mini|Grab Karlmanns in Altötting mini|Baiern unter den Karolingern Karlmann, lateinisch Karlomannus rex, (* um 830; † 22. September oder 29. SeptemberGerhard Hartmann, Karl Schnith (Hrsg.): Die Kaiser, 1200 Jahre Europäische Geschichte. Graz u. a. 1996, S. 70. 880 in Altötting) aus dem Adelsgeschlecht der Karolinger war von 876 bis 880 König von Bayern (Baiern), König des Ostfrankenreiches und von 877 bis 879 König von Italien.

Leben Karlmann war der älteste Sohn des ostfränkischen Königs Ludwigs II. des Deutschen, und der Hemma, Tochter des Grafen Welf I. von Altdorf.

Bei der Reichsteilung seines Vaters im Jahre 865 erhielt Karlmann als König Bayern. Bayern bestand damals überwiegend aus dem Stammesgebiet der Bajuwaren. Karlmann übernahm nach Ludwigs Tod als König 876 die Herrschaft in Bayern.

877 trat er die Nachfolge seines Onkels, des westfränkischen Königs Karl des Kahlen, als König von Italien an.

877 gründete er im heutigen Altötting das Kloster Ötting, das durch Schenkungen bald sehr wohlhabend wurde, und ließ dazu eine Kirche erbauen, auf deren Grundmauern heute die Stiftspfarrkirche St. Philipp und Jakob steht.

Die geographische Lage seiner Königspfalz war für Karlmann auch deshalb günstig, weil er auch die italienische Königskrone zugesprochen bekam. Er erkrankte in Verona, wo er sich vorübergehend aufgehalten hatte, schwer und kehrte nach Ötting zurück.

Karlmann verstarb dort am 22. September 880. Er ist in der Stiftskirche Altötting begraben. mini|Bayern zur Zeit König Karlmanns

In der nach 900 verfassten Weltchronik Reginos von Prüm, Abt von St. Martin in Trier, wird König Karlmann folgend beschrieben: .

879, als er bereits aus gesundheitlichen Gründen regierungsunfähig war, gab er Italien an seinen Bruder Karl III. den Dicken, der im alemannischen Teilreich herrschte. Nach Karlmanns Tod erhielt sein Bruder Ludwig III. der Jüngere, der in Franken, Sachsen, Thüringen und der Hälfte Lothringens herrschte, Bayern, Karlmanns Sohn Arnulf von Kärnten erhielt die Markgrafschaft Kärnten.

Laut hauptsächlich westfränkischer HistoriographieSilvia Konecny: Die Frauen des karolingischen Königshauses. Die politische Bedeutung der Ehe und die Stellung der Frau in der fränkischen Herrscherfamilie vom 7. bis zum 10. Jahrhundert. Diss., Wien 1976, S. 139. entstammte Arnulf einer unehelichen Verbindung zwischen Karlmann und Liutswind († vor 891). Nach Arnulfs Geburt um 850 heiratete Karlmann (vor 861) eine nicht namentlich bekannte Tochter des Grafen Ernst aus der Familie der Ernste, die nach dem 8. August 879 starb. Allerdings ist nicht völlig auszuschließen, dass es sich bei den beiden Frauen um dieselbe Person handelt.

Literatur

Benno Hubensteiner: Bayerische Geschichte. ISBN 3-7787-3631-0, S. 64 Info der Deutschen Nationalbibliothek Josef Pfennigmann: Studien zur Geschichte Altöttings im Früh- und Hochmittelalter. Beitrag zur Geschichte des Reichsgutes und der Pfalzen in Altbayern. Dissertation, München 1952, Neuausgabe: Gebrüder Geiselberger, Altötting 1997, ISBN 3-920191-21-8

Weblinks

Literatur im Opac der Regesta Imperii

Anmerkungen

Kategorie:Familienmitglied der Karolinger Kategorie:König (Bayern) Kategorie:König (Franken) Kategorie:König (Italien) Kategorie:Herrscher (9. Jahrhundert) Kategorie:Geboren im 9. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 880 Kategorie:Mann Kategorie:Ostfrankenreich Kategorie:Ludwig der Deutsche