Hetalia: Axis Powers (jap. Axis Powers , Axis Powers Hetaria) ist ein Web-Manga von Hidekazu Himaruya, der seit 2006 erscheint und auch als Web-Anime adaptiert wurde. Der Name Hetalia ist ein Kofferwort aus hetare (), japanisch für „feige/nutzlos“ und Italia () – Italien. Es ist eine Historien-Parodie mit personifizierten Nationen, mit Schwerpunkt auf den Achsenmächten und den Alliierten sowie weiteren historischen Ereignissen, die als soziale Interaktionen der niedlichen, fast immer männlichen Figuren erzählt werden. Die Charaktereigenschaften der über 40 Staaten in Menschenform basieren meist auf Klischees.
Inhalt Hetalia erzählt in episodenhaften Ausschnitten von Geschichte, Politik, Wirtschaft und Tourismus verschiedener Länder, meist stark übertrieben oder satirisch überzeichnet. Die als Protagonisten in Menschenform dienenden Staaten erfüllen hierbei je nach Bedarf die Rolle des ganzen Landes in politischen Angelegenheiten, eines Soldaten oder Arbeiters aus dem jeweiligen Land, der von meist namen- und gesichtslosen Vorgesetzten Anweisungen erhält, eines Touristen auf Auslandsreise bzw. Touristenführers oder auch nur eines Vorzeige-Staatsbürgers. So kann es geschehen, dass die Protagonisten in einer Episode in Afrika während des Zweiten Weltkrieges kämpfen, in der nächsten Episode einem Touristen ihr Land zeigen und in der dritten wiederum als Abgeordnete eine Konferenz der Vereinten Nationen besuchen. Ein weiterer Handlungsstrang ist Chibitalia, das während der Kindheit der europäischen Länder im Mittelalter spielt und von der Liebe des Heiligen Römischen Reiches zu Italien handelt.
Auf Gewaltdarstellung wird in Hetalia größtenteils verzichtet. Kriege werden nur im Rahmen politischer oder belustigender Geschehnisse behandelt, die sich meistens auf die Kampfkraft der Italiener während der Weltkriege beziehen. Ebenso wird auf etwaige Schurkenstaaten verzichtet und Unannehmlichkeiten oder Streite mit den Charaktereigenschaften der Beteiligten verklärt.
Charaktere Die Charaktere wurden innerhalb der offiziellen Werke nach den Ländern benannt, deren Charakter sie vertreten sollen. In Fan-Werken werden dagegen oft Personennamen verwendet, die Himaruya selbst auf seiner Website vorgeschlagen hatte. Darunter Feliciano Vargas für Italien, Ludwig für Deutschland und Kiku Honda für Japan.Miyake, 2013, Note 19.
Achsenmächte mini|Cosplayer als Deutschland
(Nord-)Italien ist der Urenkel von Roma Antiqua, des mächtigsten Landes, das jemals existierte, jedoch irgendwann spurlos verschwand. Er ist ziemlich naiv, feige und faul und schwenkt bereits beim kleinsten Anzeichen von Gefahr die weiße Flagge oder läuft davon. Seine Lieblingsgerichte sind Pizza und Pasta. Als Kind (Chibitalia) wuchs er bei Österreich auf. Sein älterer Bruder ist Italia Romano (Süditalien), der bei Spanien groß geworden ist. Markenzeichen sind seine linke Haarlocke und seine stets geschlossenen Augen. Wenn sich Italien freut, ruft er meist „Vee~“.
Deutschland ist ein seriöser und tüchtiger Mann, der viel Wert auf Ordnung und Regeln legt. Trotz seiner Strenge steht er Italien relativ nahe und vergibt ihm, dass er ihm immer wieder aus der Patsche helfen muss. Er hat zurückgekämmtes, blondes Haar und blaue Augen und ist der größte von den Achsenmächten. Oft leidet er unter dem Druck, dass sich alle Welt auf ihn verlässt. Am liebsten isst er Wurst und Kartoffeln und trinkt Bier. Sein älterer Bruder ist Preußen, der weitaus kampfeslustiger ist und stark zur Selbstverherrlichung neigt, außerdem verbindet ihn eine gemeinsame Geschichte mit Österreich, einem exzentrischen Künstler und Musiker. Häufig in Preußens oder Österreichs Nähe ist zudem Ungarn anzutreffen, eine wilde, aber ständig besorgte Kämpferin.
Japan ist ein schüchterner und höflicher junger Mann, der mit seinen Verbündeten leicht überfordert ist. Er möchte seine Traditionen beibehalten und sich Italien und Deutschland nicht anpassen. Obwohl Japan sehr jung aussieht, ist er mit über 1000 Jahren der Älteste unter den Achsenmächten. Seine Lieblingsbeschäftigung ist, sich die verschiedenen Blumen der jeweiligen Jahreszeit anzuschauen, er ist ein großer Tierliebhaber und trägt häufig ein Katana mit sich. Im Laufe der Serie freundet er sich mit immer mehr Nationen wie Amerika, Griechenland oder England an. Seine Präfekturen, darunter Osaka, dienen ihm häufig wie Angestellte.
Alliierte
Als sehr junge Nation strotzt Amerika vor Energie und will immer der Anführer sein. England hat ihn zwar großgezogen, aber sie stehen sich nicht besonders nahe, seit Amerika seine Unabhängigkeit erlangte. Er liebt Helden, Gerechtigkeit, Freiheit und sein Lieblingsessen: Hamburger. Seine Lieblingsbeschäftigungen sind spielen, Filme drehen und Horrorfilme ansehen, obwohl diese ihm höllische Angst bereiten. Amerika ist sehr egozentrisch und bringt seinen Bruder Kanada häufig in Probleme. Sein größtes Problem ist der Mangel an Planung, da er immer ohne Nachzudenken mit dem Kopf durch die Wand stürmt und so mehr Probleme verursacht als löst. Als Haustier hält er ein Alien namens „Tony“. Sein Merkmal ist eine Stehlocke.
Auch wenn er sich immer wieder mit Frankreich streitet und früher ein Pirat war, ist England jetzt ein Gentleman. Amerika ist bei ihm aufgewachsen und hat viel von ihm gelernt. Er kocht schlecht, und man kann sich oft nicht auf ihn verlassen. Besonders ist noch an ihm, dass er wohl neben Norwegen und Rumänien der Einzige ist, der Fabelwesen wie Feen und Geister sehen kann und sich häufig mit Magie beschäftigt, wofür er von den Anderen meist für verrückt gehalten wird. Als weiteres Merkmal besitzt er ziemlich große Augenbrauen. Zwar sieht er sich selber als Gentleman, lässt sich jedoch auf wenig vornehme Weise besonders von Amerika und Frankreich schnell zur Weißglut treiben. Sein kleiner Bruder ist Sealand.
Frankreich ist ein sorgloser und romantischer Typ, der zur Melodramatik neigt, besonders wenn er an seine Siege in den vergangenen Jahrhunderten denkt. Er war lange Zeit mit England verfeindet, doch wollte er ein Bündnis mit ihm, um nicht zu sterben. Er hat immer eine Rose bei sich, um seine eigene Schönheit zu unterstreichen. Frankreich trägt blondes, schulterlanges Haar und einen Stoppelbart. Zu seinen Hobbys gehören kochen, Tourismus, streiken, Wein trinken und flirten – sowohl mit Frauen als auch mit Männern. Ihm wird ein Hang zum Perversen zugesprochen, da er manchmal gerne nackt, höchstens mit Rosen-Lendenschurz bekleidet, herumläuft.
China ist mit 4000 Jahren eine der ältesten Nationen. Er hat Japan in einem Bambuswald entdeckt und aufgezogen, der aber hat ihn dann Jahre danach kaltblütig betrogen und ihm mit seinem Schwert eine Wunde am Rücken zugefügt. Er ist ein großer Fan von „Hello Kitty“ und trägt gern einen Panda mit sich. Seine Sätze beendet China meistens mit dem Wörtchen „aru“. Seine westlichen Kameraden erscheinen ihm häufig fremd. Er trägt ein typisch chinesisches Gewand oder Uniform und lange Haare, die er als Pferdeschwanz trägt. Zudem ist China sehr stark, da er alle Kampfsportarten beherrscht und Wokutensilien als Waffen zu nutzen weiß. Er ist auch ein guter Koch aber vertreibt nebenbei auch mysteriöse Medizin. Als besonders bevölkerungsreiches Land besitzt er zudem eine große Anzahl an mehr oder weniger loyalen Untergebenen, darunter Hongkong und Macau.
Russland ist die größte von allen Nationen. Er sieht zwar unschuldig aus, hat aber die „Grausamkeit eines Kindes“, was darauf zurückzuführen sein mag, dass er als Kind gemobbt wurde. Er liebt Wodka und Sonnenblumen. Seine zwei Schwestern sind Belarus und Ukraine. Er trägt einen Schal, den er nie auszieht, und wohnt in einer großen Villa, die er früher mit der ganzen UdSSR teilte. Er hat Angst vor Belarus, weil diese in ihn vernarrt ist und ihn heiraten will. Als Drohgebärde hält er manchmal ein langes Wasserhahnrohr in der Hand. Wenn Russland sehr wütend ist, gibt er die Laute „Kolkolkol“ von sich. Auch wenn er sehr furchteinflößend erscheint, versucht Russland doch immer wieder Freunde zu finden, was ihm aber nie so richtig gelingt. Seine Lieblingsopfer und zeitweise Vasallen sind die baltischen Brüder Estland, Lettland und Litauen.
Konzeption Fast alle Charaktere und alle der häufig auftretenden Charaktere sind männlich. Die Nationen werden verniedlichte Jugendliche beziehungsweise attraktiv als Bishōnen dargestellt, in Rückblicken auch als Kinder in Form von Chibi-Figuren. Neben Niedlichkeit ist Ungeschicklichkeit oder Unfähigkeit ein bei den meisten gezeigter Charakterzug.Miyake, 2013, [1.7], [2.1]. Die wechselnden Geschichten hängen nicht direkt zusammen, springen in der Weltgeschichte vor und zurückAnimaniA 06–07/2012, S. 78f. und beschäftigen sich neben historischen Ereignissen auch mit modernen Feiertagen oder Ereignissen. In die Erzählungen sind immer wieder historische Fakten, oft in Form von Fußnoten erklärt, eingewoben, die in der Umsetzung als soziale Interaktion der Charaktere satirisch dargestellt werden.AnimaniA 04–05/2012, S. 30f.
Schwerpunkt der Geschichten sind Interaktionen zwischen europäischen Staaten und Amerika sowie dieser Staaten mit Japan. Internationale Konflikte werden als persönliche oder intime, oft eher kindliche Streits zwischen den Figuren dargestellt.
Entstehung und Veröffentlichung Der Manga entstand während Hidekazu Himaruya in New York Kunst studierte und wird von ihm seit Sommer 2006 als Webcomic in Form von Yonkoma und Kurzgeschichten auf seiner Homepage veröffentlicht.Miyake, 2013, [2.2], [2.3], [2.4], [3.1], [3.2]. Viele der verwendeten Stereotype entstammen Himaruyas Gesprächen mit anderen Studenten während seiner Zeit in New York.Miyake, 2013, [4.7]. Weitere Inspirationen kamen vom japanischen Imageboard 2chan über Krieg und Militär, vor allem in Bezug auf die Schwäche Italiens im Zweiten Weltkrieg.Miyake, 2013, [5.8]. Von 2008 bis Oktober 2013 veröffentlichte der Verlag Gentosha sechs Bände mit gesammelten Kapiteln. Dafür wurde bereits zuvor online veröffentlichtes Material überarbeitet, um die eine nachvollziehbare Hauptgeschichte zu etablieren und die Bilder dem veränderten Zeichenstil von Hidekazu Himaruya anzupassen. Seit September 2014 erscheint im Online-Magazin Shonen Jump+ die Fortsetzung Hetalia World Stars, die vom Verlag Shueisha auch in bisher acht Sammelbänden herausgegeben wurde. Zur Serie erschienen außerdem die Artbooks Hetalia – Arte Stella und deren kleinformatige Neuauflage Hetalia – Arte Stella Piccolo.
Auf Deutsch erschien der Manga komplett von März 2012 bis Juli 2014 bei Tokyopop. Im Januar 2013 erschien auch das Artbook Hetalia – Arte Stella. Seit Dezember 2015 folgt beim gleichen Verlag Hetalia World Stars mit bislang sechs Bänden (Stand: Februar 2025). Die erste Serie erschien auch auf Spanisch, Englisch, Polnisch, Portugiesisch und Chinesisch. Der chinesische Verleger Tong Li Publishing bringt auch die Fortsetzung heraus.
Adaptionen Anime Die Serie, ursprünglich aus 26 Folgen zu je fünf Minuten bestehend, wurde 2009 von Studio Deen produziert. Regie führte Bob Shirohata und Hauptautor war Takuya Hiramitsu. Das Charakterdesign entwarf Masaaki Kannan und Mika Nomura war als Produzent verantwortlich. Die Serie war zunächst als Fernsehserie geplant. Nach einer Petition und offiziellen Protesten aus Südkorea gegen die Darstellung Südkoreas im Manga wurde die Serie nur als Web-Anime für Mobiltelefone und im Internet über Streaming veröffentlicht. Ein Auftreten Südkoreas war für die Anime-Version nicht geplant.Miyake, 2013, [3.2], [3.3]. Start war am 24. Januar 2009. Im Sommer 2009 folgte eine zweite Staffel mit weiteren 26 Folgen. Im März 2010 wurden unter dem Titel Hetalia: World Series weitere 48 Folgen veröffentlicht. Später erschienen noch 3 weitere Folgen.