mini|hochkant|Verleihung 2014 Die Wilhelm-Exner-Medaille ist eine österreichische Auszeichnung für herausragende Wissenschaftler und Forscher und wird von der Wilhelm-Exner-Stiftung des Österreichischen Gewerbevereins vergeben.

Geschichte Die Wilhelm-Exner-Medaille wurde im Jahr 1921 anlässlich des 60-jährigen Mitgliedsjubiläums von Wilhelm Exner im Österreichischen Gewerbeverein (ÖGV) ins Leben gerufen. Ziel war es, Persönlichkeiten zu ehren, die – dem Vorbild Exners folgend – durch wissenschaftliche Leistungen die wirtschaftliche Entwicklung maßgeblich gefördert haben. Exner selbst zählte gemeinsam mit Carl Auer von Welsbach und Oskar von Miller zu den ersten drei Trägern der Auszeichnung.Verband der Technologinnen und Technologen: 70 Jahre Wilhelm-Exner-Medaille Technologie.at, 5. Mai 2025 (PDF; 2,41 MB).

Die Stiftung, unter deren Schirmherrschaft die Medaille vergeben wird, wurde 1921 vom ÖGV gegründet. Ihr Zweck besteht in der Förderung wissenschaftlicher Leistungen mit konkretem wirtschaftlichem Nutzen. 2021, anlässlich des 100-jährigen Bestehens, wurde die Stiftung im Sinne einer organisatorischen Neubelebung erneut durch den ÖGV ins Leben gerufen.

Die Medaille wurde vom renommierten Medailleur Stefan Schwartz entworfen.

Grundsätze der Verleihung Die Wilhelm-Exner-Medaille wird an Persönlichkeiten verliehen, die durch ihre wissenschaftlichen Leistungen die Wirtschaft in besonderer Weise gefördert haben. Die Auszeichnung richtet sich an Forscherinnen und Forscher, deren Arbeiten eine direkte oder indirekte Wirkung auf industrielle und gewerbliche Entwicklungen entfalten. Dieses Auswahlkriterium folgt dem Leitbild Wilhelm Exners, der Wissenschaft und Unternehmertum als eng verbundene Kräfte für gesellschaftlichen Fortschritt betrachtete.

Die Medaille wird jährlich vom Österreichischen Gewerbeverein über die Wilhelm-Exner-Stiftung vergeben. Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch ein Gremium, das sich aus Mitgliedern der Stiftung und früheren Medaillenträgern zusammensetzt.

Aussehen Die Bronze-Medaille hat einen Durchmesser von 7,5 cm und ein Gewicht von 196,47 g. Auf der Vorderseite trägt sie Bild und Namenszug Wilhelm Exners; unten rechts am Ansatz der Büste befindet sich die Signatur „St Schwartz“. Auf der Rückseite ist der Name des Preisträgers und das Jahr der Verleihung geprägt sowie die Umschrift „Wilhelm-Exner-Medaille des Österreichischen Gewerbevereins in Wien“. Umlaufend ist die Inschrift „Exner-Medaille des N. Ö. Gewerbevereines in Wien“ eingeprägt.

Wilhelm Exner-Lectures Um die neuen Wilhelm Exner-Medaillen-Träger zu ehren, bieten die Exner-Vorlesungen ein Symposium, auf dem die ausgezeichneten Wissenschaftler ihre aktuellen Forschungsthemen vorstellen. Die Vorträge ergänzen die feierliche Verleihung der Medaille und bieten die Möglichkeit, Wirtschaft und Wissenschaft zusammenzubringen.

Preiskomitee Die Auswahl der Träger der Wilhelm-Exner-Medaille erfolgt durch ein mehrstufiges Nominierungsverfahren. Vorschläge können von Mitgliedern des Österreichischen Gewerbevereins, früheren Medaillenträgern sowie ausgewählten Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft eingereicht werden. Die eingegangenen Nominierungen werden von einem Preiskomitee geprüft, das sich aus Mitgliedern der Wilhelm-Exner-Stiftung (unter anderem von Hans Sünkel und Anton Zeilinger) und Vertretern des Österreichischen Gewerbevereins zusammensetzt. Dieses Gremium bewertet die Kandidaten anhand ihrer wissenschaftlichen Leistungen und deren wirtschaftlicher Relevanz. Die endgültige Entscheidung über die Vergabe der Medaille trifft der Vorstand der Wilhelm-Exner-Stiftung.

Preisträger Unter den über 240 Preisträgern befinden sich 24 Nobelpreisträger (Stand 2024).

1921: Carl Auer von Welsbach, Wilhelm Exner, Oskar von Miller 1922: Carl von Linde 1923: Alfred Collmann, Josef Maria Eder, Hubert Engels, Wilhelm Ostwald (Nobelpreis für Chemie, 1909), Rudolf Wegscheider 1924: Carl von Bach 1925: Rudolf Halter 1926: Georg Graf von Arco, Michael Hainisch, Ernst Krause 1927: Hugo Junkers, Heinrich Mache 1928: Friedrich Gebers, Mirko Roš 1929: Fritz Haber (Chemie, 1918), Paul Ludwik 1930: Johann Kremenezky, Hermann Michel, Johannes Ruths 1931: Rudolf Saliger, Carl Hochenegg 1932: Friedrich Ignaz von Emperger, Otto Waldstein, Carl Bosch (Chemie, 1931) 1934: Hermann F. Mark, Guglielmo Marconi (Physik, 1909) 1935: Wolf Johannes Müller, Arne Frederic Westgren 1936: Franz Fischer, Ferdinand Porsche, Ernest Rutherford (Chemie, 1908) 1937: Friedrich Bergius (Chemie, 1931), Harold Hartley, Ernst Späth 1951: Eduard Heinl, Karl Holey, Ludwig Prandtl 1952: Richard Kuhn (Chemie, 1938), Gustav Adolf Schwaiger 1953: Karl Girkmann, Hans Lieb 1954: Gustav Franz Hüttig, Berta Karlik, Geoffrey Ingram Taylor, Eduardo Torroja 1955: Ferdinand Campus, Bernhard Moritz Gerbel, Paul Schwarzkopf 1956: Johan Arvid Hedvall, Christopher Hinton, Franz Holzinger, Heinrich Sequenz 1957: Erika Cremer, Fritz Feigl, Alexander Fleck, Josef Mattauch, Pier Luigi Nervi, Erich Schmid 1958: Otto Hahn (Chemie, 1944) 1959: Richard Neutra, Reinhard Straumann, Carl Wagner 1960: Howard Walter Florey (Medizin, 1945), Eugène Freyssinet, Lise Meitner 1961: John Cockcroft (Physik, 1951), Paul Harteck, Rudolf Vogel 1962: Albert Caquot, Theodore von Kármán, Franz Patat 1963: Eduard Justi, William B. Shockley (Physik, 1956), Philip Sporn 1965: Adolf Pucher, Fritz Regler, Adolf Slattenschek 1966: Henry Charles Husband, Fritz Stüssi, Friedrich Wessely 1967: Karl Kordesch, William Penney, Max Ferdinand Perutz (Chemie, 1962) 1968: Leopold Küchler, Richard Kwizda, Adolf Leonhard 1969: Wernher von Braun, Wolfgang Gröbner, Hans Nowotny, Hermann Oberth, Philip Weiss, Konrad Zuse 1970: Otto Kratky, Alastair Pilkington, Charles H. Townes (Physik, 1964), Herbert Trenkler 1971: Willibald Jentschke, Hans List, Karl Ziegler (Chemie, 1963), Günther Wilke 1972: Eberhard Spenke, Heinz Zemanek 1973: Otto Hromatka, Richard Kieffer, Bruno Kralowetz, Otto Kraupp, Guido von Pirquet (post mortem) 1974: Godfrey Hounsfield (Medizin, 1979), Peter Klaudy, Siegfried Meurer, Roland Mitsche 1975: Herbert Döring, Klaus Oswatitsch, Ladislaus von Rabcewicz, August F. Witt 1976: Ferdinand Beran, Ferdinand Steinhauser, Theodor Wasserrab 1977: Viktor Hauk, Fritz Paschke, Erwin Plöckinger, Hans Scherenberg 1978: Max Auwärter, Friedrich L. Bauer, Hans Tuppy 1979: Alfred Kastler (Physik, 1966), Winfried Oppelt, Ferry Porsche, Christian Veder 1980: Ernst Fehrer, Otto Hittmair, Willem Kolff 1981: Anton Pischinger, Josef Schurz, Adriaan van Wijngaarden 1982: Hendrik Casimir, Edmund Hlawka, Stanley Hooker 1983: Ernst Brandl, Walter Heywang, Kurt Magnus 1984: Adolf Birkhofer, Karl Rinner, Egon Schubert 1985: Ernst Fiala, Heinz Maier-Leibnitz, Helmut Rauch 1986: Gerhard Dorda, Viktor Gutmann, Horst Dieter Wahl 1987: Reimar Lüst, Karl Alexander Müller (Physik, 1987), Otto Vogl 1988: Hubert Bildstein, Gyözö Kovács, Helmut Zahn 1990: Karl Kraus, Takeo Saegusa, Gernot Zippe 1991: Michael J. Higatsberger, Karl Schlögl, Herwig Schopper 1992: Peter Komarek, Willibald Riedler, Karl Hermann Spitzy 1993: Hellmut Fischmeister, Hans Junek, Aladar Szalay 1994: Max Birnstiel, Siegfried Selberherr, Josef Singer 1995: Gottfried Biegelmeier, Bruno Buchberger, Jozef Schell 1996: Ingeborg Hochmair-Desoyer, Herbert Mang, Bengt Gustaf Rånby, Heinrich Ursprung 1997: Hans A. Leopold, Klaus Pinkau, Charles Weissmann 1998: Heinz Engl, Heiner Ryssel, Uwe B. Sleytr 1999: Henry Baltes, Gottfried Konecny, Peter Schuster 2000: Heinz Brandl, Rudolf Rigler, Heinz Saedler 2001: Georg Brasseur, Artur Doppelmayr, Friedrich Dorner 2002: Hermann Katinger, Ferdinand Piëch, Andreas Plückthun 2003: Dietrich Kraft, Helmut List, Hans Sünkel 2004: Andreas Ullrich, Meir Wilchek 2005: Hermann Kopetz, Jan Egbert de Vries, Anton Zeilinger 2006: Hannes Bardach, Shuguang Zhang 2007: Wolfgang L. Zagler, Peter Palese 2008: Zdeněk Bažant, Wolfgang Knoll 2009: Christian Wandrey, Alan Fersht 2010: Ada Yonath (Chemie, 2008), Bertil Andersson 2011: Manfred Eigen (Chemie, 1967), Michael Grätzel 2012: Theodor Hänsch (Physik, 2005), Robert Langer, Friedrich Prinz 2013: Heinz Redl, Joseph M. Jacobson 2014: Thomas J. R. Hughes 2015: Gregory Winter (Chemie, 2018) 2016: Emmanuelle Charpentier (Chemie 2020), Gero Miesenböck, Stefan Hell (Chemie, 2014), Johann Eibl 2017: Fabiola Gianotti, Chad A. Mirkin 2018: Zhenan Bao, A. Paul Alivisatos, Thomas Jennewein, Gregor Weihs 2019: Joseph M. DeSimone 2020: Edward S. Boyden 2021: Katalin Karikó (Medizin, 2023), Luisa Torsi 2023: Omar M. Yaghi, Daniel G. Anderson, Thuc-Quyen Nguyen 2024: Ferdi Schüth, Giulio Superti-Furga 2025: Sepp Hochreiter

Weblinks

Die Medaille auf der Seite der Wilhelm-Exner-Medaillen-Stiftung

Einzelnachweise

Exner Medaille Kategorie:Erstverleihung 1921 Kategorie:Medaille