mini|Karte des mitteleuropäischen Bahnstromnetzes Diese Liste enthält Bahnstromanlagen in Österreich.
Infrastruktur der Österreichischen Bundesbahnen
Das Netz der Österreichischen Bundesbahnen wird mit Einphasenwechselstrom mit einer Frequenz von 16,7 Hz betrieben, die Spannung am Fahrdraht beträgt 15 kV. Bis zum 16. Oktober 1995 betrug die nominelle Frequenz 16⅔ Hz. Der Betrieb der Bahnstromanlagen einschließlich der Kraftwerke obliegt im ÖBB-Konzern der ÖBB-Infrastruktur AG.
Unterwerke In diesen Anlagen wird Wechselstrom aus den Bahnstromleitungen (110 kV, 16,7 Hz) der ÖBB-Infrastruktur AG auf die am Fahrdraht bereitgestellte Spannung von 15 kV herabtransformiert. Es findet in diesen keine Umformung von Drehstrom in Bahnstrom oder Stromerzeugung statt.
Diese Liste mit 65 Unterwerken ist mit Stand 2025 vollständig.
Abk. Anlage Lage Ah Absdorf Ams Amstetten Ag Angern Ast Asten At Attnang-Puchheim Au Auhof Bvs Bad Vöslau B Bergern Bl Bludenz Bm Bruck an der Mur Bk Bruck-Fusch Dö Dölsach Dg Dorfgastein Els Elsbethen Fk Feldkirch F Floridsdorf Fw Fritzens-Wattens Ga Gaisbach/Wartberg Gg Golling-Abtenau Gz Göpfritz Gö Götzendorf Gra Grafenstein Gi Graz Gr Gries am Brenner Ha Haag Hf Hütteldorf Kz Kitzbühel Kü Küpfern Le Landeck Mz Mallnitz Mk Marchtrenk Ma Mariahof Mt Matrei Mi Meidling Mb Mistelbach Oz Ötztal Par Parndorf Pe Pettneu Pu Pusarnitz Re Reith Ri Riedau Sdg Schladming Sm Schlöglmühl Sl Selzthal Smr Semmering Cf Simmering Jp St. Johann im Pongau M St. Michael LavSt. Paul im Lavanttal Vps St. Veit an der Glan Sd Steindorf Tuf Tullnerfeld Ub Unterberg Sbl Untersiebenbrunn Vi Villach Warmbad Wat Wagram Wa Wald am Arlberg (Spullersee) Was Wald am Schoberpass Wg Wartberg an der Krems Wr Werndorf Wst Weststeiermark Nb Wiener Neustadt Wl Wörgl Ze Zellerndorf Zl Zirl
Zentrale Bahnstromumformerwerke In diesen Anlagen wird Drehstrom mit einer Frequenz von 50 Hz aus dem öffentlichen Netz in Bahnstrom mit einer Frequenz von 16,7 Hz umgewandelt und in das Bahnstromnetz eingespeist. Bei manchen Anlagen erfolgt auch eine direkte Einspeisung in die Oberleitung. Die Umformung erfolgt teils mittels elektromechanischer Umformer, teils auf elektronischem Weg.
Anlage Jahr derInbetriebnahme Angewandte Technik MaximaleÜbertragungsleistung Lage Auhof 1956 rotierende Umformer (DAM–ESG)Leistungsregelung im Umformerwerk Auhof der Österreichischen Bundesbahnen tib.eu, W. Preslicka et al., in: Elektrische Bahnen; 97, 1/2; S. 64–71. – Dreiphasen-Asynchromotor (DAM) / Einphasen-Synchrongenerator (ESG) / Wellenmaschine (WM) sind entlang einer Achse zu einem mechanischen Satz gekoppelt. 1999 erneuert: 3 × 30 MW = 90 MW Bergern 1983 rotierende Umformer (DAM–ESG) 60 MW Haiming 1995 rotierende Umformer (DAM–ESG) 60 MW Kledering (1989) 2024 (rotierende Umformer (DAM–ESG);) Umbau Frequenzumrichter (2 × 45 MW) Fertigstellung und Inbetriebnahme 2024 90 MW (Umformer: 3 × 30) MW Umrichter: 2 × 45 MW Lavanttal 2023 Frequenzumrichter 2 × 20 MW = 40 MW; über ein 20 kV-Erdkabel vom Umspannwerk St. Ändrä im Lavanttal versorgt. Sankt Michael 1975 rotierende Umformer (DAM–ESG) 3 × 25 MW = 75 MW Timelkam 2009 Frequenzumrichter 2 × 30 MW = 60 MW; über ein 2 km langes 110 kV-Erdkabel vom Umspannwerk beim kalorischen Kraftwerk Timelkam versorgt. Uttendorf 2015 Frequenzumrichter 48 MW; beim ÖBB-Kraftwerk Uttendorf; wandelt Bahnstrom 16,7 Hz in Drehstrom 50 Hz um; wird im Umspannwerk Schwarzenbach in die 380 kV-Leitung eingespeist, was einen verlustarmen Transport in den Osten Österreichs erlaubt. Weststeiermark 2025 Frequenzumrichter 2 × 15 MW = 30 MW; über ein 20 kV-Erdkabel vom Umspannwerk Deutschlandsberg versorgt. Von der ÖBB-Infrastruktur AG werden einige Umformerwerke betrieben.ÖBB-Infrastruktur AG:
Auhof Für die elektrische Versorgung der Westbahn sowie später ebenso der Südbahn war es in den 1950er Jahren erforderlich, Umformerwerke im Osten Österreichs zu errichten. Das Umformerwerk Auhof im 13. Wiener Gemeindebezirk nahm 1956 den Betrieb mit zwei Umformersätzen auf. 1960 wurde es mit einem dritten Umformersatz erweitert. Da die Maschinen fast ständig unter Volllast laufen mussten, erkannten die ÖBB in den 1980er Jahren, dass in den nächsten Jahren eine Sanierung anstehen würde. 1990 entschlossen sich die ÖBB zu einer Generalerneuerung des Umformerwerks bei gleichzeitiger Leistungserhöhung von 61,5 Megawatt auf 90 Megawatt. Nach dem im September 1990 erfolgten Baubeginn wurden zwei Umformersätze 1998 und der dritte Umformersatz im August 2000 in Betrieb genommen. Das Bahnstromumformerwerk Auhof befindet sich unmittelbar südlich angrenzend zum „Umspannwerk Wien-West bzw. Auhof“ der Wiener Netze und wird daher mit diesem verwechselt.
Bergern Die Abdeckung des erhöhten Strombedarfs wegen weiterer Elektrifizierungen, Verdichtung des Nahverkehrs, Geschwindigkeitserhöhungen und Komfortverbesserungen durch den Einsatz von klimatisierten Reisezugwagen machte die Errichtung einer zusätzlichen Energiequelle für Bahnstrom in Ostösterreich erforderlich. Etwa sechs Kilometer westlich von Melk wurde in den Jahren 1979 bis 1983 das Umformerwerk Bergern errichtet. Der Standort des Umformerwerkes ergab sich durch die Einspeisung des Donaukraftwerkes Melk und durch die Lage der Gemeinschaftsanlage mit der Energieversorgung Niederösterreich Aktiengesellschaft (EVN AG) und mit der Verbund AG.
Kledering Der wachsende Energiebedarf im Osten Österreichs sowie der Bau des Zentralverschiebebahnhofs Wien führte Ende der 1980er Jahre zum Beschluss der Errichtung einer weiteren Bahnversorgungsanlage im Wiener Raum. Das Umformerwerk Kledering wurde in den Jahren 1986 bis 1989 errichtet und befindet sich unmittelbar neben dem Zentralverschiebebahnhof an der Ostbahn. Nachdem die beiden ersten Maschinensätze 1989 in Betrieb genommen wurden, erfolgte 1990 die Komplettierung mit dem dritten Umformersatz.
Ötztal Im Gemeindegebiet Haiming, rund 50 Kilometer westlich von Innsbruck wurde in den Jahren 1992 bis 1995 das Umformerwerk Ötztal errichtet. Der Standort neben der Arlbergbahn wurde wegen der in 600 m Entfernung vorbeiführenden 110-kV-Bahnstromleitung gewählt. Die Anlage umfasst zwei Maschinensätze und dient weiters als Unterwerk zur Stromversorgung der Arlbergbahn.
Sankt Michael Bereits bei der Errichtung des Unterwerkes Sankt Michael im Jahr 1963 auf die Erweiterung durch eine Umformerwerksanlage Rücksicht genommen. Das in den Jahren 1972 bis 1975 errichtete Umformerwerk Sankt Michael dient zur Bahnstromversorgung der Bundesländer Steiermark und Kärnten. Der Standort in der Obersteiermark ergab sich durch die Kreuzung zweier Trassen der 110-kV-Bahnstromleitungen und durch die Nähe des Umspannwerks Hessenberg der Verbundgesellschaft.
Uttendorf/Schwarzenbach Im Jahr 2015 wurde am ÖBB-Bahnstromkraftwerk Uttendorf der Kraftwerksgruppe Stubachtal im Pinzgau der Frequenzumformer Uttendorf in Betrieb genommen, der die an das 110-kV-Bahnstromnetz angebundene Kraftwerksgruppe auch mit dem 380-kV-Drehstromnetz der Austrian Power Grid verbindet. Die Einspeisung in die 50-Hz-Hochspannungstrasse erfolgt circa 2,8 km vom Kraftwerk entfernt im neuen Umspannwerk Schwarzenbach, wo die Bahnstrom-Systemspannung von 110 kV auf die Überlandnetzspannung von 380 kV hochtransformiert wird. Die Anlage ermöglicht den Transfer von im Stubachtal erzeugtem Bahnstrom in den ostösterreichischen Bereich über das 50-Hz-Verbundnetz mit seinen geringeren Übertragungsverlusten. Obwohl als Frequenzumformer bezeichnet, handelt es sich um einen modernen elektronischen Umrichter mit 48 MW Leistung.
Kraftwerke
Anlage Jahr derInbetriebnahme Leistung Art des Kraftwerks Lage Annabrücke 1981 45 MW (Kraftwerk der Verbund AG, Gesamtleistung aller Generatoren 90 MW) Wasserkraftwerk Braz 1954 30 MW Wasserkraftwerk Enzingerboden 1929 80 MW (1929: 20 MW, 1974: 80 MW) Wasserkraftwerk Fulpmes 1983 16 MW Wasserkraftwerk Obervellach I 1929 - (Einst 16 MW, bis 2023 zum Kraftwerk Obervellach II umgebaut) Wasserkraftwerk Obervellach II 2023 37 MW Wasserkraftwerk Ruetzkraftwerk / Schaltposten Schönberg Schaltposten (früher Bahnkraftwerk) Sankt Pantaleon 1965 25,4 MW (Kraftwerk der Ennskraftwerke AG, Gesamtleistung aller Generatoren 50,8 MW) Wasserkraftwerk Schneiderau 1937 35 MW (1937: 20 MW, 1964: 35 MW) Wasserkraftwerk Spullersee 1925, 2021 modernisiert 36 MW Wasserkraftwerk Steeg 1927 3,7 MW (Kraftwerk der Energie AG, Gesamtleistung aller Generatoren 17 MW, Inbetriebnahme 1910, Bahnstromerzeugung ab 1924 für die Salzkammergutbahn) Wasserkraftwerk (nur Direktspeisung der Oberleitung) Uttendorf 1950 93 MW (1950: 27 MW, 1990: 93 MW) Wasserkraftwerk Weyer 1969 18,4 MW (Kraftwerk der Ennskraftwerke AG, Gesamtleistung aller Generatoren 36,8 MW) Wasserkraftwerk
Grenzübertrittspunkte von Bahnstromleitungen Deutschland – Österreich
Leitung Koordinaten Walchenseekraftwerk – Zirl Traunstein – Steindorf
Die 110-kV-Bahnstromleitungen Steindorf-Elsbethen und Steindorf-Traunstein wurden mit Betonmasten 1938–1939 errichtet und 1997–1998 erneuert.Frank Rauscher: Erneuerung der 110-kV-Bahnstromleitungen Steindorf-Elsbethen/Steindorf-Traunstein e&i Elektrotechnik und Informationstechnik, 1999, abgerufen am 9. Juni 2020. DOI:10.1007/BF03158964 Corpus ID: 107946560
Schweiz – Österreich Leitung Koordinaten Rüthi – Feldkirch
Gegenseitige Kreuzungen von Bahnstromleitungen Leitungen Lage Sankt Johann im Pongau – Bruck/Fusch / Sankt Johann im Pongau – Selzthal Sankt Johann im Pongau – Uttendorf / Sankt Johann im Pongau – Mallnitz Sankt Johann im Pongau – Bruck/Fusch / Sankt Johann im Pongau – Mallnitz Sankt Johann im Pongau – Schneiderau / Bruck/Fusch – Uttendorf Sankt Johann im Pongau – Schneiderau / Uttendorf – Kitzbühel Sankt Johann im Pongau – Schneiderau / Uttendorf – Kitzbühel Bruck/Fusch – Enzingerboden / Uttendorf – Kitzbühel Uttendorf – Enzingerboden, Schneiderau Branch / Schneiderau – Enzingerboden Uttendorf – Enzingerboden / Schneiderau – Enzingerboden Uttendorf – Enzingerboden / Schneiderau – Enzingerboden
Mariazellerbahn Die Mariazellerbahn verfügt, da sie mit Einphasenwechselstrom von 25 Hertz fährt, über ein eigenes kleines Bahnstromnetz.
Unterwerke mini|Stausee Wienerbruck mit der Staumauer des Kraftwerks
Anlage Lage Gösing Laubenbachmühle Kirchberg (stillgelegt) Ober-Grafendorf (stillgelegt) Rabenstein Klangen Wienerbruck (stillgelegt)
Umformerwerke Anlage Jahr derInbetriebnahme Leistung Art der Anlage Lage Klangen 2014 3,75 MW Umformerwerk 50 Hz/25 Hz
Kraftwerke Anlage Jahr derInbetriebnahme Leistung Art der Anlage Lage Kraftwerk Erlaufboden 1924 2,8 MW Wasserkraftwerk Kraftwerk Wienerbruck 1908 4,5 MW Wasserkraftwerk
Weblinks ÖBB Infrastruktur – Energieversorgung (PDF-Grafik)
Einzelnachweise
Kategorie:Schienenverkehr (Österreich) Bahnstromanlagen in Osterreich !Osterreich Kategorie:Liste (Verkehrsbauwerke)
en:List of installations for 15kV AC railway electrification in Germany, Austria and Switzerland