Joshua „Josh“ Joel Harding (* 18. Juni 1984 in Regina, Saskatchewan) ist ein ehemaliger kanadischer Eishockeytorwart, der von 2003 bis 2015 bei den Minnesota Wild in der National Hockey League (NHL) unter Vertrag stand. Zuvor spielte er drei Saisons für die kanadischen Juniorenteams Regina Pats und Brandon Wheat Kings in der Western Hockey League (WHL). Im NHL Entry Draft 2002 wurde er in der zweiten Runde an insgesamt 38. Position von Minnesota ausgewählt.
Nachdem er bereits im Vorjahr als Rookie des Jahres in der Juniorenliga nominiert war, gewann Harding in der Saison 2002/03 die Del Wilson Trophy als bester Torhüter und die Four Broncos Memorial Trophy als wertvollster Spieler der WHL. Zwei Spielzeiten später wechselte er zum Farmteam der Minnesota Wild, den Houston Aeros, in die American Hockey League (AHL) und erhielt parallel erste Einsätze in der NHL. Ab der Saison 2007/08 stand Harding dauerhaft als Ersatztorhüter hinter Niklas Bäckström im Kader Minnesotas. Durch eine Knieverletzung im September 2010 fiel er für eine gesamte NHL-Saison aus.
Harding leidet unter multipler Sklerose. Nach der Diagnose im September 2012 setzte er seine NHL-Karriere dennoch fort und verzeichnete bei seiner Rückkehr aufs Eis ein Shutout. Nachdem er in der regulären Saison nur fünf Spiele absolviert hatte, wurde er in den Play-offs als Stammtorhüter der Wild eingesetzt. Für sein Comeback wurde Harding 2013 mit der Bill Masterton Memorial Trophy geehrt. In der folgenden Spielzeit war er zeitweise Stammtorhüter der Wild und schloss die Saison mit der besten Fangquote und dem geringsten Gegentorschnitt der NHL ab.
Karriere Jugend (bis 2001) Josh Harding wuchs in seiner Geburtsstadt Regina in der kanadischen Provinz Saskatchewan auf. Dort begann er mit dem Eishockeyspielen zunächst als Center und Verteidiger, bevor er im Alter von zwölf Jahren dauerhaft auf die Torhüterposition wechselte. Daraufhin wurde er von seinem Trainer, der ihn nur als Verteidiger einsetzen wollte, aus der Mannschaft gestrichen und musste seine Karriere in der zweitklassigen Peewee-Liga Reginas fortsetzen.
Durch gute Leistungen in der Play-offs seiner Spielklasse erhielt Harding erste Aufmerksamkeit bei den Scouts der höheren Juniorenligen und wurde schließlich 1999 im WHL Bantam Draft, in dem die Teams der Western Hockey League Spieler aus den Midget-Ligen draften können, in der dritten Runde von seinem Heimatverein Regina Pats ausgewählt. Zunächst wechselte er aber in die Saskatchewan Midget AAA Hockey League, wo er in der Saison 2000/01 insgesamt 39 Spiele als Stammtorhüter der Regina Pat Canadians bestritt und am All-Star Game der Liga teilnahm.Spielerprofil auf der Website der U20-Junioren-Weltmeisterschaft 2004. Hockey Canada. Abgerufen am 29. März 2014 (englisch) Bei den Canadians stand er unter anderem für acht Spiele gemeinsam mit Ryan Getzlaf auf dem Eis.
Western Hockey League (2001–2004) mini|links|Josh Harding im Trikot der Regina Pats (2003) Anschließend wechselte Harding zur Saison 2001/02 zu den Regina Pats und kam dort zunächst als Ersatztorwart hinter dem zwei Jahre älteren Chad Davidson zum Einsatz. In den ersten beiden Monaten der Spielzeit bestritt er nur vier Einsätze, bevor er sich mit sieben Siegen aus acht Spielen im November 2001 durchsetzen konnte und als WHL-Spieler des Monats ausgezeichnet wurde. (englisch) Am Ende der Saison stellte Harding mit einem Gegentorschnitt von 2,39 Toren pro Spiel einen neuen Mannschaftsrekord auf und lag in der Statistik hinter Rookie Cam Ward auf dem zweiten Platz der Liga.Spielerbiografie auf der Website der Minnesota Wild (englisch) Mit vier Spielen ohne Gegentor verzeichnete er gleichzeitig die meisten Shutouts der WHL. Bei der Wahl zum All-Star Team unterlag er daraufhin nur Cam Ward und wurde ins zweite All-Star Team der Eastern Conference gewählt. Außerdem wurde er als Finalist der Conference für die Jim Piggott Memorial Trophy nominiert, die an den besten Rookie der Liga vergeben wird, unterlag in der Wahl allerdings Braydon Coburn. In den Play-offs kam Harding schließlich als Stammtorhüter zum Einsatz, scheiterte mit den Pats allerdings in der ersten Runde an den Moose Jaw Warriors.
Vor dem NHL Entry Draft 2002 wurde Harding von den Central Scouting Services der National Hockey League auf Platz 11 der verfügbaren nordamerikanischen Torhüter geführt. Er wurde schließlich in der zweiten Runde an 38. Position von den Minnesota Wild ausgewählt und war damit der erste Torhüter, der in der Mannschaftsgeschichte gedraftet wurde. Harding blieb anschließend aber noch zwei weitere Jahre in der Western Hockey League.
Zur Saison 2002/03 wurde Harding endgültig zum Stammtorhüter der Pats und gehörte am Ende der Saison mit 57 Spielen zu den am meisten eingesetzten Torhütern der Liga. Gleichzeitig konnte er seine Fangquote auf 91,4 Prozent verbessern und führte die Liga mit 1643 gehaltenen Torschüssen an. Obwohl die Pats in der regulären Saison die wenigsten Tore der Liga schossen, verhalf ihnen Harding zum Einzug in die Play-offs, wo sie aber erneut in der ersten Runde ausschieden. Am Ende der Saison wurde Josh Harding für seine Leistungen mit der Del Wilson Trophy als bester Torhüter und der Four Broncos Memorial Trophy als wertvollster Spieler des Grunddurchgangs ausgezeichnet. Er war erst der fünfte Torhüter in der Ligageschichte, der beide Trophäen im selben Jahr gewinnen konnte. Zudem wurde er ins erste All-Star Team der Eastern Conference nominiert. Bei der Wahl zum CHL Goaltender of the Year der Dachorganisation Canadian Hockey League unterlag er Adam Russo aus der Ligue de hockey junior majeur du Québec, wurde aber schließlich ins zweite All-Star Team der CHL gewählt.
Am 29. Januar 2003 unterzeichnete Harding mit den Wild einen sogenannten Amateur tryout contract, der es dem Team erlaubte, ihn für ein NHL-Spiel als Notfall-Ersatztorwart einzusetzen. Im April 2003 unterzeichnete er schließlich einen standardgemäßgen Einstiegsvertrag bei den Wild und wurde vor der Saison 2003/04 erstmals zum Trainingscamp eingeladen. Anschließend kehrte Harding wieder in die Western Hockey League zurück. Nach 28 Spielen mit den Regina Pats führte er die Liga mit einer Fangquote von 92,7 Prozent an. Daraufhin wurde er während der U20-Junioren-Weltmeisterschaft 2004 zum Divisionsrivalen Brandon Wheat Kings transferiert. Dort verzeichnete er in 27 Spielen fünf Shutouts und erreichte in den Play-offs mit der Mannschaft die zweite Runde. Dort scheiterten sie allerdings an den späteren Titelgewinnern Medicine Hat Tigers.
Harding hielt am Ende seiner WHL-Karriere die Mannschaftsrekorde der Regina Pats für den niedrigsten Gegentorschnitt (2,56) und die meisten Shutouts (9).
Profidebüt in der American Hockey League (2004–2007) Zur Saison 2004/05 wechselte er während des Lockouts in der National Hockey League, durch den die gesamte NHL-Saison entfiel, zunächst in die American Hockey League (AHL). Dort stand er im Kader der Houston Aeros, die das gemeinsame Farmteam der Wild und der Dallas Stars waren, und bildete gemeinsam mit Mike Smith ein Torhütergespann. Sein Profidebüt gab Harding beim Saisonauftakt gegen die San Antonio Rampage und bestritt in der regulären Saison insgesamt 42 Spiele. Mit einem Gegentorschnitt von 2,01 belegte Harding den fünften Platz der Liga-Statistiken und lag damit deutlich vor Smith. In den Play-offs teilten sich beide ebenfalls die Einsatzzeit, konnten aber das Ausscheiden ihrer Mannschaft nach fünf Spielen gegen die Chicago Wolves nicht verhindern. Zur folgenden Saison wechselten die Dallas Stars ihren AHL-Partner, sodass Harding zum Stammtorhüter der Aeros aufstieg. Daraufhin startete er in 30 der ersten 32 Saisonspiele im Tor der Mannschaft und stellte am 10. Januar 2006 einen neuen Franchise-Rekord der Aeros auf, als er 56 Schüsse in einem Spiel abwehrte. Im selben Jahr wurde er in den Kader des AHL All-Star Classic gewählt, musste seine Teilnahme aber verletzungsbedingt absagen. Am 8. März 2006 wurde er erstmals ins NHL-Aufgebot der Minnesota Wild berufen, während er die AHL mit einer Fangquote von 92,3 Prozent anführte.
Sein NHL-Debüt gab Josh Harding knapp einen Monat später am 4. April 2006 beim 5:4-Sieg gegen die St. Louis Blues. Dabei war er der erste Torhüter in der Geschichte der Liga, dessen Debüt in einem Shootout entschieden wurde. In seinem zweiten Spiel erreichte er beim Sieg gegen die Chicago Blackhawks auch sein erstes Shutout. Nach drei Einsätzen kehrte er in die AHL zurück und schloss die Saison mit 29 Siegen aus 38 Spielen mit der viertbesten Bilanz aller Torhüter ab. Damit führte er die Aeros erneut in die Play-offs. Dort gelang es der Mannschaft zunächst, die Peoria Rivermen zu sweepen, also die Serie ohne Niederlage zu gewinnen, bevor sie in der zweiten Runde ihrerseits von den Milwaukee Admirals gesweept wurden. Harding ließ in dieser Serie 20 Gegentore in vier Spielen zu und wurde zwischenzeitlich durch Seamus Kotyk ersetzt.
Vor dem Start der NHL-Saison 2006/07 wurde erwartet, dass Harding einen dauerhaften Platz als Back-up-Torhüter im Kader der Wild erhalten würde. Nach einer Leistenverletzung im Trainingscamp wurde er aber zunächst wieder in die AHL geschickt. Stattdessen setzte sich Niklas Bäckström als Ersatz- und später als Stammtorhüter der Wild durch. Für Houston bestritt Harding erneut 38 Spiele und konnte seine individuellen Statistiken leicht verbessern, lag allerdings mit 17 Siegen deutlich hinter seiner Bilanz aus der Vorsaison. Im Februar 2007 wurde er dauerhaft in den NHL-Kader Minnesotas berufen, nachdem Manny Fernandez durch eine Knieverletzung ausgefallen war. In neun Einsätzen stellte er mit einer Fangquote von 96 Prozent einen neuen mannschaftsinternen Rookie-Rekord auf.
Ersatztorwart der Minnesota Wild (2007–2010) mini|links|Josh Harding beim Aufwärmen im November 2007 Im Juli 2007 liefen sowohl die Verträge von Harding als auch von Bäckström aus und beide wurden zu Restricted Free Agents. Die Wild gaben daraufhin ihren bisherigen Stammtorhüter Fernandez an die Boston Bruins ab und unterzeichneten neue Verträge mit Bäckström und Harding, sodass Harding erstmals einen dauerhaften Platz im NHL-Kader erhielt. In seinem ersten Saisonspiel gegen die Anaheim Ducks gelang ihm mit 37 gehaltenen Schüssen das dritte Shutout seiner NHL-Karriere. Da er laut den Regularien der Liga weiterhin als Neuprofi geführt wurde, stellte er am Ende der Saison mit elf Siegen einen weiteren Rookie-Rekord der Minnesota Wild auf. Insgesamt absolvierte er als Ersatztorwart hinter Bäckström 29 Spiele und kam am 15. April 2008 auch zu einem ersten Play-off-Einsatz, als er im vierten Spiel der Best-of-Seven-Serie gegen die Colorado Avalanche im dritten Drittel eingewechselt wurde und alle elf Schüsse abwehrte.
In der folgenden Saison erhielt Harding aufgrund herausragender Leistungen von Bäckström, der am Ende der Saison als Finalist für die Vezina Trophy als bester Torhüter nominiert wurde, deutlich weniger Einsatzzeit. Insgesamt wurde Harding in 19 Spielen eingesetzt, davon in elf von Beginn an, und verzeichnete nur drei Siege. Dennoch erhielt er mit einem Gegentorschnitt von 2,21 Aufmerksamkeit in der NHL. Zudem belegte er mit einer Fangquote von 92,9 Prozent ligaweit hinter Tim Thomas den zweiten Platz aller Torhüter, die mindestens zehn Einsätze bestritten. Aufgrund seiner Situation als Ersatztorwart gab es im folgenden Sommer Gerüchte um einen möglichen Wechsel Hardings, unter anderem zu den Edmonton Oilers. Er einigte sich allerdings im Juli 2009 mit den Minnesota Wild auf einen neuen Einjahresvertrag über 1,1 Millionen US-Dollar.