Erfolg.Verwaltungsgericht Magdeburg 9 A 247/09 MD Ende 2014 wurde die Samtgemeinde Oberharz aufgelöst und ging in der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld auf.

Ortsteile Ortschaften mit ihren Ortsteilen:

Am 1. Juli 2014 ist das neue Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt in Kraft getreten. In dessen §14 (2) wird den Gemeinden die Möglichkeit gegeben, den Ortsteilen, die vor der Eingemeindung Städte waren, diese Bezeichnung zuzuerkennen.Kommunalverfassungsgesetz des Landes in der Fassung vom 1. Juli 2014 Die Stadt Oberharz am Brocken hat von dieser Regelung Gebrauch gemacht. Ihre neue Hauptsatzung ist mit Wirkung vom 26. Juni 2015 in Kraft getreten. Im §3 (1) werden die Ortsteile mit ihren amtlichen Namen aufgeführt.

Geschichte mini|Ortsteil Elbingerode um 1900 mini|Galgenberg in Elbingerode mini|Trautenstein im Winter mini|Hängebrücke über den Stausee Wendefurth Der größte Teil des heutigen Stadtgebietes lag im 19. und frühen 20. Jahrhundert in Vorgängergebieten des heutigen Niedersachsen: Elbingerode, Elend, Königshof und Rothehütte gehörten zum Königreich bzw. ab 1866 der preußischen Provinz Hannover. Sie bildeten im 19. Jahrhundert das Amt Elbingerode, das 1842 bis 1868 zur Berghauptmannschaft Clausthal gehörte, sodass in diesem Zeitraum tatsächlich eine politische Zugehörigkeit zum Oberharz bestand. Als der Landkreis Ilfeld 1932 aufgehoben wurde, wurden sie in die Provinz Sachsen umgegliedert. Hasselfelde, Rübeland, Stiege, Tanne und Trautenstein waren bis 1945 braunschweigisch. Nur Benneckenstein und Sorge gehörten als Exklave des Landkreises Grafschaft Hohenstein bereits seit 1648 zu Brandenburg bzw. ab 1701 Preußen, in dem sie ab 1815 zur Provinz Sachsen (Regierungsbezirk Erfurt) gehörten.

Seit Februar 2015 ist Oberharz am Brocken mit allen seinen Ortsteilen ein „staatlich anerkannter Erholungsort“.

2017 wurde eine Fußgängerhängebrücke und Megazipline über den Stausee Wendefurth eröffnet, die das Tal und den Stausee überspannt.

Eingemeindungen Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Benneckenstein 1. Januar 2010 Elbingerode 1. Januar 2010 Elend 1. Januar 2010 Hasselfelde 1. Januar 2010 Königshof 1. April 1936 Zusammenschluss mit Rothehütte zu Königshütte Königshütte 1. Januar 2004 Eingemeindung nach Elbingerode Neuwerk 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Rübeland Rotacker ? Eingemeindung nach Hasselfelde Rothehütte 1. April 1936 Zusammenschluss mit Königshof zu Königshütte Rübeland 1. Januar 2004 Eingemeindung nach Elbingerode Sorge 1. Januar 2010 Stiege 1. Januar 2010 Tanne 1. Januar 2010 Trautenstein 1. Januar 2002 Eingemeindung nach Hasselfelde Dialektgrenze Durch das Stadtgebiet verläuft eine Dialektgrenze. Die Stadt Benneckenstein liegt unmittelbar südlich der Benrather Linie und somit am Übergang von den hochdeutschen – genauer: den ostmitteldeutschen – Dialekten zur niederdeutschen Sprache.

Bevölkerung Jahr Einwohner 2010 12.231 2015 10.771 2020 10.062 Jahr Einwohner 2021 9.873 2022 9.841 2023 9.763 2024 9.547 2025 9.391

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Stadtrat Der Stadtrat von Oberharz am Brocken besteht aufgrund der gesunkenen Einwohnerzahl der Stadt seit 2024 aus 20 Mitgliedern und dem Bürgermeister.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 37 Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 63,5 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 36,6 % 10 33,1 % 7 AfD 11,9 % 2 23,7 % 5 Freie Wählergemeinschaft Oberharz 15,5 % 4 20,2 % 4 SPD 13,2 % 4 8,5 % 2 Einzelbewerber Ernst-Ulrich Wachter – – 7,5 % 1 Wählergruppe Heimat Stiege 3,9 % 1 2,9 % 1 Die Linke 9,1 % 3 2,7 % – Bündnis 90/Die Grünen – – 1,5 % – Bürgerinitiative Oberharz 8,1 % 2 – – Freie Wählergemeinschaft Elend 1,7 % 1 – – Insgesamt 100 % 27 100 % 20

Bei der Wahl 2019 entfielen auf die AfD drei Sitze, von denen einer unbesetzt blieb, weil die Partei nur zwei Kandidaten nominiert hatte.

Bürgermeister 2010–2018: Frank Damsch (SPD) seit 2018: Ronald Fiebelkorn (CDU)

Fiebelkorn wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 22. April 2018 mit 52,9 % der gültigen Stimmen gewählt. Er wurde am 4. Mai 2025 mit 55,8 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 4. Mai 2025 Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61

Wappen Das Wappen wurde am 7. Juni 2010 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Silber ein grüner Dreiberg und ein dessen größeren Mittelgipfel überspringender schwarzer Hirsch mit achtendigem Geweih, überhöht von einem schwarzen Bergmannsgezähe, zwischen zwei aus den kleineren Außengipfeln wachsenden grünen Tannen, der Bergfuß belegt mit drei silbernen Wellenlinien.“

Das Wappen wurde vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und ins Genehmigungsverfahren geführt. Seine Symbole erklären sich wie folgt: 1. Der Dreiberg ist ein heraldisches Symbol, das die Berge des Harzes ausdrückt. 2. Die Tannen nehmen Bezug zur natürlichen Umgebung der Stadt. Zu berücksichtigen ist, dass damit der Nadelwald (im mittelalterlichen Sprachgebrauch als Tann = Fichtenwald bezeichnet) des Oberharzes allgemein, nicht eine Baumart angesprochen ist. 3. Der springende Hirsch ist ein Symbol der Schnelligkeit, Kraft und Lebenserneuerung. Er drückt den Wildreichtum des Harzes aus, der seit dem Frühmittelalter Bannforst der deutschen Kaiser und Könige war. Zugleich symbolisiert der Hirsch als Synonym die vereinigten Städte und Gemeinden und überspringt im Wappen die Berge, was symbolisch für die anstehenden Aufgaben zur Entwicklung des Gemeinwesens gilt. 4. Das Bergmannsgezähe drückt mit Schlägel und Eisen den bis in die Gegenwart betriebenen Bergbau und das Hüttenwesen aus, die nachhaltig zur Industrialisierung der Region beitrugen.Jörg Mantzsch: Das Wappen der Stadt Oberharz am Brocken, Dokumentation zum Genehmigungsverfahren, hinterlegt beim Landkreis Harz 2010 (Stellungnahme: Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt)

Die Farben der Gemeinde sind Grün-Weiß.

Flagge Die Flagge der Stadt ist grün – weiß (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Stadtwappen belegt.

Sehenswürdigkeiten

Verkehr Oberharz am Brocken ist durch die Rübelandbahn, die Harzquerbahn und die Selketalbahn erschlossen.

Persönlichkeiten

Weblinks

Website der Stadt Oberharz am Brocken

Einzelnachweise

Kategorie:Staatlich anerkannter Erholungsort in Sachsen-Anhalt Kategorie:Gemeindegründung 2010 Kategorie:Stadt in Sachsen-Anhalt