Götzen ist ein Stadtteil von Schotten im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Geographie Der Ort liegt am Westrand des Vogelsberges nordöstlich des Hauptortes Schotten. Am östlichen Ortsrand verläuft die Bundesstraße 276, durch den Ort die Landesstraße 3139.

Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftlich Erwähnung von Götzen erfolgte am 7. September 1326 als zu deme Gezen.Regest: Battenberg, Isenb. Urk. 1, S. 100 Nr. 364. Der Ortsname änderte sich von Gitzenem, Gitzen und Goetzen zu Götzen. Bereits 1604 wurde eine Schule erwähnt. Der letzte Neubau erfolgte 1912/13. Im Jahre 1970 wurde die Schule geschlossen und zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Götzen:

Hessische Gebietsreform (1970–1977) Zum 1. Dezember 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Götzen im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Schotten eingegliedert. Für den Stadtteil Götze wurde ein Ortsbezirk errichtet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Götzen angehört(e):

vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Schotten ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Amt Schotten (Söhne der Margarethe von der Saale) ab 1584: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Schotten 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Schotten ab 1806: Großherzogtum Hessen,Infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Oberhessen, Amt Schotten und Stornfels ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt und Gericht Schotten und Stornfels ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk SchottenTrennung zwischen Justiz (Landgericht Schotten) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten ab 1867: Norddeutscher Bund,Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied. Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten ab 1874: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis BüdingenIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen, Stadt Schotten ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Vogelsbergkreis, Stadt Schotten ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Vogelsbergkreis, Stadt Schotten

Gerichte seit 1803 In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Götzen das Amt Schotten zuständig. Nach der Erhebung der Landgrafschaft zum Großherzogtum wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821–1822 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- bzw. Stadtgerichte übertragen. Götzen fiel in den Gerichtsbezirk des „Landgerichts Schotten“.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Schotten“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.

Mit Wirkung zum 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Schotten und Götzen kam zum Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Nidda. Zum 1. Januar 2012 wurde auch das Amtsgericht Nidda gemäß Beschluss des hessischen Landtags aufgelöst und Götzen dem Amtsgericht Büdingen zugeteilt.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Götze 294 Einwohner. Darunter waren 6 (2,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 45 Einwohner unter 18 Jahren, 126 zwischen 18 und 49, 72 zwischen 50 und 64 und 54 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 111 Haushalten. Davon waren 21 Singlehaushalte, 33 Paare ohne Kinder und 36 Paare mit Kindern, sowie 15 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 18 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 72 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung • 1791: 207 Einwohner • 1800: 202 Einwohner • 1806: 238 Einwohner, 44 Häuser • 1829: 255 Einwohner, 46 Häuser • 1867: 250 Einwohner, 42 bewohnte Gebäude • 1875: 209 Einwohner, 40 bewohnte Gebäude

Historische Religionszugehörigkeit • 1829: 255 evangelische (= 100 %) Einwohner • 1961: 247 evangelische (= 88,53 %), 32 katholische (= 11,47 %) Einwohner

Politik Für Götzen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Götzen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2026 betrug die Wahlbeteiligung 61,79 %. Alle Kandidaten gehören der „Bürgerliste Götzen“ an. Der Ortsbeirat wählte Sandra Wagner zur Ortsvorsteherin.

Naturdenkmal Götzener Linde mini|Götzener Linde

Die Götzener Linde steht als Einzelbaum auf einer Wiese außerhalb des Orts, am Tiefenweg nahe beim östlichen Dorfrand. Die als Naturdenkmal ausgewiesene und in die Liste markanter und alter Baumexemplare in Deutschland eingetragene Sommerlinde zeigt eine imponierende, pyramidenförmig aufgebaute und sehr ausladende Krone. Schon in geringer Höhe zweigen mächtige Hauptäste waagrecht vom Baum ab und bilden einen breiten Schirm. Vom weiterführenden, kräftigen Mittelstamm zweigen in mehreren Stufen weitere, horizontale Astkränze ab, die der Linde zu ihrem prachtvollen Aussehen verhelfen.„Sommer-Linde in der Nähe der Ortschaft in Götzen“ in Monumentale Bäume bei monumentaltrees.com Der Grundstamm ist im oberen Bereich geborsten und teilweise hohl. Er wird dort durch eingebrachte Metallstangen stabilisiert. Der Umfang des Baumes, gemessen in Brusthöhe, beträgt 6,15 m. Er erreicht eine Höhe von ca. 20 m. Das Alter des Baumveterans wird mit 250–300 Jahren angegeben.„Linde bei Götzen“ im Baumregister bei www.baumkunde.de

Infrastruktur mini|Evangelische Kirche in Götzen (ehemalige Friedhofskapelle des alten Stadtfriedhofs von Schotten; 1827 nach Götzen versetzt) In der Liste der Kulturdenkmäler in Schotten sind für Götzen sieben einzelne unter Denkmalschutz stehende Kulturdenkmäler aufgeführt.

Im Ort gibt es eine evangelische Fachwerkkirche ein Dorfgemeinschaftshaus, die frühere Schule ein Feuerwehrhaus ein Backhaus einen Kinderspielplatz ein Schützenhaus einen Sportplatz eine Grillhütte

An Götzen grenzt der Schottenring, auf dem von 1925 bis 1955 das Rennen Rund um Schotten ausgetragen wurde.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise Die Zugehörigkeit des Amtes Schotten anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und

In: Internetauftritt der Stadt Schotten. Abgerufen im April 2020.

Literatur

Weblinks

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