Der Landkreis Rotenburg mit Kreissitz in Rotenburg an der Fulda war bis 1972 ein Landkreis in Hessen. Der größte Teil seines ehemaligen Gebiets gehört heute zum Landkreis Hersfeld-Rotenburg.
Geographie Der Landkreis grenzte Anfang 1972, im Osten beginnend im Uhrzeigersinn, an den Kreis Eisenach im Bezirk Erfurt der DDR sowie an die hessischen Landkreise Hersfeld, Fritzlar-Homberg, Melsungen und Eschwege.
Geschichte Der Kreis Rotenburg wurde 1821 im Kurfürstentum Hessen gebildet. Seine Vorgänger waren die Ämter Rotenburg und Sontra. 1823 wurden Ellingshausen, Grebenhagen, Mühlbach, Raboldshausen, Saasen und Salzberg zum Kreis Homberg geschlagen. Am 1. Januar 1837 kamen Diemerode und Heyerode aus dem Kreis Eschwege zum Kreis Rotenburg. Gleichzeitig wechselten Meckbach und Mecklar aus dem Kreis Rotenburg in den Kreis Hersfeld.
Nach der Annexion von Kurhessen durch Preußen als Folge des Deutschen Kriegs im Jahre 1866 gehörte der Kreis zum Regierungsbezirk Kassel der preußischen Provinz Hessen-Nassau. Ellingerode kam als ehemaliger Gutsbezirk 1928 zur Stadt Rotenburg. Im gleichen Jahr wurden weitere Gutsbezirke aufgelöst, was zu Gemeindeneugründungen und Eingemeindungen innerhalb des Kreises Rotenburg führte.Amtsblatt der Regierung zu Kassel 1928, S. 235 Seit 1946 war der Landkreis Teil des deutschen Bundeslandes Hessen. Vor Beginn der hessischen Gebietsreform umfasste der Landkreis 68 Gemeinden, darunter die drei Städte Bebra, Rotenburg an der Fulda und Sontra.
Durch eine Reihe von Gemeindefusionen im Verlauf des Jahres 1971, bei denen auch die neuen Gemeinden Ludwigseck und Wildeck entstanden, verringerte sich die Zahl der Gemeinden bis Juli 1972 auf 26. Im Rahmen der hessischen Kreisgebietsreform wurde der Landkreis am 1. August 1972 aufgelöst:
Die Stadt Sontra, in die bereits 1971 die Gemeinden Berneburg, Blankenbach, Breitau, Diemerode, Heyerode, Krauthausen, Lindenau, Ulfen, Weißenborn und Wölfterode eingegliedert worden waren, kam zum Landkreis Eschwege, der heute Bestandteil des Werra-Meißner-Kreises ist. Die Gemeinde Rengshausen, in die bereits 1971 die Gemeinden Hausen, Lichtenhagen, Nausis und Nenterode eingegliedert worden waren, kam zum neu gegründeten Schwalm-Eder-Kreis. Alle übrigen Gemeinden wurden Teil des neuen Landkreises Hersfeld-Rotenburg, gleichzeitig kam es zu weiteren Gemeindefusionen, bei denen unter anderem die neue Gemeinde Alheim entstand.
Der amtliche Name während der preußischen Zeit war Kreis Rotenburg in Hessen-Nassau. Nach dem Zweiten Weltkrieg lautete der amtliche Name Landkreis Rotenburg. Zur Unterscheidung vom Landkreis Rotenburg in Hannover im heutigen Niedersachsen waren aber die Bezeichnungen Landkreis Rotenburg (Fulda) oder Landkreis Rotenburg/Fulda gebräuchlich.
Einwohnerentwicklung Landkreis Einwohner 1871 1890 1900 1910 1925 1939 1950 1960 1970 1971 Landkreis RotenburgStatistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973 30.302 29.991 30.315 33.670 37.784 41.863 62.449 55.500 57.921 58.000
Große Gemeinden Gemeinden des Landkreises Rotenburg mit mehr als 1000 Einwohnern:Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Hessen-Nassau und ihre Bevölkerung 1871, Kreis Rotenburg Gemeinde 1871 1939 1961 1970 Bebra 1679 4829 7549 8065 Bosserode 497 1108 1128 Breitenbach 507 1220 1312 Cornberg 1331 1228 Hönebach 581 1089 1063 Lispenhausen 606 1302 2140 2232 Nentershausen 836 1288 1824 1894 Obersuhl 1431 2643 3240 3074 Ronshausen 937 1927 2311 2450 Rotenburg an der Fulda 3275 4197 7738 8973 Sontra 1633 4165 5247 5765 Weiterode 786 1971 2308 2279
Politik Landräte 1821–1848 Friedrich Ludwig Rembe S. 194 1848–1849 Karl Wilhelm Heinrich Wagener 1849 Friedrich Renner 1849–1851 Friedrich von Urff 1851–1855 Karl Groß 1855–1879 Ludwig Schantz 1880–1892 Carl von Altenbockum 1892–1898 Werner von Trott zu Solz 1898–1921 Richard Tuercke 1921–1924 Carl Burchard 1924 Ernst von Nasse (vertretungsweise) 1924 Karl Josef Schlitt (vertretungsweise) 1924–1934 Walter von Dombois 1934–1945 Horst von Kruse 1945–1948 Karl Waldmann 1948–1957 Erhard Seraphin 1957–1971 Otto Ulrich Bährens
Wappen Im Juni 1950 wurde dem Landkreis durch das Hessische Staatsministerium das Recht zur Führung eines Wappens verliehen.
Gemeinden Zum Landkreis Rotenburg gehörten im Verlauf seines Bestehens die folgenden Gemeinden und Gutsbezirke (heutige Zugehörigkeit in Klammern): Asmushausen (Bebra) Atzelrode (Rotenburg) Bauhaus (Nentershausen), Neugründung 1929 Baumbach (Alheim) Bebra Beenhausen (Ludwigsau), 1971 zu Ludwigseck, 1972 zu Ludwigsau Bellers-Gunkelrode (Nentershausen), Gutsbezirk, 1929 zu Bauhaus Berneburg (Sontra), 1972 zum Kreis Eschwege Blankenbach (Sontra), 1972 zum Kreis Eschwege Blankenheim (Bebra) Bosserode (Wildeck) Boxerode (Bebra), Gutsbezirk, 1929 zu Solz Braach (Rotenburg) Braunhausen (Bebra) Breitau (Sontra), 1972 zum Kreis Eschwege Breitenbach (Bebra) Cornberg, Neugründung 1954, zuvor als Gutsbezirk 1928 zu Rockensüß Dankerode (Rotenburg) Dens (Nentershausen) Diemerode (Sontra), 1836 zum Kreis Rotenburg, 1972 zum Kreis Eschwege Ellingerode (Rotenburg), Gutsbezirk, 1928 zu Rotenburg Ellingshausen (Knüllwald), 1823 zum Kreis Homberg Erdpenhausen (Alheim) Erkshausen (Rotenburg) Ersrode (Ludwigsau), 1971 zu Ludwigseck, 1972 zu Ludwigsau Gerterode (Ludwigsau) Gilfershausen (Bebra) Grebenhagen (Schwarzenborn), 1823 zum Kreis Homberg Guttels (Rotenburg), Gutsbezirk, 1928 zu Rotenburg Hainrode (Ludwigsau), 1971 zu Ludwigseck, 1972 zu Ludwigsau Hausen (Knüllwald), 1972 zum Schwalm-Eder-Kreis Hergershausen (Alheim) Heyerode (Sontra), 1836 zum Kreis Rotenburg, 1972 zum Kreis Eschwege Hönebach (Wildeck) Hornel (Sontra), 1938 zu Sontra, 1972 zum Kreis Eschwege Iba (Bebra) Imshausen (Bebra) Königswald (Cornberg) Krauthausen (Sontra), 1972 zum Kreis Eschwege Licherode (Alheim) Lichtenhagen (Knüllwald), 1972 zum Schwalm-Eder-Kreis Liebenz (Wildeck), Gutsbezirk bis 1929 Lindenau (Sontra), 1972 zum Kreis Eschwege Lispenhausen (Rotenburg) Lüdersdorf (Bebra) Ludwigseck (Ludwigsau), Neubildung 1971, 1972 zu Ludwigsau Machtlos (Ronshausen) Meckbach (Ludwigsau), 1836 zum Kreis Hersfeld Mecklar (Ludwigsau), 1836 zum Kreis Hersfeld Metzlar (Sontra), Gutsbezirk, 1929 zu Sontra Mönchhosbach (Nentershausen) Mühlbach (Neuenstein), 1823 zum Kreis Homberg Mündershausen (Rotenburg) Nausis (Knüllwald), 1972 zum Schwalm-Eder-Kreis Nenterode (Knüllwald), 1972 zum Schwalm-Eder-Kreis Nentershausen Niederellenbach (Alheim) Niedergude (Alheim) Niederthalhausen (Ludwigsau) Oberellenbach (Alheim) Obergude (Alheim) Obersuhl (Wildeck) Oberthalhausen (Ludwigsau), 1971 zu Ludwigseck, 1972 zu Ludwigsau Raboldshausen (Neuenstein), 1823 zum Kreis Homberg Raßdorf (Wildeck) Rautenhausen (Bebra) Rengshausen (Knüllwald), 1972 zum Schwalm-Eder-Kreis Richelsdorf (Wildeck) Rockensüß (Cornberg) Ronshausen Rotenburg an der Fulda Saasen (Neuenstein), 1823 zum Kreis Homberg Salzberg (Neuenstein), 1823 zum Kreis Homberg Schwarzenhasel (Rotenburg) Seifertshausen (Rotenburg) Solz (Bebra) Sontra, 1972 zum Kreis Eschwege Sterkelshausen (Alheim) Süß (Nentershausen) Ulfen (Sontra), 1972 zum Kreis Eschwege Weißenborn (Sontra), 1972 zum Kreis Eschwege Weißenhasel (Nentershausen) Weiterode (Bebra) Wildeck, Neubildung 1971 Wölfterode (Sontra), ab 1972 beim Kreis Eschwege Wüstefeld (Rotenburg), Gutsbezirk, 1928 zu Atzelrode
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen ROF zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Juli 1972 ausgegeben. Seit dem 1. August 2013 ist es im Landkreis Hersfeld-Rotenburg erhältlich.
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Einzelnachweise
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