Die Salt Lake City, auch USS Salt Lake City (Kennung: CA-25Das Schiff war zunächst mit der Kennung CL-25 klassifiziert worden, die Kennung CA-25 führte der Kreuzer erst ab Juli 1931.), war ein Schwerer Kreuzer der United States Navy aus den späten 1920er Jahren. Der Kreuzer, das zweite Schiff der aus zwei Einheiten bestehenden Pensacola-Klasse, wurde am 9. Juni 1927 auf der Werft der New York Shipbuilding Corporation in Camden (US-Bundesstaat New Jersey) auf Kiel gelegt und lief am 23. Januar 1929 von Stapel. Die Indienststellung erfolgte am 11. Dezember 1929. Benannt wurde das Schiff nach der Stadt Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah. Der Kreuzer kam später während des Zweiten Weltkrieges auf dem Pazifischen Kriegsschauplatz zum Einsatz, überstand den Krieg und wurde schließlich 1948 als Zielschiff aufgebraucht.

Umbauten und Modifikationen Im Verlauf der Dienstzeit erfuhr die Salt Lake City, vor allem nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, eine ständige Verstärkung der Flugabwehr. Waren bei der Indienstnahme nur vier einzelne 12,7-cm-Mehrzweckgeschütze (L/25 Mark 11) an Bord untergebracht – diese standen zu beiden Seiten des achteren Schornsteins –, so wurden 1939 vier weitere 12,7-cm-Geschütze dieses Modells in Einzelaufstellung zu beiden Seiten neben den Brückenaufbauten eingebaut. Zudem wurde die leichte und die mittlere Flak laufend verstärkt: Im November 1941 erhielt der Kreuzer acht 28-mm-Flak L/75 in zwei Vierlingslafetten; ab Frühjahr 1942 kamen zwei weitere derartige Flakvierlinge hinzu sowie acht einzeln aufgestellte 20-mm-Kanonen. 1943 wurden die 28-mm-Kanonen schließlich durch 16 40-mm-Flak in vier Vierlingslafetten ersetzt und die Zahl der 20-mm-Kanonen weiter erhöht. Im letzten Kriegsjahr 1944/45 führte die Salt Lake City insgesamt 16 40-mm-Flak und 21 20-mm-Flak.

Von Beginn der Dienstzeit besaß die Salt Lake City zeitweilig ferner sechs 53,3-cm-Torpedorohre mit, die an Oberdeck – etwa auf der Höhe des hinteren Schornsteins – in drehbaren Drillingsrohrsätzen aufgestellt waren. Die Torpedobewaffnung wurde jedoch 1936 wieder von Bord gegeben, nachdem man in der Admiralität zu der Ansicht gelangt war, dass ein Kreuzer keine Torpedobewaffnung benötigen würde.Whitley: Kreuzer im Zweiten Weltkrieg, S. 269. Torpedoangriffe sollten die Aufgabe der Zerstörerkräfte sein. Der Schiff besaß seit seiner Indienstnahme ferner zwei Katapulte und führte vier Wasserflugzeuge des Typs Vought O3U Corsair mit sich, welche ab 1942/43 durch zwei modernere Curtiss SOC Seagull ersetzt wurden. Im letzten Kriegsjahr waren zeitweilig auch Amphibienflugzeuge des Modells Curtiss SC Seahawk an Bord der Salt Lake City im Einsatz.

Bautechnische Besonderheiten und Seetauglichkeit Die schwere Hauptartillerie der Salt Lake City bestand aus zehn 20,3-cm-Seezielgeschützen L/55 Mark 9 in vier Türmen, zwei Drillings- und zwei Zwillingstürmen. Je ein Zwillings- und ein Drillingsturm waren vor und achtern der Hauptaufbauten in Mittschiffslinie installiert. Eine Besonderheit war allerdings, dass der Drillingsturm sich in der überhöhten Position über dem Zwillingsturm befand, was wegen des höheren Gewichts – ein Drillingsturm wog etwa 254 Tonnen, ein Zwillingsturm nur 190 Tonnen – und damit der Heraufsetzung des Schwerpunktes eher unüblich war.

Diese Anordnung der Türme war jedoch ein Zugeständnis an die Rumpfform des Schiffes. Da der Drillingsturm eine größere Barbette als der Zwillingsturm benötigte, hätte die Back breiter angelegt werden müssen. Ziel war es aber, das Vorschiff möglichst schnittig und schmal zu halten, um eine höhere Geschwindigkeit und einen geringeren Widerstandswert des Rumpfes zu erlangen. In der Tat zeigte sich, dass dieses Konzept letztlich aufging. Der Kreuzer erwies sich als verhältnismäßig schnell und besaß gute Seeeigenschaften. Das Vorschiff dieser Klasse galt als weniger von Seeschlag betroffen als das von manch anderen Schiffen.Mike J. Whitley: Kreuzer im Zweiten Weltkrieg. Klassen, Typen, Baudaten. Stuttgart 1997, S. 268.

Vorkriegszeit Nach der Indienststellung verlief die Einsatzzeit der Salt Lake City zunächst relativ ereignislos. Das Schiff pendelte zwischen der West- und der Ostküste der USA, passierte mehrmals den Panamakanal und diente bei verschiedenen Geschwadern. Von Oktober 1933 bis Januar 1934 wurde der Kreuzer in Bremerton einer Grundüberholung unterzogen und nahm nachfolgend 1936, wobei das Schiff seit September 1933 Teil der 4. Kreuzerdivision (Cruiser Division 4) war,Whitley: Kreuzer im Zweiten Weltkrieg, S. 270. an ausgedehnten Manövern vor der kalifornischen Küste teil; dabei erzielte die Bedienmannschaft der Torpedobewaffnung der Salt Lake City das beste Torpedo-Schießergebnis, das jemals von einer amerikanischen Kreuzerbesatzung erzielt wurde. 1939 unternahm das Schiff eine längere Reise durch die Karibik und besuchte unter anderem Trinidad, Kuba und Haiti.

Unmittelbar vor Kriegsausbruch 1939 verlegte das Schiff wieder in den Pazifik und besuchte 1940, als Teil der US-Pazifikflotte, Wake und Guam. Im August 1941, etwa dreieinhalb Monate vor dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor, unternahm der Kreuzer zudem eine Fahrt nach Brisbane in Australien. Danach gehörte die Salt Lake City zur Task Force 8 und übernahm ab Herbst 1941, als Teil der Sicherung des Flugzeugträgers Enterprise, Versorgungsfahrten nach der US-Basis Wake, wobei vor allem Flugzeuge, Ersatzteile, Munition und Betriebsstoffe transportiert wurden.

Zweiter Weltkrieg Zum Zeitpunkt des japanischen Angriffs auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 befand sich die Salt Lake City auf dem Rückmarsch von einer Transportmission nach Wake; der Kreuzer lief am 8. Dezember in den noch in Rauch gehüllten und teils brennenden Hafen von Pearl Harbor ein und übernahm Treibstoff aus den unversehrt gebliebenen Öldepots, welche die Japaner nicht attackiert hatten. Danach bezog das Schiff eine Wachposition vor Oʻahu. Bis zum 31. Dezember 1941 verblieb der Kreuzer in den Gewässern um Hawaii und übernahm Sicherungsaufgaben, da man zeitweilig mit weiteren japanischen Attacken rechnete; im Anschluss daran übernahm die Salt Lake City im Januar 1942 eine Nachschubfahrt nach Midway und nach Samoa. Dort wurde der Kreuzer ab dem 25. Januar 1942 in die anlaufende US-Gegenoffensive gegen die Marshall- und die Gilbertinseln mit einbezogen.

Der Angriff auf Wotje mini|Die Salt Lake City beschießt Landziele auf Wotje (Februar 1942). Während US-Trägerflugzeuge der Task Force 8 und der Task Force 17 – insgesamt kamen die beiden Flugzeugträger Enterprise und Yorktown sowie fünf Kreuzer und neun Zerstörer zum Einsatz – die japanischen Einrichtungen auf den Atollen Wotje, Maloelap und Kwajalein bombardierten, ging die Salt Lake City (als Teil der Task Group 8.1 von Konteradmiral Raymond A. Spruance), gemeinsam mit dem Schweren Kreuzer Northampton und dem Zerstörer Dunlap, dicht an die Küste von Wotje heran und beschoss die japanischen Küstenstellungen mit ihren 20,3-cm-Geschützen. Die Granaten der Salt Lake City waren die ersten US-Artilleriegeschosse, die im Zweiten Weltkrieg auf japanisch kontrolliertes Territorium fielen.

Das japanische Abwehrfeuer fiel zunächst sehr gering aus, auf dem Rückweg von der Beschießungsmission wurde die Task Group 8.1 jedoch von japanischen Bombern attackiert. Zwei Bomben verfehlten die Salt Lake City dabei nur knapp. Im Gegenzug konnte die Flak des Kreuzers jedoch mindestens ein angreifendes Flugzeug abschießen. Der Angriff auf die Marshall- und die Gilbertinseln fügte den Japanern nur geringen materiellen Schaden zu – lediglich sieben Hilfs- oder Transportschiffe wurden mehr oder minder stark beschädigt, zudem waren die Schäden an Land schnell behoben –, allerdings stärkte diese erste US-Offensive im Pazifik die Moral der Amerikaner erheblich.Helmut Pemsel: Seeherrschaft. Eine maritime Weltgeschichte von der Dampfschiffahrt bis zur Gegenwart. Band 2. Augsburg 1995, S. 560 Hinzu kam, dass diese frühen Gegenangriffe es den noch relativ unerfahrenen US-Streitkräften auch ermöglichten, Schwachstellen und Unzulänglichkeiten in der eigenen Operations- und Organisationsstruktur zu erkennen und zu analysieren.Mark Stille: Pacific Carrier War: Carrier Combat from Pearl Harbor to Okinawa. Bloomsbury Publishing. London/New York 2021, S. 71ff.

Der Doolittle-Raid Hauptartikel: Doolittle Raid

Nach dem Angriff auf die Marshall- und Gilbert-Inseln verlegte die Salt Lake City zunächst nach Pearl Harbor zurück. Am 8. April 1942 verließ der Kreuzer den Hafen wieder und sicherte ab dem 13. April – als Teil der neu aufgestellten Task Force 16 – den Angriff der von Lieutenant Colonel James H. Doolittle kommandierten B-25-Heeresbomber, welche vom Deck des Trägers Hornet aus aufgestiegen waren, auf Ziele auf den japanischen Mutterinseln. Die Salt Lake City sichtete dabei als erstes Schiff des Deckungsverbandes japanische Vorpostenboote und informierte die Kampfgruppe darüber, dass die Japaner sie vorzeitig entdeckt hatten. Dies führte dazu, dass die Bomber früher als geplant starten mussten. Nach dem Abheben der Bomber musste sich der Kreuzer – wie auch der Rest des US-Geschwaders – vor der schnell herannahenden und weit überlegenen japanischen Trägerflotte zurückziehen und erreichte am 25. April unversehrt wieder den Hafen von Pearl Harbor.

Operation Watchtower: Die Offensive gegen die Salomonen Nach der Niederlage der japanischen Trägerflotte bei Midway im Sommer 1942 begannen die Japaner verstärkt mit der Anlage von Flugfeldern auf den vorgelagerten und von ihnen eroberten Inseln des Südwestpazifik, um den Verlust der vier Flugzeugträger bei Midway kompensieren zu können.Peter Young (Hrsg.): Der große Atlas zum Zweiten Weltkrieg. Bechtermünz. Augsburg 1998, S. 140. Diese Entwicklung bewog die US-Admiralität, eine großangelegte Gegenoffensive gegen japanische Einrichtungen in diesem Gebiet zu beginnen. Zugleich sollte der Seeweg nach Australien durch eine Rückeroberung der Salomonen gesichert und vor japanischen Luftangriffen geschützt werden. Ziel der Amerikaner waren zunächst die Salomonen-Inseln Tulagi und Guadalcanal, um welche sich später die langwierigste Schlacht des Pazifikkrieges entwickeln sollte. Der Deckname für diese Operation war Watchtower.

Als Teil der Task Force 18 (Konteradmiral Leigh Noyes) und als Sicherung des Flugzeugträgers Wasp nahm die Salt Lake City ab dem 7. August 1942 an der Operation teil; sie verblieb bis zur Versenkung der Wasp durch ein japanisches U-Boot am 15. September 1942 auf einer Position südöstlich von Guadalcanal. Ende September 1942 wurde der Kreuzer schließlich in den unmittelbaren Kampfraum vor Guadalcanal verlegt, um dort die nachts operierenden japanischen Flottenkräfte zu bekämpfen, die fast jede Nacht die US-Marines auf der Insel beschossen.

Das Nachtgefecht bei Cape Esperance Hauptartikel: Schlacht von Cape Esperance