Der FSV Gütersloh 2009 (vollständiger Name Frauensportverein Gütersloh 2009 e. V.) ist ein Frauenfußballverein aus Gütersloh. Der Verein entstand aus der Abteilung Frauen- und Mädchenfußballs des FC Gütersloh 2000. Die erste Mannschaft übernahm ab der Saison 2009/10 den Platz in der 2. Bundesliga Nord und spielte in der Saison 2012/13 in der Bundesliga.
In der Saison 2025/26 tritt die erste Mannschaft in der drittklassigen Regionalliga West an. Die B-Juniorinnen wurden im Jahre 2002 deutscher Meister und holten danach noch dreimal den Vizemeistertitel. Heimspielstätte ist die Tönnies-Arena in Rheda-Wiedenbrück, während das Ohlendorf Stadion im Heidewald als Ausweichspielstätte dient. Der FSV Gütersloh 2009 ist Veranstalter des Gütersloher Hallenmasters, dem größten deutschen Hallenturniers für B-Juniorinnen.
Geschichte FC Gütersloh/FC Gütersloh 2000
Im Jahre 1984 gründete der damalige FC Gütersloh eine Abteilung für Frauenfußball. Diese wurde in der Saison 2000/01 Meister der Verbandsliga Westfalen und stieg in die damals zweitklassige Regionalliga West auf. Nach einem siebten Platz in der ersten Saison wurde die Mannschaft in der Saison 2002/03 mit zwei Punkten Vorsprung auf die SpVgg Oberaußem-Fortuna Meister und erreichte die Aufstiegsrunde zur Bundesliga. Dort belegten die Gütersloherinnen allerdings den letzten Platz. Als Dritter der folgenden Saison 2003/04 qualifizierte sich der Verein für die neu eingeführte 2. Bundesliga und wurde der Nordstaffel zugeordnet.
Nach einem sechsten Platz in der Auftaktsaison 2004/05 wurden die Gütersloherinnen in der folgenden Saison 2005/06 Vizemeister hinter dem VfL Wolfsburg. Auch in den folgenden Jahren hielt sich die Mannschaft in der Spitzengruppe der Liga. Am letzten Spieltag der Saison 2007/08 führte die Mannschaft bis fünf Minuten vor Abpfiff mit 1:0 gegen die zweite Mannschaft des 1. FFC Turbine Potsdam. Doch die Brandenburgerinnen konnten ausgleichen, wodurch Güterslohs Lokalrivale Herforder SV in die Bundesliga aufstieg. Im DFB-Pokal erreichte die Mannschaft erstmals das Viertelfinale, schied dort allerdings im Elfmeterschießen gegen den TuS Köln rrh. aus. In der Saison 2007/08 belegten die Gütersloherinnen den dritten Platz mit zwei Punkten Rückstand auf den Meister Herforder SV.
FSV Gütersloh 2009 mini|Das Heimspiel des FSV gegen den Mellendorfer TV im Heidewaldstadion vor der Zweitliga-Rekordkulisse von 1502 Zuschauern Frühe Jahre und Bundesligaaufstieg (2009 bis 2017) Um sich besser vermarkten zu können und wegen der schwierigen finanziellen Situation des Gesamtvereins, beschloss die Abteilung im Frühjahr 2009, sich vom Hauptverein zu trennen und einen eigenen Verein zu gründen. Auf der Jahreshauptversammlung des FC Gütersloh 2000 stimmten die Mitglieder mit großer Mehrheit für die Abspaltung. Durch die Zustimmung des Hauptvereins konnte der neue Verein in den bisherigen Spielklassen weiterspielen. Zunächst rutschte die Mannschaft in den ersten beiden Spielzeiten unter dem neuen Namen in die untere Tabellenhälfte ab. In der Zweitliga-Saison 2011/12 gelang dem FSV als Vizemeister der Aufstieg in die Bundesliga. Dabei profitierten die Gütersloherinnen davon, dass der Meister, die zweite Mannschaft des 1. FFC Turbine Potsdam, nicht aufsteigen durfte. Das letzte Heimspiel der Saison am 6. Mai 2012, das der FSV gegen den Tabellenletzten Mellendorfer TV mit 15:0 gewann, sahen 1502 Zuschauer. Dies war die bis dahin höchste Zuschauerzahl bei einem Frauenfußball-Zweitligaspiel.
Trotz eines überraschenden 1:1 beim 1. FFC Frankfurt erwies sich die Bundesliga als zu stark für die von Markus Graskamp trainierten Gütersloherinnen, die als Tabellenletzter der Bundesligasaison 2012/13 prompt wieder den Gang in die 2. Bundesliga antreten mussten. Beim späteren Meister VfL Wolfsburg unterlag der FSV zum Saisonauftakt gar mit 0:10. Die beiden einzigen Saisonsiege wurden auf eigenem Platz erzielt. Der FCR 2001 Duisburg wurde mit 3:2 und der VfL Sindelfingen mit 4:0 besiegt. Mit einem Zuschauerschnitt von 676 belegte der Verein Platz sechs in der Zuschauertabelle. In der Saison 2014/15 erreichten die Gütersloherinnen das Viertelfinale, wo die Mannschaft auf kuriose Art und Weise beim SC Freiburg ausschied. Gütersloh führte zur Halbzeit mit 3:0, ehe die Freiburgerinnen in der zweiten Hälfte ausgleichen konnten und in der Verlängerung mit 7:3 gewannen.
Zweitligajahre (2017 bis 2023) In der Saison 2017/18 gelang die Qualifikation für die nunmehr eingleisige 2. Bundesliga, obwohl diese lange fraglich war. Erst als im März 2018 Trainer Markus Graskamp zurückkehrte, kam die Qualifikation in Reichweite. Am letzten Spieltag gewannen die Gütersloherinnen mit 4:0 gegen den bereits als Absteiger feststehenden Herforder SV und profitierten von der gleichzeitigen Niederlage des direkten Konkurrenten Arminia Bielefeld bei VfL Wolfsburg II. Am Ende gab die bessere Tordifferenz gegenüber der zweiten Mannschaft des FF USV Jena den Ausschlag für den FSV. Erneut bis zum letzten Spieltag mussten die Gütersloherinnen in der Saison 2018/19 zittern, ehe ein 3:2-Sieg über den 1. FC Köln den Klassenerhalt brachte. Wegen der COVID-19-Pandemie wurde die Saison 2019/20 abgebrochen und die Liga in der folgenden Spielzeit 2020/21 wieder für ein Jahr geteilt. Zunächst sorgte die Mannschaft im DFB-Pokal durch ihren Zweitrundensieg über den Bundesligisten SGS Essen für Furore.
Die von Steffen Enge trainierte Mannschaft führte lange Zeit die Tabelle an, ehe der Verein Anfang Mai 2021 verkündete, aus finanziellen Gründen auf einen Lizenzantrag für die Bundesliga zu verzichten. Prompt gingen die nächsten zwei Spiele verloren und die Mannschaft wurde hinter dem FC Carl Zeiss Jena Vizemeister. In der Saison 2022/23 konnte der FSV Gütersloh einen neuen Zuschauerrekord verzeichnen, als er am 11. September 2022 in einer Zweitrundenpartie des DFB-Pokals den amtierenden Deutschen Meister und Pokalsieger VfL Wolfsburg in der Tönnies-Arena empfing. 2039 Zuschauer verfolgten den 8:2-Sieg der „Wölfinnen“. In der 2. Liga spielte die Mannschaft wieder um den Aufstieg mit. Am letzten Spieltag reichte der 2:0-Sieg gegen die zweite Mannschaft von Eintracht Frankfurt nicht, da der direkte Konkurrent 1. FC Nürnberg gleichzeitig gewann und aufstieg.
Gegenwart (seit 2023) Seit April 2024 verhandelte der FSV Gütersloh 2009 mit dem FC Gütersloh über eine Verschmelzung zur Saison 2025/26. Im Januar 2025 gaben die Vereine bekannt, dass die Verschmelzung zur Saison 2025/26 nicht weiterverfolgt wird, da der FSV Gütersloh 2009 über ein negatives Eigenkapital in Höhe von 40.000 Euro verfügt. Am Ende der Saison mussten die Gütersloherinnen als Tabellenletzter erstmals in die drittklassige Regionalliga absteigen. Auch dort kämpfte die Mannschaft in der Saison 2025/26 gegen den Abstieg und schaffte am Ende den Klassenerhalt nur, weil Meister 1. FC Köln II den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffte. Zur Saison 2026/27 ging der FSV Gütersloh eine Kooperation mit dem SC Wiedenbrück ein, um den Frauenfußball in der Region zu stärken.
Erfolge Aufstieg in die Bundesliga: 2012 Meister der Westfalenliga: 2022 Deutscher Vizemeister der B-Juniorinnen: 2005, 2013 Westfalenpokalsieger der B-Juniorinnen: 2011, 2012, 2013, 2014, 2016 Gewinn des Gütersloher Hallenmasters: 2016
Stadion mini|Die Tönnies-Arena
Der FSV Gütersloh 2009 trägt seine Heimspiele seit 2012 in der Tönnies-Arena auf dem Werksgelände des Tönnies Fleischwerks in Rheda-Wiedenbrück aus. Das Stadion bietet Platz für 4252 Zuschauer, wovon 3252 Sitzplätze sind. Für die Austragung der Bundesligaspiele in der Saison 2012/13 wurde eine Sondergenehmigung des DFB benötigt, weil in dem Stadion ein Kunstrasen ausliegt. Bis auf Bayer 04 Leverkusen und dem FF USV Jena stimmten alle Bundesligisten dem Spielort für die Saison 2012/13 zu. Der Zuschauerrekord in der Tönnies-Arena wurde am 11. September 2022 aufgestellt, als 2039 Zuschauer das Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg sahen.
Zuvor nutzte der Verein das Heidewaldstadion in Gütersloh, welches Platz für 12.500 Zuschauer bietet. Aufgrund von Brandschutzbestimmungen ist die Kapazität jedoch auf 8400 Zuschauer begrenzt. Der Zuschauerrekord im Heidewaldstadion datiert vom 6. Mai 2012, als 1502 Zuschauer das Zweitligaspiel gegen den Mellendorfer TV sahen.
Personalien Kader der Bundesligasaison 2012/13 Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf die Einsätze und Tore in der Saison 2012/13.
Tor Abwehr Mittelfeld Angriff Anja Berger (3/0) Laura Giuliani (6/0) Tessa Rinkes (13/0) Leonie Bentkämper (6/0) Franziska Bröckl (13/0) Nina Claassen (17/2) Rebecca Granz (14/2) Pia Lange (1/0) Katrin Lückel (12/0) Lena Lückel (14/0) Katharina Paul (1/0) Mirte Roelvink (18/0) Birgitta Schmücker (22/1) Anja Barwinsky (16/1) Anne van Bonn (21/3) Kristina Börner (10/1) Jacqueline Dünker (12/0) Marion Gröbner (9/2) Angelika Gulba (11/0) Marina Hermes (22/0) Nina Philipp (5/0) Shpresa Aradini (12/0) Lara Keller (10/0) Marie Pollmann (21/2) Maren Wallenhorst (18/5) Trainer: Markus Graskamp
Ehemalige Spielerinnen mini|hochkant|Sophia Kleinherne mini|hochkant|Lina Magull mini|hochkant|Sjoeke Nüsken Anna Aehling, wurde Bundesligaspielerin Jacqueline Baumgärtel, wurde Bundesligaspielerin Nina Ehegötz, wurde Bundesligaspielerin Gentiana Fetaj, wurde Bundesligaspielerin Josephine Giard, wurde Erstligaspielerin in Schottland Noreen Günnewig, wurde Bundesligaspielerin Hanna Hamdi, tunesische Nationalspielerin Annabel Jäger, wurde Bundesligaspielerin Frederike Kempe, wurde Bundesligaspielerin Sophia Kleinherne, wurde deutsche Nationalspielerin Nina Lange, wurde Bundesligaspielerin Lina Magull, wurde deutsche Nationalspielerin Geldona Morina, albanische Nationalspielerin Sjoeke Nüsken, wurde deutsche Nationalspielerin Magdalena Richter, wurde Bundesligaspielerin Kerstin Stegemann, ehemalige deutsche Nationalspielerin Maren Tellenbröker, ehemalige Bundesligaspielerin Isabelle Wolf, ehemalige Bundesligaspielerin
Trainer Beginn Ende Trainer Ereignisse 1. Juli 2009 27. Januar 2010 27. Januar 2010 30. Juni 2010 Interimstrainerin 1. Juli 2010 30. Juni 2013 Aufstieg in die Bundesliga 2012, Abstieg in die 2. Bundesliga 2013 1. Juli 2013 30. Juni 2015 1. Juli 2015 30. Juni 2016 1. Juli 2016 14. März 2018 15. März 2018 17. Mai 2018 18. Mai 2018 31. Dezember 2018 1. Januar 2019 21. April 2022 22. April 2022 30. Juni 2024 1. Juli 2024 5. März 2025 1. Juli 2024 31. Mai 2025 Interimstrainer, Abstieg in die Regionalliga 2025 1. Juni 2025
Statistik Grün unterlegte Platzierungen kennzeichnen einen Aufstieg, rot unterlegte einen Abstieg.
Saison Liga Platz S U N Tore Punkte DFB-Pokal 2009/10 2. Bundesliga Nord 9. 7 4 11 31:43 25 Viertelfinale 2010/11 2. Bundesliga Nord 8. 7 5 10 30:33 26 Viertelfinale 2011/12 2. Bundesliga Nord 2. 16 4 2 79:15 52 Viertelfinale 2012/13 Bundesliga 12. 2 1 19 19:69 7 2. Runde 2013/14 2. Bundesliga Nord 5. 9 6 7 43:38 33 2. Runde 2014/15 2. Bundesliga Nord 4. 13 4 5 56:28 43 Viertelfinale 2015/16 2. Bundesliga Nord 3. 13 4 5 53:30 43 2. Runde 2016/17 2. Bundesliga Nord 4. 13 1 8 53:44 40 2. Runde 2017/18 2. Bundesliga Nord 6. 11 3 8 64:45 36 2. Runde 2018/19 2. Bundesliga 9. 9 6 11 37:42 33 2. Runde 2019/20 2. Bundesliga 9. 6 2 8 28:28 20 Viertelfinale 2020/21 2. Bundesliga Nord 2. 10 3 3 37:18 33 Achtelfinale 2021/22 2. Bundesliga 8. 9 5 12 45:46 32 2. Runde 2022/23 2. Bundesliga 3. 16 3 7 49:29 51 2. Runde 2023/24 2. Bundesliga 7. 12 6 8 46:39 42 2. Runde 2024/25 2. Bundesliga 14. 5 2 19 29:71 17 1. Runde 2025/26 Regionalliga West 11. 5 9 12 37:43 24 Play-offs 2026/27 Regionalliga West nicht qualifiziert
Weblinks
Offizielle Website des Vereins
Fansoccer.de: Frauenfußball in Gütersloh auf neuer Basis
Einzelnachweise
Kategorie:Deutscher Frauenfußballverein Kategorie:Verein im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen Kategorie:Fußballverein aus dem Kreis Gütersloh FSV Gutersloh 2009