Das LMU Klinikum, mit vollem Namen Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München, zählt zu den größten Universitätskliniken in Deutschland und Europa.

Das LMU Klinikum wurde seit 1999 als organisatorisch, finanzwirtschaftlich und verwaltungstechnisch selbstständiger Teil der Ludwig-Maximilians-Universität München und kaufmännischer Staatsbetrieb geführt.Art 52a Abs. 2 BayHSchG i.d.F. v. 2. Oktober 1998 Seit Juni 2006 ist das LMU Klinikum eine Anstalt des öffentlichen Rechts, was dem Vorstand mehr Handlungsspielraum bei wirtschaftlichen Entscheidungen einräumt. Gleichzeitig ist es als Forschungs- und Lehreinrichtung mit der Universität verbunden.

Das Klinikum der LMU München mit seinen zwei Campus in der Innenstadt und in Großhadern ist nach der Berliner Charité das zweitgrößte Krankenhaus der Maximalversorgung Deutschlands.

Fachgebiete Das LMU Klinikum gliedert sich in 48 Kliniken, Abteilungen und Institute.

Kliniken Die Kliniken repräsentieren die klassischen Teilgebiete der Medizin. Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Klinik Anaesthesiologie, Klinik Augenklinik und Poliklinik Dermatologie und Allergologie, Klinik und Poliklinik Endokrinologie, Nephrologie und weitere Sektionen, Medizinische Klinik und Poliklinik IV Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Klinik und Poliklinik Gastroenterologie und Hepatologie, Medizinische Klinik und Poliklinik II Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Klinik Hämatologie, Onkologie, Medizinische Klinik und Poliklinik III Herzchirurgische Klinik und Poliklinik Kardiologie, Medizinische Klinik und Poliklinik I Kieferorthopädie, Poliklinik Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Klinik und Poliklinik Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Klinik und Poliklinik Neurochirurgische Klinik und Poliklinik Neurologische Klinik und Poliklinik Nuklearmedizin, Klinik und Poliklinik Palliativmedizin, Klinik und Poliklinik Pneumologie, Medizinische Klinik und Poliklinik V, Psychiatrie und Psychotherapie, Klinik Radiologie, Klinik und Poliklinik Strahlentherapie und Radioonkologie, Klinik und Poliklinik Urologische Klinik und Poliklinik Zahnärztliche Prothetik, Poliklinik Zahnerhaltung und Parodontologie, Poliklinik

Abteilungen Die Abteilungen stehen in der Regel für Spezialgebiete. Gefäßchirurgie Hand-, Plastische und Ästhetische Chirurgie Infektions- und Tropenmedizin Kinderkardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin Klinische Pharmakologie Thoraxchirurgie Transfusionsmedizin, Zelltherapeutika und Hämostaseologie

Institute Die Institute haben schwerpunktmäßig eine wissenschaftliche Ausrichtung. Allgemeinmedizin Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin Didaktik und Ausbildungsforschung in der Medizin Chirurgische Forschung Humangenetik Laboratoriumsmedizin Notfallmedizin und Medizinmanagement Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie Klinische Neuroimmunologie Klinische Neurowissenschaften Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten Psychiatrische Phänomik und Genomik Schlaganfall- und Demenzforschung

Standorte

Mit der Fusion der beiden Uniklinika „Innenstadtkliniken“ und „Klinikum Großhadern“ im Jahre 1999 gingen eine Neustrukturierung der medizinischen Patientenversorgung und die Zusammenfassung der Verwaltung einher.

Mit der Fusion wurde ein neues Leitungsgremium etabliert, das die vier Säulen universitärer Krankenhausführung spiegelt: der Ärztliche Direktor für die medizinisch-ärztlichen Belange, der Kaufmännische Direktor für die administrativen Aufgaben, der Pflegedirektor für das Pflegepersonal und die medizinische Zuarbeit sowie der Vertreter der Medizinischen Fakultät in Person des Dekans für Forschung und Lehre. Kontrollorgan ist der Aufsichtsrat, bestehend aus Mitgliedern der beteiligten Bayerischen Staatsministerien und dem Präsidenten der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) sowie einem Vertreter einer anderen Universität und einem fachfremden Vertreter aus der Wirtschaft.

Campus Innenstadt mini|Campus Innenstadt

Im Jahr 1991 schlossen sich die Kliniken im Zentrum von München zum Klinikum Innenstadt zusammen. Dazu zählen bzw. zählten die Medizinische Klinik und Poliklinik, das Dr. von Haunersche Kinderspital, die Frauenklinik an der Maistraße, die Chirurgische Klinik, die Zahnärztlichen-, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgischen Kliniken, die Psychiatrische Klinik, die Augenklinik sowie schließlich die Dermatologische Klinik. Zudem befinden sich auf dem Gelände noch eine Reihe von Universitätsinstituten wie etwa die Anatomische Anstalt, welche zusammen mit den Kliniken den Campus Innenstadt bilden. Zuletzt wurde 2010 das Gebäude der Kinder- und Jugendpsychiatrie mit drei Stationen fertiggestellt.

Diese Bereiche nahe der Altstadt stellen durch den Neubau des LMU Klinikum Innenstadt (ehemals Portalklinik) die ambulante und andere erste Versorgung für das umliegende Gebiet bereit. Unmittelbar neben dem bestehenden Gebäude der Medizinischen Klinik entstand in der Ziemssenstraße 1 die neue Klinik mit 200 Betten, mehreren Ambulanzen, einer Notaufnahme und einem Geburtszentrum.

Nach Fertigstellung im Juni 2021 wurde reorganisiert. Der Umzug zahlreicher Bereiche wie z. B. Kinderheilkunde, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Gynäkologie sowie großer Teile der Abteilungen für Chirurgie und Innere Medizin nach Großhadern wurde ermöglicht.

Campus Großhadern mini|Campus Großhadern 2013

Das im Münchner Stadtbezirk Hadern (Großhadern) gelegene Klinikum Großhadern () ist Teil des LMU Klinikums. Seit der Fusion mit den Innenstadtkliniken lautet seine Bezeichnung Klinikum der Universität München – Campus Großhadern. Mit seinen 1210 Betten (Stand 31. Dezember 2013) und den angeschlossenen Instituten ist es der größte zusammenhängende Krankenhaus-Komplex Münchens. 1994 wurde in der Nachbarschaft das neue Gebäude des ebenfalls zur Ludwig-Maximilians-Universität gehörenden Genzentrums in Betrieb genommen, 1999 wurden die gesamte Fakultät für Chemie und Pharmazie auf den Großhaderner Teil des HighTechCampusLMU umgesiedelt. Zudem befindet sich in unmittelbarer Nähe im benachbarten Martinsried das Biozentrum, welches einen Großteil der Fakultät für Biologie der LMU München in sich vereint, sowie das Biomedizinisches Centrum (BMC) ein Forschungs- und Lehr-Standort der LMU München, der zur Fakultät für Medizin gehört.

Die Transplantationsabteilung des Klinikums ist eine der führenden in Deutschland. Dabei werden alle klinisch etablierten Transplantationen durchgeführt, also Übertragungen von Herz, Lunge (ein oder zwei Flügel), Bauchspeicheldrüse, Niere und Leber sowie kombinierte Bauchspeicheldrüsen-Nieren- und Herz-Lungen-Transplantationen. Weitere medizinische Schwerpunkte sind Onkologie, Neurologie und Neurowissenschaften, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. Das Interdisziplinäre Zentrum für Palliativmedizin ist Anlaufstelle für schwerstkranke Menschen. Neu eröffnet wurde im Juli 2014 das Operative Zentrum am Campus Großhadern mit 32 OP-Sälen, einer interdisziplinären Notaufnahme, fünf Intensivstationen und einer Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung sowie dem ambulanten OP-Zentrum mit weiteren vier OP-Sälen. Weiters angegliedert sind ein Kinderpalliativzentrum sowie das Centrum für Schlaganfall- und Demenzforschung. Seit 1997 gibt es nahe dem Campus das Ronald McDonald Haus München der McDonald’s Kinderhilfe, in dem Familien, deren Kinder im Klinikum in Behandlung sind, untergebracht werden können.

Neben der Krankenversorgung spielt das Klinikum auch eine wichtige Rolle in der klinischen und theoretischen Forschung sowie in der studentischen Ausbildung. Dem Klinikum ist eine Krankenpflegeschule angeschlossen.

Am Klinikum Großhadern sind ein Notarzteinsatzfahrzeug sowie der Intensivtransporthubschrauber „Christoph München“ stationiert.

Planung und Bau Im Jahre 1954 gab es einen Ideenwettbewerb für den Bau eines neuen Großklinikums am südwestlichen Stadtrand, bei dem die Wahl auf ein 70 Hektar großes Grundstück in Großhadern fiel. Durch die Situierung am Stadtrand wollte man einerseits den Patienten die Vorteile der ruhigen Lage und besseren Luftverhältnisse bringen und sich andererseits auch problemlose künftige Erweiterungen offenhalten. Die konkrete Planung des Klinikums in der Marchioninistraße begann 1966. Die Bauzeit war von 1967 bis 1977. Die Kosten betrugen 367 Mio. Euro. Die Nebengebäude wurden jedoch bereits 1973 bezogen. Das Erscheinungsbild der Anlage wird im Wesentlichen durch das 60 Meter hohe und 205 Meter lange Bettenhaus aus Stahlbeton geprägt. Es ist wegen seiner Form und der Aluminiumfassade weithin sichtbar und trägt bei Studenten den Spitznamen „der Toaster“. Dieses Hauptgebäude soll langfristig durch einen Neubau ersetzt und dann abgerissen werden. Die Kosten hierfür werden mit mindestens 500 Millionen Euro beziffert.Neubau für Großhadern - „Toaster“ wird abgerissen, auf sueddeutsche.de, 27. Januar 2015, aufgerufen am 28. Januar 2015.

Mit dem Richtfest einer interdisziplinären Portalklinik am Campus Innenstadt feiert das Klinikum der Universität München am 15. Mai 2017 den Baufortschritt an der Ziemssen-/Nußbaumstraße. Im Oktober 2015 erfolgte der Spatenstich, die Fertigstellung erfolgte im Juni 2021. Die neue interdisziplinäre Klinik soll der Patientenversorgung und damit einhergehend der universitären Arztausbildung am Medizin-Campus Innenstadt dienen.

Verkehrsanbindung Das zentral gelegene Poliklinikum in der Pettenkoferstraße und andere Kliniken nahe dem Altstadtbereich sind auch fußläufig vom Altstadtring und vom Hauptbahnhof sowie über die U-Bahn-Linien 1, 2, 3 und 6 sowie per Bus erreichbar.

Das zuletzt erstellte Klinikum Großhadern liegt am Stadtrand von München. Seit 1993 hat die U-Bahn-Linie 6 dort ihre Endhaltestelle. Auch mehrere Stadt- und Regionalbusse fahren die Stationen rund um das Klinikum an. Eine in den 1970er Jahren angedachte Verlängerung der Straßenbahn vom Waldfriedhof durch die Würmtalstraße zum Klinikum Großhadern wurde zugunsten der später realisierten U-Bahn aufgegeben.

Kunst am Bau mini|Gesteinsader mini|links|Blumen am Wege mini|Auffliegender Reiherschwarm von Rolf Nida-Rümelin

Folgende Skulpturen und Plastiken befinden sich auf dem Gelände des Klinikums: „Auffliegender Reiherschwarm“ Rolf Nida-Rümelin „Blumen am Wege“ Reinhard Wolke „Tektonische Form“ Ernst Wirtls „Bronzehengst“ Hans Kastler „Rotes Raumkreuz“ Alf Lechner zwei „Bildsäulen“ Max Bill „Relation“ James Reineking „Gesteinsader“ Hans Rucker

Geschichte Das Klinikum kann auf eine 200-jährige Geschichte zurückblicken, die eng mit der Entwicklung der Medizinischen Fakultät verbunden ist. Zu den vier Gründungsfakultäten der Hohen Schule in Ingolstadt gehörte 1472 auch die Medizin. 1800 wurde die Universität nach Landshut verlegt und erhielt den Namen „Ludovico-Maximilianaea“. 1825 erfolgte schließlich der endgültige Umzug nach München. 1843 wurde die von Karl Schneemann gegründete Poliklinik in München an die Ludwigs-Maximilians-Universität angeschlossen und einer ihrer bedeutenden Gründungspfeiler. Im Jahr 1999 fusionierten dann die beiden Campus Innenstadt und Großhadern zum Klinikum der Universität München.

Innenstadtkliniken mini|Historische Abbildung der Medizinischen Klinik Innenstadt mini|Dr. v. Haunersches Kinderspital mini|Krankenhauskapelle der LMU-Augenklinik in der Mathildenstraße