Jürgen Johannes Bachmann (* 16. Mai 1872 in Nübel; † 28. Januar 1951 in Glücksburg) war ein deutscher Architekt, der eine Reihe von Sakral- und Profanbauten in und um Berlin entwarf.

Leben Jürgen Bachmann absolvierte eine Lehre zum Zimmermann. Danach studierte er an der Baugewerkschule Eckernförde, wo er seinen späteren Büropartner Peter Jürgensen kennen lernte. Im Anschluss studierte Bachmann von 1894 bis 1895 Architektur an der Technischen Hochschule (Berlin-)Charlottenburg, unter anderem bei Jürgen Kröger, Jürgen Vollmer und Johannes Otzen. Nach dem Studium waren Jürgensen und Bachmann wohl von 1898 bis 1902 als Mitarbeiter im Büro Jürgen Krögers tätig. 1903 gründeten die beiden die Sozietät Jürgensen und Bachmann mit Bürositz in Charlottenburg. Ihr Büro war zunächst im Haus Schillerstraße 104, später im Haus Bismarckstraße 97/98. Die Sozietät mit Jürgensen endete 1918, auch wenn danach noch einige Bauten gemeinsam entworfen wurden. 1918 zog Jürgen Bachmann als Soldat in den Ersten Weltkrieg.

Jürgen Bachmann war Mitglied in der Freien Akademie des Städtebaus, im Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin, in der Deutschen Gesellschaft für das Bauwesen und im Bund Deutscher Architekten (BDA).

Bauten Viele Bauten Jürgen Bachmanns stehen unter Denkmalschutz (D).

Zusammen mit Peter Jürgensen mini|hochkant|Kirche „Zur frohen Botschaft“ in Berlin-Karlshorst mini|hochkant|Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem 1904: „Haus der Schiffahrt“ für die Westfälische Transport-Actien-Gesellschaft (WTAG) in Berlin 1907: orthodoxe Synagoge Friedberger Anlage in Frankfurt am Main um 1908: Herrenhaus auf Gut Groß Rambin, PommernDeutsche Bauzeitung, 42. Jahrgang, 26. August 1908, Nr. 69, S. 473. (Abbildungen nach Entwurfszeichnungen) 1909: St.-Gertrud-Kirche in Lübeck 1910: Kirche „Zur frohen Botschaft“ in (Berlin-)Karlshorst 1910: Waldkapelle Zum anklopfenden Christus in (Berlin-)Hessenwinkel 1911: Rathaus Schöneberg in (Berlin-)Schöneberg 1911: Taborkirche in (Berlin-)Wilhelmshagen 1912: Markuskirche in (Berlin-)Steglitz

Nach Auflösung der Sozietät Jürgensen und Bachmann 1921–1922: Landhaus Arno-Holz-Straße 15 in Berlin-Steglitz (D) 1925: Einbau der Kapelle im Herrenhaus Gelting 1926: Wohnanlage Mühlenstraße 33, 35, 37, 39 in Berlin-Lankwitz (D) 1926: Wohnanlagen in Berlin-Neu-Westend und Berlin-Charlottenburg 1926: Filmatelier der Europäischen Film-Allianz in Berlin-Halensee (zerstört) 1925–1928: Schrammblock – Wohnblock mit 200 m mal 50 m Fläche am ehemaligen Wilmersdorfer See (Wohnanlage mit einer der ersten unterirdischen Großgaragen); errichtet auf der vorherigen Schrammschen Badeanstalt 1926–1930: Wohnanlage Am Volkspark in Wilmersdorf (D) 1928–1929: Pflegeheim „Haus Bethesda“ in Teltow (D) 1930: Jesus-Christus-Kirche Dahlem in Berlin-Dahlem (D) 1934: „Haus Friedrichstadt“ in Berlin-Mitte (D) 1936–1937: Festsaaltrakt am Diakonissenhaus Salem in Berlin-Lichtenrade (D) 1938: Matthias-Claudius-Kirche in Berlin-Heiligensee 1938: Verwaltungsgebäude der Gagfah / Verwaltungsgebäude der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte in Berlin-Wilmersdorf (D)

Literatur Peter Genz: Bauen über die Region hinaus. Architekten aus der Baugewerkschule Eckernförde 1868–1968. Neumünster 2006, ISBN 3-529-05335-X, S. 141 f. (Kurzbiografie) Sabrina Kimmel: Grenzgänger zwischen Tradition und Moderne. Das Berliner Architekturbüro Jürgensen & Bachmann. In: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins, 103. Jahrgang, 2007, Heft 2, S. 466 ff. (Online-Version auf den Seiten des Vereins für die Geschichte Berlins e. V., abgerufen am 13. September 2019)

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