Ilschhausen ist der nach Einwohnerzahl kleinste Ortsteil der Gemeinde Ebsdorfergrund im Osten des mittelhessischen Landkreises Marburg-Biedenkopf. Zum Ort gehört das südwestlich gelegene Hofgut Fortbach.
Geographie Das Dorf ist an drei Seiten von Wald umgeben. Es liegt zwischen den Lahnbergen und den Ausläufern des Vogelsberges.
Geschichte mini|Die zentrale Kreuzung Dorfstraße/Zum Brückenfeld/Hirtengasse (2020)
Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Ilschhausen erfolgte unter dem Namen Ulrichishusin im Jahr 1222.
Das Hofgut Fortbach gehörte bis zum 16. Jahrhundert zum Kloster Hachborn. Danach ging es in Privatbesitz über. In dem landwirtschaftlichen Gut gibt es auch eine Brennerei.
Zum 1. Juli 1974 wurden im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbständigen Gemeinden Ebsdorfergrund, Beltershausen, Ebsdorf, Hachborn, Ilschhausen, Leidenhofen und Rauischholzhausen kraft Landesgesetz zur neuen Großgemeinde Ebsdorfergrund zusammengeschlossen. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Ebsdorfergrund wurden Ortsbezirke gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Ilschhausen angehört(e):
vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Gericht Ebsdorf (Gericht Ebsdorf bestand aus den Orten: Ebsdorf, Leidenhofen, Hachborn, Erbenhausen, Hassenhausen, Ilschhausen, Roßberg, Dreihausen, Möln und Heskem) ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt MarburgDie Zugehörigkeit des Amtes Marburg anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg), Amt Marburg ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Marburg ab 1786: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Treis an der Lumbda ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Treis an der Lumbda 1807–1813: Königreich Westphalen,Infolge des Friedens von Tilsit. Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Ebsdorf ab 1815: Kurfürstentum Hessen,Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Oberhessen, Amt Treis an der Lumbda ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis MarburgVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 73 f.Trennung zwischen Justiz (Assistenzamt Treis) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Marburg ab 1867: Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Marburg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gemeinde EbsdorfergrundAm 1. Juli 1974 als Ortsbezirk zur Gemeinde Ebsdorfergrund. ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gemeinde Ebsdorfergrund
Gerichte seit 1821 Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Der Kreis Marburg war für die Verwaltung und das Assistenzamt Treis war als Gericht in erster Instanz für Wermertshausen zuständig. In Treis wurde ein Assistenzamt eingerichtet, das 1833 als eigenständiges Justizamt Treis ausgegliedert wurde und für Wermertshausen zuständig war. Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen wurde durch einen Gebietstausch Treis an das Großherzogtum Hessen abgetreten, Wermertshausen wurde dem Justizamt Marburg zugeordnet. Am 1. September 1867 erfolgte die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Marburg.Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte () Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen.
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Ilschhausen 111 Einwohner. Darunter waren 12 (10,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 24 Einwohner unter 18 Jahren, 48 zwischen 18 und 49, 18 zwischen 50 und 64 und 18 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 39 Haushalten. Davon waren 6 Singlehaushalte, 9 Paare ohne Kinder und 18 Paare mit Kindern, sowie 6 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 3 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 27 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1577: 11 Hausgesesse • 1630: 10 Hausgesesse (1 dreispänniger, 5 zweispännige, 1 einspänniger, 3 Einläuftige). • 1681: 8 hausgesessene Mannschaften • 1838: Familien: 8 nutzungsberechtigte, 2 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger
Historische Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1861: alle Einwohner evangelisch-lutherisch • 1885: 97 evangelische (= 100,00 %) Einwohner • 1961: 106 evangelische (= 92,17 %), 3 katholische (= 2,61 %) Einwohner
Historische Erwerbstätigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1743: ein Schneider, ein Schmied • 1838: Familien: 8 Ackerbau, 2 Gewerbe. • 1961: Erwerbspersonen: 34 Land- und Forstwirtschaft, 15 Produzierendes Gewerbe, 3 Handel und Verkehr, 5 Dienstleistungen und Sonstiges
Politik Für Ilschhausen besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Er umfasst das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Ilschhausen. Der Ortsbeirat Ilschhausen besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 69,23 %. Alle Kandidaten gehörten der „Bürgerliste Ilschhausen“ an. Der Ortsbeirat wählte Manfred Mann zum Ortsvorsteher.
Verkehr Den öffentlichen Personennahverkehr stellen die Stadtwerke Marburg mit der Buslinie 13 sicher.
Literatur
Weblinks
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsbezirk von Ebsdorfergrund Kategorie:Ort im Landkreis Marburg-Biedenkopf Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Marburg-Biedenkopf) Kategorie:Gemeindeauflösung 1974