Als Spree-Oder-Wasserstraße (SOW) wird die etwa 129 km, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes lange schiffbare Verbindung zwischen der Mündung der Spree in die Havel in Spandau und der Oder bei Eisenhüttenstadt bezeichnet. Sie enthält staugeregelte Strecken der Spree und einen Abschnitt der Dahme und den Oder-Spree-Kanal (OSK). In Spandau schließt sie an die Untere Havel-Wasserstraße und an die Havel-Oder-Wasserstraße an.
Die Spree-Oder-Wasserstraße befindet sich in den Bundesländern Berlin und Brandenburg und ist eine Bundeswasserstraße überwiegend der Wasserstraßenklasse IV mit Einschränkungen. Zuständig für die Verwaltung ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Spree-Havel.
Geschichte Eine schiffbare Verbindung zwischen der mittleren Spree bei Neuhaus und der Oder bei Brieskow bestand als ca. 27 km langer Friedrich-Wilhelm-Kanal schon seit 1668. Sein Nachfolger wurde der leistungsfähigere und schon im Raum Berlin beginnende Oder-Spree-Kanal.
Verlauf der Verbindung zwischen Havel und Oder Die SOW beginnt an der Spreemündung in die Havel in Berlin-Spandau, folgt der Unteren Spree (6 km), der Berliner Spree (15 km) und der Treptower Spree (12 km) bis zur Mündung der Dahme in die Spree in Berlin-Köpenick.
In der Dahme verläuft sie durch den Langen See, benutzt in etwa dessen Mitte einen Durchstich nach Osten in den Seddinsee und schließt in diesem am gegenüberliegenden Ufer an den westlichen Abschnitt des Oder-Spree-Kanals an (12 km). Nach 24 km trifft der Kanal bei Große Tränke auf die Fürstenwalder Spree, in der die SOW 20 km verläuft, bevor der 41 km lange östliche Teil des Oder-Spree-Kanals an diese angeschlossen ist. Nach der Passage des Kersdorfer Sees beginnt im Oberwasser der Schleuse Kehrsdorf die die Nordsee-Ostsee-Wasserscheide überwindende Scheitelhaltung. Im Unterwasser der Schleuse Fürstenberg in Eisenhüttenstadt schließt der zweite Kanal-Abschnitt und damit der Oder-Spree-Kanal und die SOW an die Oder an.
Die Kilometrierung der Wasserstraße beginnt an der Spreemündung in die Havel und endet an der Oder. Sie geht zu Berg, gegen die Fließrichtung der Flüsse Spree und Dahme, in überwiegend östlicher und südöstlicher Richtung.
Andere zur SOW gehörende Bundeswasserstraßen Rechtlich zur SOW:, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
Ruhlebener Altarm Landwehrkanal Spreekanal mit Kupfergraben Rummelsburger See Müggelspree (Großer Müggelsee) von der Einmündung in den Dämeritzsee bis zur Einmündung in die SOW (Treptower Spree) Große Krampe Wasserstraße Seddinsee und Gosener Kanal Gosener Graben Mündungsstrecke Drahendorfer Spree Neuhauser Speisekanal Kleiner Müllroser See Anfangsstrecke Brieskower Kanal (ehem. Friedrich-Wilhelm-Kanal)
Schleusen zwischen Havel und Oder Am Kilometer 68,75 der Spree-Oder-Wasserstraße gab es bis zum Jahr 2005 eine weitere Schleuse, die Schleuse Große Tränke (nicht mehr vorhanden, kursiv dargestellt), welche aber seit Jahrzehnten nicht genutzt wurde. Das alte und enge Bauwerk stellte für die Berufsschifffahrt ein Schifffahrtshindernis dar. Sie wurde in früherer Zeit nur bei sehr hohen Hochwasserständen der Spree genutzt, da es dann notwendig war, die Wasserhaltung bis zur Schleuse Wernsdorf vor Überflutung zu schützen. Weiterhin wurde durch die Staustufe die Fließgeschwindigkeit im spreegeprägten Kanalabschnitt vorteilhaft für die damalige Schleppschifffahrt verringert.
Ort Name der Schleuse Wasserstraßen-kilometer Daten VerkehrsfreigabeBaujahr Bild Anrufkanal KoordinatenBerlin, Spree Schleuse Charlottenburg BundeswasserstraßeSOW 6,30L 150,00 m / B 12,50 m / Fallhöhe 1,23 m 1998/2003 70px|Schleuse CharlottenburgUKW 82Berlin, Spree Schleuse Mühlendamm BundeswasserstraßeSOW 17,80L 136,00 m / B Nordkammer 11,75 m / Südkammer 12,00 m / Fallhöhe 1,51 m 1936/1942 70px|Schleuse MühlendammUKW 20Wernsdorf, OSK Schleuse Wernsdorf BundeswasserstraßeSOW 47,60 L Nordkammer 115 m / Südkammer 65,00 m / B Nordkammer 9,40 m / Südkammer 8,60 m / Fallhöhe 4,51 m Südschleuse 1888 / Nordschleuse 1904 / 2006 70px|Schleuse WernsdorfUKW 62 Fürstenwalde, OSK ehemalige Schleuse Große Tränke BundeswasserstraßeSOW 68,75 L Nordkammer 59,40 m / Südkammer 67,50 m / B Nordkammer 9,60 m / Südkammer 8,50 m / Fallhöhe 0,00 m Südschleuse 1891 / Nordschleuse 1912 bis 1914 / 2005 abgebrochen 70px|Luftbild ehemalige Schleuse Große Tränke Fürstenwalde, Spree Schleuse Fürstenwalde BundeswasserstraßeSOW 74,70 L Nordkammer 67,60 m / Südkammer 67,70 m / B Nordkammer 8,54 m / Südkammer 9,40 m / Fallhöhe 0,93 m Südschleuse 1912/14 / Nordschleuse 1891 70px|Schleuse FürstenwaldeUKW 22 Kersdorf, OSK Schleuse Kersdorf BundeswasserstraßeSOW 87,93 L Nordkammer 115,00 m / Südkammer 67,50 m / B Nordkammer 9,68 m / Südkammer 8,54 m / Fallhöhe 2,38 m Südschleuse 1891 / Nordschleuse 1914 / 2013 70px|Schleuse KersdorfUKW 82 Eisenhüttenstadt, OSK Schachtschleuse Eisenhüttenstadt BundeswasserstraßeSOW 127,30 L Nordkammer 127,00 m / Südkammer 127,00 m / B Nordkammer 12,00 m / Südkammer 12,00 m / Fallhöhe max. 14,00 m (abhängig vom Oderwasserstand) 1. August 1925 bis1. November 1929 70px|Schachtschleuse EisenhüttenstadtUKW 82
Fallhöhen der Schleusen der Spree-Oder-Wasserstraße (Durchschnitt) und deren Abstände voneinander 1,2 m 11,5 km 1,5 m 29,8 km 4,5 m 27,1 km 0,9 m 15,0 km 2,3 m Scheitelhaltung37,6 km 14,0 m Charlottenburg Mühlendamm Wernsdorf Fürstenwalde Kersdorf Eisenhüttenstadt
In den Schleusen mit blauer Markierung wird von der Spree kommend als Bergfahrer nach oben geschleust, nur in Eisenhüttenstadt, rot markiert, nach unten zum Wasserstand der Oder.
Geplanter Ausbau Im Zuge des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 17 sollte die Spree-Oder-Wasserstraße von km 0 bis km 4,673 (Höhe Rohrdamm) ab dem Jahr 2018 vertieft und an einigen Stellen korrigiert werden. Der Ausbau sollte gegenüber der ursprünglichen Planung in reduzierter Form erfolgen, so sollte die Fahrrinne statt auf vier Meter nur auf 3,50 Meter vertieft werden. Die voraussichtliche Bauzeit wurde mit drei Jahren angegeben.
Siehe auch Liste der Brücken in Berlin Liste deutscher Binnenwasserstraßen des Bundes
Literatur Hans-Joachim Uhlemann: Berlin und die Märkischen Wasserstraßen. transpress Verlag Berlin 1987. ISBN 3-344-00115-9 Schriften des Vereins für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e. V. div. Jahrgänge. Westeuropäischer Schifffahrts- und Hafenkalender Binnenschifffahrts-Verlag GmbH Duisburg-Ruhrort.
Karten Folke Stender: Redaktion Sportschifffahrtskarten Binnen 1. Nautische Veröffentlichung Verlagsgesellschaft, ISBN 3-926376-10-4. W. Ciesla, H. Czesienski, W. Schlomm, K. Senzel, D. Weidner: Schiffahrtskarten der Binnenwasserstraßen der Deutschen Demokratischen Republik 1:10.000. Band 4. Herausgeber: Wasserstraßenaufsichtsamt der DDR, Berlin 1988, .
Weblinks Karte der Berliner Wasserstraßen mit der Spree-Oder-Wasserstraße (PDF) (988 kB)
Einzelnachweise
Kategorie:Bundeswasserstraße Kategorie:Kanal in Brandenburg