mini|Werner Knaupp, 2018 Werner Knaupp (* 3. Mai 1936 in Nürnberg; † 9. September 2025) war ein deutscher Maler und Bildhauer.
Leben und Werk Werner Knaupp studierte von 1957 bis 1961 sowie von 1963 bis 1964 Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei Fritz Griebel, Otto Michael Schmitt und Gerhard Wendland. In den Jahren 1970 und 1971 hatte er eine Gastdozentur an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe inne. 1977 nahm er an der documenta 6 in Kassel teil. Von 1986 bis 2001 lehrte Werner Knaupp als Professor für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Seit 2004 war er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München. Werner Knaupp lebte und arbeitete in Ernhofen bei Nürnberg.
Eine Vielzahl der Arbeiten von Werner Knaupp gründete auf existenziellen Erfahrungen:Prestel Lexikon, Kunst und Künstler im 20. Jahrhundert, S. 186. Seit 1964 unternahm er regelmäßig Reisen in extreme Landschaften (Wüsten, Vulkane, Berge) wie zum Beispiel in die Sahara und in die Antarktis, auf die Lofoten, nach Hawaii, Neuseeland und Island. Ebenso werkprägend waren die bewussten Erfahrungen menschlicher Grenz-Situationen: Krankheit, Wahnsinn, Sterben und Tod. So arbeitete Werner Knaupp jeweils mehrere Monate als Hilfspfleger im Nervenkrankenhaus Bayreuth (1977 bis 1978), im Sterbehaus der Mutter Teresa in Kalkutta in Indien (1979) und im Krematorium der Stadt Nürnberg (1980).
Das über 55-jährige Schaffen von Werner Knaupp war geprägt von unterschiedlichen Werkgruppen, die zyklisch aufeinander folgen und jeweils mehrere Jahre umfassen. Die einzelnen Schaffensperioden unterschieden sich sowohl thematisch wie von den verwendeten Materialien teils sehr deutlich. So schuf Knaupp Kugelschreiberzeichnungen, Kohlezeichnungen, Gouachen, Aschebilder, Eisenskulpturen, Pastelle, Acrylbilder und Photographien.
Werke des Künstlers befinden sich unter anderem in den Sammlungen der Neuen Nationalgalerie Berlin, der Bundessammlung Bonn, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der Kunsthalle Hamburg, der Staatlichen Kunstsammlungen und der Neuen Galerie in Kassel, des Museums Ludwig Köln, des Wilhelm-Hack-Museums Ludwigshafen, der Kunsthalle Mannheim, der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München, des Museum of Modern Art New York, des Neuen Museum Nürnberg, der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen – Pinakothek der Moderne, München und der Staatsgalerie Stuttgart.
Als ordentliches Mitglied des Deutschen Künstlerbundes nahm Werner Knaupp ab 1967 an den meisten Jahresausstellungen des DKB bis 1983 teil.Deutscher Künstlerbund: Werner Knaupp (abgerufen am 31. Mai 2019)
Knaupp starb am 9. September 2025 im Alter von 89 Jahren.Nachruf Werner Knaupp in gnm.de Germanisches Nationalmuseum, abgerufen am 25. Januar 2026
Sein schriftlicher Nachlass befindet sich im Deutschen Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.
Ausstellungen Einzelausstellungen (Auswahl): 1965: Galerie Defet, Nürnberg 1968: Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, Baden-Baden 1981: Städtische Kunsthalle Mannheim, Mannheim 1983: Kunsthalle Bremen, Bremen 1983: Neue Nationalgalerie Berlin 1983: Overbeck-Gesellschaft, Lübeck 1983: Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg 1986: Suermondt-Ludwig-Museum, Aachen 1987: Städtische Galerie im Lenbachhaus, Kunstforum München 1987: Galerie Junge Kunst, Museum für zeitgenössische Kunst, Frankfurt (Oder) 1993: Kunsthalle Nürnberg, Nürnberg 1993: Städtische Galerie Erlangen, Erlangen 1997: Kunsthalle Zugspitzgipfel, Garmisch-Partenkirchen 2000: Kunstverein Coburg, Coburg 2004: Kunstmuseum Erlangen, Erlangen 2008: Kulturspeicher Oldenburg im Stadtmuseum Oldenburg 2009: Forum Kunst Rottweil 2011: Neues Museum Nürnberg – Staatliches Museum für Kunst und Design, Nürnberg 2011: Kunstmuseum Bayreuth 2011: Kunstverein Hof 2013: Marburger Kunstverein 2014: NordseeMuseum Husum 2016: Kunstvilla im KunstKulturQuartier Nürnberg 2016: Neues Museum Nürnberg 2016: Kunstmuseum Bayreuth 2022: Neue Galerie im Höhmannhaus, Augsburg (mit Christof Rehm) 2023: Forum Kunst Rottweil
Gruppenausstellungen (Auswahl): 1967: DKB-Jahresausstellung, Karlsruhe, Badischer Kunstverein 1969 Wilhelm-Morgner-Preis für experimentelle Kunst 1969, Soest 1972: German Art of the Sixties, Kapstadt, Prätoria, Durban, Port Elizabeth, Bielefeld 1977: documenta 6: Handzeichnungen. Formen und Funktionen der Zeichnung in den sechziger und siebziger Jahren, Orangerie, Kassel 1983: 80 Jahre Deutscher Künstlerbund 1903–1983, Neue Nationalgalerie, Berlin 1985: Apokalypse. Ein Prinzip Hoffnung? Ernst Bloch zum 100. Geburtstag, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen 1991: Museum Folkwang Essen 1993: Variations autour de la Crucifixion regards contemporains sur Grünewald, Musée d’Unterlinden, Colmar 1994: Bedrängnis des Körpers, [Titel tschechisch] Gedenkstätte Theresienstadt, Theresienstadt 2003: Deutschland fliegt zum Mond. Junge westdeutsche Kunst am Ende der 60er Jahre, Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz 2009: Magie der Farbe – Pastose Malerei, Farbmaterie, Farbräume Kunsthalle Dominikanerkirche, Osnabrück, Deutschland (mit u. a. Christiane Conrad, Rudolf Englert, Dieter Krieg, Eugène Leroy, Harry Meyer, Adolphe Monticelli, Bernd Schwarting, Rainer Splitt, Theo Wolvecamp) 2010: Perspektive Landschaft, Kunstverein Augsburg e. V., Augsburg 2011: Maler der Akademie, Bayerische Akademie der Schönen Künste, München 2013: Aller Zauber liegt im Bild – zeitgenössische Kunst der Benediktinerabtei Maria Laach in der Sammlung Würth, Museum Würth, Künzelsau 2013: Stahlplastik in Deutschland – gestern und heute, Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen 2015/2016: Gott und die Welt – Fokus Franken – Triennale Schweinfurt für zeitgenössische Kunst III, Kunsthalle Schweinfurt 2016: WWW – Wasser, Wolken, Wind – Elementar- und Wetterphänomene in Werken der Sammlung Würth, Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall 2018/2019: Neue Horizonte – Künstlerische Blicke ins Weite, Neues Museum Nürnberg 2021/2022: #000000, Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser 2024/2025: Earth, Wind & Fire, Neues Museum Nürnberg 2025: Edward Munch. Angst, Kunstsammlungen ChemnitzProletarier aller Länder, fürchtet euch in https://www.sueddeutsche.de Süddeutsche Zeitung, 19. August 2025, abgerufen am 28. Januar 2026
Auszeichnungen 1966: Förderungspreis der Stadt Nürnberg 1967: Stipendium des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI 1969: Förderpreis der Stadt Darmstadt anlässlich der 3. Internationale der Zeichnung 1981: Kunstpreis der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen (Arbeiten auf Papier) 1981: Kunstpreis der Philip Morris GmbH, München 1982: Max-Lütze-Medaille des Familienverbandes Lütze e. V., Stuttgart 1982: Stipendium der Akademie der Künste Berlin / Arbeitsaufenthalt im Künstlerhaus Bethanien, Berlin 1983: Kunstpreis der Evangelischen Landeskirche in Bayern 1985: Preis der Stadt Nürnberg für Kunst und Wissenschaft 1993: Otto-Grau-Kulturpreis 1994: Bundesverdienstkreuz 1. KlasseWerner Knaupp auf der Website der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 1994: Wolfram-von-Eschenbach-Preis des Bezirks Mittelfranken 1995: Friedrich-Baur-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 1997: Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten 2008: Kulturpreis Bayern der E.ON Bayern AG 2019: Kulturpreis der Stadt Stein
Literatur Klaus Gallwitz: Werner Knaupp. In: Junge deutsche Künstler, 14 × 14. Ausstellungskatalog Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, 1968. Lucius Grisebach: Werner Knaupp. Bilder 1977 bis 1982. In: Werner Knaupp. Bilder 1977–1982. Ausstellungskatalog Nationalgalerie Berlin, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Kunsthalle Bremen, Overbeck-Gesellschaft Lübeck, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg in Zusammenarbeit mit dem Institut für moderne Kunst Nürnberg, 1983, S. 7–17. Jürgen Harten: Werner Knaupp. In: Bilder sind nicht verboten. Ausstellungskatalog Städtische Kunsthalle Düsseldorf und Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf 1982, S. 248–249. Dieter Honisch (Vorw.): 1945–1985 Kunst in der Bundesrepublik Deutschland, Nationalgalerie. Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1985, ISBN 3-87584-158-1. Heinz Neidel (Hrsg.): Werkverzeichnis Werner Knaupp. 1974. Peter Anselm Riedl: Zu den plastischen Arbeiten von Werner Knaupp. In: Werner Knaupp. Feuer und Eisen. Skulpturen 1984–1986. Ausstellungskatalog Städtische Kunsthalle Mannheim, 1986, S. 9–12. Peter Anselm Riedl: Werner Knaupp. Island. In: Werner Knaupp 2002–2008, Dokumentation der Acrylbilder Island. Westmännerinseln. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg 2009. Wieland Schmied: Malerei nach 1945 in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wien 1974, S. 191. Renate Wiehager: Im magnetischen Kräftefeld zwischen Kosmos und Nukleus. Einige Gedanken zum Werk von Werner Knaupp. In: Werner Knaupp, Ausstellungskatalog Kunstverein Coburg, 2000, S. 7–10.
Weblinks
Literatur von und über Werner Knaupp im Documenta Archiv Website von Werner Knaupp Akademie der Bildenden Künste Nürnberg – Nachruf, abgerufen am 2. Dezember 2025
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Künstler (documenta) Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund Kategorie:Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste Kategorie:Hochschullehrer (Akademie der Bildenden Künste Nürnberg) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1936 Kategorie:Gestorben 2025 Kategorie:Mann