Der Weißfilzige Alpendost (Adenostyles leucophylla) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Alpendost (Adenostyles) in der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Beschreibung mini|links|Weißfilziger Alpendost (Adenostyles leucophylla) mini|Weißfilziger Alpendost (Adenostyles leucophylla) im Habitat Vegetative Merkmale Der Weißfilzige Alpendost ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 40 (selten bis 50) Zentimetern erreicht. Der Wurzelstock ist knotig. Der Stängel ist aufrecht, rundlich und filzig behaart. Zum Teil ist die Behaarung abwischbar.
Die Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die obersten Laubblätter sind oft mit kleinen Öhrchen stängelumfassend. Die einfachen Blattspreiten sind herz- bis nierenförmig oder fast dreieckig. Die Blattspreiten sind kahl oder locker behaart, ihre Unterseite ist dicht-filzig; auch hier ist die Behaarung teilweise abwischbar. Der Blattrand ist regelmäßig gezähnt, die Zähne sind ebenso lang wie breit.
Generative Merkmale Die körbchenförmigen Blütenständen sind in gedrungenen doldentraubigen Gesamtblütenständen angeordnet. Es sind sechs bis zehn Hüllblätter vorhanden. Die 4 bis 5 Millimeter langen Hüllblätter sind weiß filzig behaart, stumpf und oft purpurfarben überlaufen. Jedes Blütenkörbchen enthalten 12 bis 24 Blüten. Die Blüten haben ein intensiveres Rot als die anderer Alpendost-Arten.
Die Blütezeit reicht von Juli bis August.
Die Achänen sind 3 bis 5 Millimeter lang. Der Pappus ist 5 bis 7 Millimeter lang.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 38.
Vorkommen Der Weißfilzige Alpendost kommt in den Westalpen und von den Seealpen bis zu den Rätischen Alpen vor, also in Frankreich, der Schweiz und Italien. In Österreich kommt er nur in den Ötztaler und Stubaier Alpen vor. Er wächst auf steinigen, kalkarmen bis schwach sauren Böden auf Felsschutt in Höhenlagen von 1900 bis 2300 Metern. Der Weißfilzige Alpendost ist selten, in Deutschland fehlt er.
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4 (sehr feucht), Lichtzahl L = 5 (sehr hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 1 (alpin und nival), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).
Taxonomie Der Weißfilzige Alpendost wurde 1803 von Carl Ludwig Willdenow in Species Plantarum. Editio Quarta 4. Auflage, Band 3 Teil 3 Seite 1736–1737 als Cacalia leucophylla erstbeschrieben. Die Art wurde 1831 von Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach in Flora Germanica Excursoria Band 1 Seite 278 als Adenostyles leucophylla in die Gattung Adenostyles gestellt. Ein Synonym ist Adenostyles tomentosa
Literatur Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Alpenblumen (= Steinbachs Naturführer). Mosaik Verlag, München 1996, ISBN 3-576-10558-1. Gerhard Wagenitz: Familie Compositae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage. Band VI, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1979, ISBN 3-489-84020-8, S. 1388–1389. (Beschreibung, Vorkommen) Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5, S. 913 (Vorkommen). Thomas Gaskell Tutin: Adenostyles Cass. In:
Einzelnachweise Konrad Lauber, Gerhart Wagner: Flora Helvetica. Flora der Schweiz. Verlag Paul Haupt, Bern / Stuttgart / Wien 1996, ISBN 3-258-05405-3, S. 1044.
Thomas Gaskell Tutin: Adenostyles Cass. In: Gerald Parolly: Asteraceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 767.
Weblinks
Thomas Meyer: Alpendost - Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben). Datenblatt mit Fotos und Verbreitungskarten bei Flora Italiana.
Kategorie:Senecioneae (Tribus) Kategorie:Alpenflora