Das Schuppentäubchen (Columbina squammata, Syn.: Scardafella squammata, Columba squammata) ist eine Art der Taubenvögel, die zur Unterfamilie der Amerikanischen Kleintauben gehört. Die Art kommt in mehreren Unterarten ausschließlich in Südamerika vor. Aufgrund des stark geschuppten Gefieders ist sie in ihrem Verbreitungsgebiet mit keiner anderen Art verwechselbar.
Die ebenfalls in Südamerika vorkommende Schuppenhalstaube weist im deutschen Sprachgebrauch einen ähnlich klingenden Namen auf. Die Art gehört jedoch zu den Amerikanischen Feldtauben und ist erheblich größer.
Erscheinungsbild mini|links|Nistendes Schuppentäubchen bei Senador Pompeu, Ceará, Brasilien Das Schuppentäubchen erreicht eine Körperlänge von 22 Zentimetern. Rösler, S. 196 Im Erscheinungsbild weist das Schuppentäubchen eine hohe Ähnlichkeit mit dem zur selben Gattung gehörenden Inkatäubchen auf. Ein Geschlechtsdimorphismus besteht nicht.
Das Gefieder ist hellgrau. Alle Deckfedern weisen einen dunklen Saum auf, sodass das Täubchen insgesamt sehr stark geschuppt ist. Die Schuppung fehlt lediglich an der Kehle und an den Unterschwanzfedern. Meist nur im Flug sichtbar sind die kastanienbraunen Handschwingen. Der Schwanz ist lang und abgestuft. Die äußeren Schwanzfedern weißen einen weißen Saum auf.
Verbreitungsgebiet und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet des Schuppentäubchens (grün) Das Schuppentäubchen kommt in Südamerika in zwei disjunkten Populationen vor. Eine findet sich im Norden Südamerikas, wo sich das Verbreitungsgebiet der Unterart S. s. ridgwayi vom Norden Kolumbiens bis nach Venezuela und Französisch-Guyana und den Inseln Margarita und Trinidad erstreckt. Die Nominatform kommt im Zentralgebiet und im Osten Brasilien bis in den Norden Argentiniens und den Osten Boliviens vor. Gibbs, S. 335
Der Lebensraum der Schuppentaube sind aride und semiaride Regionen. Bewohnt werden Grasland und offene Savannen mit vereinzeltem Baum- und etwas Strauchbestand vom Tiefland bis in etwa eine Höhe von 1.200 Meter NN. Gibbs, S. 334 Das Schuppentäubchen kommt auch auf Kulturland und Plantagen vor. Grundsätzlich gemieden werden luftfeuchte und stark bewaldete Regionen. Es ist eine anpassungsfähige Art, die sich auch menschlichen Siedlungsraum als Lebensraum erschlossen hat und beispielsweise in Gärten und Parks vorkommt.
Verhalten Das Schuppentäubchen ist überwiegend ein Standvogel. Es verbringt einen großen Teil seiner Aktivitätsphase am Boden, wo es in Paaren oder sehr kleinen Gruppen von nur wenigen Individuen nach Nahrung sucht. Zum Nahrungsspektrum gehören Samen, kleine Wirbellose und Schnecken. Die Fortpflanzungszeit variiert in Abhängigkeit vom Verbreitungsgebiet. In Kolumbien brütet die Art von März bis August, in Venezuela von September bis Oktober und in Brasilien schreiten diese Täubchen das ganze Jahr über zur Brut. Die Hauptfortpflanzungszeit sind dort jedoch die Monate September bis November. Das Nest wird niedrig im Gebüsch errichtet. Nur sehr selten finden sich Nester der Schuppenhalstaube in einer Höhe über zwei Meter. Das Gelege besteht aus zwei weißen Eiern. Die Brutdauer beträgt 13 bis 14 Tage. Die Jungen sind nach 12 bis 15 Tagen flügge und sehr schnell unabhängig. Die Elternvögel schreiten dann häufig zu einer Zweitbrut.
Unterarten Es sind folgende Unterarten bekannt:IOC World Bird List Pigeons Columbina squammata ridgwayi (, 1896)Charles Wallace Richmond (1896), S. 660 ist in Kolumbien, in Venezuela, auf Trinidad, auf Tobago und in Französisch-Guayana verbreitet Columbina squammata squammata (, 1831)René Primevère Lesson (1831), S. 474 kommt vom zentralen und östlichen Brasilien bis ins nordöstliche Argentinien vor
Columba squamosa , 1811Coenraad Jacob Temminck (1811), S. 127 Tafel 59, Scardafella ridgwayi brasiliensis , 1907Charles William Beebe (1907), S. 21 Abbildung 5 & 6 und Scardafella squammata cearae , 1917Charles Barney Cory (1917), S. 6 werden heute alle als Synonym zur Nominatform betrachtet.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Schuppentäubchens erfolgte 1831 durch René Primevère Lesson unter dem wissenschaftlichen Namen Columba squammata. Als Verbreitungsgebiet nannte er Bahia, basierend auf Columba squamosa von Temmick. 1825 führte Johann Baptist von Spix die für die Wissenschaft neue Gattung Columbina ein.Johann Baptist von Spix (1825), S. 57–58 Dieser Begriff leitet sich von Columbina The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname squammata hat seinen Ursprung in .squammata The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Ridgwayi ist Robert Ridgway gewidmet. Brasiliensis bezieht sich auf Brasilien, cearae auf Ceará. Squamosa hat den gleichen Ursprung wie squammata.squamosa The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Temmincks Name hätte zwar Priorität, doch war er bereits belegt durch die Antillentaube (Patagioenas squamosa (, 1792)). Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay fünf Bälge, gesammelt von Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) und Michael Mathias Kiefer (1902–1980) in Nueva Germania und in Zanja Moroti im Bergland des Río Apa, zur Verfügung. In der Literatur sah er nur in VillaricaCarl Eduard Hellmayr (1930), S. 465. durch Carl Eduard Hellmayr einen weiteren Nachweis für das Land.Alfred Laubmann (1939), S. 135–136.
Haltung in menschlicher Obhut In der Ziervogelhaltung spielen die Schuppentäubchen eine geringere Rolle als die Inkatäubchen. Sie werden zwar von Zeit zu Zeit eingeführt, sie haben sich aber als zu scheu und schreckhaft für eine Volierenhaltung erwiesen.
Weblinks
Belege Einzelnachweise
Literatur
Kategorie:Taubenvögel