Die Manadotaube (Turacoena manadensis), auch Weißgesichttaube oder Weißgesicht-Kuckuckstaube genannt, ist eine Art der Taubenvögel. Sie kommt nur auf einigen südostasiatischen Inseln vor.

Erscheinungsbild Die Manadotaube erreicht eine Körperlänge von 42 Zentimetern.Gibbs, S. 281 Sie entspricht damit der Größe einer Stadttaube. Sie weist jedoch einen auffallend längeren Schwanz auf. Es besteht kein Geschlechtsdimorphismus. Das Weibchen ist lediglich etwas kleiner als das Männchen.Rösler, S. 147

Manadotauben haben ein weißes Gesicht und eine weiße Kehle. Das übrige Gefieder ist schiefer-schwarz. Die Flügeldecken sowie Halsseiten und Hinterhals schimmern bronzefarben. Die Iris ist hellrot. Die Füße sind grau. Von den nahe verwandten Kuckuckstauben unterscheidet sie sich durch einen weniger abgestuften Schwanz, der am Ende gerundet ist.

Verbreitung und Verhalten Die Manadotaube ist eine in Indonesien endemische Inselart, die auf Sulawesi und den angrenzenden Inseln Manadoma, Lembeh, Bangka, Manterawu, Togian, Muna, Butung, Peleng und Sula vorkommt. Sie ist dort eine verhältnismäßig häufige Art. Der Lebensraum der Manadotaube sind die Waldränder primärer Wälder und die daran unmittelbar angrenzende Vegetation. Sie wird gelegentlich auch auf Kulturland beobachtet. Das Nahrungsspektrum umfasst Früchte und Beeren. Bei in menschlicher Obhut gepflegten Tauben betrug die Brutzeit 18 Tage. Die Jungvögel waren nach 19 Tage flügge.

Haltung in menschlicher Obhut 1982 wurde ein knappes Dutzend Manadotauben von Sulawesi nach Deutschland importiert. Diese sind vermutlich die ersten Tauben dieser Art, die nach Europa gebracht wurden. Die Welterstzucht gelang 1996 in Belgien.Münst, S. 162

Etymologie und Forschungsgeschichte mini|Lithographie zur Erstbeschreibung von Prêtre Jean René Constant Quoy und Joseph Paul Gaimard beschrieben die Manadotaube unter dem Namen Columba manadensis. Das Typusexemplar stammte aus Sulawesi bzw. wurde im niederländischen Gebiet bei Manado entdeckt.Jean René Constant Quoy, S. 248f. 1854 führte Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte die neue Gattung Turacoena ein, der er die Manadotaube und die Timortaube (Turacoena modesta (, 1835)) zuordnete.Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte, S. 1112. Den Namen wählte er, da er eine Ähnlichkeit zu den Turakos erkannte, ein Name den die westafrikanischen Eingeborenen für den Guineaturako (Tauraco persa (, 1758)) verwendeten. Der zweite Teil des Namens leitet sich vom griechischen oinas, oinados, für ‚Taube‘ ab.James A. Jobling, S. 380. Der Artnamen ist auf das Entdeckungsgebiet zurückzuführen. Jean-Gabriel Prêtre (1768–1849) lieferte im zoologischen Atlas zu Voyage de la corvette l'Astrolabe schließlich die Tafel zu Erstbeschreibung.

Belege Literatur David Gibbs, Eustace Barnes und John Cox: Pigeons and Doves – A Guide to the Pigeons and Doves of the World. Pica Press, Sussex 2001, ISBN 90-74345-26-3. Alois Münst und Josef Wolters: Tauben – Die Arten der Wildtauben, 2. erweiterte und überarbeitete Auflage, Verlag Karin Wolters, Bottrop 1999, ISBN 3-9801504-9-6. Gerhard Rösler: Die Wildtauben der Erde – Freileben, Haltung und Zucht. Verlag M. & H. Schaper, Alfeld-Hannover 1996, ISBN 3-7944-0184-0.

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Einzelnachweise

Kategorie:Taubenvögel