mini|Schornweisach, Februar 2014 mini|St. Roswinda mini|Haus Nr. 91: Gasthaus mini|Dorfbrunnen
Schornweisach ist ein Gemeindeteil des Marktes Uehlfeld im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Schornweisach hat eine Fläche von 9,146 km². Sie ist in 1158 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7898,47 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Eselsmühle, Hohenmühle und Wallmershof.
Geographie Das Pfarrdorf liegt an der Weisach. 0,5 km nördlich erhebt sich der Eichholzberg (), dahinter liegt das Waldgebiet In den Stuben. 1,25 km östlich liegt das Waldgebiet Steinlohe. Im Südwesten liegen die Flurgebiete Dollbach und Gründlein.
Die Kreisstraße NEA 12/ERH 19 führt nach Vestenbergsgreuth (2,3 km nördlich) bzw. nach Bergtheim (2,5 km südlich). Die Kreisstraße NEA 1 führt an der Hohenmühle vorbei nach Altershausen (3,8 km westlich) bzw. an der Eselsmühle vorbei nach Tragelhöchstädt (2,5 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Rauschenberg zur Kreisstraße NEA 14 (1,7 km südöstlich).
Geschichte Der Ortsname enthält den Gewässernamen Weisach und das Wort „Schor“ (mhd. für Spaten). Der Spaten verweist auf den umgegrabenem Grund in der Weisach.H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch. S. 124. 1393 wurde im Ort die erste Kapelle errichtet. Im 14./15. Jahrhundert wurde an ihrer Stelle die St. Roswindakirche errichtet.R. Strobel: Landkreis Neustadt an der Aisch. 163. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Schornweisach 1635 überfallen.Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 243, Anm. 42 („[…] dann war nur noch der alte Ratz am Ort“).
Am 10. Dezember 1700 verpfändete der Bayreuther Markgraf Schornweisach, zusammen mit Gutenstetten, Münchsteinach und Baudenbach, an den Würzburger Fürstbischof (Eine Wiedereinlösung erfolgte 1732 mit 280.000 Gulden).Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 146. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Schornweisach 65 Anwesen und 1 Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Neustadt an der Aisch, das Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach und das Centamt Höchstadt des Hochstifts Bamberg jedes auf seinen Gütern aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde von den drei Ämtern gemeinsam ausgeübt. Grundherren waren das Rittergut Rockenbach (25 Anwesen: 6 Güter, 3 Gütlein, 16 Tropfhäuser), das Oberamt Höchstadt (16 Anwesen: 5 Sölden, 2 Söldenhäuser, 9 Tropfhäuser), das Fürstentum Bayreuth (19 Anwesen; Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach: Pfarrhaus, Pfarrkirche, Ziegelei; Klosteramt Birkenfeld: 1 Gut; Klosteramt Münchsteinach: 3 Höfe, 6 Sölden, 5 Häuser, 1 Mühle), die Pfarrei Gutenstetten (1 Gut), die Pfarrei Schornweisach (1 Sölde) und die Frühmesse Reinhardshofen (3 Güter, 1 Häuslein).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 129.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Dachsbach und Kammeramt Neustadt. Im Jahre 1810 kam Schornweisach an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 der Steuerdistrikt Schornweisach gebildet, zu dem Altershausen, Eselsmühle, Fallmeisterei, Hohenmühle, Neuebersbach, Pirkachshof, Schneidmühle und Wallmershof gehörten. 1813 entstand die Ruralgemeinde Schornweisach, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden daraus drei Ruralgemeinden gebildet: Ruralgemeinde Altershausen mit Schneidmühle; Ruralgemeinde Neuebersbach mit Pirkachshof; Ruralgemeinde Schornweisach mit Eselsmühle, Fallmeisterei, Hohenmühle und Wallmershof.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 222. Die Ruralgemeinde Schornweisach war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch (1919 in Finanzamt Neustadt an der Aisch umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim). 27 Anwesen unterstanden bis 1848 in der freiwilligen Gerichtsbarkeit dem Patrimonialgericht Rockenbach.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 190. Ab 1862 gehörte Schornweisach zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Neustadt an der Aisch (1879 in das Amtsgericht Neustadt an der Aisch umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 9,140 km².
Im Jahre 1858 wurde gegen den Willen der Schornweisacher Brauer ihr Biertaxbezirk dem Taxbezirk Neustadt angeschlossen.Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 497.
Zur Zeit des Nationalsozialismus war es insbesondere der Schornweisacher Lehrer und Neustädter Kreisleiter Otto Roth (1900–1932) der vor allem ab 1932 im Ort, aber auch bei Veranstaltungen im ganzen Landkreis Propaganda für die NSDAP und die nationalsozialistische Ideologie betrieb und 1932 bayerischer Landtagsabgeordneter wurde.Wolfgang Mück: NS-Hochburg in Mittelfranken: Das völkische Erwachen in Neustadt an der Aisch 1922–1933. Verlag Philipp Schmidt, 2016 (= Streiflichter aus der Heimatgeschichte. Sonderband 4); ISBN 978-3-87707-990-4, S. 113–115, 230 f. und öfter.
Am 1. Januar 1978 wurde Schornweisach im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den Markt Uehlfeld eingegliedert.
Baudenkmäler In Schornweisach gibt es sieben Baudenkmäler: Haus Nr. 3a: Chorturmkirche St. Roswinda von 1748 Haus Nr. 45: Wohnhaus Haus Nr. 91: Gasthaus Haus Nr. 157: Zwei Steinkreuze Haus Nr. 173: Doppelhaus Haus Nr. 210: Alte Scheune Dorfbrunnen
Bodendenkmäler In der Gemarkung Schornweisach gibt es fünf Bodendenkmal.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Schornweisach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 529 711 671 634 616 628 640 655 643 588 503 517 465 484 483 484 471 468 453 559 543 479 477 416HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 92 109 98 104 107 101 97 95 96 Quelle Für die Gemeinde Schornweisach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Eselsmühle (S. 24), Hohenmühle (S. 42) und Wallmershof (S. 99). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 707 Einwohner.
Ort Schornweisach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2014Einwohner 481 650 557 583 524 428 433 505 452 395 341 436Häuser 85 100 95 94 91 89 90 88 Quelle
Religion Schornweisach ist Sitz der Pfarrei St. Roswinda, die seit der Reformation evangelisch-lutherisch ist.
In Schornweisach bestand bis 1877 eine jüdische Gemeinde. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 16. Jahrhunderts zurück. An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge, eine Schule und einen Friedhof.Baruch Z. Ophir, Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern. Geschichte und Zerstörung. Ausgabe: 1979. Im Jahr 1877 wurde die Synagoge aufgegeben und verkauft. Sie wurde danach mehrfach umgebaut. Die Bausubstanz ist jedoch weitgehend erhalten geblieben (Standort: Ortsstraße 43).
Persönlichkeiten Johann Georg Heinrich Feder (1740–1821), Philosoph Moritz Kühn (1855–1940), Obermedizinalrat, Bezirks- und Landgerichtsarzt
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Uehlfeld Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Gemeindegründung 1813 Kategorie:Gemeindeauflösung 1977 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim