mini|Georg Samuel Albert Mellin Georg Samuel Albert Mellin (* 13. Juni 1755 in Halle (Saale); † 11. Februar 1825 in MagdeburgRalph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Zweiter Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 10) war ein deutscher Philosoph und reformierter Pfarrer in Magdeburg.

Leben Mellin wurde als Sohn eines Stadtakzise-Inspektors geboren.Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Zweiter Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 11 Seine Mutter war eine geborene von Skoelen. In Halle besuchte er, bis er etwa 17 war das reformierte akademische Gymnasium. Er studierte ab 1772 in Halle drei Jahre lang Theologie.

Nach Abschluss des Studiums war er kurze Zeit Hauslehrer in der Familie des Kriegsrats Guischard. Er wurde anschließend für drei Jahre Rektor der reformierten Schule in Züllichau und Hilfsprediger in der dortigen Schlosskirche. Mellin übernahm dann 1782 das Amt als zweiter Prediger der reformierten Gemeinde in Brandenburg an der Havel. Durch Professor Lange, Lehrer an der Ritterakademie, wendete er sich stärker dem Studium der Mathematik zu, wozu ihn auch Immanuel Kant ermunterte. Überlegungen in der Mathematik als Hochschullehrer tätig zu werden, verwarf er jedoch letztlich. 1791 wurde er stattdessen dritter Prediger der Deutsch-Reformierte Gemeinde in Magdeburg.Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Zweiter Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 12 Nach zwei Jahren übernahm er dort die Stelle als zweiter und schließlich 1804 als erster Prediger. Darüber hinaus übernahm er weitere Funktionen. 1798 wurde er zunächst Gehilfe in der magdeburgischen reformierten Prediger-Inspektion und nach kurzer Zeit Assessor beim königlichen Konsistorium, 1804 Konsistorialrat und Inspektor (Superintendent). In der Zeit der französischen Besatzung wurde er zum Mitglied des Gemeinderats der Stadt Magdeburg gewählt.Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Zweiter Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 13

Im Jahr 1815 erhielt er die Ehrendoktorwürde der philosophisch-theologischen Fakultät der Universität Halle. (englisch) Von 1793 bis 1825 lebte er als zweiter bzw. dann erster Prediger im Predigerhaus Neuer Weg 17.Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Erster Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 139Adreß-Buch der Stadt Magdeburg, Magdeburg 1817, Seite 53 und 89E. F. Liweh, Adreß-Buch der Stadt Magdeburg, Magdeburg 1823, Seite 13 und 37

Mellin war dreimal verheiratet. Seine erste Ehefrau, Christiane Johanna Sophie Kuckenberg aus Halle, heiratete er in Züllichau. Sie verstarb 1790 in Brandenburg. Aus dieser Ehe stammten zwei Söhne und zwei Töchter. Der Sohn Carl Albert Ferdinand Mellin wurde Stadtbaumeister und Oberbürgermeister von Halle (Saale). In zweiter Ehe war Mellin ab 1791 mit Rosamunde von Katte (1772–1800) verheiratet. Eines ihrer Kinder war der Architekt Friedrich Albert Immanuel Mellin. 1801 heiratete er Wilhelmine von Besser.Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Zweiter Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 14 Der Sohn Ernst Albert Julius Mellin (* 1811 in Magdeburg) wurde Pfarrer in Eickendorf.

Tod und Beisetzung Mellin starb am 11. Februar 1825 gegen 11.45 Uhr an Wassersucht. Er wurde zunächst in seinem Studierzimmer im Haus Neuer Weg 17 angekleidet auf ein Sofa gelegt und dort von Familie und Freunden betrauert. Später wurde sein Leichnam in ein unteres Zimmer des Hauses gebracht.

Am 14. Februar 1825 wurde sein Sarg auf einem von vier Pferden gezogenen Leichenwagen durch Magdeburg gefahren. Neben dem Sarg gingen 16 Diakone, der Küster Königsdörffer vor dem Sarg. Eine große Trauergemeinde hatte sich am Gebäude der Harmonie in der Peterstraße 1 versammelt und gingen von dort zur Wohnung Mellins im Neuen Weg 17. Der Trauerzug führte unter den Glockenklängen der Johanniskirche, des Magdeburger Doms und der deutsch-reformierten Paulinerkirche, vom Neuen Weg aus über den Platz bei der Hauptwache über den Alten Markt zum Breiten Weg und dort nach Süden bis zur Paulinerkirche. Dort wurde der Sarg in der Kirche aufgestellt und der Trauergottesdienst gehalten. Danach fand die Beisetzung auf dem hinter der Kirche gelegenen Friedhof statt.Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Zweiter Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 10 f.

Nachwirkung Außerhalb Magdeburgs ist Mellin heute vor allem noch als Kommentator der Philosophie Immanuel Kants in Erinnerung. Von seinen zahlreichen Werken dürfte das Encyclopädische Wörterbuch der Kritischen Philosophie (1797–1803) das bekannteste sein. Es ist immer noch eines der wichtigsten Nachschlagewerke zu Kant.

Werke (Auswahl) Marginalien und Register zu Kants Kritik der Erkenntnisvermögen. Zur Erleichterung und Beförderung einer Vernunfterkenntnis der kritischen Philosophie aus ihrer Urkunde, Züllichau 1794, 1795 Encyklopädisches Wörterbuch der kritischen Philosophie, oder Versuch einer faßlichen und vollständigen Erklärung der in Kants kritischen und dogmatischen Schriften enthaltenen Begriffe und Sätze, sechs Bände, Züllichau und Leipzig, 1797 bis 1804

Literatur Neuer Nekrolog der Deutschen. Dritter Jahrgang 1825. Zweites Heft. Ilmenau 1827, S. 1342.

Paul Menzer: Ein Brief Kants an Georg Samuel Albert Mellin. In: Kant-Studien 34 (1929), S. 265 f. Hanno Birken-Bertsch: Mellin, Georg Samuel Albert. In: Guido Heinrich, Gunter Schandera (Hrsg.): Magdeburger Biographisches Lexikon 19. und 20. Jahrhundert. Biographisches Lexikon für die Landeshauptstadt Magdeburg und die Landkreise Bördekreis, Jerichower Land, Ohrekreis und Schönebeck. Scriptum, Magdeburg 2002, ISBN 3-933046-49-1, S. 456f. ([ Artikel online]). Ralph Meyer: Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg. Zweiter Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 10 ff.

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Stammbaum von Rosamunde Christiane Frederike Louise von Katte

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