mini|hochkant=2|Ersttagsbrief vom 1. August 1941 mit allen 18 Werten. Stempel aus München mit dem Zusatz Hauptstadt der Bewegung Reichskanzler Adolf Hitler war eine Briefmarkendauerserie. Sie wurde von der Deutschen Reichspost ab dem 1. August 1941 zunächst mit Pfennigwerten herausgegeben und 1944 durch einen im aufwändigen Stichtiefdruckverfahren und mit der Inschrift „GROSSDEUTSCHES REICH“ ausgeführten 42-Pf.-Wert ergänzt. Bereits 1942 war bei zwei Werten (10 und 12 Pfennig) das Druckverfahren geändert worden, um kriegsbedingt die Druckkosten zu reduzieren. Im selben Jahr kamen die vier Werte mit Nominalen von 1 bis 5 RM an die Schalter, bei diesen wurde dann 1944 die Zähnung verändert.

Diese Dauerserie war bis zur Kapitulation 1945 gültig. Während des Zweiten Weltkrieges gab es die Marken mit den jeweiligen Aufdrucken in den besetzten Gebieten. Neben der Dauerserie Hindenburg-Medaillon, die bereits seit 1932 gültig war, bot die Serie fast die einzige Möglichkeit, Postsendungen zum reinen Portowert zu versenden. Sondermarken wurden zwischenzeitlich nur noch als Zuschlagmarken mit einem erheblichen Aufschlag herausgegeben. mini|Die Marke mit Karikatur sollte eigentlich nur innen den Propagandabriefen beiliegen. Stempel vom 26. April 1945 Die Marke diente den britischen und US-amerikanischen Geheimdiensten als Vorlage für Propagandafälschungen. Zum Beispiel wurde der Schriftzug „Deutsches Reich“ in Futsches Reich geändert oder das Porträt von Hitler als Totenkopf dargestellt. Nach der Kapitulation und der Wiederaufnahme des Postverkehrs wurden die noch vorhandenen Marken von den alliierten Besatzungsmächten aus Materialmangel teilweise überdruckt und weiterbenutzt.

Ausgabeanlass Im Amtsblatt des Reichspostministeriums erschien in der Ausgabe Nr. 61 vom 1. Juli 1941 die Verfügung Nr. 353/1941, in der die neue Dauermarkenserie vorgestellt wurde:

Bildrechte Die Bildrechte an Hitlers Konterfei besaß Hitlers Fotograf Heinrich Hoffmann. Hitler partizipierte dadurch an dem Verkauf der Briefmarken und hatte erhebliche Geldeinnahmen.ntv Hitler - Ein Leben in Bildern, Teil 2, Doku-Reihe, Großbritannien, 2022. Gesendet am 23. März 2023 ab 20:15 Uhr.

Motiv und Druckverfahren mini|hochkant|links|Bürstenabzug mini|hochkant|Vergleich zwischen:Stichtiefdruck 787+788 und Buchdruck: 826+827 mini|hochkant|Sonderpostkarte: „Gründungstagung des europäischen Jugendverbandes Wien 1942“

Das Motiv war – mit marginalen Unterschieden ab den Reichsmarkwerten – auf allen 23 Marken gleich und zeigte die rechte Gesichtshälfte Adolf Hitlers im Profil. Des Weiteren sind der Haarscheitel, der helle Hemdkragen, die Krawatte sowie ein dunkler Anzugskragen zu erkennen.

Der Entwurf für die Werte zwischen 1 und 80 Pfennig stammte von Richard Klein und für die Werte ab 1 bis 5 Reichsmark von Wilhelm Dachauer, der Stich erfolgte von Ferdinand Lorber. Die Dauerserie wurde in zwei unterschiedlichen Druckverfahren hergestellt, im Buchdruck und im Stichtiefdruck. Die Werte hatten vier unterschiedliche Markengrößen, die mit dem steigenden Markenwert zunahmen.

Als Dauermarkenserie wurde diese auch auf Ganzsachen als Wertstempel für Bild- und Postkarten benutzt. Insgesamt sind 18 verschiedene Kartenvorlagen erschienen, davon drei Bildpostkarten mit 1098 verschiedenen Motiven und drei Sonderpostkarten.

Wie bereits für alle anderen Sonderpostwertzeichen, die Hitler seit 1937 zeigten, musste die Reichspost für die Abbildung Hitlers eine Abgeltung für die Rechte am eigenen Bild an ihn zahlen. Auf diese Idee wurde Hitler von Martin Bormann, dem Leibfotografen Heinrich Hoffmann und dem zuständigen Postminister Wilhelm Ohnesorge gebracht. Der Anteil am Umsatz war zwar gering, aber da Marken in allen Wertstufen erschienen, kamen Millionen für die von Bormann verwaltete Privatschatulle zusammen.Stefan Martens, S. 328.Sven Felix Kellerhoff: Adolf Hitler, Milliardär – Eine bemerkenswerte ARD-Dokumentation räumt mit der Propagandalüge vom bescheidenen Staatsmann auf, welt.de vom 27. August 2002

Während die vorangegangene Dauerserie mit Hindenburg-Medaillon Fraktur, d. h. eine „gotische“ bzw. gebrochene Schrift, als Schriftart hatte, wurde die Hitler-Dauerserie nun in Antiqua beschriftet. Am 3. Januar 1941 hatte Adolf Hitler entschieden, die „gotischen“ Schriften seien sämtlich zugunsten der „Normal-Schrift“ aufzugeben; „Normal-Schrift“ war damals der Name für die Schriftarten, die zuvor lateinische Schrift genannt wurden.

Liste der Marken Deutsches Reich Die meisten Marken der Serie (18 von 25) erschienen am 1. August 1941. Am 20. März 1942 folgten die vier Marken zu 1 bis 5 Reichsmark. Im Dezember 1942 erfolgte die Umstellung auf Buch- statt Stichtiefdruck bei den Werten zu 10 und 12 Reichspfennig. 1944 erschien die letzte Marke der Serie zu 42 Reichspfennig, die sich durch den Schriftzug Großdeutsches Reich von den anderen unterscheidet.

Die Auflistung erfolgt in aufsteigender Reihenfolge der Portowerte, bei gleichen Portowerten nach Ausgabedatum. Bei einigen Werten ist das genaue Ausgabedatum nicht bekannt (diese sind mit „?“ gekennzeichnet).

Bild Wert in Pfennig Ausgabedatum Druckverfahren Besonderheiten Michel-Nr. 68px| 1 1. August 1941 Buchdruck 781 68px| 3 1. August 1941 Buchdruck Diente als Vorlage für Propaganda-Fälschungen 782 68px| 4 1. August 1941 Buchdruck Diente als Vorlage für Propaganda-Fälschungen 783 68px| 5 1. August 1941 Buchdruck 784 68px| 6 1. August 1941 Buchdruck Diente als Vorlage für Propaganda-Fälschungen 785 68px| 8 1. August 1941 Buchdruck 786 68px| 10 1. August 1941 Stichtiefdruck 787 68px| 10 Buchdruck Ab Dezember 1942 Buch- statt Stichtiefdruck 826 68px| 12 1. August 1941 Stichtiefdruck Diente als Vorlage für Propaganda-Fälschungen, teilweise auch den Kopf durch einen Totenkopf ersetzt und den Schriftzug auf Futsches Reich geändert. 788 68px| 12 ?. Dezember 1942 Buchdruck Jetzt Buch- statt Stichtiefdruck 827 68px| 15 1. August 1941 Stichtiefdruck 789 68px| 16 1. August 1941 Stichtiefdruck 790 68px| 20 1. August 1941 Stichtiefdruck 791 68px| 24 1. August 1941 Stichtiefdruck 792 77px| 25 1. August 1941 Stichtiefdruck 793 77px| 30 1. August 1941 Stichtiefdruck 794 77px| 40 1. August 1941 Stichtiefdruck Wurde ab dem 24. November 1944 mit dem Aufdruck ‚FELDPOST / 2 kg‘ als Zulassungsmarke für Feldpostpäckchen verwendet. 795 77px| 42 ?. ???? 1944 Stichtiefdruck Letzte Briefmarke der DauerserieSchriftzug: GROSSDEUTSCHES REICH A795Obwohl diese Marke erst 1944 ergänzend herausgegeben wurde, zählt sie zu diesem Satz und somit zum Jahrgang 1941. Außerdem enthält sie im Gegensatz zu den anderen Marken die Angabe „GROSSDEUTSCHES REICH“ 77px| 50 1. August 1941 Stichtiefdruck 796 77px| 60 1. August 1941 Stichtiefdruck 797 77px| 80 1. August 1941 Stichtiefdruck 798 86px| 1 RM 20. März 1942 Stichtiefdruck1942: Perfix-Zähnung Linienzähnung 12½ 799 86px| 2 RM 20. März 1942 Stichtiefdruck1942: Perfix-Zähnung Linienzähnung 12½1944: gezähnt Kammzähnung 14 800 86px| 3 RM 20. März 1942 Stichtiefdruck1942: Perfix-Zähnung Linienzähnung 12½1944: gezähnt Kammzähnung 14 801 86px| 5 RM 20. März 1942 Stichtiefdruck1942: Perfix-Zähnung Linienzähnung 12½1944: gezähnt Kammzähnung 14 802

Briefmarkenheftchen miniatur|Kompletter Markenheftbogen 70, aus dem die Markenheftblätter 119 und 120 stammen Ab Dezember 1941 wurde die Serie in den gängigsten Werten für Postkarten und Briefe in zwei unterschiedlichen Briefmarkenheftchen herausgegeben. Beide hatten jeweils fünf Markenheftchenblätter und einen Nominalwert von 2 Reichsmark.

Hinweis: Die folgenden Nummern beziehen sich auf die jeweilige Michel-Nummer. Markenheft 48 enthält folgende Markenheftchenblätter: 117, 118, 119, 120 und 122 Markenheft 49 enthält folgende Markenheftchenblätter: 117, 118, 119, 121 und 122 Die Markenheftchen enthielten je drei verschiedene Reklametexte auf der zweiten Deckelseite: Radiergummi, Zeichenstift, Kopierstift. Außerdem gab es Eigenwerbung für Postprodukte oder Aufforderungen: Spare bei / der Post- / sparkasse! Werde / Postscheck- / teilnehmer! Glückwünsche / durch / Schmuckblatt- / telegramme! Unterstützt / das Deutsche / Rote Kreuz! Tretet / in die / NSV ein!

Ganzsachen Als Dauermarkenserie wurde diese auch auf Ganzsachen als Wertstempel für Bild- und Postkarten benutzt. Insgesamt sind 18 verschiedene Kartenvorlagen erschienen, davon drei Bildpostkarten mit 1098 verschiedenen Motiven und drei Sonderpostkarten. Des Weiteren gab es noch eine Rohrpost-Karte.Michel-Ganzsachen-Katalog Deutschland 1999, S. 162 ff.

Bild Wert in Pfennig Ausgabedatum Ganzsachenart Druckverfahren Besonderheiten Michel-Nr. 5 1. August 1941 Postkarte Vordruck in AntiquaAbsendervermerk dreizeiligBuchdruck P 298 100px| 6 1. August 1941 Postkarte wie P298 P 299 15 1. August 1941 Postkarte wie P298 P 300 5/5 1. August 1941 Postkarte mit Antwortkarte wie P298 P 301 6/6 1. August 1941 Postkarte mit Antwortkarte wie P298 P 302 15/15 1. August 1941 Postkarte mit Antwortkarte wie P298 P 303 6 > 1. August 1941 Bildpostkarte Vordruck in AntiquaBerliner DruckRastertiefdruck 72 verschiedene Motive P 304 6 > 1. August 1941 Bildpostkarte Vordruck in AntiquaWiener DruckRastertiefdruck 375 verschiedene Motive P 305 3 3. Oktober 1941 Sonderkarte 6. Reichsbundestag des Reichsbundes der Philatelisten. Wertstempel im Lorbeerkranz. Linkes Bild zeigt die Marke mit der Michel-Nr. 662 P 306 6 1942 Bildpostkarte 651 verschiedene Motive, Unter dem Wort Postkarte noch der Vermerk: Nur im Inland zugelassen P 307 3 11. Januar 1942 Sonderkarte zum Tag der Briefmarke Vier verschiedene MotiveAfrikakorpsDeutsche FeldpostKriegsmarineOrganisation Todt P 308 100px| 6 12. September 1942 Sonderkarte Gründungstagung des europäischen Jugendverbandes in Wien 1942 P 309 100px| 6 5. November 1942 Sonderkarte wie P 309 zusätzlich: 5. Tag des Großdeutschen Briefmarkenhandels Stuttgart 5. bis 8. November 1942 P 309 I 6/6 5. November 1942 Postkarte mit Antwortkarte Buchdruck Karte für die in Deutschland beschäftigten Ostarbeiter. Dreisprachiger Vordruck auf Deutsch, Russisch und Ukrainisch P 310 5 1943/1944 Postkarte Buchdruck mit Propagandavordruck links unten P 311 6 1943/1944 Postkarte Buchdruck mit neun verschiedenen Propagandavordrucken links unten P 312 5 1944 Postkarte Buchdruck P 313 100px 6 1944 Postkarte Buchdruck P 314 100px| 55 Oktober 1941 Rohrpostkarte Vordruck in AntiquaBuchdruck RP 26

Deutsche Besetzungsausgaben

In den besetzten Gebieten während des Zweiten Weltkrieges war die Marke auch mit den jeweiligen Aufdrucken erhältlich. Zu diesen gehörten das Reichskommissariat Ostland und das Reichskommissariat Ukraine ab November 1941. Im Kurland gab es für den zivilen Postverkehr kurz vor Kriegsende ebenfalls einen Aufdruck, da alle Landverbindungen abgeschnitten waren; hierzu wurden die Bestände der Feldpostleitstelle in Libau verwendet. Im Generalgouvernement wurden Marken in gleicher Zeichnung wie bei den RM-Werten, jedoch in der Währung Złoty und mit dem zusätzlichen Schriftzug Generalgouvernement verwendet, ab dem 26. Oktober 1941 die Dauermarkenserie. Der Entwurf stammte ebenfalls von Wilhelm Dachauer. Das Protektorat Böhmen und Mähren gab ab dem 1. Juli 1942 eine eigene Dauermarkenserie mit dem Porträt von Hitler in der Währung Kronen heraus. Hier wurde allerdings die linke Gesichtshälfte abgebildet. Der Entwurf stammt von Josef Sejpka, der Stich erfolgte durch Jaroslav Goldschmied.

Feldpost miniatur|hochkant|Michel-Nummer 3 Feldpost

Die Marke mit der Michel-Nummer 795 wurde mit einem zweizeiligen Aufdruck ‚FELDPOST / 2 kg‘ als Zulassungsmarke für Feldpostpäckchen bis 2 Kilogramm ab dem 24. November 1944 in einer einmaligen Aktion an Einheiten mit Feldpostnummern ausgegeben, nachdem der gesamte Feldpost-Päckchenverkehr über 100 Gramm kriegsbedingt schon eingestellt worden war.