Basisdaten Bestandszeitraum 1885–1932 Preußische Provinz Hannover Regierungsbezirk Stade Verwaltungssitz Otterndorf Fläche 326 km² Einwohner 16.921 (1925) Bevölkerungsdichte 52 Einw./km² (1925) Gemeinden 15 (1910)13 (1932) Lage des Kreises in der preußischen Provinz Hannover 350px|Lage des Kreises Hadeln in der Provinz Hannover

Der Kreis Hadeln war ein Landkreis in der preußischen Provinz Hannover. Der Kreissitz war in der Stadt Otterndorf.

Geschichte Der Kreis Hadeln wurde nach der Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen 1885 aus dem ehemaligen hannoverschen Amt Otterndorf und der Stadt Otterndorf gebildet.Kreisordnung für die Provinz Hannover (1884) Bei der Kreisreform 1932 wurde der Kreis mit dem größten Teil des benachbarten Kreises Neuhaus an der Oste sowie der Gemeinde Altenwalde aus dem aufgelösten Landkreis Lehe zum Kreis Land Hadeln zusammengefasst.

In der NS-Zeit griff der NS-Staat den verschuldeten Bauern mit Steuererleichterungen, Umschuldungsaktionen, günstigen Krediten und gesicherten Erzeugerpreisen unter die Arme. Der (seit 1935 nicht mehr freiwillige) Arbeitsdienst wurde beim Deichbau und Entwässerungsmaßnahmen eingesetzt. Staatliche Rüstungsaufträge, Kasernenbau, die Anlage von Flugplätzen und Truppenübungsplätzen sorgten bald für Vollbeschäftigung. Die Rolle der Kreistage wurde bald bedeutungslos. Die gesamte Verantwortung konzentrierte sich auf die Person des Landrats, der in der Regel stramm nationalsozialistisch ausgerichtet war. Besonders in der Landwirtschaft wurden während des Krieges Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene eingesetzt.Erich von Lehe: Geschichte des Landes Wursten. Mit einem Beitrag von Werner Haarnagel. Bremerhaven 1973Rudolf Lembcke: (Hrsg.): Kreis Land Hadeln. Geschichte und Gegenwart. Otterndorf 1976.

Eine schöne, durchaus lesenswerte Schilderung von Land und Leuten ist Robert Lembcke zu verdanken.Rudolf Lembcke: Hadelns Landrat Alexander Sostmann und seine Zeit: Vom Welfenroß zum Preußenadler. Jahrbuch der Männer vom Morgenstern 61 (1982), S. 241–283.

Einwohnerentwicklung Einwohner 1890 1900 1910 1925Kreis Hadeln16.65215.95616.66216.921

Gemeinden Die folgende Tabelle enthält die Gemeinden des Kreises Hadeln mit ihrer Einwohnerzahl am 1. Dezember 1910:

Gemeinde EinwohnerAltenbruch2.588Franzenburg284Lüdingworth1.456Neubachenbruch104Neuenkirchen834Nordleda1.104Odisheim906Oster Ihlienworth666Osterbruch544Osterende Otterndorf1.280Otterndorf1.937Steinau1.350Wanna1.423Wester Ihlienworth1.189Westerende Otterndorf997 Ein Vergleich mit den heutigen Gemeinden muss berücksichtigen, dass einige Gemeinden inzwischen aufgelöst wurden, wie z. B. Westerende Otterndorf, das am 1. Juni 1929 zum größten Teil nach Otterndorf eingemeindet wurde. Von Osterende Otterndorf, damals ebenfalls zum größten Teil nach Otterndorf eingemeindet, fiel unter anderem der Ortsteil Brüninghemm an Neuenkirchen.

Landräte 1885–1898 Alexander Sostmann (1833–1908) 1898–1928 Friedrich Bayer († 1928), Deutschnationale Volkspartei (DNVP) 1928–1932 Hinrich Wilhelm Kopf (1893–1961), Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

Siehe auch Geschichte von Hadeln und Wursten Elbe-Weser-Dreieck

Literatur

Uta Ruge: Bauern, Land. Die Geschichte meines Dorfes im Weltzusammenhang. Verlag Antje Kunstmann GmbH, München 2024. ISBN 978-3-95614-612-1

Weblinks

Einzelnachweise

Hadeln Kategorie:Geschichte (Landkreis Cuxhaven) Kategorie:Otterndorf Hadeln Kategorie:Aufgelöst 1932