Der Landkreis Eschwege war bis 1973 ein Landkreis in Hessen. Sein Gebiet gehört heute zum Werra-Meißner-Kreis. Der Verwaltungssitz war in der Stadt Eschwege.
Nachbarkreise Der Landkreis grenzte Ende 1973, im Nordosten beginnend im Uhrzeigersinn, an die Kreise Heiligenstadt, Mühlhausen und Eisenach im Bezirk Erfurt der DDR sowie an die hessischen Landkreise Hersfeld-Rotenburg, Melsungen und Witzenhausen.
Geschichte Der Kreis Eschwege wurde 1821 im Kurfürstentum Hessen gegründet. Am 1. Januar 1837 wechselten die Gemeinden Dudenrode, Kammerbach und Orferode aus dem Kreis Eschwege in den Kreis Witzenhausen und Gemeinden Diemerode und Heyerode in den Kreis Rotenburg. mini|150px|Siegelmarke des Königlich Preußischen Landratsamtes Eschwege Nach der Annexion von Kurhessen durch Preußen als Folge des Deutschen Kriegs im Jahre 1866 gehörte der Kreis zum Regierungsbezirk Kassel der preußischen Provinz Hessen-Nassau. Ab 1946 war der Kreis ein Landkreis im Land Hessen.
Zu Beginn der 1970er Jahre wurde der Landkreis zweimal vergrößert: Am 31. Dezember 1971 wurden die Gemeinden Harmuthsachsen und Hasselbach des Landkreises Witzenhausen sowie die Gemeinde Stolzhausen des Landkreises Melsungen in die Gemeinde Waldkappel dem Landkreis Eschwege eingegliedert. Am 1. August 1972 wurde die Stadt Sontra aus dem aufgelösten Landkreis Rotenburg (Fulda) in den Landkreis Eschwege eingegliedert.
Im Rahmen der hessischen Kreisgebietsreform wurde der Landkreis Eschwege am 1. Januar 1974 mit dem Nachbarkreis Witzenhausen zum Werra-Meißner-Kreis zusammengeschlossen.
Einwohnerentwicklung Landkreis Jahr Einwohner Quelle 1871 39.563 Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Hessen-Nassau und ihre Bevölkerung 1871 1890 42.260 1900 43.203 1910 45.875 1925 47.515 1939 49.842 1950 73.233 1960 66.400 1970 65.300 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 1972 73.000 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1974
Große Gemeinden Gemeinden des Kreises Eschwege mit mehr als 1000 Einwohnern:Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Hessen-Nassau und ihre Bevölkerung 1871 Gemeinde 1871 1939 1961 1970 Abterode 1.040 1.090 1.068 Bischhausen 1.043 1.066 1.254 1.296 Datterode 627 1.003 1.065 Eschwege 7.371 15.462 24.091 22.718 Frankershausen 903 1.023 1.025 Frieda 773 1.126 Grebendorf 566 1.127 1.805 1.949 Herleshausen 1.115 1.533 1.652 1.500 Hoheneiche 312 1.159 1.264 Oberhone 475 1.064 Reichensachsen 1.688 2.070 2.702 2.749 Schwebda 660 1.135 1.083 Waldkappel 1.021 1.153 1.901 1.997 Wanfried 2.020 2.695 3.779 3.579 Weißenborn 512 1.045 1.105 Wichmannshausen 705 1.090 1.051
Gemeinden Stand 1968 Bis zum Beginn der hessischen Gebietsreform bestand der Landkreis Eschwege aus 70 Gemeinden, von denen drei das Stadtrecht besaßen: Abterode Alberode Albungen Altefeld Altenburschla Archfeld Aue Bischhausen Breitzbach Burghofen Datterode Eltmannsee Eltmannshausen Eschwege, Stadt Frankenhain Frankershausen Frauenborn FriedaFriemen Gehau Germerode Grandenborn Grebendorf Heldra Herleshausen Hetzerode Hitzelrode Hitzerode Hoheneiche Holzhausen Jestädt Kirchhosbach Langenhain Lüderbach Mäckelsdorf MarkershausenMitterode Motzenrode Nesselröden Netra Neuerode Niddawitzhausen Niederdünzebach Oberdünzebach Oberhone Oetmannshausen Rambach Rechtebach Reichensachsen Renda Rittmannshausen Rodebach Röhrda SchemmernSchwebda Stadthosbach Thurnhosbach Unhausen Vierbach Vockerode Völkershausen Waldkappel, Stadt Wanfried, Stadt Weidenhausen Weißenborn Wellingerode Wichmannshausen Willershausen Wolfterode Wommen
Stand 31. Dezember 1973 1971/72 entstanden durch Gemeindefusionen die neuen Gemeinden Berkatal, Meinhard, Meißner, Netratal, Ringgau und Wehretal. Nach weiteren Gemeindefusionen bestanden im Landkreis Eschwege zum Zeitpunkt seiner Auflösung am 31. Dezember 1973 noch 16 Gemeinden, darunter vier Städte: Berkatal Eltmannsee Eschwege, Stadt HerleshausenHetzerode Meinhard Meißner NetratalOberhone Ringgau Sontra, Stadt Waldkappel, StadtWanfried, Stadt Wehretal Weißenborn Wolfterode Gleichzeitig mit der Auflösung des Landkreises wurden zum 1. Januar 1974 Oberhone nach Eschwege, Wolfterode nach Meißner, Netratal nach Ringgau sowie Eltmannsee und Hetzerode nach Waldkappel eingemeindet. Aus dem Altkreis Eschwege traten damit letztendlich elf Gemeinden in den neuen Werra-Meißner-Kreis ein.
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen ESW zugewiesen. Bei der Gebietsreform wurde es für den Werra-Meißner-Kreis übernommen und durchgehend bis heute ausgegeben.
Landräte (in Kurhessen mit der Amtsbezeichnung Kreisrat) 1821 – Friedrich Meisterlin 1868 – Karl Groß 1885 – Emil Grimm 1893 – 1919 Alexander von KeudellLandkreis Eschwege Verwaltungsgeschichte und Landratsliste auf der Website territorial.de (Rolf Jehke) 1919 – Rudolf Bödiker 1921 – Hermann Langer 1932 – Otto Glahn 1932 – 1936 Philipp Deichmann 1937 – 1945 Walter Schultz 8. Mai 1945 – 31. August 1945 Wolfgang Hartdegen 1. September 1945 – 25. Februar 1946 Dr. Busse 1. Juli 1946 – 30. Juni 1948 Johannes Braunholz 1. Juli 1948 – 30. Juni 1954 Gerhard Pforr 5. Juli 1954 – 15. Dezember 1960 Hansjochen Kubitz 4. März 1961 – 31. Dezember 1973 Eitel Oskar Höhne
Literatur Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.), Peer Zietz, Thomas Wiegand: Werra-Meißner-Kreis I, Altkreis Eschwege (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland / Kulturdenkmäler in Hessen). Vieweg, Braunschweig/Wiesbaden 1991, ISBN 3-528-06240-1. Karl G. Bruchmann: Der Kreis Eschwege. Territorialgeschichte der Landschaft an der mittleren Werra. Elwert, Marburg 1931.
Weblinks
Einzelnachweise
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