Als Selektionsmarker () wird in der Gentechnik ein Gen bezeichnet, das als Marker zusammen mit dem „gene of interest“, also dem eigentlich gewünschten Gen, in den veränderten Organismus eingebracht wird, um Individuen mit erfolgreicher Genveränderung erkennen zu können. Häufig verwendete Selektionsmarker sind Antibiotikaresistenzen, Auxotrophien oder Herbizidresistenzen. Erfolgreich genveränderte Organismen können dann auch auf einem die entsprechende Substanz enthaltenden Selektionsmedium überleben. Im Gegensatz zu scorable Markern, die einen direkt beobachtbaren Phänotyp erzeugen, erlauben Selektionsmarker die erfolgreich genveränderten Organismen direkt zu selektieren. Scorable Marker werden vor allem zur Selektion einzelliger Organismen oder Pflanzen verwendet. Teilweise erzeugen Selektionsmarker eine Belastung für den Stoffwechsel des transgenen Organismus und können potentiell durch horizontalen Gentransfer auf andere Organismen übertragen werden, weshalb Methoden zur Entfernung des Selektionsmarkers nach der Selektion entwickelt wurden, z. B. mit TALENs oder Zinkfingernukleasen.Y. Y. Yau, C. N. Stewart: Less is more: strategies to remove marker genes from transgenic plants. In: BMC biotechnology. Band 13, 2013, , S. 36, , PMID 23617583, . Eine positive Selektion erfolgt beispielsweise durch Verwendung einer Antibiotikum- oder Herbizidresistenz (transgene Organismen können wachsen), eine negative Selektion durch Verwendung von toxischen Genen (nichttransgene Organismen können wachsen). Auxotrophien können sowohl zur negativen als auch zur positiven Selektion verwendet werden.
Beispiele beta-Lactamase (bla) und das Antibiotikum Ampicillin neo (z. B. die Aminoglycosid-3‘-Phosphotransferase APH 3‘ II) und das Antibiotikum Geneticin (G418) kanR und das Antibiotikum Kanamycin Mutiertes FabI-Gen (mFabI) aus E. coli und das Biozid TriclosanC. W. Jang, T. Magnuson: A novel selection marker for efficient DNA cloning and recombineering in E. coli. In: PloS one. Band 8, Nummer 2, 2013, , S. e57075, , PMID 23437314, . URA3, eine Orotidin-5'-phosphat-Decarboxylase, die auxotroph kompensieren kannJ. D. Boeke, F. LaCroute, G. R. Fink: A positive selection for mutants lacking orotidine-5'-phosphate decarboxylase activity in yeast: 5-fluoro-orotic acid resistance. In: Molecular & general genetics : MGG. Band 197, Nummer 2, 1984, , S. 345–346, PMID 6394957. Thymidinkinase und Ganciclovir
Literatur John F. Jackson, Hans F. Linskens, Ross B. Inman: Testing for genetic manipulation in plants. Springer, 2002, ISBN 3-540-43153-5. S. Anami, E. Njuguna, G. Coussens, S. Aesaert, M. Van Lijsebettens: Higher plant transformation: principles and molecular tools. In: The International journal of developmental biology. Band 57, Nummer 6–8, 2013, , S. 483–494, , PMID 24166431.
Weblinks Elimination of Selectable Marker Genes from Transgenic Crops
Einzelnachweise
Kategorie:Gentechnik Kategorie:Nukleinsäure-Methode Kategorie:Mikrobiologie Kategorie:Zellbiologie