mini|Blick von der Burg Landštejn auf Pomezí Pomezí ( Markl) ist ein Ortsteil der Minderstadt Staré Město pod Landštejnem in Tschechien. Er liegt sieben Kilometer östlich von Nová Bystřice und gehört zum Okres Jindřichův Hradec.

Geographie Die Nachbarorte sind im Süden Skalka, im Nordosten Vitiněves und im Südosten Podlesí.

Geschichte Die im 13. Jahrhundert gegründete Ortschaft lag unterhalb der Burg Landstein und gehörte zur Herrschaft Landstein. Bereits im Jahre 1232 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Die Ortschaft war damals als „Markt Landstein“ bekannt, was später nur noch als „Markl“ beurkundet wurde. Dieses „Markl“ erschien im Jahre 1588 immer noch im Güterbestand der Herrschaft Landstein. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort geplündert und die Burg selbst ausgehungert. Die Burg überlebte diese Belagerung relativ unbeschadet und brannte erst im Jahre 1771 nach einem Blitzschlag fast völlig nieder. Die Matriken werden seit 1668 bei Altstadt geführt. Im 19. Jahrhundert wurde die Ortschaft in den Ort Wittingau eingemeindet, bei dem sie bis 1924 verblieb.Hans Hadam: Landstein. Geschichte der Burg und Herrschaft mit den Besitzergeschlechtern und ihren Wappen. Kreisrat Neubistritz der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Stuttgart 1978.

Nach dem Ersten Weltkrieg kam der zuvor zu Österreich-Ungarn gehörende Ort, der 1910 zu 94 % von Deutschmährern bewohnt wurde, durch den Vertrag von Saint-Germain zur Tschechoslowakei. In der Zwischenkriegszeit führten die hohe Arbeitslosigkeit unter der deutschen Bevölkerung, Maßnahmen wie die Bodenreform 1919, die Sprachenverordnung 1926, Neuansiedlungen sowie Neubesetzungen von Beamtenposten durch Personen der tschechischen Volksgruppe, zu vermehrten Spannungen im ganzen Lande.Johann Wolfgang Brügel: Tschechen und Deutsche. 1918–1938. Nymphenburger Verlagshandlung, München 1967. Durch das Münchner Abkommen wurde Markl mit 1. Oktober 1938 ein Teil des deutschen Reichsgaus Niederdonau.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges – der 7 Opfer forderte – wurden die im Münchener Abkommen an Deutschland übertragenen Territorien wieder der Tschechoslowakei zugeordnet. Nahtlos übernahmen Tschechen den Ort und vertrieben am 28. Mai 1945 alle Ortsbewohner über die Grenze nach Österreich. 29 Personen konnten in Österreich verbleiben, die anderen wurden nach Deutschland weiter transferiert. 1947 wurde Pomezí nach Staré Město pod Landštejnem eingemeindet.

Siegel und Wappen Ein Gemeindesiegel ist bis heute nicht bekannt. Die Ortschaft hat aber nach 1924 einen bildlosen Gemeindestempel geführt. Er war zweisprachig und passte mit dem Stempel von Dobroten fast völlig überein.

Bevölkerungsentwicklung Volkszählung Einwohner gesamtJosef Bartoš, Jindřich Schulz, Miloš Trapl: Historický místopis Moravy a Slezska v letech 1848–1960. Band 9: Okresy Znojmo, Moravský Krumlov, Hustopeče, Mikulov. Profil, Ostrava 1984. Volkszugehörigkeit der Einwohner Jahr Deutsche Tschechen Andere 1880 279 278 0 1 1890 269 256 13 0 1900 266 261 5 0 1910 229 216 13 0 1921 163 145 13 5 1930 165 129 34 2 1991 2 2001 2http://www.czso.cz/csu/2009edicniplan.nsf/t/010028D080/$File/13810901.pdf

Sehenswürdigkeiten Kapelle Johannes der Täufer war ein Ausbau des Chores einer gotischen Kirche vom Ende des 12. Jh. Danach wurde sie Pfarrkirche bis 1387. Der neue Altar kam im Jahre 1854. Sie wurde teilweise zerstört und für wirtschaftliche Zwecke hergerichtet.

Literatur Felix Bornemann: Kunst und Kunsthandwerk in Südmähren. Südmährischer Landschaftsrat, Geislingen/Steige 1990, ISBN 3-927498-13-0, S. 19. Bruno Kaukal: Die Wappen und Siegel der südmährischen Gemeinden. In den Heimatkreisen Neubistritz, Zlabings, Nikolsburg und Znaim. Südmährischer Landschaftsrat, Geislingen/Steige 1992, ISBN 3-927498-16-5, S. 137.

Gerald Frodl, Walfried Blaschka: Der Kreis Neubistritz (Südböhmen) und das Zlabingser Ländchen von A bis Z. Südmährischer Landschaftsrat, Geislingen/Steige 2008, S. 84.

Weblinks Kulturdatenbank der Heimatvertriebenen Verschwundene Orte nach 1945

Einzelnachweise

Pomezi (Stare Mesto pod Landstejnem) Kategorie:Staré Město pod Landštejnem Kategorie:Ersterwähnung 1232 Kategorie:Ehemalige Gemeinde in Tschechien Kategorie:Gemeindeauflösung 1947