mini|Gerard Pieter Adolfs circa 1936 in Surabaya, Java mini|Selbstporträt (1946) Gerard Pieter Adolfs (* 2. Januar 1898 in Semarang, Zentral-Java, heute Indonesien; † 1. Februar 1968 in ’s-Hertogenbosch, Niederlande) war ein niederländisch-ostindischer Maler und Architekt. In den 1930er Jahren – auf dem Höhepunkt seiner künstlerischen Karriere – wurde Adolfs von der Presse als „Zauberer des Lichts“ bezeichnet.
Leben Adolfs verbrachte seine Kindheit und Jugend auf Java. Sein Vater Cornelis Gerardus Adolfs war Architekt und Amateur-Maler, Fotograf, Pianist. Mit 14 Jahren wurde Adolfs von seinem Vater in die Niederlande gebracht. Er besuchte in Amsterdam zuerst die Mittelschule und begann 1916 ein Architekturstudium an der Universität von Amsterdam. Nach Abschluss des Studiums zog er wieder zurück nach Java, das nasskalte niederländische Klima sagte ihm nicht besonders zu. Zurück auf Java baute Adolfs Häuser in Yogyakarta, Solo und Surabaya.
Im Alter von etwa 24 Jahren entdeckte Adolfs seine Neigung zur darstellenden Kunst. Er vertauschte die Reissfeder mit Kaltnadel, Zeichenstift und Pinsel und widmete sein Leben von da an ganz der Malerei. Bereits bekannt als Reklame-Illustrator, wurde Adolfs im März 1924 unter dem Patronat des «Kunstkring» dem Publikum von Yogyakarta erstmals als Maler, Aquarellist und Zeichner vorgestellt. Die Presse bezeichnete ihn als einen talentierten Künstler und prophezeite ihm eine erfolgreiche Zukunft.
mini|links|Vogelkäufer (1947) Einerseits ein Bonvivant und das Leben in vollen Zügen geniessend, war G.P. Adolfs andererseits ein disziplinierter Workaholic, der unermüdlich, systematisch und hart für seinen Erfolg arbeitete. Von Java aus machte er Studienreisen nach Florenz, Rom, Zürich, Wien, Budapest, Prag und – zusammen mit seinem japanischen Malerfreund Léonard Tsuguharu Fujita – nach Paris und veranstaltete Ausstellungen in Surabaya, Tokyo, Singapur, London, Amsterdam, Bern, San Francisco. 1940, kurz vor der Besetzung der Niederlande, kam Adolfs nach Europa. Viele seiner älteren Werke galten zusammen mit dem torpedierten und versunkenen Frachtschiff Simaloer als verschollen, weitere Bilder wurden im Februar 1944 bei der Bombardierung von Nijmegen zerstört. Nach dem Krieg lebte Adolfs vorwiegend in Amsterdam, schrieb und illustrierte Bücher, holte sich Anregungen für seine Malerei in Skandinavien, Frankreich, Spanien, Italien und Nordafrika und stellte in namhaften Galerien aus.
Obwohl Adolfs nach dem Krieg nie mehr nach Java zurückkehrte, blieb er den Hauptmotiven seiner Werke treu: Marktszenen, balinesische Tänzerinnen, Hahnenkämpfe, Landschaften und Straßenszenen aus Java und Bali. 1967 zog er sich in ein Dorf in Südholland zurück und starb am 1. Februar in ’s-Hertogenbosch.
Kritiken
Literatur mini|Cover des Buches „Gerard Pieter Adolfs – The Painter of Java and Bali“ von Eveline Borntraeger-Stoll & Gianni Orsini (2008) G. P. Adolfs: SOERABAIA. Jacob van Campen, Amsterdam 1946/1947. Günther Meissner (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon. VEB E.A. Seemann Verlag, Leipzig 1983. Eveline Borntraeger-Stoll, Gianni Orsini: Gerard Pieter Adolfs – The Painter of Java and Bali. Pictures Publishers, Wijk en Aalburg 2008, ISBN 978-90-73187-62-7. A. T. Dermawan: A collector’s journey – Modern painting in Indonesia: Collection of Jusuf Wanandi. Centre for Strategic and International Studies, Jakarta and Neka Museum, Ubud 1996. F. F. Habnit: Krèta Sètan, de duivelswagen. Autopioniers van Insulinde. Tong Tong, Den Haag 1977. L. Haks, G. Maris: Lexicon of foreign artists who visualized Indonesia 1600–1950. Gert Jan Bestebreurtje, Utrecht 1995. George H.C. Hart: Het sprookje van de kleine prinses, het arme waschmeisje en de vlinder. Melbourne 1943. (First published in Surabaya, 1928.) C. Holt: Art in Indonesia, Continuities and Change. Cornell University Press, Ithaca NY 1967. Java-China-Japan-Line: Bali and Java. De Unie, 1938. Lee Man Fong: Paintings and Statues from the President Sukarno of the Republic of Indonesia. II. Publishing Committee of Collection of paintings and statues of President Sukarno, Jakarta 1964. Pieter A. Scheen: Nederlandse beeldende kunstenaars 1880–1980. Pieter A. Scheen B.V., The Hague 1981. H. Spanjaard: Exploring Modern Indonesian Art: The Collection of Dr Oei Hong Djien. S. N. P. Editions, Singapore 2004. R. Spruit: Indonesische Impressies. Oosterse thema's in de westerse schilderkunst. Pictures Publishers, Wijk en Aalburg 1992. the Studio. A Magazine of Fine and Applied Art. Vol. 94, No 412, Juli 1927, S. 62–63. the Studio. A Magazine of Fine and Applied Art. Vol. 140, No 691, Oktober 1950, S. 116–117.
Weblinks
http://www.gerardpieteradolfs.com/ G.P. Adolfs bei artprice.com
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