mini|Sturenhagen – Wallhecken und Ortsschild – 2009 mini|Sturenhagen und Umgebung – 1790 mini|Reetdachhaus in Sturenhagen – 2009 mini|Stallgebäude in Sturenhagen – 2009 Sturenhagen ist ein Ort in der Gemeinde Dänischenhagen im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein.
Name Der Name Sturenhagen setzt sich aus den Wörtern Hagen mit der Bedeutung Einhegung oder eingehegte Rodungssiedlung und dem Rufnamen Sture zusammen, der zu mnd. stur = „steif, streng, ernst, störrisch“ und ahd. sturi = „stark, kräftig, stattlich“ und unserem Worte „stur“ gehört.Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein. Arbeitsgemeinschaft für Landes- und Volkstumsforschung, 1967, 222 Seiten
Geschichte Sturenhagen als Adliges Gut
1415 wird Sturenhagen mit Stürenhagen bezeichnet.August Sach: Das Herzogtum Schleswig in seiner ethnographischen und nationalen Entwickelung. Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses, Halle an der Saale 1907, Band 3 (3. Abteilung), Abschnitt A „Die Jüten und die Sachsen in der Landschaft zwischen Schlei und Eider und in der Arensharde“, Unterabschnitt „Das Kirchspiel Slabbenhagen (Dänischenhagen)“, S. 23, Zitat: „Stürenhagen, 1415; 1507 tom Sturenhagen, heute Dorf Sturenhagen“
1507 wird „Hartich Wulff tome Sturenhagen“ als Gutsbesitzer aus dem Lande Holstein bezeichnet.Hans Christian Paulus Sejdelin: Diplomatarium Flensborgense. Samling af aktstykker til Staden Flensborgs Historie indtil Aaret 1559. Kjøbenhavn; Band 1 1865, Band 2 1873; Band 2; Urkunde 230; S. 26 bis 30; Urkunde von 1507
1507 wird Sturenhagen als Adliges Gut mit 15 Bauernstellen angegeben.Landesherrschaft, Adel und Kirche in Schleswig-Holstein 1523 und 1581 – Die Zahl der Bauern am Ende des Mittelalters und nach der Reformation. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte, Band 108, 1983, S. 68; ebenso in: Quellen und Forschungen zur Geschichte Schleswig-Holsteins, Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte, Band 112, S. 142; ebenso in: Veröffentlichungen des Schleswig-Holsteinischen Landesarchivs, Band 76, wahrscheinlich S. 142
1537 ist das Gut im Besitz von Markvard Wulff. Dieser hat einen Bruder Hartwich Wulf, der zwei Söhne, Iven und Jürgen, hat.Jahrbücher für die Landeskunde der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg, Band 9. Gesellschaft für vaterländische Geschichte, Archiv der Schleswig-Holstein-Lauenburgischen Gesellschaft für Vaterländische Geschichte, Band 20, Kiel 1867, S. 430
1537 wird Sturenhagen verkauft an Jürgen Wisch (1488–1572),Informationen zur Familie Wisch Besitzer der nordwestlich gelegenen Güter Kaltenhof und Dänisch-Nienhof. Er war verheiratet mit Margarethe Rantzau,Stammblatt von Margarethe Rantzau auf finnholbek.de Tochter von Claus Rantzau,Stammblatt von Claus Rantzau auf finnholbek.de und Catharine Buchwald.Stammblatt von Catharine Buchwald auf finnholbek.deroskildehistorie.dk Der soeben erwähnte Claus Rantzau und der im nächsten Abschnitt erwähnte Johann Rantzau sind nur weitläufig miteinander verwandt, sie sind Cousins sechsten Grades. Ihr erster gemeinsame Vorfahre ist Johann Rantzau (1280–~1326), sechs Generationen zurück.
Johann Rantzau (1492–1565), Ehemann von Anna von Walstorp (1510–1582), erwarb das Gut Sturenhagen.Erik Arup, Aksel E. Christensen: Danmarks Historie. Teil 3. Staenderne i Kongevælde 1624–(1720). Hagerup, København 1955, S. 605 Er wird vielfach als Herr von Sturenhagen bezeichnet.Eduard Maria Oettinger: Geschichte des dänischen Hofes. Hoffmann und Campe, 1857Georg Johann Theodor Lau: Geschichte der Einführung und Verbreitung der Reformation: in den Herzogthümern Schleswig-Holstein bis zum Ende des sechszehnten Jahrhunderts. G. E. Rolte (Heroldsche Buchhandlung), 1867 Er gab das Gut Sturenhagen seiner Tochter Magdalene Rantzau (1528–1557) als Erbteil.Johann Rantzau. In: Eva Rudolph, Hans F. Rothert, Ute Hayessen: Schleswig-holsteinisches biographisches Lexikon. Wachholtz, Neumünster 1970–1979; Band 3, S. 222 Diese heiratete 1546 Oswald Wisch (1521–1591), einen Sohn des oben erwähnten Jürgen Wisch (1488–1572)Grabsteinplatte Dänischenhagen Familie Wisch, enthält zum Teil Daten und Abstammung von Jürgen Wisch und Oswald Wisch und ihrer jeweiligen Ehefrau Margarethe Abbildung der Grabsteinplatte, Transkription und Inhalt angegeben in Klaus Krüger: Corpus der mittelalterlichen Grabdenkmäler in Lübeck, Schleswig, Holstein und Lauenburg (1100–1600). Verlag Thorbecke, Stuttgart 1999, ISBN 3-7995-5940-X (Schriftenreihe Kieler historische Studien, Band 40, Hochschulschrift; zugleich Kiel, Universität, Dissertation, 1993) und Besitzer der Güter Kaltenhof und Dänisch-Nienhof. Oswald Wisch hatte insgesamt drei Ehefrauen, zuerst Magdalene Rantzau (1528–1557), dann Margrethe Pless und schließlich Margrethe Rathlou, Tochter von Otto Rathlou und Abel Brockdorff. Sein erstes Kind war Catharine Wisch (vor 1557 bis nach 1621). Mit einer der letzten beiden Frauen hatte er einen Sohn, Claus Wisch.Hans Nicolai Andreas Jensen: Versuch einer kirchlichen Statistik des Herzogthums Schleswig. Druck und Verlag Kastrup, Flensburg 1841, S. 1334
Johann Rantzau (1492–1565) und Heinrich Rantzau (1526–1598) werden in einer Familienchronik des Hauses Rantzau als Besitzer des Gutes Sturenhagen erwähnt.Das Haus Rantzau. Eine Familien-Chronik. Carl von Rantzau, Celle 1866, S. 73 und 75; Landesbibliothek Schleswig-Holstein, E I 1932; Wortlaut "Johann … Zu Melbeck und Sturenhagen erwarb er ...", "Heinrich, Erbe von … Sturenhagen ..."
1561 wird in einem Bericht unter der Überschrift „Adel“ und der Unterüberschrift „Kyler Ambt“ berichtet, dass Jürgen Wisch als Besitzer von Dänisch-Nienhof zum Landesheer fünf Pferde und Oswald Wisch als Besitzer von Sturenhagen ein Pferd beizutragen hatte.Verzeichnis des Landt Registers beider Fürstentumb Schleswig Holsteinn gemacht vom anno MDLXI (1561), MDLXIII (1564) zu Flensbürg überliefert. In: Urkunden und Mittheilungen zur Geschichte des Landregisters und der Pflugzahl in den Herzogtümern Schleswig und Holstein. Aus: Nummer 140 des Öffentlichen Archivs des Gutes Deutsch-Nienhof, In: Paul von Hedemann: Mittheilungen aus dem Archiv von Deutsch-Nienhof (alle Abweichungen von der heutigen Rechtschreibung aus dem Original übernommen) In: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holstein-Lauenburgische Geschichte (bzw. auch manchmal falsch angegeben mit dem späteren Titel der Zeitschrift: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte, Abkürzung ZSHG). Verlag K. Wachholtz, 1894, Ausgabe 24, ab S. 153 Dieselben Daten sind in einem weiteren, sehr ähnlich aufgebauten, jedoch leider undatierten Bericht unter der Überschrift „Kieler Ambt“ zu finden, der der Zeit zwischen 1550 und 1600 zugeschrieben wird.Landregister. Mitgetheilt v. Kammerrath L. Petersen in Husum. In: Gesellschaft für Schleswig-Holstein-Lauenburgische Geschichte: Jahrbücher für die Landeskunde, Band 4, Kiel 1873, S. 189, oftmals auch zu finden unter den späteren Titeln Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holstein-Lauenburgische Geschichte oder Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte oder der Abkürzung ZSHG
1577 zahlte Oswald Wisch (1521–1591) für das Gut Sturenhagen und das Gut Dänisch-Nienhof Steuern Wie dort in der Beschreibung des Epitaphs für Oswald und seine 3. Gemahlin Margrethe Rathlou von Klaus Krüger nachzulesen ist, handelte es sich dabei um Reichssteuern; nämlich den Anschlag zur Türkenhilfe. Dies ist scheinbar der letzte Beleg dafür, dass Sturenhagen noch als eigenständiges Gut existiert und zwar als reichsunmittelbares Territorium, das in der Reichsmatrikel ebenso wie Dänisch Nienhof erfasst war. Insofern wäre noch zu erforschen, wieso Jürgen/Jörgen von der Wisch 1561 dänische Landessteuern entrichtet hat, wie oben mitgeteilt wird. Und zu welchem Zeitpunkt es der dänischen Landesherrschaft gelang, nach 1550/1577 auch mehrere der Rantzauschen Güter der Landesherrschaft zu unterwerfen, deren Anschläge zu Römermonat 1558 und Türkenhilfe 1577 von finnholbek.dk dokumentiert wurden.
Claus Wisch trat das Erbe der Güter Kaltenhof und Dänisch-Nienhof an, und mutmaßlich auch von Sturenhagen, brachte selbst aber keinen Erben hervor. Die Güter gingen dann über an seine älteste Halb-Schwester Catharine Wisch und ihren Mann Ove Sehestedt.
Ove Sehestedt (vor 1572 bis 1621)Stammbaum von Ove Sehestedt bei finnholbek.dk, auch Ove Sested, Ove Poulsen Sestedt, Eltern: Poul Sested (-1572) und Helvig von Ahlefeldt (bis nach 1578) und seiner Frau Catharine Wisch (vor 1557 bis nach 1621), die zu „Dänisch Nienhof, Kaltenhof und Sturenhagen“ lebte,Stammbaum von Catharine Wisch bei finnholbek.dkStammbaum Wisch bei roskildehistorie.dk gehörten nun die Güter Dänisch-Nienhof, Kaltenhof und Sturenhagen. Ihr ältester Sohn war Detlef Sehestedt (vor 1621 bis vor 1638).
1632 schreibt Detlef Sehestedt einen Bericht, in dem er den Umfang von Sturenhagen unter der Überschrift „Landschatz von Neuenhof und Kaltenhof“ zusammenfasst. Das belegt das Ende von Sturenhagen als eigenständiges adliges Gut.
Auch fast 400 Jahre später finden sich noch (wohl versehentlich entstandene) Hinweise auf das ehemalige Gut in aktuellen Bebauungsplänen.Begründung zur Satzung der Gemeinde Dänischenhagen, Kreis Rendsburg – Eckernförde über den Bebauungsplan Nr. 15, Abschnitt 2
Sturenhagen als Dorf im Gut Kaltenhof
1632 umfasste Sturenhagen 6 Bauernhöfe und war nur noch ein Dorf im Gebiet der Güter Kaltenhof und Dänisch-Nienhof.Landesarchiv Schleswig-Holstein, Abteilung 15 Nummer 3327 und 3329, „Aufzeichnungen des Detlef Sehestedt vom Auguditho tho 1632“ über den „Landschatz von Neuenhof und Kaltenhof“ und „Landsteuer und Reiterdienst von Neuenhof und Kaltenhof“
1652 heißt es „Kirchspiel Christianshagen oder Königshagen Kirche, vorhin Schlabbenhagen genannt: Hagen und Dorff; Uhlehorst, Mühl; Schilcksee; Seekamp, weiland Edelhoff; Prieß; ChristianPrieß; Holtenahdorff und Meyerhoff; Knopdorff, Edelhoff, Meyerhoff und Mühl; Der Hoff Bülcke, worben eine Mühl; Nienbülcke; Clausdorp; Robbensdorp; Koldehoff; Fresenhagen; Sturenhagen; Barckenmohr; Schonhagen. Meyerhoff; Spreng; Strand; Eckhoff; Stoel; Nienhoff ein Edelhoff.“Johannes Mejer, Caspar Danckwerth: Neue Landesbeschreibung der zwei Herzogtümer Schleswig und Holstein. 1652, Textteil, S. 155
1803 gehörte Sturenhagen teilweise zum Adligen Gut Birkenmoor, teilweise zum Adligen Gut Kaltenhof, beide gelegen im Dänischwohlder Güterdistrikt. Zu Gut Birkenmoor gehörten in „Stuhrenhagen“ zehn Familien mit 41 Personen, davon 18 keine 20 Jahre alt,Volkszählung vom 13. Februar 1803. Landesarchiv Schleswig-Holstein, Abteilung 412, Sammelband Nummer 124 bis 140, Nummer 131, 2 Seiten, 32. bis 41. Familie zum Gut Kaltenhof in „Sturenhagen“ 16 Familien mit 70 Personen, davon 30 keine 20 Jahre alt.Volkszählung vom 13. Februar 1803. Landesarchiv Schleswig-Holstein, Abteilung 412, Sammelband Nummer 124 bis 140, Nummer 140, 3 Seiten, 42. bis 57. Familie Summiert sind das 26 Familien mit 111 Personen, davon 48 keine 20 Jahre alt.Weitere Volkszahllisten im Landesarchiv Schleswig Holstein Abteilung 415 Nummern 5406 (Jahr 1835), 5429 (Jahr 1840), 5454 (Jahr 1845), 5484 (Jahr 1855), 5522 (Jahr 1860) jeweils auf Mikrofilm.
1841 gehörte Sturenhagen zum Adligen Gut Kaltenhof, zum Kirchspiel Dänischenhagen, zum Dänischenhagener Schuldistrikt und umfasste 3 Vollhufen und 3 Instenstellen.Hans Nicolai Andreas Jensen: Versuch einer kirchlichen Statistik des Herzogthums Schleswig. Kastrup 1841, Ausgabe 2, S. 1343
1842 liegt ein Teil von Sturenhagen im Gebiet des Gutes Eckhof.Schleswig-Holsteinische Anzeigen, 28. März 1842, S. 102, books.google.com
1845 gehörte Sturenhagen bei der Volkszählung ins Amt Sydslesvig im Kirchspiel Dänischenhagen und hatte mindestens ein Mühlengebäude und ein Kathengebäude.ddd.dda.dk Erfassungsnummer VZ-1845, Quelle (unter anderen): M-203, S. 165