Adama (Oromo: Adaama, Ge'ez ) oder Nazret () ist eine Stadt in Zentral-Äthiopien. Sie ist Hauptstadt der Misraq-Shewa-Zone (West-Shewa) von Oromia. Laut Schätzung von 2022 hatte sie 456.900 Einwohner.Verwaltungsgliederung von Äthiopien bei citypopulation.de
Unter Haile Selassie wurde der ursprüngliche Oromo-Ortsname durch denjenigen des biblischen Nazareth ersetzt.
Geographie Lage Adama liegt auf einer Höhe von 1712 Meter am Übergang zwischen dem Hochland von Abessinien und dem Tiefland im Ostafrikanischen Grabenbruch, sodass sich hier Oromo- und Afar-Hirten und Oromo-Bauern begegnen.
Klima Gemäß der Effektiven Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger und Geiger herrscht in Assela tropisches Savannenklima (Aw). Der Niederschlag fällt zum überwiegenden Teil in den Sommermonaten Juli und August, während es das restliche Jahr über nur vereinzelt regnet.
Geschichte Nazret blieb zunächst eine kleine Stadt. Ihr Wachstum begann um 1954, als am Fluss Awash Zuckerplantagen mit eigener Raffinerie angelegt wurden. 1960 wurden zudem drei Kraftwerke am Awash in Betrieb genommen. Adama wurde zu einem Zentrum der Verarbeitung von Landwirtschafts- und Viehprodukten aus der Umgebung. Während der Hungersnot in Äthiopien 1984–1985 errichtete die EG große Lagerhäuser zur Lagerung von Getreide-Hilfslieferungen.
2000 wurde Adama anstelle von Addis Abeba neue Hauptstadt von Oromia und erhielt seinen früheren Namen zurück.The Nordic Africa Institute: (PDF) Dieser Schritt sorgte für Kontroversen, da die Oromo Addis Abeba (Finfinnee) als ihre Hauptstadt betrachten. Neben Adama waren Nekemte, Ambo, Mojo, Zway, Asella und Jimma als Regionalhauptstadt erwogen worden. Die Wahl von Adama wurde mit Topographie, Klima, Infrastruktur und Wirtschaft der Stadt begründet. 2005 wurde diese Entscheidung rückgängig gemacht.
Bevölkerung 1994 waren von 127.842 Bewohnern 44,42 % Amharen, 26,23 % Oromo, 7,54 % Silt'e, 7,29 % Sebat-Bet-Gurage, 6,27 % Tigray und 3,63 % Soddo-Gurage. 71,18 % sprachen Amharisch als Muttersprache, 13,96 % Oromo, 4,31 % Silt'e, 3,92 % Gurage, 3,7 % Tigrinya und 1,33 % Soddo.Zentrale Statistikagentur: (PDF; 110 MB), 1994 (S. 233, 303)
Bevölkerungsentwicklung der Stadt laut citypopulation.de JahrEinwohnerzahl 1984 76.284 1994 127.842 2007 220.212 2015 324.000 2022 456.900
Infrastruktur Der Ort in seiner heutigen Form verdankt seine Entstehung dem Bau der Bahnstrecke von Addis Abeba nach Dschibuti im Jahre 1917.
Neben den Bahnverbindungen nach Addis Abeba und Dschibuti verfügt Adama über Straßenverbindungen zu den Seen im Grabenbruchgebiet und nach Assela und Assab. Seine günstige Lage ließ es stark wachsen, von rund 39.000 Einwohnern im Jahr 1970 auf gegenwärtig etwa 460.000 Einwohner.
Söhne und Töchter der Stadt
Falaka Armide Yimer (* 1942), Holzschnittkünstler Robel Kiros Habte (* 1992), Schwimmer in der Datenbank von Sports-Reference (englisch) Sifan Hassan (* 1993), niederländische Leichtathletin äthiopischer Herkunft
Literatur Alain Gascon: Adaama, in: Encyclopaedia Aethiopica, Band 1, 2003, ISBN 3-447-04746-1
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Oromia Kategorie:Ort in Afrika Kategorie:Hauptort einer Verwaltungseinheit