Die Rotachseltaube (Leptotila rufaxilla) ist eine Art der Taubenvögel. Sie war im deutschen Sprachgebrauch früher gelegentlich als Graustirntaube bekannt. Diese Bezeichnung ist jedoch nicht eindeutig, da eine Art der Indopazifischen Erdtauben gleichfalls so genannt wird. Es gibt mehrere Unterarten, die ausschließlich in Südamerika verbreitet sind.

Erscheinungsbild Die Rotachseltaube erreicht eine Körpergröße von 27 Zentimetern und entspricht damit der Blauringtaube. Rösler, S. 211 Die Stirn ist hellgrau. Das Gefieder wird am Oberkopf etwas dunkler. Am Hals ist der Grauton purpur überwaschen und schillert leicht. Das Gesicht ist gelbbraun. Die Halsseiten und die Brust sind graurosa. Die Körperoberseite ist bräunlich olivfarben. Der Mantel und die inneren Flügeldecken weisen dabei einen leichten bronzegrünlichen Schimmer auf.

Verbreitungsgebiet und Lebensraum mini|links|Verbreitungsgebiet der Rotachseltaube (grün) Die Rotachseltaube hat ein sehr großes Verbreitungsgebiet, das sich über einen großen Teil des Südamerikanischen Kontinents erstreckt. Sie fehlt im Westen des Kontinents sowie im Süden. Sie kommt von Kolumbien und Venezuela, Guyana, Trinidad und Brasilien, dem Osten von Peru und Bolivien bis in den Norden von Argentinien und den Osten Uruguays vor. Gibbs, S. 364 In Teilen ihres Verbreitungsgebietes ist sie eine häufige Art. Ihre Höhenverbreitung reicht von 600 Metern über NN im Norden Südamerikas bis 2.200 Meter NN im Süden Brasiliens.

Ihr Lebensraum sind feuchte und halbfeuchte tropische Wälder. Es ist eine bodenbewohnende Art. Sie toleriert in einem gewissen Grade Holzeinschlag und nutzt auch Sekundärwald, wo er an Primärwald angrenzt.

Lebensweise Die Rotachseltaube ist ein Standvogel. Sie ist scheu und unauffällig. Auch wenn sie sich bedroht fühlt, sucht sie eher laufend im Unterholz Schutz als dass sie auffliegt. Sie baumt immer nur sehr niedrig auf. Sie lebt überwiegend einzeln oder in Paaren. Das Nahrungsspektrum umfasst Sämereien, kleine Früchte und Insekten. Die Fortpflanzungszeit variiert in Abhängigkeit vom Standort. In Teilen des Verbreitungsgebietes kommt es ganzjährig zu Bruten. Gibbs, S. 363 Das Gelege besteht aus einem bis zwei Eiern. Die Brutzeit beträgt 12 Tage. Die Jungvögel sind nach 12 bis 13 Tagen flügge.

Unterarten Es sind folgende Unterarten bekannt:IOC World Bird List Pigeons Leptotila rufaxilla pallidipectus , 1915Frank Michler Chapman (1915), S. 369. kommt im östlichen Kolumbien und im westlichen Venezuela vor. Leptotila rufaxilla dubusi , 1855Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1855), S. 99. ist vom südöstlichen Kolumbien über das östliche Ecuador und östliche Peru, das nordwestliche Brasilien únd das südliche Venezuela verbreitet. Leptotila rufaxilla rufaxilla ( & , 1792)Louis Claude Marie Richard u. a. (1870), S. 118. kommt vom östlichen Venezuela über Guyana, Suriname, Französisch-Guayana und das nördliche Brasilien vor. Leptotila rufaxilla hellmayri , 1915Frank Michler Chapman (1915), S. 368. ist im nordöstlichen Venezuela und auf Trinidad verbreitet- Leptotila rufaxilla bahiae , 1885Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch (1885), S. 177 kommt in Zentralbrasilien vor. Leptotila rufaxilla reichenbachii , 1870August von Pelzeln (1868), S. 279,337 ist im südlichen zentralen und südlichen Brasilien, in Paraguay, in Uruguay und dem nordöstlichen Argentinien verbreitet.

Leptotila rufaxilla hypochroos & , 1937Ludlow Griscom (1937), S. 419 wird heute als Synonym zur Nominatform, betrachtet.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung der Rotachseltaube erfolgte 1792 durch Louis Claude Marie Richard und Jean Philippe Bernard unter dem wissenschaftlichen Namen Columba Rufaxilla. Das Typusexemplar hatte Jean Baptiste Leblond in Cayenne gesammelt. 1837 führte William Swainson die neue Gattung Leptotila für die Rotachseltaube (Leptotila rufaxilla) ein.William Swainson, S. 349. Dieser Name leitet sich von und ab.Leptotila The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname rufaxilla ist ein Wortgebilde aus und .rufaxilla The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Pallidipectus hat seinen Ursprung in und pallidipectus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, hypochroos in und .hypochroos The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Dubusi ist Bernard Amé Léonard Du Bus de Gisignies gewidmet, hellmayri Carl Eduard Hellmayr und reichenbachii Ludwig Reichenbach. Schließlih bezieht sich bahiae auf Bahia. Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. In der Literatur betrachtete er SapucaiCharles Chubb (1910), S. 63 durch Charles Chubb, Puerto BertoniArnaldo de Winkelried Bertoni (1904), S. 9. und das Departamento Alto ParanáArnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 37. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni als Nachweise für das Land. Laubmann ordnete Paraguay die Unterart L. r. reichenbachii zu. Er betonte, dass es möglich sei, dass diese Nennungen für das Land auch Verwechlungen mit der Blauringtaube sein könnten. Er selbst hatte mit Leptoptila callauchen , 1910 auch eine Nennung falsch zugeordnet.Alfred Laubmann (1939), S. 141–142.

Haltung in menschlicher Obhut Die Rotachseltaube wurde erstmals 1880 im Zoo von London gezeigt. Rösler, S. 212 Die Tauben können bei artgerechter Haltung sehr alt werden. Eine im Berliner Zoo gehaltene Rotachseltaube erreichte ein Lebensalter von 29 Jahren. Münst, S. 171

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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