mini|200px|Elektrischer Winkelschleifer mini|200px|Trennscheibe für Metall, ⌀ 125 mm (für M14-Anschluss) mini|200px|Fächerschleifscheibe, ⌀ 125 mm (für M14-Anschluss) mini|200px|Schnellspannmutter (M14) für Winkelschleifer mini|200px|Spannmutter (M14) und Stirnlochschlüssel für Winkelschleifer mini|200px|Benzinmotorbetriebener Trennschleifer mini|200px|Straßenbauarbeiten mit Trennschleifer auf Führungswagen thumbtime=0:12|mini|200px|Video: Durchtrennen einer Stahlkette

Ein Trennschleifer ist eine meist elektrisch angetriebene Werkzeugmaschine mit einer schnell rotierenden runden Schleifscheibe, Schruppscheibe oder Trennscheibe.

Ein Trennschleifer dient zum Durchtrennen bzw. Zerteilen harter Werkstoffe wie Metalle, Stein, Beton, Ziegel und Fliesen sowie zur Oberflächenbearbeitung einer Vielzahl an Werkstoffen durch Schruppen (grobes Abtragen) und Schleifen. Typische Einsatzgebiete sind beispielsweise das Entgraten, Entrosten, das Schlichten von Schweißnähten sowie das Anpassen und die plastische Formgebung von Werkstücken aus Holz und anderen Materialien.

Übliche Ausführungen sind Winkelschleifer (Gattungsname Flex) mit einem Kegelradgetriebe zwischen Motorwelle und Spindel; meist mit Schrupp- und Trennscheiben mit 115 bis 230 mm Durchmesser verwendet. Geradschleifer ohne Winkelgetriebe. Bei ihnen befindet sich die Werkzeugaufnahme (Spannzange) unmittelbar auf der Motorspindel. Sie werden weniger zum flächigen als zum punktuellen Schleifen eingesetzt. Größere benzinbetriebene Trennschneider, in der Regel über einen Keilriemen angetrieben. Sie werden im Bauwesen zum Schneiden von Beton- und Asphaltflächen, im Gleisbau zum Trennen von Schienen und bei Feuerwehr und THW zusätzlich zur Twinsäge in Hilfseinsätzen verwendet.

Maschinen, die nur zum Schleifen eingesetzt werden, sind beispielsweise Handschleifmaschinen zur Steinbearbeitung oder Betonschleifer.

Winkelschleifer Geschichte Im Jahr 1954 wurde der elektrisch betriebene Winkelschleifer von Ackermann & Schmitt (seit 1996 Flex-Elektrowerkzeuge) eingeführt; ihr Markenname Flex wird im Deutschen als Gattungsname verwendet.

Seltener werden Trennschleifer auch als Trennhexe, Schleifhexe, Feuerradl oder Trennjäger (Markenname des ehemaligen Unternehmens TrennjaegerFirmengeschichte hauptsächlich für stationäre Trennmaschinen) bezeichnet.

Funktion Je nach Scheibendurchmesser entstehen bei gleicher Drehzahl unterschiedliche Geschwindigkeiten am Außendurchmesser, die sich auf die Schnittgeschwindigkeit, die Abtragsleistung beim Schleifen und die Wurfweite der abgetragenen Späne auswirken.

Die vorgesehene Schnittgeschwindigkeit am Umfang von kunstharzgebundenen sowie diamantbesetzten Trennscheiben liegt bei 80 m/s.Schleifwissen Winkelschleifer, Klingspor AG. In: Klingspor.de

Handgeführte Winkelschleifer werden zur Verwendung mit Trennscheiben im Durchmesser von 100, 115, 125, 150, 180 und 230 mm angeboten. Die Höchst-Drehzahl der Geräte liegt somit bei rund 15.300, (12.500) 13.300, (11.000) 12.200, (8.500) 10.200, 8.500 und 6.600 Umdrehungen pro Minute (typische Werte in Klammern).PFERD Drehzahlrechner, August Rüggeberg GmbH & Co. KG. In: de.Pferd.com.

Werkzeuge zum Schleifen, Bürsten, Satinieren und Polieren werden in der Regel mit geringeren Drehzahlen betrieben. Geräte zum universellen Einsatz besitzen die Möglichkeit, die Drehzahl elektronisch zu variieren. Geräte, die speziell als Polier-, Bürsten- oder Satiniermaschinen bzw. zur Edelstahlbearbeitung angeboten werden, laufen mit geringerer Drehzahl als gewöhnliche Winkelschleifer und erreichen dafür in der Regel ein höheres Drehmoment (etwa durch eine kürzere Getriebeuntersetzung).

Ausstattung Einfache Winkelschleifer werden gewöhnlich mit Spannring, Spannmutter, Spannschlüssel und einer fest installierten Schutzhaube ausgeliefert, die den Funkenflug begrenzt und vor herumfliegenden Partikeln schützt.

Weitgehend durchgesetzt hat sich die Möglichkeit, die Spindel werkzeuglos arretieren zu können, so dass Trennscheiben und andere Werkzeuge mit dem Spannschlüssel festgezogen und wieder gelöst werden können, ohne die Spindel mit einem Schraubenschlüssel festhalten zu müssen.

Maschinen von Markenherstellern sind in der Regel mit einer werkzeuglos verstellbaren Schutzhaube ausgestattet. Manche Hersteller bieten unterschiedlich gestaltete Schutzhauben an. Schleifwerkzeuge werden nur einseitig sowie am Rand abgedeckt, während Hauben für Trennscheiben dreiseitig vor Funken- und Partikelflug schützen. Schutzhauben zur Bearbeitung von Werkstoffen unter Staubbildung besitzen einen Stutzen zum Anschluss eines Staubsaugers. Auch hier werden Modelle angeboten, die entweder zur Verwendung mit Trennscheiben oder mit Schleifwerkzeugen optimiert sind.

Weitere mögliche Ausstattungsmerkmale von Winkelschleifern sind: kabelloser Betrieb mit Akku Schnellspannsystem zur werkzeuglosen Montage von Schrupp- und Trennscheiben elektrische, seltener mechanische Bremse, die nach dem Ausschalten das Werkzeug innerhalb kurzer Zeit zum Stillstand bringt Wiederanlaufsperre, auch Unterspannungsauslöser, wird bei Spannungsabfall ausgelöst; Maschine kann auch nach Spannungswiederkehr nicht selbstständig anlaufen Drehzahlstabilisierung, welche die Drehzahl der Scheibe auch bei wechselnder Belastung ungefähr konstant hält. Variable Drehzahleinstellung, um die Geschwindigkeit der Scheibe auf Werkstück und Scheibe anzupassen Autobalancer reduzieren die Vibrationen, indem sie die Unwucht der rotierenden Scheibe ausgleichen Griffe mit erhöhter Vibrationsdämpfung

Werkzeugaufnahme Die Abtriebswelle (Spindel) von Winkelschleifern besitzt ein Gewinde M14 × 2.0 sowie einen Absatz oder Bund als Anschlag für direkt aufgeschraubte Werkzeuge bzw. für Zwischenscheiben (auch als Spannscheibe bzw. Innenflansch bezeichnet) zur Verwendung mit flachen Schrupp- und Trennscheiben.

Schrupp- und Trennscheiben besitzen in der Regel ein konzentrisches Loch mit einem Durchmesser von 22,23 mm (7/8″), das von einer gegen Verdrehen gesicherten Spannscheibe zentriert und mit einer Spannmutter (auch als Gewindeflansch bzw. Außenflansch bezeichnet) reibschlüssig mit der Maschine verbunden wird.

Als Spannmutter dient entweder eine flache Mutter mit Innengewinde M14 × 2.0, die mit der Hand angezogen wird (die Drehrichtung der Maschine wirkt nachspannend) und mittels eines Stirnlochschlüssel gelöst werden kann, oder eine Schnellspannmutter für werkzeuglosen Wechsel. Schnellspannmuttern werden mit der Hand angezogen, haben aber eine größere Bauhöhe. Flache Schnellspannmuttern besitzen einen kleinen aufklappbaren Bügel, mit dessen Hilfe die Mutter per Hand angezogen werden kann. Das X-Lock-System kann nur mit dazu passenden Scheiben verwendet werden, da diese formschlüssig und nur in der vorgegebenen Laufrichtung an der Maschine montiert werden. und , Markeninhaber ist jeweils die Robert Bosch GmbH Die Scheiben des X-Lock-Systems lassen sich auch auf Maschinen mit M14-Gewinde befestigen, aber nicht umgekehrt.Bosch Produktinformation: Beim QuickIN-Schnellspannsystem wird zunächst eine flache Spannmutter handfest eingeschraubt und anschließend über den Spannhebel an der Oberseite der Maschine angezogen und später zum Werkzeugwechsel wieder gelockert. Werkzeuge mit M14-Innengewinde können nur über ein Adapterstück montiert werden.

Anwendungsbereich und Werkzeuge Schrupp- und Trennscheiben zur Bearbeitung von Stahl werden von den meisten Herstellern durch einen flächigen blauen Aufdruck und Scheiben zur Bearbeitung von Stein mit einem flächig grünen Aufdruck gekennzeichnet.

Je nach Material des Werkstücks und Zweck kommen angepasste Werkzeuge (Scheiben) zur Anwendung: Trennscheiben aus Edelkorund dienen zum Trennen von Metall, solche aus Siliziumcarbid zum Trennen von Stein. Scheiben zum Trennschleifen von NiRo-Stahl sind frei von Eisen, Schwefel und Chlor (jeweils < 0,1 %) hergestellt, um die Rostfreiheit zu erhalten. Das Korn von Scheiben für Aluminium wird durch weiche Metalle nicht zugesetzt. Diamantbelegte Trennscheiben zum Trennen von Naturstein, Beton und Keramik (z. B. Pflastersteine und Fliesen). Schruppscheiben aus Edelkorund zum Bearbeiten von Metall und Stein (z. B. Schweißnähte säubern, Kanten brechen). Fächerscheiben zum Abschleifen (Flächen- und Kantenschliff) oder Polieren Schleifteller mit fest aufgebrachtem Schleifkorn oder aufgelegtem Schleifmittel (Fiberscheibe, ähnlich wie Schleifpapier) mit Klemmung bzw. Klettbefestigung z. B. zum groben Entrosten von Metall, Entfernen dicker alter Lackschichten, Glätten von grobem Holz usw. Drahtbürsten in Topf- oder Scheibenform, auch in gezopfter Ausführung aus HSS-Draht, dienen zum Entrosten und Säubern sowie zur Schweiß- und Lötvorbereitung. Bürsten mit Schleifborstenbesatz werden zum Entgraten sowie zur Holzbearbeitung eingesetzt und meist mit verminderter Drehzahl betrieben. Fellscheiben zum Polieren (mit reduzierter Drehzahl). Fräs-, Schnitz- und Raspelscheiben zur freihändigen Holzbearbeitung. Schnitzscheiben sind häufig mit zwei bis sechs Hartmetall-Zähnen bzw. -Schneiden bestückt oder mit Kettensägegliedern umspannt.

Trenn- und Schruppscheiben

Die gängigsten Scheiben haben einen Außendurchmesser von 100, 115, 125, 150, 178/180 oder 230 mm. Akku-Winkelschleifer werden auch mit 76 mm Scheiben angeboten.

Übliche kunstharzgebundene Trenn- und Schruppscheiben werden durch Gewebeeinlagen verstärkt. Bei den 1–3 mm starken Trennscheiben wird nur die Kante zum Bearbeiten des Werkstücks genutzt, um das seitliche stabilisierende Glasfasergewebe nicht abzunutzen. Schruppscheiben ähneln Trennscheiben, sind jedoch rund 6 mm stark, da sie um eine zusätzliche seitliche Nutzschicht verstärkt werden und häufig mehr als 2 Schichten Glasfasergewebe enthalten.In: Selbst ist der Mann, Nr. 12/2009, S. 72.

Zum Schleifen können neben Schruppscheiben auch Fiberscheiben oder Fächerscheiben verwendet werden. Mit Fiberscheiben lässt sich ein größerer Abtrag erzielen. Sie verschleißen jedoch schneller. Fächerscheiben ergeben in der Regel ein gleichmäßigeres Schliffbild.

Scheiben bis 200 mm Durchmesser und Kunstharzbindung sind für Umfangsgeschwindigkeiten bis 50 m/s geeignet. Bei faserverstärkter Kunstharzbindung können sie bis 80 m/s eingesetzt werden. Eine Kennzeichnung mit Farbstreifen ist zulässig, dabei steht blau für ≤ 50 m/s gelb für ≤ 63 m/s und rot für ≤ 80 m/s.

Neben der zulässigen Umfangsgeschwindigkeit oder Drehzahl werden seit einigen Jahren auch das Produktionsdatum oder ein Verwendbarkeitsdatum auf der Scheibe angegeben. Scheiben mit Kunstharzbindung sollten in der Regel innerhalb von drei Jahren nach Herstellung verwendet werden. Beim Lagern ist zu beachten, dass Sonneneinstrahlung das Bindemittel altern lässt und Magnesit in der Bindung durch Feuchtigkeit angegriffen wird. Scheiben mit keramischer Bindung können durch eine Klangprobe auf einen rissfreien Zustand geprüft werden.

Arbeitssicherheit Bei der Arbeit sollen Winkelschleifer immer mit beiden Händen gehalten werden.

Dies gilt insbesondere für Schnitz- und Frässcheiben, die bedeutende Verletzungen hervorrufen können und rückschlaggefährdet sind. Kreissägeblätter dürfen nur auf speziellen Geräten mit Führungsschlitten und Abdeckung des Sägeblatts verwendet werden.

Die Schutzhaube fängt nicht nur vom Werkstück abgelöste Partikel ab, sondern auch Fragmente einer geborstenen Trenn- oder Schruppscheibe sowie Drähte, die sich aus rotierenden Drahtbürsten lösen.

Schutzausrüstung Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) empfiehlt als persönliche Schutzausstattung beim Arbeiten mit Winkelschleifern: Schwer entflammbare Bekleidung (schleiffunkenbeständig) Sicherheitsschuhe Schutzhandschuhe (Schutz gegen Funkenflug) Gehörschutz Eine allseits anliegende Schutzbrille (Korbbrille oder ähnlich)

Arbeiten mit dem Winkelschleifer Für die Arbeit und Arbeitsumgebung gibt die BGHM folgende Empfehlungen: