mini|Die LWF als Teil des Zentrums Wald-Forst-Holz

Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) am Campus Weihenstephan in Freising ist eine Sonderbehörde der Bayerischen Forstverwaltung im Geschäftsbereich des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus. Die Landesanstalt hat etwa 180 Mitarbeiter, die sich mit Waldforschung und Forstwirtschaft befassen.

Geschichte mini|Informationsangebot der LWF mini|Zentrum Wald-Forst-Holz, Büro

1881 wurde durch König Ludwig II. die Königlich Bayerische Versuchsanstalt zu München gegründet. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstand das Bedürfnis, die aus praktischen Erfahrungen gewonnenen Lehren wissenschaftlich zu prüfen und zu begründen.

August Ganghofer, der spätere Leiter der Bayerischen Staatsforstverwaltung, hatte die Aufgabe, das forstliche Versuchswesen in Bayern und die Organisation der Versuchsanstalt aufzubauen. Die Abteilungen der Versuchsanstalt wurden von forstlichen Universitätsprofessoren geleitet.

1979 wurde die „Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt“ eigenständig und zur Ressort-Forschungseinrichtung der Bayerischen ForstverwaltungAbteilung Forstverwaltung auf der Website des StMELF, abgerufen am 29. April 2018. ausgebaut. Mit der Verlegung nach Freising 1993 erhielt die Einrichtung den neuen Namen – Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. 2005 wurden ihr mit der Forstverwaltungsreform weitere Aufgaben übertragen.

2003 gründete die LWF zusammen mit der TUM und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan, welches Kompetenzen und Ressourcen in Forschung, Lehre, Beratung und Wissenstransfer bündeln und Synergieeffekte freisetzen soll.

Aufgabenstellung im 21. Jahrhundert Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) will als Forschungseinrichtung der Bayerischen Forstverwaltung angewandte Forschungs- und Entwicklungsarbeit als Grundlage für eine nachhaltige, das heißt wettbewerbsfähige, ökologische und sozial verträgliche Bewirtschaftung des Waldes betreiben. So will sie der forstlichen Praxis und der Öffentlichkeit neue Erkenntnisse aus Forschung und langfristig angelegten Untersuchungen liefern, um den Erhalt und die Stärkung der vielfältigen Waldfunktionen zu sichern.

In ihrer Funktion als Servicestelle will die LWF das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (StMELFT) und die weiteren Forstbehörden bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützen.Wald ist unser Thema, Website der LWF abgerufen am 29. April 2018

Organisation Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) wird vom Präsidenten und vom Vizepräsidenten geleitet, die durch Stabsstellen unterstützt werden.

Die LWF gliedert sich in folgende neun Abteilungen: Abteilung 1: Informationstechnologie Abteilung 2: Boden und Klima Abteilung 3: Waldbau und Bergwald Abteilung 4: Forsttechnik, Betriebswirtschaft, Holz Abteilung 5: Waldschutz Abteilung 6: Biodiversität und Naturschutz Abteilung 7: Waldbesitz, Beratung, Forstpolitik Abteilung 8: Wissenstransfer, Öffentlichkeitsarbeit, Waldpädagogik

Dem Präsidium direkt zugeordnet sind die Stabsstellen für „Personal, Verwaltung“, „Labor“ und „Juristische Beratung“, „Wildbiologie und Wildtiermanagement“ sowie die Geschäftsstelle des Zentrums Wald-Forst-Holz Weihenstephan., abgerufen am 13. November 2021.

Tätigkeitsfelder der Abteilungen mini|Intensives forstliches Umweltmonitoring (Level 2) an einer von der LWF betreuten Waldklimastation in Bayern Forstliche IT Die Abteilung Informationstechnologie ist für die Einrichtung und den Betrieb der PCs an den Arbeitsplätzen, der verwendeten Software und des Netzwerkes sowie der zentralen Datenbanken an der LWF zuständig. Darüber hinaus leistet die EDV in Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen konzeptionelle Arbeit und Entwicklung von Fachanwendungen, vor allem in den Bereichen Datenbanken und WebGIS. Für die Themen forstliche Fernerkundung, BayWIS und GIS ist hier die zentrale Stelle der Bayerischen Forstverwaltung. Im Rahmen von Projekten werden die technischen Entwicklungen in diesen Bereichen laufend verfolgt, mitgestaltet und anwendungsorientiert umgesetzt.„Informationstechnologie“ auf der Website der LWF, abgerufen am 29. April 2018.

Boden und Klima Wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig ist die Forstwirtschaft von den gegebenen Umweltbedingungen abhängig. Es ist nur in äußerst geringem Umfang möglich und wirtschaftlich, die Wachstumsbedingungen der Bäume aktiv zu verbessern. Vielmehr kommt es in der Forstwirtschaft darauf an, zu den gegebenen Boden- und Klimaverhältnissen die optimalen Baumarten und Bewirtschaftungsformen zu wählen. Die Kenntnis der gegenwärtigen und zukünftigen Standortbedingungen ist dafür die Voraussetzung. In der Abteilung Boden und Klima der LWF werden die Standortbedingungen auf verschiedenen raumzeitlichen Skalenniveaus erfasst. Hier muss man sich in besonderem Maße den Herausforderungen stellen, die der globale Wandel mit sich bringt: Klimaveränderung, Bodenverarmung und Bodeneutrophierung sind die wichtigsten Themen.„Boden und Klima“ auf der Website der LWF, abgerufen am 29. April 2018.

Waldbau und Bergwald mini|Buchenwald im Spessart Als zentrales Element der nachhaltigen Forstwirtschaft hat der Waldbau im Flachland und Gebirge die Aufgabe, vorhandene Wälder zu pflegen und neue Wälder heranzuziehen. Dabei sollen unter Berücksichtigung aller Waldfunktionen ein langfristig möglichst hoher Ertrag erwirtschaftet und zugleich die Stabilität der Waldbestände gegen abiotische und biotische Schadereignisse verbessert werden. Waldbauliches Handeln erfordert neben einem besonders langfristigen Denken ein grundlegendes Verständnis der Abläufe im Ökosystem Wald. Es umfasst alle Bewirtschaftungsmaßnahmen und bildet den Schlüssel für die Entwicklung zukunftsfähiger, wirtschaftlich und ökologisch ausgewogener Waldbestände. Waldbau verfolgt das Ziel, Wachstum und Stabilität von Waldbeständen zu sichern und zu verbessern.„Waldbau und Bergwald“ auf der Website der LWF, abgerufen am 29. April 2018.

Forsttechnik, Betriebswirtschaft, Holz Der Wald liefert den wichtigsten nachwachsenden Roh- und Brennstoff Holz. Viele tausend Menschen arbeiten in Betrieben, die Holz aus den heimischen Wäldern verarbeiten. Wie viel Holz erzeugen unsere Wälder? Wie kann es möglichst naturschonend und rationell gewonnen werden? Welche Wirtschaftszweige verwenden welche Holzmengen?„Forsttechnik, Betriebswirtschaft, Holz“ auf der Website der LWF abgerufen am 29. April 2018

Waldschutz mini|Windwurf in einem Fichtenwald

Waldschutz ist eine Kernkompetenz der Bayerischen Forstverwaltung. Die bayerischen Wälder sind natürlicher Lebensraum zahlreicher Arten. Darunter befinden sich auch Arten, die Waldbestände zerstören können. Neben den einheimischen Schadorganismen kommen über den globalen Handel laufend neue hinzu. Durch den sich abzeichnenden Klimawandel gelingt es diesen zunehmend leichter, sich zu etablieren. Um Schäden am Wald rechtzeitig erkennen und irreversible Bestandsschäden verhindern zu können, führen wir artspezifische Monitoringverfahren zu verschiedenen Schadorganismen durch und beraten die Waldbesitzer zu Maßnahmen der Risikominimierung. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF), den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) und der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) als amtlicher Pflanzenschutzdienst.„Waldschutz“ auf der Website der LWF, abgerufen am 29. April 2018.

Die Beratung der forstlichen Praxis hinsichtlich waldschutzrelevanter Themen ist eine der Arbeitsschwerpunkte der Abteilung Waldschutz. In Schulungen, Vorträgen und Veröffentlichungen geben wir aktuelles Wissen an das Forstpersonal und interessierte Waldbesitzer weiter. Daher ist unsere Forschung im Schwerpunkt praxisorientiert. Nur so kann aktuelles Wissen über „alte“ und „neue“ Schadorganismen sowie neue Verfahren des Bestandschutzes in die Beratung und Wissensvermittlung einfließen.

Biodiversität und Naturschutz Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Auf die Natur trifft dieser Ausspruch besonders zu. Bis zu 14.000 Tier-, 6.000 Pflanzen- und 5.000 Großpilzarten ergeben auch in der Summe nicht den Grund für das Gefühl, das Menschen im Wald oft ergreift. Das Zusammenspiel der Vielfalt des Lebens mit Boden, Wasser und Klima ergibt ein Ganzes, das es zu verstehen gilt, um es wirkungsvoll schützen und nutzen zu können. Die Abteilung Biodiversität und Naturschutz an der LWF erfüllt den gesetzlichen Auftrag, durch Beratung, Forschung und Monitoring die nachhaltige und naturnahe Forstwirtschaft auf der Basis ihrer ökologischen Grundlagen weiterzuentwickeln. Es gilt Nutzungspotenziale und Risiken zu erforschen.

Waldökologische Forschung deckt ökologische Zusammenhänge auf, gibt Aufschluss über die Belastungen des Waldes durch äußere Einflüsse und Hinweise auf die Möglichkeiten und Grenzen forstwirtschaftlicher Nutzung. Durch Inventuren und die Beobachtung von Arten und Lebensräumen wird die dazu notwendige Datengrundlage geschaffen. Flächeninformationssysteme wie die Kartierung der Natura 2000 Lebensräume stellen wichtige Planungsgrundlagen dar, die unmittelbar in die Gestaltung unserer Wälder einfließen.„Biodiversität“ auf der Website der LWF, abgerufen am 29. April 2018.

Wildbiologie und Wildtiermanagement Bei Wildarten, die Konflikte verursachen können, gilt es, in einem frühen Stadium verlässliche Spielregeln mit den relevanten Interessensgruppen zu erarbeiten und geeignete Lösungswege für einen ausgewogenen Umgang aufzuzeigen. Zielführende Managementkonzepte können nur auf der Basis sorgfältig erhobener Daten erstellt und umgesetzt werden. Im bayerischen Jagdwesen beruht das Wildtiermanagement auf drei gesetzlich normierten Säulen: Die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen, der Schutz des Wildes und seiner Lebensräume sowie die Regulation von Wildtierbeständen zum Schutz des Eigentums und des Allgemeinwohls. Wildtiermanagement bemüht sich daher auch, Wildtieren geeignete Lebensräume zu erhalten bzw. zu schaffen.

Waldbesitz, Beratung, Forstpolitik mini|Eichenfurnierstamm aus dem Spessart

Unsere Gesellschaft ist auf vielfältige Weise mit dem Wald verbunden. Sie zieht Nutzen aus seinen Wohlfahrtswirkungen und stellt dementsprechende Anforderungen an die Erhaltung und Bewirtschaftung des Waldes – wichtige Gründe, sich mit dem Thema „Wald und Gesellschaft“ intensiv zu beschäftigen. Bayern ist mit rund 2,56 Millionen Hektar zu einem Drittel seiner Fläche bewaldet und gehört damit zu den waldreichsten Bundesländern. Der Wald schützt vor Naturgefahren wie Lawinen, Erdrutschen und Hochwasser. Er ist Lebensraum für Wildtiere und Erlebnis- und Erholungsraum für unsere Zivilisationsgesellschaft. Die nachhaltige Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz ist vor dem Hintergrund von Klimawandel, Energieknappheit und Umweltbedrohung eine Frage der Vernunft.

Die Waldbesitzer werden deshalb bei der Bewirtschaftung des Waldes von der Bayerischen Forstverwaltung unterstützt. Über gemeinwohlorientierte Beratung, fachliche Fortbildung und finanzielle Förderung leistet die Bayerische Forstverwaltung Hilfe zur Selbsthilfe und trägt so zur multifunktionellen, zukunftsfähigen und naturnahen Forstwirtschaft zum Wohle von Wald, Waldbesitzern und Gesellschaft in Bayern bei.„Waldbesitz – Forstpolitik“ auf der Website der LWF, abgerufen am 29. April 2018.

Wissenstransfer – Wissen für die Praxis