Die folgende Liste der Plansprachen ist eine unvollständige alphabetische Auflistung von Plansprachen, Semiplansprachen und Plansprachenprojekten mit Angabe des Jahres der Entwicklung (bzw. erstmaligen Verwendung/Veröffentlichung). Die Anzahl der jeweiligen Sprecher ist nur in äußerst groben Grenzen einschätzbar.
Liste
Name Kürzel nach ISO 639 Jahr der ersten Veröffentlichung Zahl der Sprecher Bemerkung Afrihili afh 1970 basiert auf mehreren afrikanischen Sprachen Arcaicam Esperantom eo, epo 1969 Soll wie eine archaische Form von Esperanto wirken; als Stilmittel zu verwenden.Keine eigene Plansprache, sondern wie Popido und Gavaro (zusammengefasst La Sociolekta Triopo) Mittel zur Darstellung bestimmter Register in literarischen Übersetzungen.Asa’pili 1983Von Hans Widmer in der sozialen Utopie bolo'bolo entworfene Plansprache zur Definition deren wesentlicher Elemente Atlamak 2024 Claus Killing-Günkel; isolierende Plansprache Babm 1962 Basic English 1930 Von Charles Kay Ogden geschaffene vereinfachte Form der englischen Sprache mit stark verkleinertem Vokabular. Bolak (oder „Blaue Sprache“) 1899 Bliss-Symbol zbl 1971 Keine Sprache, sondern reines Skript von Piktogrammen. Characteristica universalis Leibniz Communicationssprache 1839 Vorschlag von Joseph Schipfer (1761–1843). Eine der ältesten belegten Kunstsprachen. Grundlage ist das Französische. Substantive werden dekliniert. Delmondo 1960 Ekselsioro 1906 Esperanto eo, epo 1887 500.000 Verbreitetste Plansprache Esperantuisho 1955 Espido 1923 Eurolengo 1972 Europeo 1914 Gavaro eo,epo ~2000 Soll wie eine Argot-Form von Esperanto wirken; als Stilmittel zu verwenden.Keine eigene Plansprache, sondern wie Popido und Arcaicam Esperantom (zusammengefasst La Sociolekta Triopo) Mittel zur Darstellung bestimmter Register in literarischen Übersetzungen. Gestuno 1951 Internationale Gebärdensprache Globaqo 1956 Globisch Glosa igs 1943 Modifikation des Plansprachenprojektes Interglossa, entwickelt 1943 von Lancelot Hogben, Ronald Clark und Wendy Ashby. Globasa 2019 nutzt Methoden der KreolSprachen, isolierend, jedoch mit Präfixen und Suffixen Hom Idyomo Idiom Neutral 1902 Entwicklung aus Volapük Ido io, ido 1907 2.000 Entwicklung auf Basis von Esperanto INTAL 1956 (bzw. 1964, Intal II) 1968 bis 1978 insg. 28 Ausgaben mit Verbesserungen Interglossa igs 1943 Entwickelt von dem englischen Zoologen und Schriftsteller Lancelot Hogben. Interlingua de IALA ia, ina 1951 In Grammatik und Wortschatz eine „romanische Durchschnittssprache“. Versuchte erfolglos, an den Erfolg von Interlingua-IL de ApI sive Latino sine flexione, Lingua Auxiliare Internationale anzuknüpfen. Interlingue ie, ile 1922 200 von Edgar von Wahl Interslawisch 2006 einige Hunderte Bis 2011 bekannt als „Slovianski“ Ithkuil 2004 Besonders komplex, v. a. in der Grammatik Kolonial-Deutsch 1916 Basiert auf der deutschen Sprache Kotava avk 1978 Kreiert vom kanadischen Forschungsreisenden Staren Fetcey; a priori Sprache mit dem Fokus auf kulturelle Neutralität La langue simplifiée (Vereinfachte Sprache) oder Stoechiophonie 1858 Basiert auf 250 oft vom Sanskrit inspirierten Wurzeln, die logisch kombiniert werden können. Latin-Esperanto 1911 Latino semplificato Latino sine flexione 1903 Auch Interlingua-IL de Academia pro Interlingua (ApI). Kontrolliert vereinfachte Version von (Neo-)Latein; meistgenutzte Plansprache für wissenschaftliche Veröffentlichungen, vor allem Mathematik 1905–1939. Lincos 1960 Von dem Mathematiker Hans Freudenthal entwickelt. Lingua Franca Nova lfn 1998 Romanischer Kompromiss-Wortschatz, von Kreolsprachen inspirierte analytische Grammatik. Lingua Internacional 1905 Lingua sistemfrater 1957 Wortschatz gebildet aus internationalen Wörtern, vorwiegend aus europäischen Sprachen. Folgt konsequent dem isolierenden Sprachbau, der vorwiegend aus asiatischen Sprachen entlehnt wurde. Lingwa de Planeta 2006 Basierend auf dem Vokabular der am meisten gesprochenen Sprachen der Erde Lingwo internaciona (Antido) 1907 Loglan 1960 Von James Cooke Brown entwickelt. Lojban jbo 1987 Von der Logical Language Group entwickelt. Basiert auf Loglan. Es wurde besonderer Wert darauf gelegt, eine benutzbare, möglichst umfassende und frei verfügbare Sprache zu schaffen. Mez Voio 1908 Modern Esperanto 1958 Modern Indo-European 2006 Basiert auf dem Proto-Indogermanischen. Mondial 1943 Basiert auf den romanischen Sprachen und ähnelt Interlingua. Entwickelt von dem schwedischen Gymnasiallehrer Helge Heimer (1890–1959). Mondlingvo 1906 Neo neu 1961 In der Tradition von Esperanto; kurz im Ausdruck. Nepo 1915 Nol (Plansprache) 2006 Novial nov 1928 Naturalistisches aposteriorisches Plansprachenprojekt, entwickelt von dem dänischen Linguisten Otto Jespersen. Nach dem Tod Jespersens geriet das Projekt in Vergessenheit. Noxilo 1997 Nuove-Roman 1879 Von dem Linzer Lehrer Johann Puchner entwickelt. Ziel war eine möglichst breite Annahme. Basierte auf Italienisch, Spanisch, Lateinisch, Französisch, Englisch und Deutsch. Occidental, s. Interlingue ie, ile 1922 Pasilingua 1898 Von Peter Steiner in seinem Werk Drei Weltsprach-Systeme vorgestellt; setzt nur auf Wörter, die in ihren Stammsilben mindestens zwei der drei Sprachen Englisch, Französisch und Deutsch gemeinsam sind. Perio 1904 Poliespo Popido eo, epo ~1980 Soll wie eine Mundart-Form von Esperanto wirken; als Stilmittel zu verwenden.Keine eigene Plansprache, sondern wie Gavaro und Arcaicam Esperantom (zusammengefasst La Sociolekta Triopo) Mittel zur Darstellung bestimmter Register in literarischen Übersetzungen. Pra-Esperanto 1878 Zamenhofs Vorentwurf Ratiáce 2011 Romanizat 1908 Romanal 1909 Rus-Mongolisch 2013 Slovio 2001 Von dem Slowaken Mark Hučko entwickelt; soll Sprechern slawischer Sprachen eine einfachere Verständigung ermöglichen. Solresol 1817 Nur sieben verschiedene Silben (Solmisation), z. B. durch Töne oder Bewegungen darstellbar. Sona 1935 Von Kenneth Searight. Antwort auf den Eurozentrismus der damals verbreiteten Plansprachen. Spokil 1887 Von dem Franzosen Adolphe Nicolas. Starckdeutsch 1972 Für parodistische Gedichte verwendet. Timerio 1921 Auf Zahlen basierende reine Schriftsprache des Berliner Architekten Tiemer. Toki Pona art, tok 2001 2.000 bis 5.000 Grundwortschatz von 123 Wörtern; andere Begriffe werden umschrieben. Ulla 1906 Uniespo eo, epo ~2000 UNIversala ESPerantO, Esperanto-Version speziell für wissenschaftliche Terminologie von Manuel Halvelik (Autor auch von La Sociolekta Triopo). Unilingua (oder auch Mirad) Universalglot 1868 Uropi 1986 Utoki 1962 Vendergood 1906 Volapük vo, vol 1880 Erste verhältnismäßig weitverbreitete Welthilfssprache. Weltdeutsch 1915 Mehrere Plansprachen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Varianten eines vereinfachten Deutsch, die als internationale Lingua franca im Interesse Deutschlands fungieren sollten. Yvle 2005
Siehe auch Naturalistische Plansprache Konstruierte Sprache Pasigrafie Esperantid Language Construction Kit Portal:Konstruierte Sprachen Interlinguistik
Einzelnachweise
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