Eishockey in Österreich Verband: Österreichischer Eishockeyverband Gründung: 1912 IIHF-Mitglied seit: 1912 Bemerkungen: 1920–1924 ausgeschlossen, 1939–1946 gestrichen 1. EM-Teilnahme: 1913(Teilnahme 1912 wurde annulliert) 1. WM-Teilnahme: 1928 1. OL-Teilnahme: 1928 Medaillengewinne: EM: 2 × Gold, 3 × Silber, 4 × Bronze WM: 2 × Bronze 1. Meisterschaft: 1922/23 1. Staatsmeister: Wiener Eislauf-Verein Rekordmeister: EC KAC (32 Meistertitel)

Eishockey ist in Österreich nach Fußball die beliebteste Mannschaftssportart. Der österreichische Eishockeyverband (ÖEHV) wurde 1912 gegründet, seit 1923 wird in einer landesweiten Liga der österreichische Eishockey-Meister ermittelt. Heute ist die ICE Hockey League die höchste Spielklasse, es existiert jedoch mit der Alps Hockey League eine weitere landesweite Meisterschaft. Der ÖEHV organisiert auch das Eishockeynationalteam, das seit 1913 (damals noch als Österreich-Ungarn) an internationalen Turnieren teilnimmt und derzeit (Stand: Juni 2015) auf Rang 16 der Weltrangliste steht.

Geschichte siehe auch Eishockey in Wien

Eishockey zur Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie Nachdem im Jahr 1897 zum ersten Mal von Eishockey berichtet worden war, trugen nur drei Jahre später der Training Eisclub und der Wiener Athletiksport-Club das erste offizielle Spiel aus. Gespielt wurde zu dieser Zeit noch mit dem Ball sowie mit sieben Spielern; neben den bekannten Positionen gab es auch noch einen sogenannten Rover, der als bester Eisläufer auf dem Platz eine Art Allround-Spieler darstellte. Im Jahr 1909 wurden mit der Eröffnung der ersten Kunsteisbahn bessere Trainingsbedingungen geschaffen, und der neue Sport erlebte einen ungeahnten Aufschwung in Österreich, das damals noch Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie war.

Im Jahr 1912 wurde der österreichische Eishockeyverband gegründet und noch im selben Jahr als Mitglied in die Internationale Eishockey-Föderation LIHG aufgenommen. Schon vor der Aufnahme hatte Österreich an der Eishockey-Europameisterschaft 1912 teilgenommen, die deswegen nachträglich annulliert wurde. Österreich wurde dabei durch die Deutsche Eishockey Gesellschaft Prag vertreten, während Böhmen durch den SK Slavia Prag vertreten wurde. Böhmen, dass ebenfalls zu Österreich-Ungarn gehörte, war bereits seit 1908 Mitglied der LIHG. Erst ein Jahr später nahm Österreich dann offiziell an dem Turnier teil, belegte jedoch unter den vier Teilnehmern den letzten Platz.

Die DEHG Prag veranstaltete bereits ab 1911 den Ringhoffer-Pokal, der als (internationale) österreichische Meisterschaft galt. Ab 1913 wurde dabei auch Eishockey mit der Scheibe gespielt. Ab 1912/13 trug der ÖEHV eine eigene Meisterschaft für das Eishockey mit dem Ball aus, die der Wiener Sport-Club gewann und im Folgejahr verteidigen konnte. Ebenfalls 1913 wurde der Ringhoffer-Pokal erstmal mit der Scheibe ausgetragen.

Internationale Erfolge nach dem Ersten Weltkrieg Der Erste Weltkrieg unterbrach die Bemühungen, und nach dem Zerfall der Monarchie musste der österreichische Verband im Jahr 1919 neu gegründet werden. Erst zur Saison 1921/22 erfolgte der Wechsel von Bandy auf das kanadische Eishockey mit dem heute bekannten Puck von Verbandsseite.

Nachdem 1921/22 noch ein Bandy-Pokal durchgeführt wurde, wurde die Bandymeisterschaft 1922/23 nach dem Spiel W.B.C gegen Nicholosen am 23. Januar 1923 abgebrochen. Im Jahr 1922/23 wurde erstmals eine österreichische Meisterschaft ausgetragen, die vom Wiener Eislauf-Verein gewonnen wurde. Dabei handelte es sich in Wahrheit aber um einen auf den Raum um Wien beschränkten Wettbewerb, erst nach und nach kamen Mannschaften aus anderen Teilen Österreichs hinzu.

Das Ende der zwanziger Jahre brachte die größten Erfolge für das österreichische Hockey. Dies begann 1927 mit dem Gewinn der Europameisterschaft, wobei kein einziges Spiel verloren worden war. 1930 besiegte die österreichische Nationalmannschaft als erstes europäisches Team eine Mannschaft aus Nordamerika: ein Spiel gegen Kanada konnte mit 1:0 gewonnen werden. 1931 wurde erneut der Europameistertitel nach Österreich geholt, und bei der Eishockey-Weltmeisterschaft 1931 konnte die Mannschaft den dritten Platz hinter Kanada und den Vereinigten Staaten erzielen. 1932 und 1933 folgten zwei Silbermedaillen bei den Europameisterschaften.

Arbeitersport Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in Österreich den Eishockeysport der Bürgerlichen und den der Arbeiter. Der Arbeitersport entwickelte sich in den 1920er Jahren sehr schnell und im Jahr 1928 wurden die ersten Eishockeyvereine der Arbeiter gegründet. Sie gehörten dem 1919 gegründeten Verband der Arbeiter- und Soldatensportvereine Österreichs (VAS) an, der sich 1924 in ASKÖ (Arbeiterbund für Sport und Körperkultur in Österreich) umbenannte. Bei der Arbeiter-Winterolympiade 1931 in Mürzzuschlag belegte die Nationalmannschaft der Österreicher den 1. Platz und wurde Olympiasieger.Arbeiterzeitung vom 9. Februar 1931, S. 1

Mit dem Verbot der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei am 12. Februar 1934 in Österreich wurden auch alle angeschlossenen Eishockeyvereine verboten.Bundesgesetzblatt für die Republik Österreich, Nr. 24 vom 13. Februar 1934, S. 159, 78. Verordnung: Verbot jeder Betätigung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Österreich In der Folge versuchten Spieler der Arbeitervereine, in anderen Eishockeyvereinen aufgenommen zu werden oder neue Vereine im bürgerlichen Lager zu gründen. So wurde im Dezember 1934 die Vereinigung für Sport und Körperkultur des Gewerkschaftsbundes aufgenommen. So berichtete das Sport-Tagblatt am 20. Dezember 1934 über einen neuen Eishockeyverein der Hammerbrotwerke. Auch die Eishockeysektion Arsenal im Gewerkschaftsbund, die im Januar 1935 aufgenommen wurde, gehört hierzu sowie der Eishockeyklub Meidling.

Das Bürgertum nahm keine Notiz vom Eishockey der Arbeiter. Im Sport-Tagblatt wurde am 22. Jänner 1934 berichtet, dass die österreichische Arbeiter-Eishockeymannschaft an dem lettischen Arbeiter-Wintersportfest am 17. und 18. Februar 1931 in Riga teilnehme. Dieser Hinweis hat Seltenheitswert. Die Zeitschrift „Der Eishockeysport“ berichtete auch nur einmal, indem man sich hier über das schnelle Wachstum des Eishockey-Arbeitersports wunderte und dieses für den eigenen Verband wünschte.

Deutsche Meistertitel durch Wiener Vereine Ende der dreißiger Jahre folgte der Anschluss an Deutschland. Zu dieser Zeit existierte der ÖEHV nicht mehr, stattdessen nahmen einige österreichische Mannschaften an der Deutschen Liga teil, was dazu führte, dass der EK Engelmann und der Wiener EV in ihrer Vereinsgeschichte je auch einen deutschen Meistertitel gewannen. Während des Zweiten Weltkrieges kam der Spielbetrieb völlig zum Erliegen. Erst 1945 wurde der Verband neu gegründet, und 1947 konnte das Team erneut die Bronzemedaille bei einer Weltmeisterschaft erobern.

Abstieg in die Zweitklassigkeit Es folgte allerdings ein sportlicher Absturz, der dazu führte, dass Österreich 1962 sogar bis in die C-Gruppe abstieg, dort jedoch ungeschlagen den sofortigen Wiederaufstieg in die Zweitklassigkeit schaffte. Es dauerte bis ins Jahr 1992, ehe das Nationalteam es wieder unter die besten Nationen der Welt schaffte. Seit dieser Zeit jedoch erfolgte ein beständiges Auf und Ab zwischen A- und B-Gruppe.

Heutige Situation Probleme mit Nachwuchs und Finanzen Die weltweite Wirtschaftskrise ist auch am österreichischen Eishockey nicht spurlos vorübergegangen. Gab es schon in den letzten Saisonen Anzeichen dafür, dass das Limit der durch Sponsoren lukrierbaren Budgets erreicht war, so wurde dies vor allem durch den Ausstieg des HC Innsbruck aus der Bundesliga mit Ende der Saison 2008/09 offensichtlich. Auch die beiden slowenischen Teams meldeten nach dieser Saison massive finanzielle Probleme.Tiefrote Zahlen beim HK Jesenice Andere Vereine, wie beispielsweise der EC VSV, arbeiten schon seit längerer Zeit mit kleineren Budgets, um einem drohenden Konkurs aus dem Weg zu gehen.

Ein wichtiger Gesichtspunkt ist hierbei die Anzahl der verfügbaren österreichischen Spieler. Vor allem der Einstieg von Red Bull als Sponsor des Salzburger EBEL-Teilnehmers brachte Schwierigkeiten mit sich, da die Mannschaft einen Großteil der sportlich besseren einheimischen Spieler mit äußerst großzügigen Angeboten unter Vertrag nahm und so die Gehälter der österreichischen Spieler unverhältnismäßig nach oben trieb. Da viele Mannschaften wie beispielsweise die Vienna Capitals jedoch über kaum eigenen Nachwuchs verfügen, konnten sie dies auch nicht durch das Nachrücken jüngerer Spieler kompensieren. Als Folge wurde die Legionärsregelung gelockert und durch ein Punktesystem ersetzt, sodass die fehlenden österreichischen Spieler durch eine große Anzahl an Transferkartenspielern ersetzt wurden. Dies wiederum wurde vor allem von den Vereinen aus Kärnten kritisiert, die seit Jahrzehnten eine der wichtigsten Kaderschmieden in Österreich darstellen. Die erhoffte Verringerung der Budgets trat jedoch nur bedingt ein, wie das Beispiel Innsbruck zeigte. Eine langfristige Lösung kann zurzeit nur die Verbesserung der Ausbildungsarbeit bei jungen Spielern bringen. Ernsthafte Bemühungen in diese Richtung zeichneten sich etwa seit dem Jahr 2009 ab und gipfelten zwischenzeitlich zur Saison 2010/11 in der Gründung einer Reihe von Farmteams aller Bundesligamannschaften und einer verstärkten Zusammenarbeit mit den Clubs der zweiten und dritten Liga. Ebenso konnten sich einige Jugendspieler in besseren ausländischen Nachwuchsligen etablieren.

Der nächste Schritt war 2012 die Gründung der Junior EBEL, einer Nachwuchsliga, deren Teilnahme für alle Bundesligateams verpflichtend ist. Dazu gesellten sich im Premierenjahr einige weitere Mannschaften.

Die Kluft zwischen Bundes- und Nationalliga In den letzten Jahren entwickelte sich ein nicht unerhebliches Problem zwischen den beiden höchsten Ligen: die Budgets der Bundesligavereine sind innerhalb weniger Jahre so stark gestiegen, dass sie mittlerweile ein Vielfaches der finanziellen Mittel eines Zweitliga-Vereins betragen. Aus diesem Grunde machte lange Zeit auch kein Nationalliga-Meister mehr von seinem Recht Gebrauch, in die höchste Spielklasse aufzusteigen. Meist wird vor allem mit dem finanziellen Risiko der unverhältnismäßig höheren Investitionen argumentiert. Dies ist vor allem nach dem zwischenzeitlichen Ausstieg des HC Innsbruck ein durchaus gewichtiger Aspekt, der auch auf die Gestaltung der zweiten Liga nicht ohne Einfluss geblieben ist. Während es in der Bundesliga keinerlei effektive Legionärsbeschränkung mehr gibt, hielten die Nationalliga-Vereine an ihrer Beschränkung auf drei Transferkartenspieler fest und versuchten verstärkt, den eigenen Nachwuchs zu forcieren.

Dazu kam, dass sich in Österreich eine Trennung zwischen Ost und West entwickelt hatte. Während allein in Vorarlberg vier (und mit dem neu hinzugekommenen HC Innsbruck aus dem benachbarten Tirol fünf) Nationalliga-Teams existierten, wurde der Osten vor allem von den Bundesligavereinen beherrscht. Die vier Vorarlberger Teams bauten in ihrer finanziellen Planung vor allem auf die zahlreichen gut besuchten Derbies, die bei einem Aufstieg eines Teams in die Bundesliga für dieses weggefallen werden. Außerdem argumentierten diese Mannschaften mit den langen Anreisen für Auswärtsspiele im Osten. Dies führte jedoch dazu, dass die zweithöchste Spielklasse über Jahre hinweg fast ausschließlich im Westen ausgetragen wurde, während Bundes- und Oberliga nur im Osten stattfanden. Dieses Problem wurde mit dem Wachsen der Liga nach Ungarn, Slowenien und Kroatien noch verschärft und konnte erst im Jahr 2012 durchbrochen werden, als mit dem EC Dornbirn und Rückkehrer HC Innsbruck wieder zwei Clubs aus dem Westen in die EBEL aufstiegen. Dies ging jedoch mit einer Existenzkrise der Nationalliga einher, die im Sommer 2012 binnen kurzer Zeit neu ausgerichtet werden musste.

Kunsteisbahnen in Österreich