mini|Sorghum spielt in der Ernährung des Picuitäubchens eine große Rolle Das Picuitäubchen (Columbina picui) ist eine Art der Taubenvögel, die zur Unterfamilie der Amerikanischen Kleintauben gerechnet wird. Die Art kommt ausschließlich in Südamerika vor. Die Art gilt als nicht gefährdet.
Erscheinungsbild Das Picuitäubchen erreicht eine Körperlänge von 18 Zentimetern. Rösler, S. 202 Die Art entspricht damit der Körpergröße eines Stars und ist etwas größer als ein Diamanttäubchen. Verglichen zu anderen Arten der Gattung Columbina ist das Picuitäubchen etwas langschwänziger. Ein Geschlechtsdimorphismus ist vorhanden. Das Gefieder des Weibchens ist insgesamt etwas bräunlicher als das des Männchens.
Stirn und Kehle sind grauweißlich. Der Oberkopf und der Nacken sind aschgrau. Von der Schnabelbasis verläuft ein sehr schmaler schwarzer Streif bis zum Auge. Mantel und Rücken sowie die Flügeldecken und Schwanzfedern sind hell braungrau. Die Handschwingen sind schwarz. Der Hals sowie die Brust sind blassgrau. Männchen haben hier einen rosa Schimmer, der bei den Weibchen fehlt. Der Bauch ist fast weiß. Der Schnabel ist bräunlichgrau. Die Füße sind rötlich. Die Iris ist graublau.
Verbreitungsgebiet und Lebensweise mini|links|Verbreitungsgebiet des Picuitäubchen blau: Brutgebiet, lila: ganzjährig Das Verbreitungsgebiet des Picuitäubchens reicht vom Südosten Perus über Bolivien bis ins Zentralgebiet von Argentinien. In nordöstlicher Richtung kommt es in den Nordosten Brasiliens bis zur Atlantikküste vor. Am Südrand des Amazonasgebiets nimmt das Verbreitungsgebiet dieser Taubenart infolge von Rodungen zu. Die Höhenverbreitung reicht vom Tiefland bis in Höhen von 3.700 Meter über NN. Gibbs, S. 342 Es ist eine weit verbreitete und gebietsweise häufige Taubenart.
Der Lebensraum des Picuitäubchen sind aride und semiaride Habitate. Besiedelt wird Strauchsavanne, offenes Grasland und landwirtschaftliche Nutzflächen. In weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes erschließt sich das Picuitäubchen zunehmend auch menschlichen Siedlungsraum als Lebensraum. Die Art ist überwiegend bodenbewohnend. Meist sucht sie in kleinen Trupps auf dem Boden nach Nahrung. Die Nahrung besteht überwiegend aus Sämereien. Von den landwirtschaftlichen Nutzpflanzen werden überwiegend die Samen von Sorghum gerne gefressen. Die Fortpflanzungszeit variiert mit dem Verbreitungsgebiet. In Bolivien brütet das Picuitäubchen im Zeitraum September bis April; in Argentinien beginnt die Brutzeit im Oktober und endet gleichfalls im April. Im Nordosten Brasiliens ziehen Picuitäubchen bis zu zwei Bruten in einem Jahr hoch. In anderen Teilen des Verbreitungsgebietes kommt es nur zu einem Gelege pro Jahr. Das Nest wird in niedriger Höhe in Sträuchern oder bedornten kleinen Bäumen errichtet. Das Gelege besteht aus zwei Eiern. Münst, S. 90 Beide Elternvögel brüten. Die Brutzeit beträgt elf bis 13 Tage. Die Jungvögel verlassen nach zwölf bis 13 Tagen das Nest.
Unterarten Es sind folgende Unterarten bekannt:IOC World Bird List Pigeons Columbina picui strepitans , 1825Johann Baptist von Spix (1825), S. 57, Tafel 75 Abbildung 1 kommt im nordöstlichen Brasilien vor. Columbina picui picui (, 1813)Coenraad Jacob Temminck (1813), S. 435,498 ist in Bolivien und dem südlichen Brasilien bis ins zentrale Chile und südliche Argentinien verbreitet.
mini|links|Columbina picui strepitans (Abbildung 1) illustriert von Spix Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Picuitäubchens erfolgte 1810 durch Coenraad Jacob Temminck unter dem wissenschaftlichen Namen Columba Picui. Als Verbreitungsgebiet nannte er Paraguay basierend auf Paloma de picuíFélix de Azara (1805), S. 23–25. von Félix de Azara. 1825 führte Johann Baptist von Spix die für die Wissenschaft neue Gattung Columbina ein.Johann Baptist von Spix (1825), S. 57–58 Dieser Begriff leitet sich von Columbina The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname picui leitet sich aus dem Guaraní-Wort Puih-kû’í für eine Taube ab.picui The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Strepitans hat seinen Ursprung in .strepitans The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay zwei Bälge, gesammelt von Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) in San Luis de la Sierra im Departamento Concepción im Bergland des Río Apa und in Puerto Casado im Gran Chaco, zur Verfügung. In der Literatur sah er Nachweise für das Land in SapucaiCharles Chubb (1910), S. 61 durch Charles Chubb, am Río PilcomayoJohn Graham Kerr (1892), S. 147. und in WaikthlatingmayalwaJohn Graham Kerr (1901), S. 234. durch John Graham Kerr, in Puerto Pagani CuéTommaso Salvadori (1895), S. 23 durch Tommaso Salvadori, im Departamento Alto ParanáArnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 36. sowie am Río ConfusoArnaldo de Winkelried Bertoni (1930), S. 257. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni, in VillaricaCarl Eduard Hellmayr (1930), S. 466. durch Carl Eduard Hellmayr und in Puerto PinascoAlexander Wetmore (1926), S. 197. im Departamento Presidente Hayes durch Alexander Wetmore. Laubmann ordnete aufgrund der Flügellängen die Nominatform Paraguay zu. Für ihn war das Täubchen keineswegs selten im Land.Alfred Laubmann (1939), S. 136–137.
Haltung in menschlicher Obhut Das Picuitäubchen wird nur verhältnismäßig selten importiert und spielt daher in der Wildtaubenhaltung nur eine geringe Rolle. Es wurde erstmals 1853 im Zoo von Amsterdam gezeigt. Die Erstzucht gelang 1905 in Deutschland. Rösler, S. 202
Belege Einzelnachweise
Literatur
Weblinks
Kategorie:Taubenvögel