miniatur|29. Internationale Sommerakademie 2012 in der Burg Schlaining miniatur|Friedensbibliothek in der Synagoge Stadtschlaining miniatur|Gründer Gerald Mader im Gespräch mit Reiner Steinweg und Konrad Tempel (2012) Das Austrian Centre for Peace (kurz ACP) ist eine private und gemeinnützige Forschungseinrichtung, die im Bereich der Friedensforschung und der Förderung von friedlichen Konfliktlösungen tätig ist. Es hat seinen Sitz auf der Burg Schlaining im Burgenland.

Geschichte Das ASPR wurde 1982 vom burgenländischen Landesrat Gerald Mader in Stadtschlaining gegründet, wo es seinen Sitz auf Burg Schlaining hat.

In den ersten 10 Jahren seines Bestehens war das ACP vor allem eine Forschungseinrichtung. Seit 1983 veranstaltet das ASPR jährlich eine internationale Sommerakademie, die sich mittels Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops mit einem friedenspolitischen Hauptthema auseinandersetzt und dieses der Öffentlichkeit näherbringen soll. 1987 gründete das ASPR mit Hilfe von europäischen UNESCO-Organisationen das European University Center for Peace Studies (EPU), welches bis 2014 das Master-Programm „Peace and Conflict Studies“ anbot.

Seit 1992 entwickelt und implementiert das ACP Programme zur Ausbildung von zivilen Einsatzkräften für Friedenseinsätze in Konfliktregionen, unter anderem für die UNO, die OSZE und die EU. 1995 erhielt das ACP gemeinsam mit dem EPU den UNESCO-Preis für Friedenserziehung. Im Jahr 2000 wurde mit der vom ACP gestalteten Landesausstellung „Krieg oder Frieden. Vom Kult der Gewalt zur Kultur des Friedens“ die Grundlagen für das Europäische Museum für Frieden auf Burg Schlaining gelegt. 2019 wurde das Friedensmuseum geschlossen, um für die burgenländische Landesausstellung 2021 – „Wir sind 100“ – Platz zu schaffen.

2001 nahm die EU-Kommission das Angebot des ACP an, Trainings für EU-Missionen zu unterstützen. Das ACP wurde damit beauftragt, europaweite Trainingsstandards und harmonisierte Trainingsangebote gemeinsam mit anderen europäischen Trainingsinstitutionen zu entwickeln. Auf diesem Projekt basieren bis heute alle Trainingsangebote der EU für zivile Fachkräfte, und das ASPR ist nach wie vor aktives Mitglied in den EU-Trainingskonsortien.

Es wurden außerdem Aktivitäten im Bereich der Friedenspädagogik ausgebaut; seit 2007 bietet das ACP mit den „Friedenswochen“ Training für Schüler und Lehrer an.

Seit 2010 koordiniert das ACP das zivilgesellschaftliche Engagement im sogenannten 3C-Prozess,C. Ehrenhuber (2012): Securitized Development? Eine kritische Analyse des Sicherheitsaspektes in der österreichischen Entwicklungspolitik. Diplomarbeit an der Universität Wien 2012, S. 106f.Gemeinsam. Für unsere Welt. Dreijahresprogramm der österreichischen Entwicklungspolitik 2019 – 2021, September 2018. S. 18. der Beteiligte aus Ministerien und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammenbringt, um ein abgestimmtes Vorgehen in den Bereichen der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, humanitären Hilfe sowie Friedensförderung in „fragilen Kontexten“ zu stärken.

Seit 2013 ist das ACP Trägerorganisation des bisher einzigen gesamtösterreichischen „3C-Projekts“: In Kooperation mit dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (vertreten durch die Austrian Development Agency) und dem Bundesministerium für Landesverteidigung implementiert das ASPR gemeinsam mit dem Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre in Ghana ein Projekt für die Stärkung der Kapazitäten von Fachkräften für humanitäre Assistenz in Westafrika.

Organisation Das ACP ist als privater, gemeinnütziger, überparteilicher und unabhängiger Verein organisiert. Präsident war bis März 2019 Peter Kostelka, ihm folgte Norbert Darabos in dieser Funktion nach.Darabos nun ehrenamtlicher Präsident des Friedensinstituts Schlaining. Artikel vom 19. März 2019, abgerufen am 19. März 2019.

Das ACP hat zudem einen weiteren Standort in der Bundeshauptstadt Wien.

Forschung 2023 wurde das Konferenzformat Austrian Forum for Peace ins Leben gerufen, um Lösungsansätze für Konflikte und die Aufrechterhaltung des Friedens in einem immer stärker fragmentierten globalen System zu überdenken. Die Konferenz holt Fachleute aus den Bereichen Diplomatie, Forschung und Zivilgesellschaft zusammen.

Publikationen Neben internationalen akademischen Veröffentlichungen betreibt das ACP zwei eigene Publikationsreihen, die Working Paper, die sich aus Veranstaltungen heraus ausführlich mit einem Thema auseinandersetzen, und die Policy Briefs, eine Kurzpublikation, die sich vor allem an politische Entscheidungsträger richtet.

Weblinks

Österreichische Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung

Belege

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