mini|Ohrflecktaube mini|Ohrflecktaube Die Ohrflecktaube (Zenaida auriculata) ist eine Art der Taubenvögel. Sie kommt in mehreren Unterarten in Südamerika vor. Die Bestandszahlen dieser Taubenart sind sehr hoch. Die Art gilt als nicht gefährdet.

Erscheinungsbild Die Ohrflecktaube erreicht eine Körperlänge von 26 Zentimetern. Rösler, S. 187 Sie ist damit kleiner als eine Lachtaube und weist in ihrem Erscheinungsbild sehr viel Ähnlichkeit mit der Carolinataube auf. Sie ist die kleinste aller Trauertauben. Münst, S. 83 Der Geschlechtsdimorphismus ist nicht sehr stark ausgeprägt. Die Weibchen haben lediglich etwas mattere Farben.

Der Oberkopf und der Nacken sind bläulich grau. Kopf, Hals und Brust sind bräunlich rosa. Der Rosaton ist insbesondere auf der Brust sehr ausgeprägt. An den oberen Halsseiten findet sich ein dunkler, schillernder Fleck. Ein schmaler dunkler Streifen befindet sich hinter dem Auge. Die Flügeldecken sind gelbbraun mit einzelnen schwarzen Flecken, die Handschwingen sind dunkelgrau. Der Schnabel ist klein und zierlich und von dunkelgrauer Farbe. Die Iris ist rötlich braun. Die unbefiederten schmalen Augenringe sind grauweiß. Die Füße sind rötlich.

Verbreitung und Lebensraum mini|links|Verbreitungsgebiet der Ohrflecktaube (grün) Die Ohrflecktaube ist in weiten Teilen Südamerikas und der Karibik verbreitet. In Teilen Südamerikas – insbesondere in Brasilien und Argentinien – gilt die Ohrflecktaube als landwirtschaftlicher Schädling und wird in großer Zahl gejagt. Sie ist aber in beiden Ländern zahlreich und große Schwärme in Brasilien können mehr als eine Million Tauben umfassen. Gibbs, S. 325

Der Lebensraum der Ohrflecktaube sind aride und semiaride Regionen vom Küstentiefland bis in Höhen von 4.400 Metern. Sie bewohnt offenes Land, das nur mit einzelnen Bäumen oder Baumgruppen bestanden ist, Kulturland und hat sich auch menschlichen Siedlungsraum erschlossen. Sie kommt in vielen Bereichen ihres Verbreitungsgebietes in Parks, Gärten und auf Industriegelände vor. Besonders eng ist ihre Bindung an menschliche Siedlungsräume aber in den Hochlandregionen der Anden.

Verhalten Während die in den Anden und auf den Inseln vorkommenden Ohrflecktauben überwiegend Standvögel sind, gibt es bei den anderen Populationen saisonale und sporadische Wanderungen. Gibbs, S. 324 Diese Wanderungen führen häufig im Osten über das Tiefland Südamerikas. Im Nordosten Brasiliens werden etwa in einem dreijährigen Rhythmus solche starken Wanderbewegungen festgestellt, bei denen es häufig zu einer sehr großen Schwarmbildung kommt. Die Gründe für diese Wanderbewegungen sind bislang nicht hinreichend verstanden, hängen aber sehr wahrscheinlich mit der Verfügbarkeit von Nahrungsmittelressourcen zusammen.

Die Ohrflecktaube ist eine der typischen bodenbewohnenden Taubenarten. Dort, wo sie nicht verfolgt wird, wird sie gegenüber dem Menschen sehr zutraulich. Ihr Nahrungsspektrum setzt sich aus Sämereien, kleinen Früchten, Insekten und Schnecken zusammen. Die Fortpflanzungszeit ist abhängig vom Verbreitungsgebiet. In Kolumbien brütet die Ohrflecktaube im Zeitraum März bis September, auf Trinidad im Zeitraum Dezember bis Januar und erneut im Zeitraum März bis September. In Brasilien werden Nester das ganze Jahr über gefunden, in den Anden Perus und Boliviens von August bis November und April bis Juni.

Das Nest ist eine kleine Plattform aus Zweigen, dessen Nistmulde mit kleinen Wurzeln und Gras ausgelegt wird. Es wird gewöhnlich im Unterholz oder in Bäumen errichtet. Das Gelege besteht aus ein bis zwei Eiern. Die Brutzeit währt etwa 14 Tage und die Jungvögel sind nach 12 bis 15 Tagen flügge. Wie bei vielen anderen Arten der Trauertauben ziehen die Ohrflecktauben eine zweite Brut groß, wenn die erste flügge geworden ist.

Unterarten Es sind folgende Unterarten bekannt:IOC World Bird List Pigeons Zenaida auriculata caucae , 1922Frank Michler Chapman (1922), S. 1 kommt im westlichen Kolumbien vor. Zenaida auriculata antioquiae , 1917Frank Michler Chapman (1917), S. 207 ist im nördlichen zentralen Kolumbien verbreitet. Zenaida auriculata pentheria , 1855Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1855), S. 98 ist im östlichen Kolumbien und westlichen Venezuela verbreitet. Zenaida auriculata vinaceorufa , 1884Robert Ridgway (1884), S. 176 kommt auf den Niederländischen Antillen vor. Zenaida auriculata stenura , 1855 ist auf den Kleinen Antillen, auf Trinidad, Zentralkolumbien über Guyana, Suriname, Französisch-Guayana und das nördliche Brasilien verbreitet Zenaida auriculata jessieae , 1888Robert Ridgway (1888), S. 527 ist am Unterlauf des Amazonas in Braslien verbreitet. Zenaida auriculata marajoensis , 1913Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch (1888), S. 149 kommt an der Amazonas-Mündung in Brasilien vor. Zenaida auriculata noronha , 1890Richard Bowdler Sharpe (1890), S. 479 ist im nordöstlichen Brasilien und auf Fernando de Noronha verbreitet Zenaida auriculata hypoleuca , 1855Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1855), S. 97 kommt im westlichen Ecuador und dem westlichen Peru bis ins nordwestliche Bolivien und das nördliche Chile verbreitet. Zenaida auriculata chrysauchenia , 1847Ludwig Reichenbach (1847), S. III kommt im östlichen Bolivien bis Zentralbrasliem und südlich bis Feuerland vor. Zenaida auriculata auriculata (, 1847)Marc Athanase Parfait Œillet Des Murs (1847), S. 381, im Atlas Tafel 7 ist im zentralen Chile und dem westlichen zentralen Argentinien verbreitet.

Zenaida rubripes , 1885George Newbold Lawrence (1885), S. 357 und Zenaida ruficauda robinsoni , 1915Robert Ridgway (1915), S. 107 werden heute als Synonym zu Z. a. stenura betrachtet, Zenaida auriculata pallens & , 1918Outram Bangs u. a. (1918), S. 446 als Synonym zu Z. a. hypoleuca, Zenaida ruficauda , 1855 und Zenaida bogotensis , 1885George Newbold Lawrence (1885), S. 358 als Synonym zu Z. a. pentheria und Zenaida virgata , 1901Arnaldo de Winkelried Bertoni (1901), S. 24–25 und Columba Maculata , 1823Louis Pierre Vieillot (1823), S. 376 als Synonym zu Z. a. chrysauchenia. Zenaida auriculata vulcania , 1944Rodolphe Meyer de Schauensee (1944), S. 2 könnte eine Hybride von Z. a. hypoleuca und Z. a. caucae sein.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung der Ohrflecktaube erfolgte 1847 durch Marc Athanase Parfait Œillet Des Murs unter dem wissenschaftlichen Namen Peristera auriculata. Als Verbreitungsgebiet gibt er die zentralen Provinzen Chiles an.Zur Publikationsgeschichte des Werkes siehe Julius Victor Carus u. a. (1861) S. 177–178, British Museum (Natural History) S. 646 & John Todd Zimmer u. a. (1926a) S. 237–238. Laut Zimmer u. a. könnte es sein, dass sich die Tafeln früher publiziert wurden und deshalb Priorität im Sinne der Internationalen Regeln für die Zoologische Nomenklatur haben. 1838 führte Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte die neue Gattung Zenaida für die Liebestaube (Zenaida aurita zenaida , 1825) ein.Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1838), S. 41. Dieser Name ist seiner Frau Zénaïde Laetitia Julie Bonaparte (1801–1854) gewidmet. Der Artname auriculata leitet sich von ab.auriculata The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Caucae bezieht sich auf das Departamento del Cauca, antioquiae auf das Departamento de Antioquia, marajoensis auf die Insel Marajó, noronha auf Fernando de Noronha und bogotensis auf Bogotá. Mit dem Namen Jessieae wurde Jessie Riker geb. Carpenter (1862–1951) geehrt, mit robinsoni Wirt Robinson (1864–1929). Pallens hat seinen Ursprung in pallens The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, vinaceorufa in und vinaceorufa The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, rubripes in und rubripes The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, ruficauda in und ruficauda The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, virgata in virgata The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, maculata in maculata The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, vulcanius in in Bezug auf den Vulkan Cumbal, pentheria in pentheria The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, stenura in und stenura The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, hypoleuca in und hypoleuca The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling sowie chrysauchenia in und .chrysauchenia The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay zwei Bälge, gesammelt von Hans Krieg (1888–1970) und Michael Mathias Kiefer (1902–1980) in Puerto Casado im Gran Chaco, zur Verfügung. Laubmann sah im heutigen Synonym Z. a. virgata die Unterart für Paraguay. In der Literatur betrachtete er im Departamento Alto Paraná und Puerto Bertoni und Monte SociedadArnaldo de Winkelried Bertoni (1930), S. 242. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni, in Sapucai durch Charles ChubbCharles Chubb (1910), S. 60, am Río Pilcomayo durch Hans Hermann Carl Ludwig von BerlepschHans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch (1887), S. 34., in Colonia RissoTommaso Salvadori (1895), S. 23 durch Tommaso Salvadori, in Concepción und WaikthlatingmayalwaJohn Graham Kerr (1901), S. 234. durch John Graham Kerr, in TrinidadElsie Margaret Binger Naumburg (1930), S. 67. durch Elsie Naumburg und in Puerto PinascoAlexander Wetmore (1926), S. 180. im Departamento Presidente Hayes durch Alexander Wetmore als Nachweise für das Land. Des Weiteren erwähnte er Paloma de la parda manchadaFélix de Azara (1805), S. 17–20. von Félix de Azara für das Land.Alfred Laubmann (1939), S. 133–135. Problematisch könnte die Prioritätsfrage zwischen Z. a. auriculata und Z. a. chrysauchenia sein, da beide Namen im Jahr 1847 publiziert sind.Zur Publikationsgeschichte von Reichenbachs Werk siehe Adolf Bernhard Meyer (1879) S. VI–VII, John Todd Zimmer u. a. (1926b) S. 505–514. Reichenbachs Werk scheint chaotisch publiziert worden zu sein. Es ist nicht mal klar ob der Text mit der Tafel 161 Abbildung 1429 gemeinsam erschienen ist. Falls dies nicht der Fall ist müsste der Name als Nomen nudum gewertet werden.

Haltung in menschlicher Obhut Ohrflecktauben wurden das erste Mal im Zoo von London gezeigt. 1897 gelang dort die erste Zucht. Heute wird sie allerdings nur noch selten importiert und spielt in der europäischen Wildtaubenhaltung keine besonders große Rolle.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Taubenvögel