Der Landkreis Hünfeld war ein bis zur Gebietsreform 1972 bestehender Landkreis in Hessen. Sein Gebiet gehört heute überwiegend zum Landkreis Fulda; das Gebiet der heutigen Gemeinde Haunetal (Hauptort Neukirchen) wurde an den Landkreis Hersfeld-Rotenburg abgegeben. Der Kreissitz war in Hünfeld.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzte Anfang 1972, im Nordosten beginnend im Uhrzeigersinn, an den Kreis Bad Salzungen im Bezirk Suhl der DDR sowie an die hessischen Landkreise Fulda, Lauterbach und Hersfeld.

Geschichte Der Kreis Hünfeld wurde 1821 im Kurfürstentum Hessen gegründet. Im Jahre 1856 wechselte die Gemeinde Rödergrund vom Kreis Hünfeld in den Kreis Fulda und wurde dort Teil der Gemeinde Rödergrund-Egelmes.

Nach der Annexion des Kurfürstentums durch Preußen als Folge des Deutschen Kriegs im Jahre 1866 gehörte der Kreis zum Regierungsbezirk Kassel der preußischen Provinz Hessen-Nassau.

Am 1. April 1881 wechselten die Gemeinden Oberstoppel und Unterstoppel sowie der Gutsbezirk Oberförsterei Burghaun aus dem Kreis Hersfeld in den Kreis Hünfeld.

Seit 1946 war der Landkreis Teil des Landes Hessen. Nachdem Oberufhausen und Unterufhausen am 1. April 1958 zur Gemeinde Ufhausen zusammengeschlossen wurden, umfasste der Landkreis Hünfeld 77 Gemeinden, von denen mit Hünfeld eine das Stadtrecht besaß. In den Jahren 1968 und 1971 wurde der Landkreis Hünfeld zweimal verkleinert: Am 1. September 1968 schied die Gemeinde Glaam aus dem Landkreis aus und wurde in die Gemeinde Ransbach im Landkreis Hersfeld eingegliedert. Am 1. Februar 1971 schied die Gemeinde Mansbach aus dem Landkreis aus und wurde mit der Gemeinde Ransbach zur neuen Gemeinde Hohenroda im Landkreis Hersfeld zusammengeschlossen.

Durch eine Reihe von weiteren Gemeindefusionen, bei denen auch die neuen Gemeinden Haunetal, Kiebitzgrund und Nüsttal entstanden, verringerte sich die Zahl der Gemeinden des Landkreises bis Juli 1972 auf 24.

Im Rahmen der hessischen Kreisreform wurde der Landkreis Hünfeld zum 1. August 1972 aufgelöst: Die Gemeinde Haunetal, in die gleichzeitig die Gemeinde Unterstoppel eingegliedert wurde, kam zum neuen Landkreis Hersfeld-Rotenburg Die Gemeinde Erdmannrode wurde in die Gemeinde Schenklengsfeld im Landkreis Hersfeld-Rotenburg eingegliedert. Die Gemeinden Bodes und Fischbach wurden in die Gemeinde Hauneck im Landkreis Hersfeld-Rotenburg eingegliedert. Der gesamte übrige Teil des Landkreises wurde in den Landkreis Fulda eingegliedert. Gleichzeitig fanden zum 1. August 1972 noch weitere Eingemeindungen statt, so dass aus dem Altkreis Hünfeld letztendlich die Gemeinden Burghaun, Eiterfeld, Hünfeld, Nüsttal und Rasdorf in den Landkreis Fulda eintraten.

Einwohnerentwicklung Kreis Einwohner 1871 1890 1900 1910 1925 1939 1950 1960 1970 1971 Landkreis HünfeldStatistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973 24.528 23.508 22.515 23.179 24.466 24.884 37.789 35.000 36.371 34.800

Große Gemeinden Gemeinden des Kreises Hünfeld mit mehr als 1000 Einwohnern:Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Hessen-Nassau und ihre Bevölkerung 1871, Kreis Hünfeld Gemeinde 1871 1939 1961 1970 Burghaun 1149 1154 1841 2121 Eiterfeld 565 770 1532 1683 Hünfeld 1634 2772 6182 7001 Mackenzell 461 620 954 1161 Mansbach 891 836 1230 1246 Rasdorf 1094 955 1261 1308 Steinbach 844 787 1089 1146

Politik Landräte Namevonbis Aloys Maier 1821 1851 Hermann Wolff von Gudenberg 1851 1863 Carl Götz 1864 1879 Max Friedrich Martin Georg Fliedner 1879 1882 Martin von Wegnern 1882 1889 Alexander von Dalwigk zu Lichtenfels 1889 1898 Georg von Steinmann 1898 1901 Wolf Dietrich von Trotha 1901 1911 Constantin von Jerin 1911 1916 Hubert Jakob Walter Ludwig 1918 1935 Konrad Fischer 1935 1936 Eberhard Heß 1937 1945 Adam Hartmann (kommissarisch) 1945 1946 Heinrich Beck 1946 1972

Wappen Im Januar 1951 wurde dem Landkreis Hünfeld durch das Hessische Staatsministerium das Recht zur Führung eines Wappens verliehen.

Gemeinden Die folgende Tabelle enthält alle Gemeinden, die dem Landkreis Hünfeld während seines Bestehens angehörten, sowie die Daten aller Eingemeindungen: GemeindeeingemeindetnachDatum derEingemeindungAnmerkung Arzell Eiterfeld 1. Februar 1971 Betzenrod Eiterfeld 1. Februar 1971 Bodes Hauneck 1. August 1972 Buchenau Eiterfeld 1. August 1972 Burghaun zum Lkr. Fulda 1. August 1972 Dammersbach Hünfeld 31. Dezember 1971 Dittlofrod Eiterfeld 1. April 1972 Eiterfeld zum Lkr. Fulda 1. August 1972 Erdmannrode zu Schenklengsfeld, Lkr. Hersfeld-Rotenburg 1. August 1972 Fischbach Hauneck 1. August 1972 Giesenhain Buchenau 1. Januar 1970 Glaam zu Ransbach, Lkr. Hersfeld 1. September 1968 Gotthards Nüsttal 1. August 1972 Großenbach Hünfeld 31. Dezember 1971 Großenmoor Kiebitzgrund 1. Oktober 1971 Großentaft Eiterfeld 1. Februar 1971 Gruben Burghaun 1. Februar 1971 Grüsselbach Rasdorf 1. April 1972 Haselstein Nüsttal 1. August 1972 Haunetal zum Lkr. Hersfeld-Rotenburg 1. August 1972 am 1. Februar 1971 gegründet Hechelmannskirchen Kiebitzgrund 1. Oktober 1971 Hermannspiegel Haunetal 1. Februar 1971 Hofaschenbach Nüsttal 1. Februar 1971 Hünfeld, Stadt zum Lkr. Fulda 1. August 1972 Hünhan Burghaun 31. Dezember 1971 Kiebitzgrund Burghaun 1. August 1972 am 1. Oktober 1971 gegründet Kirchhasel Hünfeld 31. Dezember 1971 Körnbach Eiterfeld 1. Februar 1971 Langenschwarz Kiebitzgrund 1. Oktober 1971 Leibolz Eiterfeld 1. Mai 1970 Leimbach Eiterfeld 1. August 1972 Mackenzell Hünfeld 1. Februar 1971 Mahlerts Hofbieber 1. August 1972 Malges Hünfeld 1. Februar 1971 Mansbach zu Hohenroda, Lkr. Hersfeld 1. Februar 1971 Mauers Haunetal 1. Februar 1971 Meisenbach Haunetal 31. Dezember 1971 Mengers Eiterfeld 1. August 1972 Michelsrombach Hünfeld 1. Februar 1971 Mittelaschenbach Nüsttal 1. Februar 1971 Molzbach Hünfeld 1. Februar 1971 Morles Nüsttal 1. Februar 1971 Müsenbach Haunetal 31. Dezember 1971 Neukirchen Haunetal 1. Februar 1971 Nüst Hünfeld 31. Dezember 1971 Nüsttal zum Lkr. Fulda 1. August 1972 am 1. Februar 1971 gegründet Oberaschenbach Nüsttal 1. Februar 1971 Oberbreitzbach Mansbach 1. Juli 1970 Oberfeld Hünfeld 1. Februar 1971 Obergruben Hofbieber 1. August 1972 Obernüst Hofbieber 1. August 1972 Oberrombach Hünfeld 1. Februar 1971 Oberstoppel Haunetal 1. Februar 1971 Oberufhausen Ufhausen 1. April 1958 Oberweisenborn Eiterfeld 1. April 1972 Odensachsen Haunetal 31. Dezember 1971 Rasdorf zum Lkr. Fulda 1. August 1972 Reckrod Eiterfeld 1. September 1970 Rhina Haunetal 1. Februar 1971 Rimmels Nüsttal 1. Februar 1971 Roßbach Hünfeld 1. Februar 1971 Rothenkirchen Burghaun 31. Dezember 1971 Rückers Hünfeld 1. Februar 1971 Rudolphshan Hünfeld 1. Februar 1971 Sargenzell Hünfeld 1. Februar 1971 Schletzenrod Haunetal 31. Dezember 1971 Schlotzau Kiebitzgrund 1. Oktober 1971 Schwarzbach Hofbieber 1. August 1972 Setzelbach Rasdorf 1. April 1972 Silges Nüsttal 1. Februar 1971 Soisdorf Eiterfeld 1. Februar 1971 Soislieden Mansbach 1. Januar 1970 Steinbach Burghaun 31. Dezember 1971 Treischfeld Eiterfeld 1. Februar 1971 Ufhausen Eiterfeld 1. August 1972 Unterbernhards Hilders 1. August 1972 Unterstoppel Haunetal 1. August 1972 Unterufhausen Ufhausen 1. April 1958 Wehrda Haunetal 31. Dezember 1971 Wetzlos Haunetal 31. Dezember 1971 Wölf Eiterfeld 1. August 1972

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen HÜN zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Juli 1972 ausgegeben.

Einzelnachweise

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