miniatur|hochkant|Wappen des 23. US-Infantry Regiment mit Degenbrecher

Der Degenbrecher ist ein frühneuzeitlicher Parierdolch, der dazu dient, die gegnerische Klinge einzufangen (Klingenfänger).

Der Degenbrecher war im 16. – 17. Jahrhundert vor allem in Italien und Deutschland gebräuchlich. Er besteht aus einer kräftigen, breiten Klinge, mit tiefen Einkerbungen, so dass die Klinge kammförmig aussieht. Durch die pfeilförmigen Zinken rutschte die gegnerische Klinge leicht in die Einkerbung, jedoch war das Herausziehen schwieriger, weil sich die Klinge beim Herausziehen leicht verkantete. Dieser Effekt wurde bei manchen Degenbrechern verstärkt, indem man in die Zinken federnd gelagerte Sperrhaken einbaute. Der Versuch, die Degenklinge herauszuziehen, blockiert den Haken und klemmt dadurch die gegnerische Klinge ein. Die Parierstangen der Degenbrecher waren gerade oder S-förmig gebogen.Lewerken, 1989, S. 125–126

Ebenso wurden Klingen mit Zacken und Einschnitten an Schilden als Klingenfänger befestigt und ebenfalls Degenbrecher genannt.Boeheim 1890, S. 187–188 Anfang des 20. Jahrhunderts wird in der Literatur auch die Bezeichnung fränkischer Haken verwendet.Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911., S. 605 Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 6. Leipzig 1906, S. 842 In späterer Literatur ist diese Begriffsverwendung nicht mehr nachweisbar.

Literatur

Heinz Werner Lewerken: Kombinationswaffen des 15.–19. Jahrhunderts. Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, 1989, ISBN 3-327-00516-8, Seiten 125–126 Eduard Wagner: Hieb- und Stichwaffen. 2. Auflage. Verlag Werner Dausien, Hanau 1975, . Ewart Oakeshott: European Weapons and Armour: From the Renaissance to the Industrial Revolution, The Lutterworth Press, 1980, S. 230

Einzelnachweise

Kategorie:Messer (Waffe) Kategorie:Waffe (Frühe Neuzeit)