Sonnenberg ist eine Gemeinde im Norden des Landkreises Oberhavel in Brandenburg und gehört zum Amt Gransee und Gemeinden.

Geographie Im südlichen Teil der Gemeinde liegen der Salchowsee, der Kirchsee, der Kleine und der Große Dölschsee sowie der Huwenowsee, die über Gräben miteinander verbunden sind. Der Ortsteil Schulzendorf liegt im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land.

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat fünf OrtsteileDienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Sonnenberg: Baumgarten Rauschendorf Rönnebeck Schulzendorf Sonnenberg

Geschichte Der namengebende Ortsteil Sonnenberg entstand in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts im Zuge der hochmittelalterlichen Ostexpansion und -kolonisation als typisches Bauerndorf deutscher Siedler. Dies belegt die noch bis heute sichtbare Siedlungsstruktur eines Straßendorfes und die Hufeneinteilung der Ländereien. Es wurde als Sunnenberg 1318 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1524 lag Sonnenberg wie fast alle Dörfer des damaligen Landes Ruppin wüst. Die Feldmark gehörte zu dieser Zeit anteilig dem Kloster Lindow sowie verschiedenen Adelsgeschlechtern. Nach der Reformation gelangten die verödete Dorfstätte und die dazugehörige Gemarkung in den Besitz des alten märkischen Adelsgeschlechtes von Bredow zu Rheinsberg. Das Dorf wurde unter deren Ägide wieder aufgebaut und besiedelt. 1581 wird der Ort Sonnenberg als „neulich wieder aufgebaut“ erwähnt. In dieser Zeit entstand an Stelle der zerstörten mittelalterlichen Feldsteinkirche ein neues Gotteshaus, dessen Turmhelm in den folgenden Jahrhunderten einige Male Veränderungen erfuhr und dessen Mauerwerk nachträglich verputzt wurde. 1687 befand sich der Ort in den Händen der Herren von Zernikow.Friedrich Bratring: Die Grafschaft Ruppin, Berlin 1799 Im 18. Jahrhundert fiel Sonnenberg als Kammergut (Staatsdomäne) an das preußische Königshaus und wurde 1857 noch als solches geführt.Handmatrikel der Rittergüter 1857

Bei Schulzendorf fand 1316 im Norddeutschen Markgrafenkrieg die Schlacht bei Gransee statt.

Sonnenberg gehörte seit dem 14. Jahrhundert zur Herrschaft Ruppin, seit 1524 zum Kreis Ruppin in der Mark Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Gransee im DDR-Bezirk Potsdam. Seit 1993 liegt Sonnenberg im brandenburgischen Kreis Oberhavel.

Die Gemeinde Sonnenberg wurde am 27. September 1998 durch den Zusammenschluss der vormaligen Gemeinden Sonnenberg und Baumgarten neu gebildet.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998 Am 26. Oktober 2003 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Rönnebeck und Schulzendorf als Ortsteile in die Gemeinde Sonnenberg eingemeindet.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 479 1890 551 1910 466 1925 504 1933 461 1939 433 Jahr Einwohner 1946 868 1950 777 1964 531 1971 510 1981 453 1985 436 Jahr Einwohner 1990 395 1995 375 2000 476 2005 921 2010 888 2015 823 Jahr Einwohner 2020 845 2021 839 2022 848 2023 828 2024 813 2025 818 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel (PDF) S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember). Ab 2011 auf Basis des Zensus 2011. Ab 2022 auf Basis des Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022

Durch die Eingemeindung der beiden bis dahin selbstständigen Gemeinden Rönnebeck und Schulzendorf verdoppelte sich im Jahre 2003 die Einwohnerzahl der Gemeinde.

Religion 2011 waren 37 % der Einwohner evangelisch und 2 % katholisch.Zensusdatenbank

Die evangelische Kirchengemeinde Baumgarten gehört zum Pfarrsprengel Gutengermendorf; die Kirchengemeinden Rönnebeck, Sonnenberg (mit Rauschendorf) und Schulzendorf zum Pfarrsprengel Gransee. Beide Sprengel liegen im Kirchenkreis Oberes Havelland der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Die wenigen Katholiken gehören zur Pfarrei St. Hedwig in Fürstenberg/Havel (Dekanat Oranienburg des Erzbistums Berlin). Die nächste Filialkirche ist Mariä Himmelfahrt (Gransee).

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Sonnenberg besteht aus zehn Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Wählergemeinschaft Sonnenberg 40,4 % 4 36,1 % 3 AfD – – 19,7 % 2 Wählergemeinschaft Schulzendorf 15,6 % 2 17,7 % 2 Wählergemeinschaft Rönnebeck 19,9 % 2 11,4 % 1 Wählergemeinschaft Baumgarten 14,9 % 2 8,7 % 1 BVB/Freie Wähler – – 6,5 % 1 SPD 4,7 % – – – Einzelbewerber Sylvio Franke 4,6 % – – – Insgesamt 100 % 10 100 % 10

Bürgermeister seit 1998: Ralf Wöller (CDU)

Wöller wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 ohne Gegenkandidat mit 86,0 % der gültigen Stimmen wiedergewählt. Er wurde in der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 wiederum ohne Gegenkandidat mit 86,9 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.§ 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes

Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=0.7|Kriegerdenkmal in Sonnenberg In der Liste der Baudenkmale in Sonnenberg stehen die in die Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale der Gemeinde.

Der ehemalige preußische Landsitz Schloss Rauschendorf im Ortsteil Rauschendorf wurde 1723 von Hermann Graf von Wartensleben erbaut, im 19. Jahrhundert im Stil der Neorenaissance überformt und 1921 durch einen Brand zerstört. 1923 erfolgte der Wiederaufbau als zweigeschossiges Barockschloss durch Ernst Paulus. mini|Schloss Rauschendorf

Verkehr Sonnenberg liegt an der Landesstraße L 223 von Rheinsberg nach Schönermark.

Der Haltepunkt Sonnenberg sowie der Bahnhof Schulzendorf lagen an der Bahnstrecke Gransee–Neuglobsow (Stechlinsee-Bahn). Der Personenverkehr wurde 1969 eingestellt und wird seitdem durch Linienbusse gewährleistet.

Weblinks

Gemeinde Sonnenberg beim Amt Gransee

Literatur Carsten Dräger: Chronik der Gemeinde Sonnenberg.Historiker Carsten Dräger mag seine Heimat. In: Märkische Allgemeine, 16. September 2018.

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Oberhavel

Kategorie:Ersterwähnung 1318