Die Gesellschaft für Interlinguistik e.V. (GIL) ist eine 1991 in Berlin gegründete wissenschaftliche GesellschaftInformationen zur Gründung der GIL erschienen in den Zeitschriften: Sprachpflege (Leipzig) 3/1991, S. 82. / Zeitschrift für Phonetik, Sprachwissenschaft und Kommunikationsforschung (ZPSK, Berlin), 5/1991, S. 674. / Language Problems & Language Planning (LPLP, Amsterdam), 3/1991, S. 331., die sich mit den verschiedenen Aspekten der internationalen sprachlichen KommunikationDer japanische Sprachwissenschaftler, Mitglied der GIL Goro Christoph Kimura schlug 2011 vor, den Begriff „interlinguale Kommunikation“ zu verwenden, den der Vorsitzende der GIL Detlev Blanke als „treffender“ bezeichnete.

Vgl. Goro Christoph Kimura: Eine Typologie interlingualer Kommunikationsmöglichkeiten. In: Cyril Brosch und Sabine Fiedler (Hrsg.): Florilegium Interlinguisticum. Festschrift für Detlev Blanke zum 70. Geburtstag. Peter Lang, Frankfurt/Main usw. 2011. S. 29–46. befasst - mit sprachpolitischen, linguistischen, ökonomischen, kulturellen, historischen, juristischen und informationstechnischen. Sie folgt also einem weit gefassten Verständnis der Interlinguistik, wobei Plansprachen und Esperantologie einen Schwerpunkt bilden.Offizielle Homepage der GIL (Siehe Weblinks), Abschnitt: Wir über uns.Seán Ó Riain: The German interlinguistics society Gesellschaft für Interlinguistik. In: Language Problems and Language Planning, Nr. 27, 3/2003, S. 269–277. Langjähriger Vorsitzender war Detlev Blanke. Seit November 2011 ist Sabine Fiedler Vorsitzende der Gesellschaft, die derzeit etwa 65 Mitglieder in etwa 10 Ländern hat, vorwiegend Sprachwissenschaftler.Detlev Blanke: La germana interliingvistika societo „Gesellschaft für Interlinguistik e. V.“ (GIL) – evoluo post 2005. In: Esperanto. Sprache und Kultur in Berlin und Brandenburg 111 Jahre, Jubiläumsbuch 1903–2014, Redaktion: Fritz Wollenberg. Esperanto-Verband Berlin-Brandenburg (Hrsg.), Mondial, New York - Berlin 2017, Beiträge in Deutsch und Esperanto, S. 279–284. ISBN 978-1-59569-340-2

Aktivitäten Zu den Aktivitäten der GIL gehören die Durchführung von Jahrestagungen sowie die Veröffentlichung der dort gehaltenen Vorträge in den Tagungsakten, die Förderung von interlinguistischen Lehrveranstaltungen an Universitäten und Hochschulen, Unterstützung von Vorträgen und Veröffentlichungen der Mitglieder und die Zusammenarbeit mit ähnlich interessierten Institutionen und Fachkollegen.

Jahrestagungen Das weit gefasste Interlinguistik-Verständnis der GIL spiegelt sich in den Vorträgen wider, die bei den seit 1992 alljährlich im Herbst in Berlin stattfindenden Jahrestagungen (Ausnahme 1992 Bad Saarow) gehalten werden. Seit 1993 hat jede Jahrestagung ihr Schwerpunktthema.Alle Jahrestagungen mit den Schwerpunktthemen, den Themen der gehaltenen Vorträge und den Referenten sind auf der Homepage der GIL (Siehe: Weblinks) aufgelistet.

Viele Vorträge betreffen esperantologische Themen.Beispiele: Wera Blanke: Zum aktuellen Stand des Terminologischen Esperanto-Zentrums (1992) / Claus J. Günkel: Computerinterlinguistik und die Axiomatisierung der Esperanto-Grammatik (1994) / Sabine Fiedler: Zur Phraseologie im Enzyklopädischen Wörterbuch Esperanto-Deutsch von Eugen Wüster (1998) / Toon Witkam: Automatische Morphemanalyse in Esperanto macht Komposita besser lesbar auf dem Bildschirm (2006) / Gunnar Fischer: Esperanto-Musik - Teil der Kultur der Esperanto-Sprachgemeinschaft (2006) / Fritz Wollenberg: 100 Jahre Esperanto in Berlin: Historiografische und interlinguistische Fakten in einer neuen Veröffentlichung (2006) / Ulrich Lins: Der Spanische Bürgerkrieg und das Esperanto (2006) / Kristin Tytgat: Eine Sprache, viele Kulturen: Interkulturelle Kommunikation auf Esperanto (2014) / Cyril Robert Brosch: Neue sexusneutrale Personenbezeichnungen im Esperanto und darüber hinaus (2020)Weiterhin geht es um andere Plansprachen und um Plansprachenwissenschaft insgesamt. Auch das weite Feld der Conlangs spielt eine Rolle.Beispiele: Cornelia Mannewitz: Zur Rolle von Kunstsprachen in Gesellschaftsutopien (1996) / Tazio Carlevaro: Apprender Interlingua, gehalten in Interlingua (1997) / Günter Anton: Über die Struktur und Entwicklung des Ido im Vergleich zum Esperanto (2000) / Klaus Schubert: Plansprachen und internationale Fachkommunikation (2002) / Otto Back: Babylonische Türme. Plansprachen in ihren Beziehungen untereinander und im Verhältnis zu ethnischen Sprachen (2004) / Velimir Piškorec: Von Volapük zu Spelin. Zum Leben und Werk des kroatischen Plansprachlers Juraj (Georg) Bauer (1848–1900) (2009) / Robert Matthiesen: Giuseppe Peano (1858–1932) und Latino sine flexione (2009) / Sabine Fiedler: Literarische Spracherfindungen aus interlinguistischer Sicht: die englischsprachigen Autoren J. Swift, G. Orwell und J.R.R. Tolkien und ihre fiktionalen Sprachen (2010) / Marek Blahuš: Toki Pona - eine minimalistische Plansprache (2010) / James McElvenny: Ogdens Theorie der Semiotik und ihre Anwendung in Basic English (2010) / Heiner Eichner: Die Kunstsprache der Hildegardis von Bingen: Konzeption und Zweck (2010) / Cyril Brosch: Die Haltung der Indogermanistik zur Plansprachenfrage (2012) / Bernhard Tuider: Die Sammlung für Plansprachen und das Esperantomuseum in Wien (2014) / Anna-Maria Meyer: Slavische Plansprachen (2015) / Mira Sarikaya: Universalsprache bei Leibniz und der logische Aufbau der Welt (2017) / Martin Haase: Jenseits des Globalen – Zur Typologie des Klingonischen (2018) / Věra Barandovská-Frank: Conlangers in analogen und digitalen Medien. Eine wichtige Informationsquelle für die Interlinguistik (2020).Vorträge zu Ehnosprachen im internationalen Gebrauch und Sprachplanung in Ethnosprachen stehen immer wieder auf dem Programm.Beispiele: Johannes Irmscher: Griechisch als internationale Sprache (1993) / Věra Barandovská-Frank: Der neueste Stand der Lateinbewegung: Bericht über den Latinisten-Weltkongress (1997) / Vitalij G. Kostomarov: Das Russische als internationale Verkehrssprache (1997) / Seán Ó Riain: Sprachplanung in Irland (2001) / Sabine Fiedler: "English as a Lingua Franca" (Zum Modell eines nichtmuttersprachlichen Englisch im Vergleich zum Esperanto) (2004) / Kristin Tytgat: Brüssel, die Hauptstadt Belgiens: eine offiziell zweisprachige, aber in der Realität mehrsprachige Stadt (2013) / Michał Kozicki: Planung der amharischen Sprache (2016) / Věra Barandovská-Frank: Globalisierung des Französischen (von der internationalen Sprache zum Franglais) (2018) / Cornelia Mannewitz: Suržyk: ukrainisch-russische Mischsprache (2018)Auch sprachpolitische, ökonomische, juristische und weitere Aspekte der Linguistik werden in Vorträgen thematisiert.Beispiele: Sabine Fiedler: Die pädagogische Rezension im Englischen und im Esperanto (1992) / Werner Bormann: Wie „korrekt“ muss eine Sprache sein? Fragen eines Juristen an Linguisten (1993) / Detlev Blanke: Plansprachen und Europäische Sprachenpolitik (1999) / Oxana Bourkina: Soziolinguistische Parameter der modernen Normaussprache des Esperanto (2002) / Wim Jansen: Das Niederländische im Kontext der europäischen Sprachenpolitik (2005) / Vít Dovalil: Sprachenpolitik in der Tschechischen Republik (unter besonderer Berücksichtigung der Beziehungen zur EU und zum Europarat) (2005) / Bengt-Arne Wickström: Ökonomische Aspekte der individuellen und gesellschaftlichen Mehrsprachigkeit (2008) / Seán Ó Riain Plattform der Zivilgesellschaft zur Förderung der Mehrsprachigkeit - eine Gelegenheit für mehr Sprachgerechtigkeit? (2010) / Velimir Piškorec: Inter- und Ökolinguistik im Vergleich: Ansätze, Traditionen, Schnittstellen (2012) / László Marácz: Einige Gedanken über Geopolitik und Linguæ Francæ im 21. Jahrhundert (2013) / Michele Gazzola: Sprachen und Arbeitsmarkt (2017) / Ulrich Ammon: Die heutige globale Sprachenkonstellation: sprachenpolitische Aspekte mit Blick vor allem auf die deutsche Sprache und auf Esperanto (2018) / Ilona Koutny: Globalisierung – internationale Kultur – internationale Sprachen (2018)

Beziehungen zu anderen sprachwissenschaftlich orientierten Vereinen Auf Veranstaltungen anderer sprachwissenschaftlich orientierter Vereine sind GIL-Mitglieder mit ihren speziellen Themen präsent, z. B. Sabine Fiedler und Detlev Blanke schon auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Angewandte Linguistik (GAL) 1994 in Trier, Otto Back, Heiner Eichner und andere GIL-Mitglieder auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft (DGfS) 1995 in Göttingen.Detlev Blanke: AG Plansprachen auf der 17. Jahrestagung der DGfS in Göttingen. In: IntI 15–16 (3–4/1995), S. 2.

Ihre Zusammenarbeit mit dem Verein zur Förderung sprachwissenschaftlicher Studien e. V. (VFsS) beginnt die GIL auf einer gemeinsamen Jahrestagung mit dem Rahmenthema Sprachenpolitik in Europa 1999 in Berlin.Detlev Blanke: Die 9.Tagung der GIL.: Sprachenpolitik in Europa.. In: IntI 32 (3/1999), S. 17–18.Bertolt Brandt: Europäische Sprachenpolitik. Über die Veranstaltung der VFsS und der GIL. In: IntI 35 (2/2000), S. 9–12.

Auf internationalen Kongressen und Konferenzen sind GIL-Mitglieder mit interlinguistischen Themen vertreten, so Michele Gazzola beim ersten Weltkongress über Sprachrechte 2015 in Teramo/Italien mit dem Thema Multilingualism and linguistic justice in the European Union, Mira Sarikaya 2019 auf der Australasian Postgraduate Philosophy Conference (Sidney, digital) mit dem Vortrag Leibniz’ Dream of a Lingua Characteristica and how to draw a language. und Bernhard Tuider 2020 bei der Online-Konferenz Universalsprachen, Kunstsprachen, Plansprachen: Träume und Utopien von einer Welt ohne Übersetzung mit einem Vortrag über das Esperantomuseum und die Sammlung für Plansprachen an der österreichischen Nationalbibliothek.Detlev Blanke: Erster Weltkongress über Sprachenrechte. In: IntI 96–97 (3–4/2015), S. 4–5.Geschäftsbericht der GIL 2020.

Wirken an Universitäten und Hochschulen Lehrveranstaltungen an Universitäten und Hochschulen zur Interlinguistik werden durch GIL-Mitglieder angeregt bzw. selbst geleitet. Beispiele sind die Lehrveranstaltungen an der Leipziger Universität im Wintersemester 2019/20 zum Thema Internationale sprachliche Kommunikation – Herausforderungen für Politik und Gesellschaft, geleitet durch Sabine Fiedler, das 2020 auf Initiative von Kristin Tytgat an der Freien Universität Brüssel veranstaltete Seminar zu Interlinguistik und Plansprachen, das Seminar Sprachsoziologie und die Vorlesung Sprache und Gesellschaft in Mitteleuropa 2020 an der Sophia-Universität in Tokio, bei denen Goro Christoph Kimura Möglichkeiten der interlingualen Kommunikation behandelt und die fakultative Lehrveranstaltung Plansprachen an der Universität Zagreb, in den Wintersemestern 2019/20 und 2020/21 geleitet von Velimir Piškorec.Geschäftsbericht der GIL 2020.

Ein Beispiel für die Zusammenarbeit von GIL-Mitgliedern verschiedener Universitäten bei Forschungsprojekten (Sabine Fiedler / Cyril Brosch / Bengt-Arne Wickström / Michele Gazzola) ist das EU-geförderte Projekt Mobility and Inclusion in Multilingual Europe (MIME).Bengt-Arne Wickström, Torsten Templin und Michele Gazzola: How important is demolinguistic concentration for the survival of minority languages in a world of increasing mobility? In: The MIME vademecum: Mobility and inclusion in multilingual Europe. François Grin, Manuel Célio Conceição, Peter A. Kraus, László Marácz, Žaneta Ozolina, Nike K. Pokorn und Anthony Pym (Hrsg.). MIME Project, Geneva 2018. Kapitel 17, S. 64–65.Sabine Fiedler und Cyril Robert Brosch: Der Erasmus-Studienaufenthalt – Europäische Sprachvielfalt oder Englisch als Lingua franca? Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2019, ISBN 978-3-96023-299-5Research Group Economics and Language (REAL) - About Real, auf ulster.ac.ukUniversität Leipzig. Mobility and Inclusion in Multilingual Europe (MIME)

Veröffentlichungen Tagungsakten