Der Kreis Annaberg war ein Landkreis im Bezirk Karl-Marx-Stadt der DDR. Ab 1990 bestand er als Landkreis Annaberg im Freistaat Sachsen fort. Sein Gebiet liegt heute im Erzgebirgskreis in Sachsen. Der Sitz der Kreisverwaltung befand sich in Annaberg-Buchholz.

Geographie

Lage Der Kreis Annaberg lag im Erzgebirge an der Grenze zur Tschechoslowakei.

Nachbarkreise Der Kreis Annaberg grenzte im Uhrzeigersinn im Westen beginnend an die Kreise Schwarzenberg, Aue, Stollberg, Zschopau und Marienberg. Im Süden grenzte er an die Tschechoslowakei.

Geschichte Bereits 1874 war im Königreich Sachsen die Amtshauptmannschaft Annaberg eingerichtet worden, die 1939 in Landkreis Annaberg umbenannt wurde. Der Landkreis Annaberg gehörte nach 1945 zum Land Sachsen und somit seit 1949 zur DDR.

Am 25. Juli 1952 kam es in der DDR zu einer umfassenden Kreisreform, bei der unter anderem die Länder aufgelöst wurden und durch Bezirke ersetzt wurden. Aus einem Teil des Landkreises Annaberg wurde der neue Kreis Zschopau gebildet, während aus dem verbliebenen Teil des Landkreises der neue Kreis Annaberg entstand. Dieser wurde dem neugebildeten Bezirk Karl-Marx-Stadt zugeordnet. Der Kreissitz war in der Stadt Annaberg-Buchholz.

Die folgenden 30 Gemeinden aus dem alten Landkreis Annaberg bildeten am 25. Juli 1952 den neuen Kreis Annaberg: Annaberg-Buchholz, Stadt, Arnsfeld, Bärenstein, Cranzahl, Crottendorf, Cunersdorf, Dörfel, Elterlein, Stadt, Frohnau, Geyer, Stadt, Geyersdorf, Grumbach, Hammerunterwiesenthal, Hermannsdorf, Jöhstadt, Stadt, Königswalde, Mildenau, Neudorf, Oberscheibe, Oberwiesenthal, Scheibenberg, Schlettau, Schmalzgrube, Schönfeld, Schwarzbach, Sehma, Steinbach, Tannenberg, Walthersdorf und Wiesa.

Bis zur Auflösung des Kreises 2008 gab es folgende Gemeindegebietsänderungen und Umgliederungen über die Kreisgrenzen hinweg: 4. Dezember 1952 – Umgliederung von Neundorf aus dem Kreis Zschopau in den Kreis Annaberg 1. Januar 1956 – Ausgliederung der neuen Gemeinde Thermalbad Wiesenbad aus Wiesa 1. Januar 1994 – Eingliederung von Oberscheibe in die Stadt Scheibenberg 1. März 1994 – Eingliederung von Schmalzgrube in die Stadt Jöhstadt 1. Januar 1996 – Eingliederung von Frohnau in die Stadt Annaberg-Buchholz 1. April 1996 – Eingliederung von Schwarzbach in die Stadt Elterlein 1. Oktober 1996 – Eingliederung von Dörfel in die Stadt Schlettau 1. Januar 1997 – Eingliederung von Hammerunterwiesenthal in die Stadt Oberwiesenthal 1. Januar 1998 – Eingliederung von Cunersdorf in die Stadt Annaberg-Buchholz 1. Januar 1999 – Eingliederung von Geyersdorf in die Stadt Annaberg-Buchholz 1. Januar 1999 – Eingliederung von Arnsfeld nach Mildenau 1. Januar 1999 – Eingliederung von Hermannsdorf in die Stadt Elterlein 1. Januar 1999 – Zusammenschluss von Neudorf, Cranzahl und Sehma zur neuen Gemeinde Sehmatal 1. Januar 1999 – Eingliederung von Walthersdorf in Crottendorf 1. Januar 1999 – Eingliederung von Steinbach in die Stadt Jöhstadt 1. Januar 1999 – Eingliederung von Neundorf, Schönfeld und Wiesa in Thermalbad Wiesenbad

Am 17. Mai 1990 wurde aus dem Kreis der Landkreis Annaberg,Durch Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990, im Gesetzblatt der DDR 1990, Band I, S. 255, Online (PDF). Anlässlich der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde der Landkreis im Oktober 1990 Teil des wiedergegründeten Landes Sachsen. Bei der ersten sächsischen Kreisreform wurde er um fünf Gemeinden des Landkreises Zschopau zum neuen Landkreis Annaberg vergrößert. Infolge der zweiten sächsischen Kreisreform ging das Kreisgebiet am 1. August 2008 im neuen Erzgebirgskreis auf.StBA: Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.2008

Einwohnerentwicklung

Kreis Annaberg Jahr 1960 1971 1981 1989 Einwohner 95.388 92.377 84.666 80.256

Politik

Vorsitzende des Rates des Kreises Mai 1945–Oktober 1945: Karl Köglsperger November 1945–Juni 1946: Alfred Fellisch 1946–1950: Fritz Enge 1950–1959: Georg Krauß 1959–1961: Ernst Hübler 1961–1982: Heinz Werner 1982–1990: Jörgen Martin

Wirtschaft Bedeutende Betriebe waren unter anderen: VEB Getreidewirtschaft Annaberg-Buchholz VEB Plasticart Annaberg-Buchholz VEB Feuerlöschgerätewerk Jöhstadt VEB Verpackungsmittel Kombinat Annaberg-Buchholz VEB Annaberger Wäschewerk VEB OPEW Annaberg-Buchholz

Verkehr Dem überregionalen Straßenverkehr dienten die F 95 von Oberwiesenthal über Annaberg-Buchholz nach Karl-Marx-Stadt sowie die F 101 Richtung Aue und Freiberg. Das Kreisgebiet wurde von den Eisenbahnstrecken Flöha–Annaberg-Buchholz–Bärenstein, Annaberg-Buchholz–Schwarzenberg, Annaberg-Buchholz–Königswalde, Walthersdorf–Crottendorf sowie Cranzahl–Oberwiesenthal erschlossen.

Bevölkerungsdaten

Bevölkerungsübersicht aller 32 Gemeinden des Kreises, die 1990 in das wiedergegründete Land Sachsen kamen.Regionalregister Sachsen

AGS Gemeinde Einwohner Fläche (ha) 3.10.1990 31.12.1990 14011010 Annaberg-Buchholz, Stadt 25 059 25 010 1 268 14011020 Arnsfeld 1 444 1 440 1 190 14011030 Bärenstein 3 004 2 987 423 14011040 Cranzahl 2 380 2 376 724 14011050 Crottendorf 4 682 4 649 2 943 14011060 Cunersdorf 1 077 1 073 344 14011070 Dörfel 399 400 527 14011080 Elterlein, Stadt 2 196 2 186 2 623 14011090 Frohnau 1 277 1 262 505 14011100 Geyer, Stadt 4 596 4 593 1 876 14011110 Geyersdorf 1 015 1 004 494 14011120 Grumbach 957 957 740 14011130 Hammerunterwiesenthal 667 655 295 14011140 Hermannsdorf 929 921 1 243 14011150 Jöhstadt, Stadt 1 602 1 595 1 428 14011160 Königswalde 2 356 2 335 1 954 14011170 Mildenau 2 553 2 550 1 978 14011180 Neudorf 2 889 2 884 2 900 14011190 Neundorf 850 843 640 14011200 Oberscheibe 329 332 352 14011210 Oberwiesenthal, Kurort, Stadt 3 920 3 897 3 778 14011220 Scheibenberg, Stadt 2 147 2 135 549 14011230 Schlettau, Stadt 2 586 2 576 1 590 14011240 Schmalzgrube 237 237 97 14011250 Schönfeld 811 811 668 14011260 Schwarzbach 543 542 726 14011270 Sehma 3 017 3 001 867 14011280 Jöhstadt 1 024 1 022 2 703 14011290 Tannenberg 1 255 1 269 789 14011300 Walthersdorf 803 803 702 14011310 Wiesa 1 552 1 547 997 14011320 Wiesenbad, Thermalbad 1 020 1 015 316 14011  Landkreis Annaberg 79 176 78 907 38 231

Kfz-Kennzeichen Den Kraftfahrzeugen (mit Ausnahme der Motorräder) und Anhängern wurden von etwa 1974 bis Ende 1990 dreibuchstabige Unterscheidungszeichen, die mit den Buchstabenpaaren TA und XA begannen, zugewiesen. Die letzte für Motorräder genutzte Kennzeichenserie war XZ 52-01 bis XZ 99-99.

Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen ANA.

Literatur Landratsamt Annaberg (Hrsg.): 125 Jahre Landkreis Annaberg 1874–1999. Die Verwaltung im Wandel der Zeit. 1999 Francesca Weil: Entmachtung im Amt. Bürgermeister und Landräte im Kreis Annaberg 1930–1961 (= Geschichte und Politik in Sachsen. Bd. 21). Böhlau, Köln u. a. 2004, ISBN 3-412-17403-3.

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemalige Verwaltungseinheit (Erzgebirgskreis) Annaberg Kategorie:Bezirk Karl-Marx-Stadt Annaberg Landkreis Annaberg