Dümmer ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Stralendorf mit Sitz in der Gemeinde Stralendorf verwaltet.

Geografie Lage Dümmer liegt rund 14 Kilometer südwestlich von Schwerin und 16 Kilometer nördlich von Hagenow am Dümmersee, durch den die Sude fließt.

Umgeben wird Dümmer von den Nachbargemeinden Gottesgabe im Norden, Grambow und Zülow im Nordosten, Stralendorf im Osten, Warsow und Schossin im Südosten, Hülseburg im Süden, Wittendörp im Westen sowie Perlin im Nordwesten.

Ortsteile Ortsteile der Gemeinde sind: Dümmer (mit Dümmerhütte, Dümmerstück, Dümmerstück Hof, Kowahl) Parum (Eingemeindung am 13. Juni 1999)StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999 Walsmühlen (Eingemeindung am 15. Januar 1973)Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt

Geschichte Hügelgräber und Urnenfelder zeugen davon, dass in der Nähe des Dümmer Sees in den Jahrtausenden nach der Eiszeit immer wieder Menschen lebten, um 600 z. B. slawische Siedler, die Obotriten. Auch der Ortsname entstammt der westslawischen Sprache Polabisch, in der das Wort „düm“ für Familie und Haus steht.

Dümmer wurde erstmals im Ratzeburger Zehntregister 1230 erwähnt. Bei Walsmühlen vermutet man, dass eine an der Sude erbaute Mühle Namensgeber war. Der Name der Siedlung Dümmerhütte erklärt sich durch die ab 1645 in Dümmer ansässigen Glashütten. Der Ort Parum wurde 1194 erstmals erwähnt. Die erste Schule in Dümmer wurde 1710 eröffnet. Am 6. März 1719 fand in der Gemarkung während des Großen Nordischen Krieges ein Gefecht zwischen Mecklenburgischen und Hannoveranischen Truppen statt, wobei die Mecklenburger von dem späteren preußischen Generalfeldmarschall Kurt Christoph von Schwerin geführt wurden.

Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Dümmerhütte und Dümmerstück Hof eingegliedert.

1968 entstand ein Naherholungsgebiet am Dümmersee.

Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 618 1995 798 2000 1432 2005 1414 2010 1377 2015 1430 Jahr Einwohner 2020 1523 2021 1543 2022 1583 2023 1580 2024 1563

Stand: 31. Dezember des jeweiligen JahresStatistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern: Statistischer Bericht. Bevölkerungsstand. Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Dümmer besteht aus 12 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 76,9 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Dorf-er-leben (Del) – – 61,0 % 7 Bürger für unsere Gemeinde (BfG) 58,4 % 6 39,0 % 5 CDU 14,1 % 1 – – Einzelbewerberin Jenny Schmidt 9,2 % 1 – – Einzelbewerber Florian Rolof 8,7 % 1 – – Einzelbewerber Martin Herrmann 5,2 % 1 – – Einzelbewerber Heitkamp 2,8 % – – – Einzelbewerber Manfred Tinte 1,7 % – – – Insgesamt 100 % 10 100 % 12

Bürgermeister 2019–2024: Anke Gräber (Bürger für unsere Gemeinde) seit 2024: Dirk Hoffmann (Dorf-er-leben)

Bei der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 wurde Gräber ohne Gegenkandidat mit 71,4 % der gültigen Stimmen gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019

Am 9. Juni 2024 wurde Hoffmann mit 63,6 % der gültigen Stimmen zu ihrem Nachfolger gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.§ 37 (3) der Kommunalverfassung für das Land Mecklenburg-Vorpommern

Wappen, Flagge und Dienstsiegel Im September 2021 erteilte das Ministerium des Innern der Gemeinde Dümmer die Genehmigung, das nachfolgend beschriebene Wappen und die nachfolgend beschriebene Flagge zu führen. Wappenbeschreibung „In Rot eine eingebogene goldene Spitze, belegt mit dem Giebel eines zweigeschossigen roten Fachwerkhauses mit schwarzem Gebälk, bogengestütztem Mansarddach, goldener Tür, diese begleitet beidseitig von zwei und überhöht von drei goldenen Fenstern; vorn ein goldenes Mühlrad, hinten ein goldene Glocke mit schwarzem Klöppel.“§ 1 der

Wegen der historischen Bedeutung der früher selbständigen Gemeinden Dümmer, Parum und Walsmühlen wurden diese drei Orte in dem Wappen symbolisch dargestellt. Für Walsmühlen steht das Mühlrad und die dortige Mühle, die Glocke symbolisiert die Parumer Kirche und der Giebel eines zweigeschossigen Fachwerkhauses mit bogengestütztem Mansarddach den Ortsteil Dümmer. Dieses steht für das „Europahaus“, das 2014 von über 100 Wandergesellen verschiedener Gewerke aus mehreren Ländern Europas errichtet wurde. Die im Wappen benutzten Farben Rot und Gold sind die Farben der Grafschaft Schwerin, auf dessen Territorium die heutige Gemeinde Dümmer liegt. Flaggenbeschreibung „In der asymmetrisch von Gelb und Rot längsgestreiften Flagge der Gemeinde Dümmer liegt, 2/3 der Höhe des Flaggentuches einnehmend, das Gemeindewappen. Die Teilungslinie zwischen Geld und Rot in der Flagge wird von den unteren Begrenzungen der eingebogenen Spitze im Wappen bestimmt. Die Höhe des Flaggentuches verhält sich zur Länge wie 3 zu 5.“

Dienstsiegel Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen und die Umschrift „GEMEINDE DÜMMER • LANDKREIS LUDWIGSLUST-PARCHIM“.

Sehenswürdigkeiten mini|Dorfkirche in Parum

Die Dorfkirche Parum ist eine gotische Backsteinkirche mit Feldsteinsockel, deren Mittelschiff um 1450 entstand. Erweiterungen erfuhr das Bauwerk im Ortsteil Parum um 1770 mit dem Holzturm und um 1870 mit einem neuen Chor und dem Querschiff im Stil der Neugotik. Ebenfalls neogotisch ist die Inneneinrichtung.Zerniner Beschäftigungsinitiative (ZEBI) e. V. und START e. V. (Hrsg.): Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Parchim. Edition Temmen, Bremen/Rostock 2001, ISBN 3-86108-795-2, S. 130 Die Orgel wurde 1871 erbaut, sie stammt von Johann Heinrich Runge. Eine Restaurierung erfolgte 2005. Der Schlossberg im Schleusenholz östlich von Dümmer ist eine mittelalterliche Burganlage. Nach Überlieferungen aus dem 14. Jahrhundert wurde sie durch Vasallen des Stifts Ratzeburg errichtet. Wegen der Nähe zur Grafschaft Schwerin kam ihr eine besondere Bedeutung zu. Der heute von einem Wald bewachsene Berg mit dem ihm umgebenden Graben ist als Bodendenkmal ausgewiesen, erkennbar durch ein Schild.

Verkehr Die nächste Verbindung zur A 24 befindet sich am Autobahnanschluss Wittenburg in 13 Kilometern Entfernung.

Persönlichkeit mit Bezug zu Dümmer

Stefan Thomas (1932–2025), Bildhauer

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Dümmer Gemeinde Dümmer auf den Seiten des Amtes Stralendorf

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Ludwigslust-Parchim Kategorie:Ersterwähnung 1230