Die Pazifische Taifunsaison 2009 ist die Ansammlung der im Jahr 2009 im westlichen Pazifischen Ozean aufgetretenen tropischen Wirbelstürme. Im Gegensatz zum Atlantischen Ozean und seinen Randmeeren hat die Taifunsaison keine offiziellen Grenzen, sondern ist mit dem Kalenderjahr identisch. Die meisten tropischen Wirbelstürme bilden sich hier jedoch zwischen Mai und November. Tropische Wirbelstürme, die sich nördlich des Äquators und westlich der Datumsgrenze bilden, nennt man Taifune. Die sich östlich des 180. Längengrades bildenden Stürme sind Gegenstand der Pazifischen Hurrikansaison 2009.

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Saisonprognosen + Vorhersagen tropischer Aktivität in der Saison 2009 Quelle Datum Gesamt-zahl BenannteStürme TaifuneCityUHKDurchschnitt (1950–2000) 31 27 17CityUHK20. April 2009 31 27 18CityUHK18. Juni 2009 30 27 18CWB30. Juni 2009 - 24-27 - Seit der pazifischen Taifunsaison 2000 erstellt das Laboratory for Atmospheric Research an der City University of Hong Kong Vorhersagen über die erwartete Zahl tropischer Wirbelstürme, benannter Stürme und Taifune während einer Saison. Die Vorhersage wird im April veröffentlicht und im Juni aktualisiert. Für die Saison 2009 erwartet die CityUHK einen überdurchschnittlichen Saisonverlauf. Eine durchschnittliche Saison umfasst basierend auf den Daten von 1950 bis 2000 nach den Berechnungen der Universität 31 tropische Wirbelstürme, 27 benannte Stürme und 17 Taifune. In der im April veröffentlichten Vorhersage sagt die CityUHK 31 tropische Wirbelstürme, 27 benannte Stürme und 18 Taifune voraus. Außerdem geht das Institut davon aus, dass zwischen Mai und August vier tropische Wirbelstürme die Küste Südchinas überqueren. In einer normalen Saison passiert dies dreimal zwischen Mai und August und zweimal zwischen September und Dezember.

Das Central Weather Bureau Taiwans ging in seiner Prognose vom 30. Juni davon aus, dass es im westlichen Pazifik zu 24 bis 27 tropischen Stürmen kommen würde, von denen drei bis fünf Auswirkungen auf Taiwan haben könnten.

Stürme Tropische Depression Auring

Am 30. Dezember 2008 bildete sich südöstlich von Manila, Philippinen, eine Wetterstörung. Das System wurde vom JTWC spät am 1. Januar als tropische Störung identifiziert, die Aussichten auf eine Entwicklung in einen tropischen Zyklon beurteilte das JTWC als schlecht. Von der JMA wurde das System als tropisches Tiefdruckgebiet beobachtet. Am Vormittag des 3. Januar vergab PAGASA den Namen Auring. Das System konnte sich jedoch nicht wesentlich intensivieren und wurde am 5. Januar von PAGASA zum Tiefdruckgebiet herabgestuft. Das Resttief brachte über den Osten Luzons, Bicol und Visayas verbreitet heftige Schauer.

Heftiger Regen und Überflutungen zwangen auf Mindanao 38.764 Personen zum Aufsuchen von Notunterkünften. Eine Person wurde getötet und zwei weitere blieben vermisst. Der Verkehr war ebenfalls beeinträchtigt und zahlreiche Fähren, Überlandbusse und Lastwagen mussten ihre Fahrten unterbrechen. 305 Häuser wurden zerstört, weitere 610 beschädigt. Die Sachschäden durch das Tiefdrucksystem wurden auf 23 Millionen Philippinische Peso – 500.000 US-Dollar (2009) – geschätzt.

Tropische Depression Bising

Am 9. Februar bildete sich 150 km nördlich von Palau eine tropische Störung. Die Satellitenaufnahmen ergaben das Vorhandensein einer tiefen Konvektion am nördlichen Rand eines nichttropischen Troges, die in ein Gebiet mäßiger vertikaler Windscherung eingebettet war. Am nächsten Tag meldete das JTWC, dass die Störung sich aufgelöst hatte. Sie regenerierte sich jedoch in der Frühe des 12. Februar und erreichte im Verantwortungsbereich von Pagasa als Tropische Depression Bising mit Windgeschwindigkeiten um 45 km/h ihre größte Intensität, weswegen PAGASA Sturmwarnungen für Teile von Visayas und Mindanao auslöste. Nach dem Landfall des Tiefdruckgebietes auf Dinagat widerrief PAGASA alle Sturmwarnungen für dieses System. Zwischen Liloan und Ormoc wurde der Fährverkehr vorübergehend eingestellt, ebenso der Verkehr von und nach Cebu. Das Resttief erzeugte am 14. Februar gebietsweise schwere Regenschauer im Süden von Luzon, in der Bicol-Region und in Visayas, bevor es sich auflöste. Auf der Insel Cebu verursachte der Regen Erdrutsche, die eine Hauptstraße blockierten.

Tropische Depression Crising

In der Frühe des 29. Aprils bildete sich 430 km südwestlich von Manila eine Wetterstärkung. Satellitenbilder zeigten eine walzenförmige bodennahe Zirkulation mit unterbrochenen Konvektionsbändern an ihrem südwestlichen Rand. Das System lag in einer Zone mit geringer vertikaler Windscherung. Im Tagesverlauf konsolidierte sich das System unter dem Einfluss eines Antizyklons kontinuierlich. Am nächsten Morgen wies PAGASA dem System den örtlichen Namen Crising zu und meldete, dass Crising Windgeschwindigkeiten von 55 km/h erreichte. Einige Stunden später wurden für Teile des Westens von Luzon Sturmwarnungen ausgegeben, während sich das System im Südchinesischen Meer langsam nach Westen bewegte. Im Tagesverlauf beeinflussten sich Crising und die Wetterstörung, die sich später zum Taifun Kujira entwickelte, gegenseitig. Als Folge war Crisings Zirkulationszentrum nur noch schwach definiert. Das System konnte sich nicht regenerieren und am 2. Mai gab PAGASA für die Philippinen die letzten Warnungen aus.

Schwere Regenfälle durch die äußeren Regenbänder Crisings führten im Westen der Philippinen zu Überschwemmungen, von denen rund 2500 Bewohner betroffen waren. Am schlimmsten waren die Fluten in Lucena City, wo zehn Ortschaften abgeschnitten waren. Gebiete an Bucon und Inalmasinan wurden überschwemmt und führten zu deutlichen Schäden an der Ernte. In der Region ertranken mehrere Tiere, Straßen wurden durch Flutwasser unterspült oder durch Erdrutsche unpassierbar. In Mercedes.

Taifun Kujira (Dante)

In der Frühe des 26. April bildete sich in der Nähe von Baler, Aurora eine Wetterstörung, die ursprünglich des Schwanzende einer Kaltfront war, die den Norden Luzons passierte. Das JTWC schätzte die Möglichkeit, das sich diese Störung innerhalb von 24 Stunden zu einem tropischen Zyklon entwickeln würde zunächst als gut ein, am 28. April erklärte Pearl Harbor das System als sich auflösend, was auf die Wechselwirkungen durch Tropische Depression Crising und dem von der JMA als Tropische Depression 03 klassifizierten System zurückging. Das System zog einige Tage lang in südwestliche Richtung und zog über Albay. Am 1. Mai reorganisierte sich das System über Wasser und wurde am Nachmittag durch PAGASA als Tropisches Tiefdruckgebiet Dante klassifiziert. Sturmwarnsignal Nummer eins wurde in den Provinzen Camarines Norte, Camarines Sur, Albay, Sorsogon, Catanduanes, Masbate, Burias und für den Süden Quezons gesetzt. PAGASA meldete, dass Dante bei Sorsogon in der Bicol-Region über Land zog. In der Frühe des 2. Mai verblieb Dante fast stationär und wurde im Tagesverlauf von der JMA als vollwertiges Tiefdruckgebiet klassifiziert. In der Frühe des nächsten Tages erreichte das System die Stärke eines tropischen Sturmes und erhielt den Namen Kujira. Der Sturm intensivierte sich weiter und wurde am Nachmittag des 3. Mai zum schweren tropischen Sturm. Die JMA stufte Kujira am Morgen des 4. Mai zum Taifun auf, der sich weiter rasch intensivierte und innerhalb von 24 Stunden von einem Taifun äquivalent zu Kategorie 2 der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala zu einem Kategorie-4-Taifun entwickelte. Am 6. Mai meldete das JTWC den Beginn des Übergangs zu einem außertropischen Wirbelsturm, da das bodennahe Zirkulationszentrum fast völlig von der Konvektion gelöst hatte und die vertikale Windscherung zunahm sowie die Wasseroberflächentemperatur abnahm. Später stufte die JMA Kujira zu einem schweren tropischen Sturm ab, da starke Windscherung dem System Tribut abforderte. In der Frühe des 7. Mai stufte die JMA Kujira zum tropischen Sturm ab; im Tagesverlauf wurde Kujira vollständig außertropisch.

Auf den Philippinen verursachte Kujira rund 626 Millionen Pesos Schaden an Ernte und Viehbestand sowie weitere 102 Millionen Pesos an den Bewässerungssystemen für die Landwirtschaft. Durch den nationalen Krisenstab wurden am 12. Mai insgesamt 28 Personen für tot und einer für vermisst erklärt. Betroffen von den Auswirkungen des Sturms waren 383.457 Personen in 609 Barangay innerhalb von 60 Gemeinden und vier Städten in fünf Provinzen der Region V. Der Sachschaden wurde mit 1,228 Milliarden Philippinischen Pesos angegeben, wovon 626 Millionen auf Schäden in der Landwirtschaft und rund 530 Millionen auf Infrastruktur und Häuser entfallen. Insgesamt wurden 138 vollkommen und 2249 teilweise zerstört.

Tropische Depression vom 1. Mai

Am 20. April bildete sich südöstlich von Yap eine Wetterstörung, die sich in den darauffolgenden Tagen langsam nach Nordwesten bewegte. Am 27. April erklärten JTWC und JMA übereinstimmend, dass sich das System auflösen werde, doch am nächsten Tag regenerierte es sich und begann nach Südosten zu ziehen. In der Frühe des 2. Mai hatte sich das System zu einem unbedeutenden tropischen Tiefdruckgebiet verstärkt. Gegen Mittag des Tages wurde das System schwächer, einerseits durch starke Windscherung und andererseits durch die Wechselwirkungen mit dem sich entwickelnden Taifun Kujira. Die JMA setzte ihre Beobachtungen noch bis zum 4. Mai fort. Dann war nur noch eine bodennahe Zirkulation erkennbar, die sich bis zum 7. Mai vollkommen auflöste.

Taifun Chan-hom (Emong)

Am 1. Mai verband sich ein Gebiet mit konvektiver Bewölkung mit einer Wetterstörung südöstlich von Nha Trang, Vietnam und mit einem Rest Crisings und bildete so ein starkes neues Wettersystem. Aufgrund von leichter vertikaler Windscherung und einem Antizyklon in der Höhe, der östlich des Systems lag, intensivierte sich das System und wurde von der JMA als kleines tropisches Tiefdruckgebiet klassifiziert. Das System wanderte zunächst nach Südosten und am frühen Morgen des 3. Mai nach Osten. Das System intensivierte sich weiter und wurde an diesem Tag von der JMA zum tropischen Sturm hochgestuft und erhielt den Namen Chan-hom. Am 4. Mai verstärkte sich Chan-hom zum schweren tropischen Sturm. Am 6. Mai wanderte der Wirbelsturm in das Verantwortungsgebiet von PAGASA und erhielt den lokalen Namen Emong. Nach weiterer Intensivierung wurde der Sturm durch das RSMC in Tokio zum Taifun aufgestuft. Am 7. Mai berichtete PAGASA, dass der Taifun über die Nordspitze von Bolinao hinweg gezogen sei.

Nach der Überquerung Pangasinans wirkte er sich auf La Union, Ilocos Sur, Benguet, Nueva Vizcaya, Ifugao, Kalinga und Isabela aus. Pangasinan (mit 150 mm Niederschlag durch Emong) und La Union waren die am stärksten getroffenen Provinzen. Wetterstationen der Provinzen in der Mitte Luzons, Ilocos, Cordillera Administrative Region und Cagayan Valley sowie in Metro Manila und Teile des Südens von Luzon meldeten am 7. Mai Niederschlagsmengen von mehr als 100 mm innert 24 Stunden. Der Regen durch den Taifun dauerte jedoch vom 6. bis zum 8. Mai. Das nationale Katastrophenzentrum meldete am 13. Mai, dass der Taifun 50 Personen getötet und 47 verletzt hat, die Zahl der Vermissten betrug zu diesem Zeitpunkt 13. Der Sachschaden wurde mit 690 Millionen Philippinischen Pesos angegeben. 204.000 Personen wurden von dem Taifun betroffen. Von den insgesamt 23.280 beschädigten Häusern wurden 6080 völlig und 17.200 teilweise zerstört. Außerdem löste der Taifun 11 Erdrutsche in Zambales und Cagayan aus. Am 8. Mai wurde Chan-hom zum tropischen Sturm abgestuft und im Tagesverlauf zum Tropischen Tiefdruckgebiet. Die JMA gab am Morgen des 9. Mai die letzte Warnung auf, beobachtete das System jedoch noch bis zur endgültigen Auflösung der Zirkulation am 13. Mai, als das System vom Jetstream in nordwestlicher Richtung davongetragen wurde.

Schwerer Tropischer Sturm Linfa