David Storl (* 27. Juli 1990 in Rochlitz) ist ein ehemaliger deutscher Kugelstoßer. 2011 wurde er bei den Weltmeisterschaften im südkoreanischen Daegu als erster Deutscher in dieser Disziplin Weltmeister. Mit 21 Jahren wurde er der bis dahin jüngste Welt- und Europameister im Kugelstoßen und der erste Kugelstoßer, der beide Titel gleichzeitig trug. 2013 verteidigte er seinen Weltmeistertitel in Moskau.

Berufsweg Bis 2010 besuchte er das Sportgymnasium Chemnitz. Seit September 2010 ist er bei der Bundespolizei angestellt.

Sportliche Karriere David Storl ist 1,98 m groß und hat ein Wettkampfgewicht von etwa 120 kg (Februar 2012).die tageszeitung: Weltmeister David Storl übers Kugelstoßen: "Ballett habe ich noch nie getanzt", 23. Februar 2012. Er startete zuletzt für den SC DHfK Leipzig, nachdem er 10 Jahre lang bis zum November 2014 für den LAC Chemnitz gestartet war. Trainiert wurde er über zehn Jahre bis Ende August 2017 von Sven Lang.Peter Schmitt: , Trainerwechsel, auf: leichtathletik.de, vom 21. August 2017, abgerufen am 22. August 2017

Frühe Jahre Storl wuchs im Seelitzer Ortsteil Döhlen auf.Der Tagesspiegel: Das erwachsene Kind: David Storl wird Kugelstoßweltmeister, 2. September 2011. Er begann seine sportliche Karriere als Mehrkämpfer beim VfA Rochlitzer Berg, konzentrierte sich jedoch nach dem Tod seines damaligen Trainers ab 2006 auf das Kugelstoßen.leichtathletik.de: David Storl - "Alles reingelegt", 2. September 2011.

2007 siegte er bei den U18-Weltmeisterschaften in Ostrava mit der 5-kg-Kugel. Mit seiner Siegesweite von 21,40 m verbesserte er den deutschen B-Jugendrekord von Ralf Bartels um zwei Zentimeter.leichtathletik.de: David Storl holt U18-WM-Gold mit Rekord, 11. Juli 2007. Bei den Juniorenweltmeisterschaften 2008 in Bydgoszcz gewann er mit einer Weite von 21,08 m die Goldmedaille im Kugelstoßen mit der 6-kg-Kugel.

Am 13. Juni 2009 erzielte Storl bei der DLV-Juniorengala in Mannheim zwei Juniorenweltrekorde. Im zweiten Versuch stieß er die 6-kg-Kugel auf 22,18 m und übertraf damit den elf Jahre alten Rekord des Kroaten Edis Elkasević um 22 Zentimeter. Damit war Storl der erste Jugendliche, der die 22-Meter-Marke überwinden konnte. Im dritten Versuch verbesserte er sich erneut auf 22,34 m.Badischer Leichtathletik-Verband: , 22. Juni 2009. Vier Wochen später verbesserte er den Rekord um weitere 39 Zentimeter auf 22,73 m.leichtathletik.de: David Storl wieder mit Weltrekord, 15. Juli 2009. Kurz darauf siegte er bei den Junioreneuropameisterschaften in Novi Sad mit einer Weite von 22,40 m, einem neuen Veranstaltungsrekord, und mit über zwei Metern Vorsprung vor dem zweitplatzierten Ukrainer Mykyta Nesterenko.IAAF: , 26. Juli 2009. Nachwuchs-Bundestrainer Dietmar Chounard bezeichnete Storl als „Jahrhunderttalent“, und ehemalige deutsche Spitzenathleten wie Udo Beyer und Franka Dietzsch zeigten sich von seiner Leistungsentwicklung beeindruckt.Frankfurter Allgemeine Zeitung: Faszinierender Bengel, 15. August 2009.

Etablierung im Erwachsenenbereich Im Sommer 2009 begann sich Storl auch im Erwachsenenbereich mit der 7,26-kg-Kugel zu etablieren. Bei den Deutschen Meisterschaften in Ulm belegte er mit einer Weite von 19,84 m den dritten Platz hinter Ralf Bartels und Peter Sack. Nur einen Tag später, am 6. Juli 2009, stellte er einen weiteren U20-Weltrekord auf, dieses Mal mit der 7,26-kg-Kugel. Mit 20,43 m übertraf er in Gerlingen die elf Jahre alte Rekordmarke des Südafrikaners Janus Robberts um vier Zentimeter.leichtathletik.de: Ralf Bartels siegt - David Storl mit Rekord, 7. Juli 2009. Am 3. August gab der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) Storls Nominierung für die Weltmeisterschaften 2009 in Berlin bekannt.leichtathletik.de: 92 DLV-Athleten/innen fahren nach Berlin, 3. August 2009. Dort schied er bereits in der Qualifikationsrunde aus.

Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften 2010 in Karlsruhe wurde Storl Zweiter und steigerte seine Hallenbestleistung auf 20,77 m. Damit gelang ihm die Qualifikation für die Hallenweltmeisterschaften in Doha, wo er im Finale mit einer Weite von 20,40 m den siebten Rang belegte. Auch im Freien sicherte er sich den zweiten Platz bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig. Bei den Europameisterschaften in Barcelona wurde er zunächst Fünfter, rückte dann wegen der Doping-Disqualifikation von Andrej Michnewitsch einen Platz vor. Im September 2010 erkrankte Storl am Pfeiffer-Drüsenfieber. Erst Ende Februar 2011 konnte er bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig in den Wettkampfbetrieb zurückkehren. Dort gewann er mit einer Weite 20,70 m den Titel vor Ralf Bartels und erfüllte zugleich die Qualifikationsnorm für die Halleneuropameisterschaften in Paris.leichtathletik.de: David Storl siegt mit Hallen-EM-Norm, 26. Februar 2011. Dort musste er sich Bartels zwar wieder geschlagen geben, errang jedoch als Zweitplatzierter mit 20,75 m seine erste internationale Medaille im Erwachsenenbereich.

Aufstieg in die Weltspitze In der Freiluftsaison 2011 begann Storl, Bartels die Position des führenden deutschen Kugelstoßers streitig zu machen. Im Juni besiegte er Bartels zunächst bei einem Wettkampf in Kassel und kurz darauf in Göteborg, wo er mit 21,03 m erstmals die 21-Meter-Marke überwand. Damit setzte er sich zwischenzeitlich an Platz acht der Weltjahresbestenliste und Platz drei der europäischen Jahresbestenliste. In der Folge erhielt er vom DLV den Vorzug bei der Nominierung für die Team-Europameisterschaft in Stockholm. Dort gewann er das Kugelstoßen mit der Einstellung des Meisterschaftsrekords von 20,81 m vor dem polnischen Olympiasieger Tomasz Majewski und dem belarussischen Europameister Andrej Michnewitsch. Dennoch verzichtete er eine Woche später nicht auf einen Start bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften in Bremen, wo er mit 20,53 m wie erwartet zum dritten Mal in Folge einen ungefährdeten Sieg verbuchte. Auch bei den U23-Europameisterschaften in Ostrava ging er als klarer Favorit an den Start. Im Finale leistete er sich zwei Fehlversuche, bevor er mit einem Stoß auf 19,79 m das vorzeitige Aus vermied. Im fünften Versuch steigerte er sich auf 20,45 m. Damit gewann Storl den Wettkampf mit mehr als einem Meter Vorsprung und verbesserte den Meisterschaftsrekord um einen Zentimeter. Eine Woche später siegte er bei den Deutschen Meisterschaften in Kassel mit 20,35 m. miniatur|David Storl 2011 bei den U23-Europameisterschaften in Ostrava Anfang August steigerte Storl beim Meeting Weltklasse hinterm Deich in Cuxhaven seine persönliche Bestleistung auf 21,05 m. Damit erzielte er einen Europarekord der Altersklasse U23.European Athletic Association: (englisch), 10. August 2011. Leistungen in dieser Altersklasse werden den zuständigen Gremien allerdings nur unregelmäßig zur Ratifizierung vorgelegt. Daher rangierte Storl mit seinem Stoß tatsächlich nur auf dem zehnten Rang der Bestenliste. Die inoffizielle Bestleistung in dieser Altersklasse hielt zu diesem Zeitpunkt noch Ulf Timmermann mit 21,75 m, erzielt 1984 in Potsdam.European Athletic Association: (englisch).

Bei den Weltmeisterschaften 2011 in Daegu gelangen Storl erneut mehrere Bestleistungen. Mit 21,50 m, dem weitesten Stoß aller Teilnehmer in der Qualifikationsrunde, zog er in das Finale ein. Dort übernahm er mit 21,60 m im zweiten Versuch die Führung, bevor der Kanadier Dylan Armstrong ihn im vierten Durchgang mit 21,64 m auf den zweiten Rang verdrängte. Mit seinem sechsten und letzten Versuch konnte Storl mit 21,78 m wieder an Armstrong vorbeiziehen und sicherte sich so die Goldmedaille.leichtathletik.de: Unglaublich! Sensations-Gold für David Storl, 2. September 2011. Damit ließ er alle sieben Athleten hinter sich, die vor dem Finale in der Weltjahresbestenliste vor ihm gelegen hatten, darunter die vier ehemaligen Weltmeister Andrej Michnewitsch, Adam Nelson, Reese Hoffa und Christian Cantwell. Im Verlauf der Weltmeisterschaften steigerte er seine Bestleistung um insgesamt 73 Zentimeter. In der ewigen deutschen Bestenliste kletterte er vom 13. auf den dritten Rang. Nur Ulf Timmermann (23,06 m) und Udo Beyer (22,64 m) hatten die Kugel schon weiter gestoßen. In der Altersklasse U23 übertraf Storl nun beide endgültig.

Eine Woche später unterlag Storl beim Kugelstoßwettbewerb im Rahmen des Weltklasse Zürich den Weltmeisterschaftsteilnehmern Armstrong, Ryan Whiting, Hoffa und Majewski. Mit 21,23 m und 40 Zentimeter Rückstand auf den Sieger belegte er den fünften Rang.rp-online.de: Kugelstoß-Weltmeister Storl nur Fünfter, 7. September 2011. Alle seine vier gültigen Versuche gingen über 21 Meter. Auch vier Tage später beim ISTAF in Berlin kam er mit 20,64 m nicht über den fünften Platz hinaus.leichtathletik.de: ISTAF im Überblick - Alle Disziplinen kompakt, 11. September 2011. Beim DecaNation reichten ihm 20,30 m zum Sieg.

Olympiasaison 2012 und zweiter Weltmeistertitel 2013 miniatur|Europameister David Storl 2012 mit Rutger Smith (links) und Asmir Kolašinac (rechts) Die Saison 2012 eröffnete Storl mit einem Sieg in Nordhausen, bei dem er seine Hallenbestleistung um fast einen halben Meter auf 21,24 m steigerte.European Athletic Association: (englisch), 21. Januar 2012. Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe verteidigte er seinen Titel mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 21,40 m erfolgreich. Damit verdrängte er auch den Polen Tomasz Majewski vom ersten Rang der europäischen Jahresbestenliste.Der Spiegel: Leichtathletik-DM: Storl und Kleinert siegen, Nytra verletzt auf Platz zwei, 25. Februar 2012. Bei den Hallenweltmeisterschaften in Istanbul steigerte sich Storl in der Qualifikation zunächst auf 21,43 m. Im hochklassigen Finale ging er im ersten Versuch mit 21,88 m in Führung, bevor ihn der US-Amerikaner Ryan Whiting mit 22,00 m im fünften Versuch noch auf den zweiten Rang verwies.

Die Freiluftsaison eröffnete Storl mit einem knappen Sieg über Tomasz Majewski bei den Halleschen Werfertagen. In seinen folgenden Wettkämpfen blieb er hinter den Erwartungen zurück. Auch bei den Deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid blieb er unter der 21-Meter-Marke. Mit einer Weite von 20,96 m verteidigte er seinen Titel erfolgreich. Auch weil mit Tomasz Majewski und Maxim Sidorow seine beiden stärksten Konkurrenten auf eine Teilnahme verzichteten, ging Storl bei den Europameisterschaften in Helsinki als klarer Favorit an den Start. Mit einer Weite von 21,58 m feierte er einen ungefährdeten Sieg. Bei den Olympischen Spielen in London steigerte er seine persönliche Bestleistung auf 21,86 m und gewann damit hinter Majewski die Silbermedaille.

Bei den folgenden Weltmeisterschaften 2013 in Moskau konnte Storl mit einer Weite von 21,73 m seinen Titel verteidigen. Dabei steigerte er seine Saisonbestleistung um fast 70 Zentimeter.

2014 bis 2024 Am 27. Juni 2014 verbesserte er beim Schönebecker Werfermeeting seine Bestweite auf 21,90 m Südwest Presse, 27. Juni 2014, abgerufen am 27. Juni 2014., und am 20. Juli 2014 in London um weitere sieben Zentimeter auf 21,97 m Leichtathletik.de, 20. Juli 2014, abgerufen am 21. Juli 2014.. Bei den Europameisterschaften 2014 in Zürich verteidigte er trotz Problemen an der Patellasehne den Titel mit 21,41 m.

Am 9. Juli 2015 übertraf Storl beim Diamond-League-Meeting in Lausanne mit 22,20 m zum ersten Mal die 22-Meter-Marke.Storl knackt die 22-Meter-Marke Spiegel Online, 9. Juli 2015, abgerufen am 9. Juli 2015. Bei den Weltmeisterschaften 2015 in Peking musste er sich dem Weltjahresbesten Joe Kovacs geschlagen geben und gewann die Silbermedaille. In Amsterdam wurde Storl 2016 zum dritten Mal in Folge Europameister.