mini|Verlan, Ambigram Verlan [vɛʁ.lɑ̃] ist eine in der französischen Jugendsprache verbreitete Spielsprache, in der die Silben umgekehrt werden. Selbst die Bezeichnung Verlan ist schon im Verlan verfasst, sie kommt nämlich vom französischen l’envers [lɑ̃.vɛʁ] (umgekehrt).

Viele Wörter sind in das umgangssprachliche Französisch übernommen worden, wie beispielsweise Beurs (zu Arabes) anstatt Maghrébins. Da auf diese Weise die kryptische Funktion verloren ging, wurden die Wörter nochmals verlanisiert; im Beispiel: arabe → beur → rebeu.

Ursprünglich wurde Verlan von Gaunern gesprochen, um die Polizei zu verwirren. Als 1978 der Liedermacher Renaud mit Laisse béton (Verballhornung von laisse tomber, dt. lass gut sein) landesweit erfolgreich war, wurde die Sprache insbesondere unter den Jugendlichen der Pariser Vorstädte sehr populär.

Die besondere Schwierigkeit für das Verständnis des Verlan besteht darin, zu erkennen, welche Silben verdreht werden, und dass gegebenenfalls die ursprünglichen Wörter bereits aus der Umgangssprache stammen. Selbst einsilbige Wörter können verdreht werden, indem sie überdeutlich ausgesprochen und nach dem Umdrehen der Silben wieder auf ein einsilbiges Wort verkürzt werden (wie mec (franz. Typ) = me-keu → keume → keum).

Eine weitere Methode des Verlan ist folgende: Man nimmt den ersten und letzten Konsonanten eines Wortes, dreht diese um und setzt ein „eu“ ein. Beispiel: femme (Frau) m-f meuf.

Aufbau Verlan ist eine gesprochene Sprache, keine Schriftsprache, und berücksichtigt nur selten die offizielle Rechtschreibung. Einige Ausnahmen: tromé = métro – Metro chébran = branché – in (auf dem letzten Stand der Mode) ouf = fou – verrückt teubé = bête – dumm In der Regel bezieht sich das Verlan auf die Phonetik: relou = lourd – lästig, penetrant laisse béton = laisse tomber – lass’ sein, vergiss es zarbi = bizarre – merkwürdig bedo = daubebedo auf dictionnairedelazone.fr – Gras, Marihuana Gelegentlich muss ein Vokal eingefügt werden, um einen Endkonsonanten aussprechen zu können. In dem Fall wird ein Schwa (geschrieben eu) eingesetzt, z. B.: keum = mec – Typ meuf = femme – Frau keuf = flic – ugs. für Polizist (hier verschwindet bei der Drehung meistens das li); In einigen Fällen entwickelt sich das Verlan von einem Begriff, der bereits dem Verlan angehört: reubeu = beur = arabe – Araber Die Konsonanten des ursprünglichen Wortes bleiben unberührt, die Vokale wurden jedoch verändert.

Dreisilbige Wörter können auch gedreht werden, wobei man drei verschiedene Verfahren kennt: Umgekehrte Reihenfolge der Silben: Gaitupor = Portugais – Portugiese Versetzen der ersten Silbe an das Wortende: Caillera = Racaille – Pöbel, Pack Vorziehen der letzten Silbe an den Anfang: Léancu = Enculé – Mistkerl

Verlan-Wörter als Label Gotan Project, Name einer Pariser Musikgruppe, Verlanisierung der Tanzbezeichnung Tango Stromae, Name eines Rappers, Verlanisierung von Maestro 20syl, Name eines Rappers und Produzenten, Verlanisierung von Sylvain

Siehe auch Das argentinische „Vesre“ ist dem Verlan ähnlich. Unabhängig vom Verlan weist das Läpper Talp in der Eifel ähnliche Strukturen auf. Auch das Šatrovački im ehemaligen Verbreitungsgebiet des Serbokroatischen beruht auf Silbenvertauschung. Das Mattenenglisch in Bern (Schweiz) beruht auf ähnlichen Strukturen

Literatur

Weblinks french.about.com (englisch) (französisch)

Ausführliche Erklärung des Verlan. (französisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Französische Sprache Kategorie:Spielsprache Kategorie:Geheimsprache