Diese Liste japanischer Gefangenenlager in den Weltkriegen verzeichnet die von japanischer Seite eingerichteten Kriegsgefangenen- (M) und Internierungslager (Z) während beider Weltkriege.

1914 bis 1920 Japan, damals Verbündeter der Briten, eroberte im November 1914 die deutsche Kolonie Kiautschou. Für die etwa 4700 Gefangenen, davon 4400 Deutsche und 300 Österreich-Ungarn, wurden folgende Lager eingerichtet. Bis Anfang 1920 bestehende sind mit * gekennzeichnet.Im Stechschritt in die Moderne. In: Le Monde diplomatique. 9. April 2010.Ludwig Seitz: Die Post der Tsingtauer in japanischer Gefangenschaft: 1914–1920. CB-Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-920731-05-0.

Aonogahara* (ehem. Truppenübungsplatz, Präfektur Hyōgo), ab 20. September 1915, geschlossen 26. Januar 1920 Asakusa (im Tempel der Sekte vom Higashi Hongan-ji), ab. 12. November 1914, Besatzung der Jaguar und des OMD; 7. September 1915 ins Lager Narashino verlegt. Bandō, Eröffnung 6.–9. April 1917, Zugänge aus Tokushima, Marugame und Matsuyama, bis Jahreswende 1919/20, offiziell geschlossen 8. Februar 1920. Fukuoka, 13. November 1914, belegt mit 850 Mann, bald fast nur noch Offizierslager, mit unter 100 Insassen. Verlegung der letzten Gefangenen nach Narashino 22. März 1918. Himeji, 323 Mann ab 14. November 1914; Besatzung der Kaiserin Elisabeth Insassen bei Schließung 19.–20. September 1915 nach Aonogahara. Korodai (Nebenlager von Kurume) Kumamoto, eröffnet 16. November 1914, 651 Mann. Verteilt über neun Tempelgebäude u. a. im Amida-ji, Saiko-ji und Kozen-ji. Aufgelöst 9. Juni 1915, Insassen nach Kurume. Kurume, Tempellager am 4. Oktober 1914 eingerichtet, dazu das Nebenlager Korodai, Jahresende 1914 gesamt 531 Insassen. Zusammengefasst zum neuerrichteten Barackenlager* am 8. Juni 1915. Höchstbelegung 1315 Mann. Marugame, eröffnet 16. November 1914, mit 324 Mann (2. und 3. Kompanie des III. Seebataillons), Insassen 1917 nach Bandō. Matsuyama, 3 Teillager, darunter Tempelgebäude Kokaidō, das letzte März 1917 geschlossen, Insassen aus den verschiedensten Truppenteilen, nach Bandō. Nagoya* eröffnet 21. November 1914 mit 309 Mann, spätere Höchstbelegung um 500. Bis 2. November Tempellager, danach neuerrichtetes Barackenlager (im Bezirk Akatsuka, heute Narumi-chō). Narashino* eröffnet 7. September 1915, auf ehemaligem Truppenübungsplatz in der Präfektur Chiba, Höchstbelegung 890 Mann. Ninoshima*, Insassen aus Osaka ab 19. Februar 1917, dazu später Nichtkombattanten. Offizielle Schließung 22. Januar 1920. Oita, zwei Teillager für Offiziere und Mannschaften (Matrosen-Artillerie), eröffnet 4. Dezember 1914 mit 141 Mann, Höchstbelegung 210. Verlegung nach Narashino am 4. August 1918. Osaka, eröffnet 10. November 1914, 537 Soldaten, etliche Zivilbeamte, Höchstbelegung Oktober 1916 ca. 660. 16.–19. Februar 1917 verlegt nach Ninoshima Shizuoka, ab 9./10. Dez. 1914, 107 Mann, verbliebene 97 am 25. August 1918 nach Narashino. Tokushima, ab 3. Dez. 1914, Höchstbelegung 210, Verlegung nach Bandō 6. April 1917.

Feindliche Ausländer, die bei Kriegsausbruch als Zivilisten im Lande lebten, wurden nicht interniert, hatten jedoch ihre geschäftlichen Tätigkeiten einzustellen. Während der sibirischen Intervention übernahmen japanische Truppen vorübergehend drei Lager mit Gefangenen, die von der Ostfront verschleppt worden waren.

1941 bis 1945 Hinweis: Die Schreibung der Ortsnamen und englischen Unternehmensbezeichnungen folgt der damals üblichen.

mini|Übersichtskarte japanischer Lager während des Zweiten Weltkriegs

Es sind nicht sämtliche kleineren und Außenlager aufgeführt. Die Außenlager wurden während des Krieges immer wieder verlegt.Daten und ausbeutende Betriebe von Liste mit Koordinaten Ebenso wenig sind Lager auf dem chinesischen Festland, in denen Chinesen untergebracht waren, aufgeführt.

Es wird geschätzt, dass insgesamt 320.000 alliierte Soldaten in japanische Hände fielen, die meisten in der ersten Jahreshälfte 1942. Davon waren 140.000 Europäer und 180.000 koloniale Hilfstruppen aus Indien, den Philippinen oder China. Viele der Asiaten wurden als Zwangsarbeiter über den ganzen japanischen Herrschaftsbereich verteilt eingesetzt. Für Weiße lag die Sterberate bis zur Kapitulation 1945 bei über 30 %. Statistiken für das US-Militär gehen von 34.648 Kriegsgefangenen aus, von denen 12.935 starben. Die Zustände in den Lagern, besonders in Südostasien, war Gegenstand zahlreicher Kriegsverbrecherprozesse in Singapur und Niederländisch-Indien. Die Todesrate für Zivilinternierte lag im Rahmen der normalen Sterblichkeit für die Tropen, stieg aber aufgrund der kriegsbedingten Unterversorgung ab Jahresmitte 1944 an. Insgesamt verstarben 3–5 % der Zivilisten.

Weiterhin genutzt wurden Militärkrankenhäuser, Polizei- und Kempeitai-Gefängnisse. In letzteren wurde besonders häufig abgeschossenes fliegendes Personal unter besonders harschen Bedingungen und bei halben Rationen untergebracht, da das Bombardieren von Städten nach dem Doolittle Raid als Kriegsverbrechen galt. Offiziere wurden üblicherweise zum Arbeitseinsatz gezwungen.

Japanische Hauptinseln Hokkaidō: Sapporo im Hauptquartier der Nordarmee, mit Außenlager Paramoshiri, Kurilen und auf Sachalin Hakodate-Quarantänestation (Hauptlager) bei Bibai-machi Nebenlager von Hakodate: Akahira (ab 7. Juni 1945, für Sumitomo Mining) Ashibetsu (ab 7. Juni 1945, für Mitsui Mining) Kameda (13. März bis 7. Juni 1945 für die Hafenverwaltung Hakodate) Kamiiso (1. Oktober 1943 bis 7. Juni 1945, für Asano Cement) Otaru Muroran (Kamiso-machi Camp No. 73; 6. Dezember 1942 bis 15. Januar 1943) Nakajima (15. Januar 1943 bis 7. Juni 1945 für Nippon Steel) Nishi-Ashibetsu (ab 29. Juni 1945) Temiya Park Stadion Tomakomai Utashinai No. 2 und 3 (ab 1. Juli 1945 für Hokkaido Coal Mining)

Nördliches Honshū: Niigata (M, Außenlager von Tokio verwaltet, ab 20. August 1943, mehrfach innerorts verlegt; für Niigata Sea and Land Transportation) Akita (Towada-cho), katholische Kirche (Z), nach dem Verrat Badoglios 48 italienische Diplomaten und ihre Familien. Sendai (Z, ab 14. April 1945) Sendai (M, 11 Nebenlager in Industriebetrieben und Bergwerken)

mini|Sugamo-Gefängnis, Tokio (1945)

Region Tokio (Kantō): Sugamo-Gefängnis Kawasaki: Sumire Jogaku-en (Z) Kamakura: Ōfuna-Kriegsgefangenenlager (ab 6. bzw. 7. April 1942) St. Francisco-Kloster (Surime; Z) Urawa (Z) Higashi-Shinagawa (M; Hauptlager 12. September 1942 bis 2. Juli 1943, verlegt nach Omori), ab 1. August 1943 noch Hospital Omori (M; Hauptlager ab 7. Februar 1942); Außenlager: Ashio (ab 10. November 1943 innerorts verlegt 4. Juni 1945, für Furukawa Mining) Hirooka: Kanagawa (M; ab 18. November 1942, für Kumagai-gumi) Hitachi-Daoin (ab 12. Mai 1943, für Nippon Mining) Hitachi-Motoyama (ab 5. März 1944, für Nippon Mining) Kanose (ab 15. April 1944) Kawaguchi (Juli 1945; Nippon Rolling Stock Manufacturing) Kawasaki (M, 2 Außenlager ab 1942) Nagaoka (M, ab 13. Mai 1945, für Nippon Express) Naoetsu (M, 12. Juli 1942 bis Februar 1943, dann innerorts verlegt, Juli 1944 erneuter Umzug; für Shinetsu Chemical, Nippon Stainless u. a.) Omi (ab 12. Mai 1943) Sekiguchi Sumidagawa (ab 1. Juli 1944, für Nippon Express) Suwa (ab 4. Juni 1945) Tsurumi (25. Dezember 1943 bis 15. April 1944 für Nippon Steel Tube Shipbuilding; ab 15. April 1944, für Toshiba Electric Co.) Yokohama Kamioka-Gefängnis (Gummyoji; M) Bund Hotel (Z) mindestens vier weitere kleinere Außenlager von Tokio in Werften Yamakita (Kanagawa Race Course; Z)

Kansai und südliches Honshū: Aioshi Akenobe (No. 6 B) Funatsu Furashi Gifu: Nagara Hotel Fuse Harima (No. 29, Wakayama; Außenlager von Osaka: Chikko, 12. August 1942 bis 21. Mai 1945) Himeji Kamioka Kioto (3) Toyooka Tsuruga Yodagawa Bunsho Yonago Yura Kobe (Z) Futatabi (etwa 5 Meilen außerhalb; Ex-patriates aus der Region und Zivilisten von GuamNamensliste) Eastern Lodge (Pago Camp No. 2) Butterfield and Swire Res. (Pago Camp No. 3) Seemannsmission (Pago Camp No. 4) Untersuchungsgefängnis (Tashibana-chō) Itomachi (sub-camp 11) Kobe (M, 7 Meilen westlich des Kako-Flusses) No. 31 Kawasaki Heavy Industries (M; 8. Dezember 1942 bis 11. Mai 1945, Außenlager von Osaka: Chikko) Militärhospital (10. Juli 1944 aus Osaka verlegt, bis 5. Juni 1945) Koshian-Hotel “Mark’s House” Ecke Yamamoto-dōri/Kitano-chō: ca. 40 Zivilangestellte (♂) der US Navy aus Guam, ab Oktober 1942; Lagerältester: Zahnarzt Stan MacNulty. Verlegt zu anderen am Futatabi im Mai 1944.Sidline, George; Somehow, We’ll survive; 2007 (Vera Vista), S. 79–89 Suzurandai Nagoya (Z, ab 5. April 1945, am 14. Mai 1945 innerorts verlegt) Nagoya-Tempakumura (Z), als „unzuverlässig“ geltende italienische Zivilisten, ab September 1943, darunter Fosco MarainiMirko Ardemagni: Japan lächelt anders. Steingrüben, Stuttgart 1955, S. 185–6. Nagoya-Ishigase, Ishino-mura im Kosai-ji (広済寺), 15 Italiener (Z) Nagoya (M), 3 Hauptlager mit mehreren Außenstellen in Industriebetrieben Osaka Honmaji (Militärgefängnis) Ichioka-Hospital (5. Oktober 1942 bis 10. Juli 1944, dann nach Kobe verlegt) Sakai-Gefängnis Osaka: Chikko (M) Hauptlager, mit mehreren Nebenlagern in Industriebetrieben, dem auch einige Außenlager in Kobe unterstanden, u. a.: Amagaseki (20. Januar 1943 bis 17. Juni 1945 für Otani Heavy Industries) Hirohata (10. Mai 1942 bis 15. September 1943, dann lokal verlegt; für Nippon Steel) Minato-ku Naruo (1. Februar bis 29. Mai 1945, für Shō Denkyoku) Notogawa (18. Mai bis Juli 1945) Oeyama (ab 20. August 1943 für Nippon Yakin Kōgyō) Rokuroshi (Lager für Offiziere, die teilweise als Gärtner eingesetzt wurden, 10. Juni 1945) Sakurajima (ab 20. Januar 1943 bis 18. Mai 1945 in der Hitachi-Werft), mit Nebenlager in der Ichioka-Schule Sumiyoshi-ku Umeda Bunsho (22. November 1942 bis 21. Mai 1945, für Nippon Express) Wakayama (5. November 1943 bis 29. März 1945, für Sumitomo Metal) Wakinohama (1. Februar bis 21. Mai 1945) Yodogawa (22. November 1942 bis 21. Mai 1945, für Yodagawa Steel)

Kyūshū (alle M, verwaltet von Fukuoka): Aokuma (No. 22) Arao Beppu Emukae (No. 24, für Sumitomo Coal Mining ab 15. Januar 1945) Fukuoka (Z; 1. Januar 1943 bis 19. Juni 1945); Fukuoka (No. 1 B; M, 17. April 1944 bis 20. Januar 1945) Futase (No. 7, Arbeit für Nitettsu Mining ab 15. Mai 1943) Hakozaki (Nebenlager von Fukuoka 1 B, Pine Tree Camp) Higahsi-Misome Honami (No. 22; für Sumitomo Coal Mining ab 15. Januar 1945) Iizuka Inatsuki (= Yamano; Arbeitseinsatz für Mitsui Mining, ab 10. März 1943) Innoshima Kashu (Kashii; 20. November 1943 bis 17. April 1944) Keisen (No. 23; Hirayama-Kohlenbergwerk für Meiji Mining ab 4. August 1944; No. 26 Yoshikuma-Kohlenbergwerk für Aso Mining ab 10. Mai 1945) Kokura (No. 3, Arbeit für Nippon Steel, ab 15. Dezember 1943) Kokura-Militärhospital Kaserne von Kumamoto (No. 1; Bau des Kengun-Flugplatzes 28. November 1942 bis 20. November 1943) Kudamatsu (13. Oktober 1943 bis 3. Juni 1945; für Hitachi Manufacturing) Miyata (No. 9; Kajima-onoura Coal Mining ab 12. April 1943) Moji (No. 4 und Krankenhaus; für Hafenbehörde Kanmon ab 28. November 1942) Motoyama Mukoshima Nakama (No. 21; Kohlenbergwerk der Taishō Coal Mining, ab 15. Juni 1944) Nagasaki, 884 Alliierte in zwei Lagern Koyagi Camp (Fukuoka 2-B; auf der Insel im Hafen) und „Nr. Fukuoka 14-B“ in der Mitsubishiwerft (in Saiwamachi, Urakami; 315 M, 113 verstorben vor 9. August 1945, 7 Atombombenopfer, bei Kriegsende 152 Niederländer, 24 Australier, 19 Briten), 1,7 km vom Zentrum der Atombombenexplosion,Australian, British, Dutch and U.S. POWs: Living under the shadow of the Nagasaki Bomb, Asia-Pacific Journal, Vol. 13, Issue. 32, No. 4, August 10, 2015. 24 (Senryu) und im ehem. Franziskanerkloster, Shiroyama (Z) Ohama Omine (= Soeda; Fukuoka No. 5; Arbeit im Kohlenbergwerk für Takamatsu Coal Mining ab 22. April 1943) Omuta (No. 25; ab 29. September 1944)