Harald Warmbrunn (* 12. Juni 1933 in Berlin; † 18. Dezember 2020 ebendaDer Volksbühne-Schauspieler Harald Warmbrunn ist gestorben. Nachruf der Berliner Zeitung, 27. Dezember 2020. Abgerufen am 27. Dezember 2020.) war ein deutscher Schauspieler.

Leben Warmbrunn studierte von 1960 bis 1962 Schauspiel am Schauspielstudio des Staatstheaters Dresden. Ein fünfjähriges Engagement am Theater Karl-Marx-Stadt schloss sich an.

Im Jahr 1967 wechselte er zur damals von Karl Holàn geleiteten Volksbühne nach Berlin, deren Ensemble er bis 2001 angehörte. Seine erste Rolle an dieser Bühne spielte er in Ottofritz Gaillards Inszenierung von George Bernard Shaws Caesar und Cleopatra (1967). Es folgten Inszenierungen von Hannes Fischer (Don Carlos. Infant von Spanien, 1968), Wolfgang Pintzka (Dario Fos Siebentens: Stiehl ein bißchen weniger, 1968), Fritz Marquardt (Heiner Müllers Weiberkomödie, 1971), Brigitte Soubeyran (Tirso de Molinas Don Gil von den grünen Hosen, 1972; István Örkénys Katzenspiel, 1974) und Benno Besson (Peter Hacks’ Margarete in Aix, 1973; Wie es euch gefällt in Heiner Müllers Bearbeitung, 1975). Unter der Regie von Manfred Karge und Matthias Langhoff spielte er in Ibsens Die Wildente (1973) und in Christoph Heins Schlötel oder Was solls (1974). Später wirkte er in Regiearbeiten von Berndt Renne (Suchowo-Kobylins Die Akte, 1977), Heiner Müller (Der Auftrag, 1980), Siegfried Höchst (Wsewolod Wischnewskis Optimistische Tragödie, 1985; Ulrich Plenzdorfs Zeit der Wölfe nach Tschingis Aitmatow, 1989) und Henry Hübchen (Ödön von Horváths Glaube Liebe Hoffnung, 1988) mit. Außerdem wurde er häufig von Helmut Straßburger und Ernstgeorg Hering besetzt (Ende gut, alles gut, 1979; Der Biberpelz, 1980; Die Ratten, 1985; Die Vögel, 1986; Heiner Müllers Leben Gundlings Friedrich von Preußen Lessings Schlaf Traum Schrei. Ein Greuelmärchen, 1987/88; Doppelinszenierung von Fassbinders Bremer Freiheit und Jörg-Michael Koerbls Adaption von Gozzis Turandot, 1990).

In den 1980ern führte Warmbrunn auch mehrfach selbst Regie, so 1980 bei zwei in Zusammenarbeit mit dem Liedertheater Karls Enkel entstandenen musikalischen Programmen, 1984 bei Paul Gratziks Die Axt im Haus, 1985 bei der DDR-Erstaufführung der Theaterfassung der Garage von Emil Braginski und Eldar Rjasanow und 1987 bei der Aufführung von Adolf Glaßbrenners Kaspar der Mensch.

Neben seiner Theaterarbeit spielte er Nebenrollen in vielen DEFA-Filmen. Eine seiner einprägsamen Rollen war der schmierige Conferencier Benno in Konrad Wolfs Solo Sunny (1980). Von 1980 bis 1991 lehrte Warmbrunn als externer Dozent an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin.

Nach der Wende wirkte Warmbrunn u. a. in Volksbühnen-Inszenierungen von Frank Castorf (Räuber von Schiller, 1990; König Lear, 1992; Alkestis von Euripides, 1993; Hebbels Die Nibelungen, 1995; Des Teufels General, 1996; Richard II. und Heinrich VI., 1999), von Andreas Kriegenburg (Lew Lunz Stadt der Gerechtigkeit, 1992) und von Christoph Marthaler (Straße der Besten, 1996) mit. 2011 verkörperte er hier den Anton Tiedemeier in Herbert Fritschs Inszenierung des Schwanks Die (s)panische Fliege von Franz Arnold und Ernst Bach.

Filmografie (Auswahl) 1960: Fernsehpitaval: Der Fall Hoefle (Fernsehreihe) 1960: Fahrt ins Blaue (TV) – Regie: Carl Ballhaus 1963: For Eyes Only – Regie: János Veiczi 1965: Berlin um die Ecke – Regie: Gerhard Klein 1966: columbus 64 (TV) – Regie: Ulrich Thein 1967: Der Revolver des Corporals – Regie: Rolf Losansky 1968: Der Streit um den Sergeanten Grischa (TV) – Regie: Helmut Schiemann 1968: Die Toten bleiben jung – Regie: Joachim Kunert 1970: Im Spannungsfeld – Regie: Siegfried Kühn 1970: Caesar und Cleopatra (Theateraufzeichnung) 1971: Liebeserklärung an G. T. – Regie: Horst Seemann 1971: Salut Germain (TV-Serie) – Regie: Helmut Krätzig 1971: Die Verschworenen (TV) – Regie: Martin Eckermann 1971: Anflug Alpha 1 – Regie: János Veiczi 1972: Leichensache Zernik – Regie: Helmut Nitzschke 1972: Trotz alledem! – Regie: Günter Reisch 1972: Der Adjudant (Fernsehserie) 1972: Polizeiruf 110: Das Haus an der Bahn (TV-Reihe) – Regie: Gerhard Respondek 1972: Polizeiruf 110: Der Tote im Fließ (TV-Reihe) – Regie: Helmut Krätzig 1973: Das zweite Leben des Friedrich Wilhelm Georg Platow – Regie: Siegfried Kühn 1973: Die Brüder Lautensack (TV, 3 Teile) – Regie: Hans-Joachim Kasprzik 1973: Wenn die Tauben steigen (TV) – Regie: Martin Eckermann 1973: Eva und Adam oder Drum prüfe! (Fernsehfilm, 4. Teil) – Regie: Horst E. Brandt 1974: … verdammt, ich bin erwachsen – Regie: Rolf Losansky 1974: Maria und der Paragraph (TV) – Regie: Hubert Hoelzke 1974: Der Staatsanwalt hat das Wort: Das Gartenfest (TV) – Regie: Vera Loebner 1974: Nach Abpfiff Mord (TV) – Regie: Siegfried Hartmann 1974: Die Frauen der Wardins (Fernseh-Dreiteiler) 1974: Die Explosion auf der Maine (TV) – Regie: Ralph J. Boettner 1975: Eine Stunde Aufenthalt (TV) – Regie: Hubert Hoelzke 1975: Bin ich Moses? (TV) – Regie: Martin Eckermann 1975: Die Wildente (Theateraufzeichnung) 1976: Daniel Druskat (TV, 5 Teile) – Regie: Lothar Bellag 1976: Heimkehr in ein fremdes Land (TV, 3 Teile) – Regie: Manfred Mosblech 1977: Die zertanzten Schuhe (TV) – Regie: Ursula Schmenger 1977: Dantons Tod (Studioaufzeichnung) 1978: Rotschlipse – Regie: Helmut Dziuba 1978: Polizeiruf 110: Die letzte Chance (TV-Reihe) – Regie: Helmut Krätzig 1979: Addio, piccola mia – Regie: Lothar Warneke 1979: Plantagenstraße 19 (TV) – Regie: Helmut Krätzig 1980: Archiv des Todes (TV-Serie) – Regie: Rudi Kurz 1980: Polizeiruf 110: Der Einzelgänger (TV) – Regie: Helmut Nitzschke 1980: Solo Sunny – Regie: Konrad Wolf 1980: Johann Sebastian Bachs vergebliche Reise in den Ruhm – Regie: Victor Vicas 1980: Ein recht seriöser Herr (TV) – Regie: Vera Loebner 1981: Der lange Ritt zur Schule – Regie: Rolf Losansky 1981: Polizeiruf 110: Alptraum (TV-Reihe) – Regie: Peter Vogel 1982: Alexander der Kleine – Regie: Wladimir Fokin 1983: Das Luftschiff – Regie: Rainer Simon 1983: Märkische Chronik (TV-Serie) – Regie: Hubert Hoelzke 1984: Front ohne Gnade (TV-Serie) – Regie: Rudi Kurz 1985: Weiße Wolke Carolin – Regie: Rolf Losansky 1985: Sachsens Glanz und Preußens Gloria: Brühl (TV) – Regie: Hans-Joachim Kasprzik 1988: Die Schauspielerin – Regie: Siegfried Kühn 1990: Polizeiruf 110: Der Tod des Pelikan (TV) – Regie: Rainer Bär 1992: Jana und Jan – Regie: Helmut Dziuba 1994: Abschied von Agnes – Regie: Michael Gwisdek 1998: Das Mambospiel – Regie: Michael Gwisdek 2003: Schultze gets the blues – Regie: Michael Schorr 2003: SOKO Leipzig: Toten schenkt man nichts (TV-Serie) – Regie: Michel Bielawa 2004: Tatort: Verlorene Töchter (TV-Reihe) – Regie: Daniel Helfer 2004: Tatort: Hundeleben – Regie: Manfred Stelzer 2005: Rabenkinder (TV) – Regie: Nicole Weegmann 2006: Schröders wunderbare Welt – Regie: Michael Schorr 2007: Wir sagen Du! Schatz. – Regie: Marc Meyer 2007: Der falsche Tod (TV) – Regie: Martin Eigler 2008: Hakenland (Kurzfilm) – Regie: Andreas Pieper 2009: SOKO Leipzig: Herbststurm – Regie: Patrick Winczewski

Hörspiele 1970: Bodo Schulenburg: Der Nachtigallenstern (Vater) – Regie: Christa Kowalski (Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR) 1972: Gerd Bieker: Festraketen (Rammke) – Regie: Maritta Hübner (Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR) 1973: Hans Siebe: In Sachen Rogge (Brigadier) – Regie: Fritz-Ernst Fechner (Hörspielreihe: Tatbestand Nr. 2 – Rundfunk der DDR) 1974: Augusto Boal: Torquemada (1. Sohn) – Regie: Peter Groeger (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1980: Walter Püschel: Das Schulschwein – Regie: Maritta Hübner (Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR) 1981: Werner Buhss: Hotte, einfach Hotte (Vater) – Regie: Horst Liepach (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1982: Adolf Glaßbrenner: Herr Buffey macht einen Ausflug (Wirt) – Regie: Werner Grunow (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1983: Linda Teßmer: 21:00 Uhr Erlenpark (Herr Saad) – Regie: Fritz-Ernst Fechner (Kriminalhörspiel/Kurzhörspiel – Rundfunk der DDR) 1983: Gabriele Herzog: Anton, Frieda und die neue Katze (Anton) – Regie: Maritta Hübner (Kinderhörspiel/Kurzhörspiel – Rundfunk der DDR) 1983: Sándor Sáfár/Zoltán Jékely: Vom bärenstarken Moga (Gendarm) – Regie: Andreas Scheinert (Kinderhörspiel – Litera) 1988: Hans Siebe: Porzellan (Direktor Küfer) – Regie: Achim Scholz (Kriminalhörspiel – Rundfunk der DDR) 1988: Jan Drda: Der vergessene Teufel (Schmied) – Regie: Karlheinz Liefers (Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR) 1988: Pjotr Jerschow: Gorbunok, das Wunderpferdchen – Regie: Norbert Speer (Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR) 1990: Dylan Thomas: Unter dem Milchwald (Kapitän Cat) – Regie: Fritz Göhler (Original-Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1991: Edgar Hilsenrath: Das Märchen vom letzten Gedanken – Regie: Peter Groeger (Hörspiel – SFB/HR) 1991: Linde von Kayserlingk: Aber am meisten mitten im Herzen (Gastwirt) – Regie: Beate Rosch (Kinderhörspiel/Hörkurzspiel – Funkhaus Berlin) 1993: Mario Göpfert: Die Mondblume – Regie: Peter Groeger (DS Kultur) 1998: Michail Bulgakow: Der Meister und Margarita – Regie: Petra Meyenburg (Hörspiel (30 Teile) – MDR) 1999: Dagmar Scharsich: Salve! (Bierstedt) – Regie: Barbara Plensat (Kriminalhörspiel – NDR) 2013: E. M. Cioran: Vom Nachteil, geboren zu sein – Regie: Kai Grehn (Hörspiel – SWR)

Weblinks

Website von Harald Warmbrunn

Einzelnachweise

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