Das Bitterkraut-Schwefelkörbchen (Urospermum picroides) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Schwefelkörbchen (Urospermum) und damit der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
mini|links|Blütenstand mini|links|Blattunterseite mini|Fruchtstand: Korbboden und Achänen mit Pappus Beschreibung Urospermum picroides ist ein einjähriger Schaft-Therophyt, der Wuchshöhen von 30 bis 45 Zentimeter erreicht. Der Stängel ist aufrecht, nur wenig verzweigt und rauhaarig. Die Blätter sind eiförmig-länglich, schrotsägeförmig, ausgebissen gezähnelt und halbstängelumfassend.
Die Blütenhülle ist eiförmig. Die Hüllblätter sind einreihig, am Grund verbunden, lineal-lanzettlich, lang zugespitzt und borstig behaart. Die Köpfchen haben einen Durchmesser bis 40 Millimeter. Die Zungenblüten sind hellgelb. Der Fruchtschnabel ist 6 bis 8 Millimeter lang, dünn, hohl, zylindrisch und mit kurzen Haaren bedeckt. Der Pappus ist weiß.
Die Blütezeit reicht von Februar bis Juli.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 10.
Vorkommen Urospermum picroides kommt im Mittelmeerraum vor. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet reicht von den Kanaren, Madeira und Nordafrika über Südeuropa bis Westasien, von Nordafrika mit dem Sudan bis zum Kaukasusraum, Arabien und bis Pakistan. Als Neophyt kommt die Art aber auch auf den Azoren, in Kalifornien, Uruguay, Argentinien und Chile, in Südafrika in den Provinzen Westkap, Ostkap und KwaZulu-Natal und im westlichen und südlichen Australien vor.
Auf Kreta wächst die Art in Olivenhainen, Phrygana, Schutthalden und Ruderalstellen in Höhenlagen von 0 bis 1300 Meter.
Taxonomie Das Bitterkraut-Schwefelkörbchen wurde 1753 von Carl von Linné als Tragopogon picroides in Species Plantarum Band 2 Seite 790 erstbeschrieben. Die Art wurde 1795 von Franz Wilibald Schmidt in Sammlung physikalisch-oekonomischer Aufsätze; zur Aufnahme der Naturkunde und deren damit verwandten Wissenschaften in Böhmen Band 1 Seite 275 als Urospermum picroides in die Gattung Urospermum gestellt. Schmidt übernahm den Namen von Giovanni Antonio Scopoli. Synonyme für Urospermum picroides sind Daumailia spinulosa , Tragopogon asper und Urospermum asperum
Quellen Literatur
Einzelnachweise Peter Derek Sell: Urospermum Scop. In: Werner Greuter: Compositae (pro parte majore): Urospermum picroides In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2006–2009. Karl Heinz Rechinger: Urospermum. In: Karl Heinz Rechinger (Hrsg.): Flora Iranica. Flora des Iranischen Hochlandes und der umrahmenden Gebirge. Band 122: Compositae II – Lactuceae. Akademische Drucks- und Verlagsanstalt, Graz 1977, ISBN 3-201-00728-5, S. 137–138. Flora del Conosur. Catálogo de las Plantas Vasculares. Instituto de Botánica, Darwinion. San Isidro. Prov. de Buenos Aires, abgerufen am 11. März 2012. John L. Strother: Urospermum Scopoli. In: , online. G. E. Gibbs Russell, W. G. Welman, E. Reitief, K. L. Immelman, G. Germishuizen, B. J. Pienaar, M. v. Wyk, A. Nicholas: List of species of southern African plants. In: Memoirs of the Botanical Survey of South Africa. Band 2, Nr. 1–2: 1–152 (Teil 1), 1–270 (Teil 2), [ Urospermum picroides online bei Tropicos], abgerufen am 11. März 2012. Conservatoire et Jardin botaniques & South African National Biodiversity Institute (Hrsg.): African Plant Database: Urospermum picroides, abgerufen am 11. März 2012. Weeds of Australia, Biosecurity Queensland Edition. Fact Sheet Urospermum picroides, abgerufen am 11. März 2012.
Weblinks
Thomas Meyer, Michael Hassler: Mittelmeer- und Alpenflora. Gattung: Schwefelköpfchen (Urospermum)
Kategorie:Cichorioideen Kategorie:Cichorioideae