mini|Marktplatz mini|Rathaus und evangelische Kirche
Polkowice [] (deutsch: Polkwitz; 1937–1945 Heerwegen) ist eine Stadt mit Einwohnern (Stand ) in der Stadt- und Landgemeinde Polkowice im Powiat Polkowicki der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.
Geographische Lage Polkowice liegt am Südwestrand der Wzgórza Dalkowskie (Dalkauer Berge), 200 Meter über dem Meeresspiegel,Der Große Brockhaus. Band 14, Leipzig 1933, S. 715. etwa 15 Kilometer nordwestlich von Lubin (Lüben).
Geschichte Erstmals erwähnt wurde Polkwitz, das zum Herzogtum Glogau gehörte, im Jahre 1276. Damals wurde es als Stadt bezeichnet, die 1291 ein eigenes Wappen erhielt. 1344 fiel es zusammen mit dem Herzogtum Glogau an Böhmen. Ein Brand im Jahr 1457 zerstörte Teile der Stadt. Die Stadt war von einer Stadtmauer umgeben.
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Polkwitz 1742 an Preußen, wo es bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges als Landstadt im Landkreis Glogau verblieb. Die Stadt hatte eine evangelische Kirche und eine katholische Kirche. 1879 bis 1932 war sie Sitz des Amtsgerichtes Polkwitz. Um 1930 gab es in Polkwitz Vieh- und Pferdemärkte, ein Sägewerk und eine Dampfziegelei. Im Jahr 1937 wurde Polkwitz in Heerwegen umbenannt.
Im Zweiten Weltkrieg eroberte die Rote Armee am 8. Februar 1945 Polkwitz für die Volksrepublik Polen. Nachfolgend wurde es in Polkowice umbenannt. Die Einwohner wurden vertrieben und durch Polen ersetzt. Diese waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Schwerindustrie reaktiviert. Nun wurden auch in der Gegend von Polkowice und Lubin die großen Kupfervorkommen erschlossen, was mit einem rasanten Wachstum der kleinen Stadt einherging. So konnte Polkowice 1967 das Stadtrecht wieder erlangen. In den 1980er Jahren zählte die Stadt 20.000 Einwohner. Außerhalb der Stadt entstanden zahlreiche neue (Plattenbau-)Wohnsiedlungen. Das Stadtzentrum selbst verfiel und die kleinstädtische Bebauung um den Ring wurde abgerissen. Nach der politischen Wende 1989 in Polen änderte sich die städtebauliche Einstellung. Die Altstadt wurde mit neuen, an die abgerissenen Häuser angelehnten Gebäuden bebaut – das Stadtzentrum wurde revitalisiert.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner Anmerkungen 1861 2300 davon 1.802 EvangelischeFriedrich Gottlob Eduard Anders: Historische Statistik der Evangelischen Kirchen Schlesiens nebst einer Kirchen-Charte. Breslau 1867, S. 452 (books.google.de). 1885 2033 1905 1654 davon 329 Katholiken und elf Juden 1910 1613 1925 1670 vorwiegend Evangelische, 300 Katholiken 1933 1748 1939 1601 1969 4462 Heinz Rudolf Fritsche: Schlesien Wegweiser. Bechtermünz Verlag, Augsburg 1996. 1970 ~10.600 1983 ~19.700 Encyklopedia Powszechna PWN 1995 21.825 stat.gov.pl 2000 21.841 2005 22.290
Gemeinde Zur Stadt- und Landgemeinde Polkowice mit einer Fläche von 158,8 km² gehören die Stadt selbst und 15 Dörfer mit Schulzenämtern.
Partnergemeinden Die Samtgemeinde Sickte in Niedersachsen sowie die Gemeinde Heumen in den Niederlanden sind Partnergemeinden von Polkowice.
Wirtschaft Von großer Bedeutung für Polkowice ist der Bergbau. Die Gegend um Polkowice und Lubin ist das größte polnische Kupferrevier. KGHM betreibt hier das Bergwerk Rudna.
Ein wichtiger Arbeitgeber ist seit 1998 auch ein Dieselmotorenwerk, in dem 1,9l-TDI-Motoren für die Marken des Volkswagen-Konzerns gefertigt werden. Eigentümer und Betreiber ist die Volkswagen Motor Polska.
Verkehr Polkowice liegt an der Schnellstraße 3 (E65), die eine wichtige Nord-Süd-Verbindung im westlichen Polen darstellt. Zur Eisenbahngeschichte siehe Polkwitz-Raudtener Kleinbahn.
Söhne und Töchter der Stadt Fra Cyprian (1724–1775), Botaniker und Mediziner Albrecht zu Dohna-Schlodien (1764–1813), Oberstleutnant Hermann von Wilczeck (1836–1901), General der Infanterie Karl von Rettberg (1865–1944), Offizier Alfons Maria Wachsmann (1896–1944), römisch-katholischer Priester, Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime und Märtyrer Richard Dehmel (1902–1983), Kartograph Martin Schwarzbach (1907–2003), Geowissenschaftler Fritz Thiel (1916–1943), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Hans Kratzert (1940–2023), Regisseur
Siehe auch CCC Development Team
Literatur
Paul Brucksch (Hrsg.): Chronik der Stadt Polkwitz. Nach amtlichen Quellen bearbeitet und zusammengestellt. Hellmann, Glogau 1911.
Weblinks
Webpräsenz der Stadt (polnisch, englisch, deutsch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Niederschlesien Kategorie:Gmina Polkowice